Seite 1 von 6 123 ... LetzteLetzte
Zeige Ergebnis 1 bis 25 von 134

Thema: Gedanken eines (noch??) Fleischessers

  1. #1
    Benutzer Vegetarier und Veganer Vegetarierforum.com ist ein Treffpunkt für Vegetarier und Veganer.
    Alle Vegetarierforum.com Gäste holen sich zuerst kostenlos einen eigenen Benutzernamen, damit sie mitreden können.

    Standard Gedanken eines (noch??) Fleischessers

    Hallo!

    Wie ich in meiner Vorstellung ja schon gesagt habe (siehe hier: http://www.vegetarierforum.com/threa...aus-Frankreich! ) bin ich an sich kein Vegetarier.

    Habe "immer schon" Fleisch und Wurst gegessen, wenn auch nicht in enormen Mengen. Weils mir nie besonders geschmeckt hat ("eh nicht so schlecht") und weil meine Mutter wohl meinte, dass bei gesunder Ernährung Getreide und Gemüse vor Fleisch und co kommen.

    Seit ein paar Wochen / Monaten bin ich jetzt immer mehr auf dem "Was ess ich da eigentlich" Trip. Überlege und hinterfrage. Stichwort "Verantwortugsvoller Konsument sein".

    Das steht eh alles in der Vorstellung. Ich wollte diesen Thread hier nur so irgendwie tagebuchmässig aufmachen, um meine, im Moment etwas wirren, Gedanken zum Thema "Was ess ich da eigentlich" nieder zu schreiben können. Vielleicht sind ja einige von euch schon an dem gleichen Punkt gewesen, und haben Tips, Tricks und/oder Anregungen für mich.

    Im Moment koche ist fast ausschliesslich vegetarisch und kaufe mir Milch und Eier (wenn ich mal welche kaufe, so alle paar Wochen mal) vom "Bauernhof" um die Ecke, wo die Tiere unter Tags freien Zugang zur Weide haben (ich hasse Anbindehaltung). Ich bin absolut gegen Massentierhaltung, meide also Billigfleisch und -wurst aus dem Supermarkt.

    Wo ich aber noch meine persönlichen Grauzonen habe, sind bei Einladungen bei Leuten. Aufgetischtes Fleisch essen oder nicht? Oft habe ich sowieso keine Lust darauf (geschmacklich), dann erledigt sich die Frage. Aber was tun, wenn es Fleisch gibt, dass mir schmeckt? Essen, oder nicht?

    Was tun in Restaurants? Wie gesagt, ich bin kein grosser Fleischfan. Aber hier in Frankreich gibt es fast NUR Gerichte mit Fleisch drin. Und wenns "nur" der Speck im Salat ist. Letztens gab es einen Veggi-burger am Menu: das war ein ganz normaler Burger, nur ohne das Fleisch. Ähhh, ich zahl doch nicht 10 Euro für einen Brotwecken mit einer Scheibe Tomate, einem Blatt Salat und einer Scheibe Käse drin??? (Stichwort "Beilagen essen"). Ich WEISS dass vegetarische Küche lecker ist, ich koch mir daheim super Sachen und mir geht nix ab. Aber in Restaurants und auf Besuch bleiben einem echt fast nur noch die Beilagen...

    Mich würde es nicht stören Fleisch zu essen, wenn ich weiss, dass die Tiere ein halbwegs artgerechtes Leben auf einem nahegelegenen Bauernhof und einen kurzen, schmerzlosen Tod hatten. Nur WIE finde ich so was? Die Bauern einzeln besuchen und mir ein Bild machen??? Dem Fleischer vertrauen??

    Im Moment bin ich an einem seltsamen Punkt, wo ich mir Dinge, auf die ich Lust habe auf den Teller lege, und dann überlege. Ist das ein totes Tier für dich? Musste dieses Tier für DICH sterben (oder wäre es nicht "sowieso" getötet worden)? Dann koste ich Fleisch, auf das ich so richtig Lust habe (ist eh nicht oft der Fall) und überlege mir "Ist es das wert?". Ist total seltsam...

    Ich habe/hatte irgendwie kein Schockerlebnis, dass mir sagt "Nie wieder Fleisch." Im Gegenteil. Dadurch dass ich die Hunde mit Rohfleisch füttere, habe ich regelmässig mit grossen Mengen rohen Fleisch zu tun. Die Katze und Hunde schleppen halbtote Tiere an und ich muss die dann töten (und ja, ich hasse das). Mein Opa ist Jäger und ich hab mit ihm gemeinsam schon Rehe in Teile zerlegt. Ich sage mir, das ist die Natur. Tiere werden getötet und gegessen. Womit ich dagegen ein grosses Problem habe, ist die Massentierhaltung und der respektlose Umgang mit dem Tier.

    Deswegen schlage ich mich im Moment jedes mal, wenn doch mal was Fleischiges auf dem Teller landet mit so Fragen wie "Das ist Lamm... ein Lamm ist ein Schafbaby... findest du okay, dass die Tiere schon als Baby getötet werden, nur damit Leute Lamm essen können?" herum.

    Ich freu mich über Kommentare und Anregungen euerseits! Vielleicht hilft mir das ja, aus diesem Gedankenwirrwar rauszukommen! Ich halte euch auch am Laufenden, wie es bei mir weiter geht!

  2. #2

    Standard AW: Gedanken eines (noch??) Fleischessers

    Zitat Zitat von Jaakko Beitrag anzeigen
    Seit ein paar Wochen / Monaten bin ich jetzt immer mehr auf dem "Was ess ich da eigentlich" Trip. Überlege und hinterfrage. Stichwort "Verantwortugsvoller Konsument sein".
    So fing es bei mir auch an. Und dann ergab sich der Rest von allein. Ich habe mich dann Schritt für Schritt weiterentwickelt.

    Zitat Zitat von Jaakko Beitrag anzeigen
    Ich bin absolut gegen Massentierhaltung, meide also Billigfleisch und -wurst aus dem Supermarkt.
    Billigfleisch gibt es nicht nur im Supermarkt. Der Dönerimbiss um die Ecke, der Imbiss an der Strasse, McDoof und so weiter.

    Zitat Zitat von Jaakko Beitrag anzeigen
    Wo ich aber noch meine persönlichen Grauzonen habe, sind bei Einladungen bei Leuten. Aufgetischtes Fleisch essen oder nicht? Oft habe ich sowieso keine Lust darauf (geschmacklich), dann erledigt sich die Frage. Aber was tun, wenn es Fleisch gibt, dass mir schmeckt? Essen, oder nicht?
    Hier widersprichst du dich. Du schreibst das du einerseits keine Lust auf Fleisch des Geschmackes wegen hast und andererseits sprichst du von Fleisch was dir schmeckt. Dazu sei gesagt: Fleisch schmeckt eigentlich nicht bzw es "schmeckt" nur weil es gewürzt oder mariniert ist.

    Zitat Zitat von Jaakko Beitrag anzeigen
    Was tun in Restaurants?
    Restaurants meiden. Ansonsten kann man sich im Restaurant auch aus den "Beilagen" ein gutes Essen zusammenstellen. Gute Restaurants bieten auch als vegetarisch gekennzeichnete Gerichte an.

    Zitat Zitat von Jaakko Beitrag anzeigen
    Mich würde es nicht stören Fleisch zu essen, wenn ich weiss, dass die Tiere ein halbwegs artgerechtes Leben auf einem nahegelegenen Bauernhof und einen kurzen, schmerzlosen Tod hatten. Nur WIE finde ich so was? Die Bauern einzeln besuchen und mir ein Bild machen??? Dem Fleischer vertrauen??
    Ich komme selbst aus einer ländlichen Gegend und weiss was du meinst. Eine Garantie für einen schmerzlosen Tod gibt es allerdings nie. Zm einen weil jedes Tier anders ist und jeder Metzger ebenfalls. Anfangs habe ich mich immer damit getröstet, das es den Tieren "gut" geht aber mit der Zeit habe ich gemerkt, das ich problemlos ohne Fleisch leben kann und das die Schlachtung auch von "artgerecht" lebenden Tieren meinetwegen nicht notwendig ist. Auch habe ich mir immer wieder ins Gedächtnis gerufen, das ich keine Tiere schlachten kann und wer das nicht kann, der kann mMn auch kein Fleisch essen.

    Zitat Zitat von Jaakko Beitrag anzeigen
    Ich habe/hatte irgendwie kein Schockerlebnis, dass mir sagt "Nie wieder Fleisch." Im Gegenteil. Dadurch dass ich die Hunde mit Rohfleisch füttere, habe ich regelmässig mit grossen Mengen rohen Fleisch zu tun.
    Ich bin selbst Hundehalter. Aber Hund und Mensch ist ein Unterschied.

    Zitat Zitat von Jaakko Beitrag anzeigen
    Mein Opa ist Jäger und ich hab mit ihm gemeinsam schon Rehe in Teile zerlegt. Ich sage mir, das ist die Natur. Tiere werden getötet und gegessen. Womit ich dagegen ein grosses Problem habe, ist die Massentierhaltung und der respektlose Umgang mit dem Tier.
    Die Natur kann man nicht als Argument heranziehen, weil der heutige Mensch nicht mehr im Einklang mit der Natur lebt. Eine Ausnahme bilden hier die Eskimos oder die wenigen noch "wild" lebenden Indianderstämme. Diese Menschen müssen Fleisch essen, weil es für sie keine andere Möglichkeit zu überleben gibt. Auch essen diese Menschen das Fleisch aller möglichen Tiere. Da wird kein Unterschied gemacht. Dazu eine Frage: würdest du deine Hunde essen?

    Zitat Zitat von Jaakko Beitrag anzeigen
    Deswegen schlage ich mich im Moment jedes mal, wenn doch mal was Fleischiges auf dem Teller landet mit so Fragen wie "Das ist Lamm... ein Lamm ist ein Schafbaby... findest du okay, dass die Tiere schon als Baby getötet werden, nur damit Leute Lamm essen können?" herum.
    Gut das dir solche Gedanken durch den Kopf gehen. Dazu meine Frage: wo ist der Unterschied zwischen einem Lamm und einem Schaf? Totes Tier ist totes Tier. Wer das eine isst, kann auch das andere essen.


    Ich hoffe das ich dir ein wenig helfen konnte.
    Gruss aus Neffhausen
    Einmal Onkelz - immer Onkelz!!

  3. #3

    Standard AW: Gedanken eines (noch??) Fleischessers

    Zitat Zitat von Neffe Beitrag anzeigen
    Billigfleisch gibt es nicht nur im Supermarkt. Der Dönerimbiss um die Ecke, der Imbiss an der Strasse, McDoof und so weiter.
    Tja, das ist schon mein erstes Problem. Was tun in Restaurants und co.? Mir wird immer mehr bewusst dass einfach ÜBERALL Fleisch drin ist (vor allem hier in Frankreich). Und wenn ich das konsequent weglassen würde, würden mir wirklich nur noch die Beilagen übrig bleiben... die 2 Deko - Tomatenscheiben und Stopfbeilagen (Nudeln, Erdäpfel, Reis, Zeug dass ich nur in kleinen Mengen esse, keine Hauptmahlzeit!). Da macht Restaurant-gehen echt keinen Spass mehr . Was macht ihr? Nicht mehr ins Restaurant gehen? Bei uns gibt es auch nie vegetarische Gerichte. Ich kann höchstens Salat bestellen und explizit die Speckwürfel/... abbestellen...


    Zitat Zitat von Neffe Beitrag anzeigen
    Hier widersprichst du dich. Du schreibst das du einerseits keine Lust auf Fleisch des Geschmackes wegen hast und andererseits sprichst du von Fleisch was dir schmeckt. Dazu sei gesagt: Fleisch schmeckt eigentlich nicht bzw es "schmeckt" nur weil es gewürzt oder mariniert ist.
    Also da muss ich dir leider widersprechen. Fleisch hat sehr wohl einen Eigengeschmackt, es muss nur gut zubereitet sein. Ganz unabhängig von der Würzung wird fast jedes Fleisch igitt (geschmacklos und zäh) wenn man es auch nur ein paar Sekunden zu lange bratet. Generell brauch ich kein Fleisch, aber hin und wieder finde ich es schon sehr gut. Das ist ja auch so ein Problem, hier ( = französische Pampa) krieg ich einfach JEDES Mal Fleisch aufgetischt, wenn wir wo eingeladen sind. Mit der Nachbarin hab ich mich schon arrangiert, da bring ich jetzt immer einen grossen, gemischten Salat mit und ess den. Aber bei der Schwiegermutter... die mit vollem Stolz "extra für uns!" stundenlang in der Küche steht um irgendso einen Megabraten zu machen *seufz* ...


    Zitat Zitat von Neffe Beitrag anzeigen
    ...aber mit der Zeit habe ich gemerkt, das ich problemlos ohne Fleisch leben kann und das die Schlachtung auch von "artgerecht" lebenden Tieren meinetwegen nicht notwendig ist. ...
    Das denke ich mir auch irgendwie. Mir geht ohne Fleisch nichts ab. Andererseits denke ich mir, ist es nicht "eh schon egal", wenn ich hin und wieder doch mal ein bisschen esse ?

    Im Moment schreckt es mich halt irgendwie ab als der totale Outsider dazustehen. Ich bin eh schon "die Komische die nie Alkohol trinkt" worüber auch immer wieder dämlich gewitzelt wird (was mir tierisch auf den Nerv geht, auch wenn es nicht bös gemeint ist). Im Moment ist die Versuchung gross Home-Vegetarier zu werden. Also bei mir daheim vegetarisch zu essen und aber bei Einladungen auch mal Fleisch essen. Obwohl hier mein Problem: GERADE ausserhalb wird einem ja immer nur Billigfleisch serviert! Da habe ich echt ein Gewissensproblem.

    Zitat Zitat von Neffe Beitrag anzeigen
    Dazu eine Frage: würdest du deine Hunde essen?
    Das ist eine sehr gute Frage. Ich weiss es nicht... Oder sagen wir mal so: wenn ich selber Ziegen/Schafe/Hühner halten würde, könnte ich die töten um sie zu essen? So spontan würde ich mal sagen "Ich könnte sie schon töten, aber warum sollte ich es tun?".

    Zitat Zitat von Neffe Beitrag anzeigen
    Dazu meine Frage: wo ist der Unterschied zwischen einem Lamm und einem Schaf? Totes Tier ist totes Tier. Wer das eine isst, kann auch das andere essen.
    Für mich ist da irgendwie schon ein Unterschied. Ein Lamm hat das Leben noch vor sich. Kaum ist es auf der Welt, bringen wir es auch schon wieder um. Ein Schaf hatte (gute Haltung vorausgesetzt) ein "schönes Leben". Klingt das jetzt meganaiv ???

    Ich tu mir noch total schwer den Zusammenhang zwischen einem Stück Speck in meinem Salat, und einem lebendigen Schwein zu sehen. Irgendwie schaff ich es nicht. Was mich bis jetzt am Meisten von dem Speckwürfel fern haltet, ist der Blick auf die Verpackung, das Lesen der Nährwerte (doppelt so viel ungesättigtes Fett wie Protein) und der Inhaltsliste (Glukosesirup, E-Nummern,...).

    Gibt es eigentlich ein paar gute Links zu "Wie es in der europäischen Fleischindustrie abgeht"? Wo aber nicht nur amerikanische Verhältnisse zu sehen sind und auch nicht nur mit voller Absicht die Krassesten der Krassen Aufnahmen gezeigt werden. Extreme gibt es schliesslich immer, mir geht es darum zu erfahren was Durchschnitt / Normal ist.
    Grüsse,
    Iris und die Hundebande

  4. #4

    Standard AW: Gedanken eines (noch??) Fleischessers

    Klar.
    Deutschland:
    http://www.youtube.com/watch?v=SxFi8rvLgaU Federvieh
    http://www.youtube.com/watch?v=_luhOgJNo3M Zoo
    http://www.vegetarismus.ch/heft/98-2/schlacht.htm Schlachthof (Text)
    http://www.pig-vision.com/2009/07/01...ungsindustrie/ Kastration kleiner Schweinchen ohne Betäubung >
    http://www.pig-vision.com/2010/02/01...htung-von-x15/ Österreich: Schlachtung von X15 (pig vision hat das Leben 2er Schweine begleitet, von denen eines auf den Gnadenhof durfte )
    http://www.youtube.com/watch?v=0_Z1x3fmCEY sind glaube ich europ. Szenen, dafür spricht das hier zB http://www.youtube.com/watch?v=pC-T_PUkLYw
    Zitat Zitat von Jagdfreund

    Jäger-Omni-Idiot, Junge, Junge.
    Geht's noch, du Vollpfosten?


  5. #5

    Standard AW: Gedanken eines (noch??) Fleischessers

    Zitat Zitat von Jaakko Beitrag anzeigen
    Ich tu mir noch total schwer den Zusammenhang zwischen einem Stück Speck in meinem Salat, und einem lebendigen Schwein zu sehen. Irgendwie schaff ich es nicht.
    Das kann ich aber sehr gut nachvollziehen. Als ich angefangen hab, meine Ernährung zu hinterfragen, hab ich mich lange Zeit gefragt, ob ich tatsächlich so mitleidslos bin, dass ich den Zusammenhang zwischen dem Tier und der Wurst auf dem Brot nicht sehe. Ich kam dann zu dem Schluss, dass ich keinesfalls mitleidslos bin, sondern dass es einfach nötig ist, dafür zu sorgen, die Wurst auf dem Brot nicht nur als Endprodukt zu sehen. Für mich war Wurst einfach nur ein Produkt, ähnlich wie Marmelade. Heute Marmelade, morgen Wurst. Kein Unterschied. Hühnerfrikasse mit Reis am Wochenende oder Nudeln mit Spinatsoße, kein Unterschied. Naja, und dann kam ich über Zeitungsartikel letztendlich zu dem Buch Tiere essen und der Endpunkt war, dass ich mir im Zuge weitere Internetrecherche auch Videos von Massentierhaltung gegeben hab. Ich finde, das sollte man, wenn man eine ehrliche Entscheidung treffen will. Jetzt ists nicht mehr die Wurst aufm Brot, sondern Weizeneiweiß-Mortadella ;) ich seh zwar immer noch keine Augen in der Wurst meines Freundes, aber ich denke, dass man keine blühende Horrorphantasie braucht, um zu wissen, warum man kein Fleisch mehr isst.

  6. #6

    Standard AW: Gedanken eines (noch??) Fleischessers

    Wow, die Videos sind ja echt krass. Vom Umgang mit den Hühnern habe ich mir eh nicht viel was anderes erwartet, trotzdem "tut es gut" (es lebe die Verdrängung!) das mal selber zu sehen. Was mich aber besonders beeindruck hat, ist der Text der Praktikantin am Schlachthof. Denn DAS ist einfach nur die alltägliche Wirklichkeit. Ich war selber mal 3 Tage lang mit einem Tierarzt, aber der hat mich von der "Tötungskette" ferngehalten (war damals 16)... ich glaube es hätte mir "gut" getan das zu sehen, denn die fertigen Schweinehälften schaun eh nur noch "nach Fleisch" aus, nicht mehr nach Tier...

    Auch das mit den männlichen Küken. Klar hab ich darüber gelesen... aber irgendwie glaubt man es doch erst wenn man es sieht...

    Ich weiss nicht, wie es jetzt weiter gehen soll. Das Billigfleisch ist mir gründlich vergangen, in jeder seiner Form. Ob das Hühnerfilet um 2 Euro aus dem Supermarkt, oder die Speckwürfel auf der Pizza. Und Leute, wisst ihr das Schlimmste... ich arbeite mittags in einem Restaurant mit elsässer Spezialitäten... Sauerkraut mit Schweinefleisch...

    Ich hoffe aber nach wie vor, auch wo "humane" Fleisch/Milch/Eier - "Produktion" zu finden. Wie gesagt, mit dem Töten an sich hab ich kein Problem, alles ist eine Frage des WIE. Wie das Tier gehalten wurde und wie (und wo! Stichwort Tiertransporte) es getötet wurde. Ich frage mal bei "meinem" Bauernhof um die Ecke (Eier, Milch, Obst und Gemüse), wo die ihre Legehühner her haben, und was mit den männlichen Küken passiert. Ab wann die Kälber von den Müttern getrennt werden, wie sie dann leben, und wann, wo und wie sie geschlachtet werden.

    Es gibt auch noch einen anderen Bauernhof, der verkauft Hühner(fleisch) (also tot und lebendig) direkt am Hof. Die Hühner leben alle in Gruppen im Freien, schaut sehr gut aus. Jetzt würde ich gerne noch sehen wo und wie sie getötet werden. Das wäre dann eventuell eine Möglichkeit, wenn mein Mann mal Lust auf Fleisch hat. Er hört sicher nicht einfach so auf mit dem Fleisch essen, aber ich wäre schon zufrieden, wenn wir (= er) den Billigfleisch-konsum bei uns daheim auf Null stellen.
    Grüsse,
    Iris und die Hundebande

  7. #7

    Standard AW: Gedanken eines (noch??) Fleischessers

    ... und getötet werden sie am Ende doch ...
    Du gehst damit den Marketing-Versprechungen der Öko-Branche auf den Leim: Ein scheinbar reineres Gewissen haben, weil die Tiere ja "ein schönes Leben" hatten.
    Zitat Zitat von Jagdfreund

    Jäger-Omni-Idiot, Junge, Junge.
    Geht's noch, du Vollpfosten?


  8. #8

    Standard AW: Gedanken eines (noch??) Fleischessers

    Das ist hier in diesem Forum jetzt vielleicht etwas heikel, aber ich hab an sich kein Problem damit, dass Tiere gehalten werden um sie eines Tages mal zu schlachten und dann zu essen.

    Ich weiss nicht...

    Vom Prinzip her würde es mich auch nicht stören, wenn jemand seinen Hund einschläfern muss, und dann ihn essen will, statt ihn der Tierkörperbeseitigung zu übergeben... andererseits... selber würde ich das auch nicht machen... Käme mir dann irgendwie fast schon wie Kanibalismus vor... Berny, meinen Begleiter seit 10 Jahren aufessen?? Da begrab ich ihn doch lieber im Garten und mach ein schönes Grab, oder lass ihn einäschern...

    Ich glaube nach wie vor selber ein Tier schlachten zu können um es zu essen. Wichtig wäre mir, dass es für das Tier kurz, unerwartet und schmerzfrei ablauft. Obwohl: gemacht hab ich es auch noch nicht... Ist also einfach zu sagen "Das könnte ich auch!"... Ich finde es aber das Mindeste sich deswegen Schlachtungen selber anzusehen, am Besten in live, um wirklich sagen zu können "Da stehe ich dahinter!". Tut man das nicht, sollte man wirklich kein Fleisch essen (Augen verschliessen sollte keine Option sein und ist es für mich auch nicht mehr).

    Ich finde übrigens eine gute gemachte Schlachtung um ein x-faches "humaner" als das Töten zwischen Tieren in der Wildniss. Ich weiss wie Hunde und Wölfe töten, und das ist echt nicht schön. Da kümmert sich keiner drum, ob das Opfer tot ist, bevor angefangen wird zu fressen.
    Grüsse,
    Iris und die Hundebande

  9. #9

    Standard AW: Gedanken eines (noch??) Fleischessers

    Zitat Zitat von Jaakko Beitrag anzeigen
    Vom Prinzip her würde es mich auch nicht stören, wenn jemand seinen Hund einschläfern muss, und dann ihn essen will, statt ihn der Tierkörperbeseitigung zu übergeben... andererseits... selber würde ich das auch nicht machen... Käme mir dann irgendwie fast schon wie Kanibalismus vor... Berny, meinen Begleiter seit 10 Jahren aufessen?? Da begrab ich ihn doch lieber im Garten und mach ein schönes Grab, oder lass ihn einäschern...
    Wenn es deiner Meinung nach Kannibalismus ist, einen Hund zu essen was ist dann der Verzehr eines Schweins?
    Warum einen Hund im Garten begraben und ein Schwein verspeisen? Das ist ein Widerspruch. Schweine sind säugende Wirbeltiere, empfindsame Wesen genau wie Hunde.

    Zitat Zitat von Jaakko Beitrag anzeigen
    Ich finde übrigens eine gute gemachte Schlachtung um ein x-faches "humaner" als das Töten zwischen Tieren in der Wildniss. Ich weiss wie Hunde und Wölfe töten, und das ist echt nicht schön. Da kümmert sich keiner drum, ob das Opfer tot ist, bevor angefangen wird zu fressen.
    Die Natur kann man wie gesagt nicht als Vergleich heranziehen. Was du meinst sind Tiere unter sich. Raubtiere können nichts anderes verwerten ausser Fleisch. Auch betreiben Raubtiere keine Zucht und Massenhaltungen.
    Einmal Onkelz - immer Onkelz!!

  10. #10

    Standard AW: Gedanken eines (noch??) Fleischessers

    Du hast absolut recht. Dieses Paradox wird mir auch immer mehr bewusst. Ich mag Schweine auch sehr, genauso wie die anderen üblichen "Futtertiere". Würde auch selber welche halten (vor allem Hühner), wenn ich keine Tiere killenden Huskies hätte.

    Zur Natur: klar gibt es in der Natur keine Massenhaltung... aber aus dem Grund hätte ich zumindest keine (weniger???) moralischen Probleme mit Tieren, die gut gehalten wurden. Weil es keine Massenhaltung ist.

    Ich muss jetzt mal kurz was erzählen: wie gesagt arbeite ich Mittags ja in einem Fleisch-tempel. Kriege da auch immer wieder mal Reste (Würstel, Fleisch,... ) angeboten und hab bis jetzt mit Erfolg nein gesagt. Bis heute Mittag. Auf einmal hat es mich gepackt: "Schei** einfach drauf, warum musst du dir auch so was Leckeres verbieten?" und hab reingehaut. Fazit: ich kann jetzt kein Würstel mehr sehen, obwohl ich nicht mal sooo viel davon gegessen habe. Ich kann den Geschmack nicht mehr ab, viel, viel zu würzig... Und je mehr die Zeit vergeht, desto mehr sage ich mir "Iris, du hast da Hundefutter gegessen. Das ist Futter für deine Hunde, aber nicht für dich. Warum bitte willst du ein SCHWEIN essen???". Das "Aber es ist doch so gut" Argument, oder zumindest die Erinnerung daran ("Würstel = lecker", hab ja schon ewig keines mehr gegessen) hat mich dazu gebracht es doch zu essen... mit dem Resultat eine herbe Enttäuschung zu erleben. Nein, das ist nicht gut. Sorry, aber es ist so. Und zweitens musste dafür ein Schwein aus Massentierhaltung dran glauben, in Massenschlachthof geschlachtet (glaub nie, dass euch ein Restaurant hochqualitative Produkte auftischt... wo wäre denn sonst der Profit hin...). Na bravo!

    Heute Abend bin ich bei der Nachbarin auf Sauerkraut (= Sauerkraut + Würste + Schweinefleisch) eingeladen. Ich habe noch mit mir gehadert, ob ich dort aufs Fleisch verzichten soll oder nicht... aber ich glaube die Frage hat sich jetzt erledigt. Ich bring einen grossen grünen Salat mit Kürbis, Maronis, Tomaten, Zucchini und Tofuwürfel mit! Ich kann kein Wurstzeug mehr sehen...

    Mal sehen, wie es weiter geht. Ich habe null Lust, mir irgendwas zu verbieten. Aber ich werde mich weiterhin informieren und Videos und Texte über (Ess)Tierhaltung lesen. Wenn ich DANN noch Lust darauf habe weil es "so lecker" ist, dann soll es wohl so sein...

    Massentierhaltung will ich aber auf jeden Fall boykotieren. Auch wenn es hart ist, weil man damit praktisch zum Total-vegetarier wird. Nachdem sämtliches Fleisch in Restaurants, Imbiss und auch bei Einladungen Billigfleisch ist.
    Grüsse,
    Iris und die Hundebande

  11. #11

    Standard AW: Gedanken eines (noch??) Fleischessers

    Zitat Zitat von Jaakko Beitrag anzeigen
    Massentierhaltung will ich aber auf jeden Fall boykotieren. Auch wenn es hart ist, weil man damit praktisch zum Total-vegetarier wird. Nachdem sämtliches Fleisch in Restaurants, Imbiss und auch bei Einladungen Billigfleisch ist.
    Ach so "hart" ist das nicht. Und was andere können das kannst du auch. Ich war früher ein guter Fleischesser und lebe seit über 2 Jahren fleischlos und kann nicht sagen, das mir was fehlt bzw das mir das schwer fällt.
    Einmal Onkelz - immer Onkelz!!

  12. #12

    Standard AW: Gedanken eines (noch??) Fleischessers

    Ich habe mir vor ein paar Tagen 2 Bücher bestellt, "Vegetarismus, Grundlagen, Vorteile, Risiken" von Leitzmann und "Vegan Freak" von Torres. Das erste hab ich schon durch, beim Zweiten bin ich noch.

    "Vegetarismus" war ein nettes, kleines, interessantes Büchlein. Einfach geschrieben, erfrischend nüchtern und sachlich, wenn es auch aufgrund seiner Grösse nur begrenzt ins Detail gehen kann.
    "Vegan Freak" ist wie erwartet ein echtes Propaganda-buch, aber sehr nett geschrieben (ich steht auf den direkten Schreibstil) und ich lass mich mal voll darauf ein.

    Aus Gewissensgründen will ich Billigfleisch und Billigeier meiden. Soweit bin ich schon mal. Auch wenn ich die Eier megahart finde, weil das heisst, dass man praktisch nirgendst mehr Kuchen essen kann, keine Nudeln im Restaurant, keine Kekse,... Sachen die ich selber nicht unbedingt oft esse, aber die einem bei Einladungen die ganze Zeit gerecht werden... vor allem die Schwiegermutter ist immer so stolz auf ihre selbstgebackenen Kuchen...
    Wo ich aber voll noch nicht weiss, wie es weitergehen soll, ist bei Milch und Fisch/Meeresfrüchte.

    Meine Milch kommt vom Bauernhof, wo die Kühe unter Tags freien Zugang zur Weide haben, an sich eine gute Haltung. Ich habe noch nicht persönlich nachgefragt, aber ich nehme mal stark an, dass die Kühe trotzdem nie älter als 6-8 Jahre werden, und deren Kälber auch weiterverkauft und dann geschlachtet+gegessen werden. Wieder die leidige Frage: Stört mich das, oder ist mir das jetzt egal??? Dazu kommt erschwerend, dass ich eine leichte Schilddrüsenunterfunktion habe, und da abgeraten wird zu viel Soja zu essen. Jetzt ist bei uns aber die Hafer-, Reis-, .. Milch megateuer (nix unter 2 Euro pro Liter!).

    Und Fische und Meeresfrüchte... ess ich nicht besonders oft, aber irgendwie hab ich da voll keinen Bezug dazu. Eine Miesmuschel ist für mich nicht mehr "Tier" als ein Apfel... Und auch bei Fischen... was mich bei den üblichen Fleischtieren ja so stört, ist die Massentierhaltung. Und die gibt es bei wild gefangenen Fisch (also nicht dem Zuchtfisch, Pangasius boykottiere ich seitdem ich weiss wie die gezüchtet werden) ja nicht.

    Andererseits lass ich mich im Moment mal voll von "Vegan Freak" leiten, und denke mir "Drei Wochen vegan leben, nur so als Test, was hast du da zu verlieren?". Danach kann man ja immer noch schauen, ob man dabei bleiben will oder nicht. Eier und Käse hab ich eh gerade keine im Haus, Milch nur noch einen halben Liter und den Rest Crème Fraiche könnte ich meinem Mann unterschieben (Essen wegschmeissen kommt bei mir nicht in Frage).

    Ach ja, wo ich bei meinem Mann bin: ich plaudere jetzt immer wieder mal mit ihm über die Fragen, die ich mir stelle, und frag ihn um seine Meinung. Gibt ganz nette Diskussionen, auch wenn mir das Ganze im Moment viel mehr zu Herzen liegt als ihm. Er ist im Moment halt noch total fleischfixiert wegen dieser dämlichen Diät... er hat 13 kg mit der Dukan-Diät abgenommen: man darf nur Gemüse und mageren Fisch/Fleisch essen, das dafür so viel man will. Seitdem empfindet er eine gewisse Dankbarkeit gegenüber Fleisch und traut sich fast nicht auch wieder was anderes essen (vor allem kein "böses" Getreide => weil Kohlenhydrate machen dick, steht ja schliesslich im Buch!). Und von Gemüse alleine wird man nun mal nicht satt, das ist klar. Mein Essen schmeckt ihm gut, das ist schon mal ein Anfang! Aber er hat immer noch diese Angst zu wenig Fleisch zu essen.

    Ich mach also einfach mein Ding, lass ihn jedes mal kosten, kauf kein Billigfleisch mehr und lass den Dingen einfach ihren Lauf. Schon jetzt findet er Tofu voll gut und Seitan einfach genial, ich fände ja schon gut, wenn er seinen Fleischkonsum auf ein normales Mass reduziert und wegkommt von diesem diätinduziertem "Je mehr Fleisch ich essen, desto besser ist es für meinen Körper.".

    EDIT:
    Ich les mich inspiriert vom "Vegan Freak" gerade ein bisschen durch die Veganer-sektion. Egal wie ich lebe und wie ich mich ernähre werde ich wohl echt nie Veganer sein... Da schiesst mich der Fakt, dass ich Hundebesitzer bin (und die auch noch rohen Fisch kriegen) wohl total ins out. Ich finde diese generelle Ablehnung von dem Konzept "Haustier" schon irgendwie seltsam. Aber okay, Gott sei Dank kann man immer noch selbst bestimmen, wie man leben will! Und mir ist egal ob ich dafür das Label "Bester Veganer der Welt" oder nicht kriege...
    Geändert von Jaakko (17.10.2010 um 16:13 Uhr)
    Grüsse,
    Iris und die Hundebande

  13. #13

    Standard AW: Gedanken eines (noch??) Fleischessers

    werde ich wohl echt nie Veganer sein
    naja "Veganer zu sein" ist meiner Meinung nach von der Bezeichnung her etwas schwammig. Es gibt hier viele Leute, die sich als Veganer bezeichnen, aber ihre Tiere mit Fleisch ernähren, eben weil es in der Natur des Tieres liegt. In der Natur des Menschen liegt es schon lange nicht mehr.
    Es gibt eben einen Unterschied zwischen "sich-vegan-ernähren" und "vegan leben" - und ein vegan essender Mensch kannst du auch werden, wenn du deine Tiere weiterhin mit Fleisch ernährst.
    ich finde es nicht wichtig, wie du dich nennst, sondern lebe damit, wie du am besten klar kommst.

    Zu Thema Einladungen: Fleisch essen oder nicht essen - wenn du bei einer Einladung sagst, du bist dabei, Fleisch n deinem Speiseplan zu streichen (und das im Voraus), dann wird für dich etwas etra zubereitet oder du bringst etwas mit oder so. nur so lernen die Leute,d ass du kein Fleisch mehr essen möchtest und werden das fürs nächste Mal beherzigen. Wenn du ni sagst, wirst du auch immer wieder Feisch angebten bekommen un steckst bei Einladungen in immer der gleichen Zwickmühle.
    Tu das was du für dich am richtigsten hältst und womit du dich selbst am wohlsten fühlst, mit der Zeit wirst du das für dich imer besser herausfinden. wenn du alternativen willst werden sich immer welche finden. Kenne keinen Vegetarier, der einen Hungertod gestorben ist.
    Die Menschheit lässt sich keinen Irrtum nehmen, der ihr nützt.

  14. #14

    Standard AW: Gedanken eines (noch??) Fleischessers

    Du triffst das Ganze auf den Punkt, saramaus! Nämlich dass ich mich Gott sei Dank immer noch ernähren "darf" wie ich will, unabhängig von so "Labels" wie "Vegetarier", "Veganer" oder "Fleischesser". Im Moment will ich nichts essen, wofür ein Tier für mich sterben musste. Ich probierst einfach mal aus, weil ich mir sage, dass ich ja auch nichts zu verlieren habe, denn aufhören kann ich immer noch, wenn es "gar nicht geht".

    Ich stelle mir also weniger die Frage "Warum sollte man vegan sein (oder essen)?" sondern mehr "Warum eigentlich nicht?". Mal sehen wie dieses "Experiment" weitergeht. Ich will jetzt einfach mal 3 Wochen lang vegan essen, und dann schau ich weiter. Nächste Woche bin ich auf "Gefüllte Miesmuschel" eingeladen, die die Nachbarin extra für uns (= nähere Nachbarschaft) mit der Hand macht... Aber ich seh sie morgen, und erklär ihr einfach, dass ich nen Salat und die Nachspeise mitbringe und "eher keine" Miesmuscheln essen werde. Ich werde NICHT sagen, dass ich vegan bin/sein will/werden will, denn solange ich selber noch nicht absolut 100% dahinter stehe, will ich keine komplizierten Diskussionen. Ich werde die Dinger einfach nicht essen, muss ja niemand wissen wieso. Ich werde einfach sagen, dass ICH keine Tiere essen will und auch nicht will, dass Tiere für mein Essen extra gezüchtet und getötet werden (dass es aber dann natürlich jedem selber überlassen ist, was er für sich tun will oder was nicht). Denn das trifft es ganz einfach auf den Punkt!

    Ach ja, ich lebe hier nämlich wirklich in der totalen Pampa, diese Nachbarn haben auch selber Hühner die Eier legen und auch mal hin und wieder geschlachtet werden. Ich will auf keinen Fall auf unproduktiven Konfrontationskurs gehen.
    Grüsse,
    Iris und die Hundebande

  15. #15

    Standard AW: Gedanken eines (noch??) Fleischessers

    Zitat Zitat von Jaakko Beitrag anzeigen
    Ich werde die Dinger einfach nicht essen, muss ja niemand wissen wieso.
    Also wenn du dich pauschal nicht rechtfertigen willst bzw. niemand deine Beweggründe wissen soll (was ich durchaus verstehen kann), dann ist das hier

    Ich werde einfach sagen, dass ICH keine Tiere essen will und auch nicht will, dass Tiere für mein Essen extra gezüchtet und getötet werden (dass es aber dann natürlich jedem selber überlassen ist, was er für sich tun will oder was nicht).
    aber schon recht viel Information ;) ich bzw. eine Kollegin hab die Erfahrung gemacht, dass grade die Aussage "Ich ess kein Tier" schon recht provokativ und abwertend auf den "Tier-Esser" an sich wirkt, und wenn du (noch) niemanden angreifen oder herausfordern willst, solltest du das vielleicht anders formulieren ;) in den letzten Wochen hab ich mich entweder heimlich drumrumgewunden oder aber gesagt, heute keinen Appetit auf Fleisch. Gut, inzwischen wissen die Leute Bescheid und wenn jemand fragt, sag ich auch warum. Aus ethischen Gründen eben. Ob und wie weit man auf das Thema eingeht, bleibt ja jedem dann selbst überlassen.

    Mal eine andere Frage: Wie hältst du es mit Kosmetik-, Pflege- und Haushaltsprodukten?

  16. #16

    Standard AW: Gedanken eines (noch??) Fleischessers

    Zitat Zitat von Jaakko Beitrag anzeigen
    Aus Gewissensgründen will ich Billigfleisch und Billigeier meiden. Soweit bin ich schon mal. Auch wenn ich die Eier megahart finde, weil das heisst, dass man praktisch nirgendst mehr Kuchen essen kann, keine Nudeln im Restaurant, keine Kekse,... Sachen die ich selber nicht unbedingt oft esse, aber die einem bei Einladungen die ganze Zeit gerecht werden... vor allem die Schwiegermutter ist immer so stolz auf ihre selbstgebackenen Kuchen...
    Na ja ohne Kuchen zu leben dürfte kein Problem sein. Ist ja kein Grundnahrungsmittel. Auch ist Backen ohne Ei möglich. Da kenne ich mich aber nicht aus - eben weil ich Kuchen und Gebäck generell nicht mag. Ansonsten kannst dich ja mal nach veganem Gebäck umschauen. Da gibt es durchaus Alternativen. Saramaus schickt dir bestimmt gern einen Link.

    Ansonsten habe ich noch eine Frage: du erwähnst immer wieder das Essen in Restaurants. Gehst du sehr viel essen oder bist zu faul zum selber Kochen?
    Restaurants zu meiden dürfte eigentlich keine Schwierigkeit sein, schon allein aus dem Grund, weil man da meist nur billigen und minderwertigen Kram (dessen Herkunft meist im Dunkeln liegt) zu überhöhten Preisen vorgesetzt bekommt. Würgggg.....
    Einmal Onkelz - immer Onkelz!!

  17. #17

    Standard AW: Gedanken eines (noch??) Fleischessers

    um jetzt hier mal sämtliche Vorurtele zu bestätigen:

    fertig/halbfertige Produkte (Kuchen): http://www.rezeptefuchs.de/vegane_produkte?q=kuchen

    und hier Kekse: http://www.rezeptefuchs.de/vegane_produkte?q=kekse

    Rezepte zum komplett selbstmachen gibts im Forum und auf veganen Rezeptseiten (siehe Thread links zu veganen Rezepteseiten)



    und danke an den Neffen, hab nämlich entdeckt, dass dieser Kuchen hier vegan ist (bzw. Backmischung) also vegan zubereitet werden kann:
    jiieehaaar
    Die Menschheit lässt sich keinen Irrtum nehmen, der ihr nützt.

  18. #18

    Standard AW: Gedanken eines (noch??) Fleischessers

    Ne, also Kuchen und Restaurants werden von mir aus einem Grund die ganze Zeit erwähnt:

    Meine Schwiegermutter ist voll der Bekochungs-freak und sie tischt einem bei jeder Einladungen Riesendinger auf. Steht dafür den ganzen Tag in der Küche, und dann gibst ein Megateil Fleisch und als Nachspeise auch Kuchen/Torte, aber natürlich nichts einfaches! Und natürlich alles mit Milch/Ei/Fleisch. Aber okay, damit komm ich glaub ich schon klar.

    Ich und mein Mann gehen eigentlich gerne immer wieder mal ins Restaurant, einfach so zum Abspannen. Nicht selber kochen müssen (tu ich gerne, aber immerhin jeden Tag), einfach mal raus kommen,... Aber da geht es eh weniger um das Essen an sich, als das gemeinsame Plaudern in nettem Ambiente und wo anders als bei uns daheim. Bis jetzt war das entweder Italiener oder Buffet-Asiate. Beim Italiener gibt es vielleicht ja noch ne vegane Pizza/Nudeln, beim Asiaten schaut es aber sehr schlecht aus. Aber egal, im Notfall gibts immer noch den grünen Salat, und wie gesagt gehts eh weniger ums Essen als um das Drumherum.

    Ich glaube auch mit der "Ich hab gerade keinen Hunger/Lust drauf" Methode fahr ich im Moment am Besten. Ich bring auch immer selber was mit. Grossen Salat und/oder Nachspeise. Da haben alle eine Freude, und ich hab immer was zu essen, was mir schmeckt (hab ich vorher schon so gemacht, weil die alle hier so megafett kochen).
    Grüsse,
    Iris und die Hundebande

  19. #19

    Standard AW: Gedanken eines (noch??) Fleischessers

    Zitat Zitat von funkymunky Beitrag anzeigen
    Klar.
    Deutschland:
    http://www.youtube.com/watch?v=SxFi8rvLgaU Federvieh
    http://www.youtube.com/watch?v=_luhOgJNo3M Zoo
    http://www.vegetarismus.ch/heft/98-2/schlacht.htm Schlachthof (Text)
    http://www.pig-vision.com/2009/07/01...ungsindustrie/ Kastration kleiner Schweinchen ohne Betäubung >
    http://www.pig-vision.com/2010/02/01...htung-von-x15/ Österreich: Schlachtung von X15 (pig vision hat das Leben 2er Schweine begleitet, von denen eines auf den Gnadenhof durfte )
    http://www.youtube.com/watch?v=0_Z1x3fmCEY sind glaube ich europ. Szenen, dafür spricht das hier zB http://www.youtube.com/watch?v=pC-T_PUkLYw

    hallo,

    also ich habe echt Hemmungen mir einen solchen Clip/Film anzusehen, weil ich genau weiss was mich erwartet. ich kann einfach nicht zusehen. Ich verzichte erst seit einigen Monaten und kann es einfach nicht übermich bringen mir das anzusehen. Glaubst du so eine Schokerlebniss ist nötig um seinen Willen durschzusetzen?

  20. #20

    Standard AW: Gedanken eines (noch??) Fleischessers

    Wie meinst Du das jetzt? Stellst Du meine Methodik der Aufklärung etwa in Frage? ;)
    Die TE hat doch darum gebeten, solche Clips zu verlinken, ich bin dem Wunsch nachgekommen. Das Klagen der Kühe hat pauli ja schon gepostet (aber im Veganerforum wo das ja eher hingehört, wir wollten ja den OLVs nicht zu sehr auf den Schlips treten). ;)
    Zitat Zitat von Jagdfreund

    Jäger-Omni-Idiot, Junge, Junge.
    Geht's noch, du Vollpfosten?


  21. #21

    Standard AW: Gedanken eines (noch??) Fleischessers

    Zitat Zitat von Jaakko Beitrag anzeigen
    Beim Italiener gibt es vielleicht ja noch ne vegane Pizza/Nudeln, beim Asiaten schaut es aber sehr schlecht aus. Aber egal, im Notfall gibts immer noch den grünen Salat, und wie gesagt gehts eh weniger ums Essen als um das Drumherum.
    Hast du denn schon die Speisekarten der Asiaten in deiner Umgebung auf fleischlose Kost geprüft - oder gehst du einfach davon aus, dort nichts zu finden? Ich muß nämlich sagen, dass ich sehr gerne zum Asiaten gehe ( Chinesen), da gerade dort sehr viele Gemüse und Tofu Gerichte auf der Karte sind. Das ist mir aber auch erst aufgefallen, als ich konkret danach gesucht habe. Früher bestellte man halt ohne langes Nachdenken Ente süßsauer und fertig.

  22. #22

    Standard AW: Gedanken eines (noch??) Fleischessers

    Also ICH habe die Schockvideos einfach gebraucht. Weil man so was einfach verdrängt oder schlicht und einfach überhaupt nicht weiss. Ich dachte auch immer irgendwie, Fleisch essen, Milch trinken und Eier essen ist eh nicht schlimm, da die Tiere ja eh jahrelang ein natürliches Leben auf grünen Wiesen leben und dann halt irgendwann, gegen Lebensende getötet werden. Dass das SO eine industrialisierte Massenproduktion ist, war mir einfach nicht bewusst.

    Erst gestern hatte ich ein aha-Erlebins zu Bio-milch, ein Zitat aus einem Buch über Rinderhaltung, sinngemäss: "Anbindehaltung ist nicht das gelbe vom Ei, die Kuh kann sich kaum bewegen, aber für den Bauern ist es das billigster und praktischte. Ab 2010 wird aber EVENTELL die Anbindehaltung für die BIOKÜHE verboten werden.". Mir sind da fast die Augen rausgefallen. Das heisst erstens, dass im Moment auch Biokühe permanent angebunden leben dürfen, und dass alle anderen auch in Zukunft SELBSTVERSTÄNDLICH so gehalten werden... Das ist ja grauenvoll...

    Ach ja, ich ernähre mich seit Montag übrigens voll vegan und teste das jetzt einfach mal 3 Wochen lang, ohne viel herum zu überlegen.

    Danach kann ich immer noch entscheiden, ob ich Honig und Eier aus bekannter Quelle nicht doch essen will. Und wie weit ich gehen will (eventuell mit Gelatine geklärter Apfelsaft und Essig???). Morgen bin ich zum Miesmuschel-essen eingeladen. An sich tu ich mir schwer Miesmuscheln als Tiere zu erkennen, Intelligenz und Leidensfähigkeit trau ich ihnen auch nicht zu, aus Gewissensgründen würde es mich nicht stören sie zu essen (abgesehen davon dass ich null Ahnung habe, wie die Aufzucht und Schadstoffbelastung ausschaut).

    Aber nach dem Moto "Warum auch nicht?" ziehe ich es die 3 Wochen wirklich streng durch, einfach mal zum ausprobieren, und um danach mit klarem Kopf entscheiden zu können wie es weiter geht. Damit das Totschlagargument "Aber es schmeckt doch gut..." oder "Das ist eh viel zu kompliziert." nicht mehr zählt.
    Grüsse,
    Iris und die Hundebande

  23. #23

    Standard AW: Gedanken eines (noch??) Fleischessers

    Zitat Zitat von Jaakko Beitrag anzeigen
    An sich tu ich mir schwer Miesmuscheln als Tiere zu erkennen, Intelligenz und Leidensfähigkeit trau ich ihnen auch nicht zu, aus Gewissensgründen würde es mich nicht stören sie zu essen (abgesehen davon dass ich null Ahnung habe, wie die Aufzucht und Schadstoffbelastung ausschaut).
    Dazu kann ich dir eine kleine Geschichte erzählen. Wie ja jeder weiß, werden auch Muscheln lebend ins Kochwasser geworfen, genau wie der Hummer. Meine Freundin hatte vor einigen Jahren zu ihrem Geburtstag ein großes kleines Muschelessen geplant (ich hab bis dahin Miesmuscheln sehr gerne gegessen). Die müssen ja aussortiert werden (die geschlossenen ins Töpfchen, die offenen ins Kröpfchen....). Wir haben die Muscheln, die "benutzt" werden sollten, also die geschlossenen, dann in eine Schüssel gelegt. Dummerweise kam dort kein Küchenlicht hin, und Muscheln fühlen sich wohl im Dunkeln. Sie haben sich geöffnet, so als wollten sie schauen, was da draußen los ist. Mir kam es vor, als hätten sie geatmet, ganz im Ernst. Es war ein ganz schreckliches Erlebnis und seitdem habe ich auch keine Muscheln mehr gegessen.

  24. #24

    Standard AW: Gedanken eines (noch??) Fleischessers

    und Muscheln fühlen sich wohl im Dunkeln. Sie haben sich geöffnet, so als wollten sie schauen, was da draußen los ist. Mir kam es vor, als hätten sie geatmet, ganz im Ernst.
    Atmen tun sie sowieso ganz sicher ^^, aber damit saugen sie glaub ich auch Plankton ein oder so irgendwas.
    Hatte mal welche im Aquarium, die waren total cool, sind immer "herumgeschlürft" und der Boden wurde immer durchgeackert xD , ich mag Muscheln <:
    Sind mir leider verreckt -.- (hab auch kein Aquarium mehr).

    mfG.
    Entspannt bin ich nur dann, wenn ich mich auch in nächster Zeit entspannen kann.

  25. #25
    Benutzer Vegetarier und Veganer

    Standard AW: Gedanken eines (noch??) Fleischessers

    Naja, aber die Sonnenblume dreht ihren "Kopf" ja auch der Sonne nach und trotzdem essen wir die Kerne.

    Wie gesagt, ich bin kein besonderer Meeresfrüchtefan, deswegen fallt mir ein Verzichten nicht schwer. Aber so richtig aus ethischen Gründen verzichte ich eigentlich nicht darauf.

    Ach ja, habe gestern veganen "Big Mac" gemacht (mit Rohnen-Tofu Laibchen und Soja-Essig-Agavensirup Sauce), sogar mein Mann (bekennender Fleisch- und McDonaldsfan) war hin und weg! Also vegane Küche ist definitiv total reich und interessant, ich fahr voll darauf ab.

    Schade dass es "draussen" so wenig veganes Jausenzeug gibt. Gestern war ich einen Tag in der Stadt, und ausser Brot und Apfel habe ich nicht wirklich was gefunden. Was aber egal war, da ich eh sicherheitshalber vorgesorgt hatte: veganen Brotaufstrich (selbergemacht aus Tofutopfen, Essiggurken, Zwiebel und Senf) mit Zucchinischeiben und dann auch noch eine Schüssel Karfiol-Erdäpfelpüree mit Linsenlaibchen. War im Endeffekt viel zu viel, aber lieber zu viel vorbereiten als hungern! Ich wollte gerade in meine Anfangsphase auf keinen Fall in die Verlegenheit kommen hungrig zu sein und nichts veganes dabei zu haben. Ich hab jetzt auch permanent ein Sackerl Trockenfrüchte, Nüsse und selbstgemachte Müsliriegel in meinem Rucksack.

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 17.01.2012, 17:04
  2. Antworten: 30
    Letzter Beitrag: 10.07.2009, 12:47
  3. Ein paar Gedanken eines (noch nicht) Überzeugten
    Von mateo im Forum Stell Dich vor
    Antworten: 44
    Letzter Beitrag: 18.09.2007, 12:02
  4. Gedanken über Gedanken...
    Von Vey im Forum Stell Dich vor
    Antworten: 11
    Letzter Beitrag: 20.04.2007, 22:37
  5. Gedanken
    Von Tina67 im Forum Off-Topic Forum
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 28.07.2006, 14:09

Forumregeln

  • Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
  • Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
  • Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
  • Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.
  •  

Ähnliche Themen auf Vegetarierforum.com

Gedanken eines, noch vor kurzem Fleischessenden Menschen über Vegan/Vegetarisch Leben

Vorgeschichte: Ich bin seit 3 Monaten Vegetarier - mein Entschluss kam sehr...(7 Antworten) weiterlesen

Argumente, Aussagen + Angriffe eines überzeugten Fleischessers gestern in der Kneipe

- &amp;quot;Du bist jetzt Veganer? Hau ab!&amp;quot; - &amp;quot;Soso. Pflanzen empfinden also keine...(30 Antworten) weiterlesen

Ein paar Gedanken eines (noch nicht) Überzeugten

Hallo, ich schreibe in dieses Forum weil mich eure Einstellungen interessieren...(44 Antworten) weiterlesen

Gedanken über Gedanken...

Hallo erstmal, zu allererst muss ich mal loswerden, dass ich dieses Forum...(11 Antworten) weiterlesen

Gedanken

Guten Morgen zusammen! Mit der zunehmenden Kriminalität des Menschen habe...(6 Antworten) weiterlesen

Account anlegen (kostenlos) »