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genau so wie es dasteht - ohne Wertung![]()
Ein paar kritische Worte zum von Rippy verlinkten Spiegelartikel:
Der Artikelinhalt ist geprägt von der Nationalstaatlichkeitslogik des Autors, welche beinhaltet, dass der Staat seine homogene Gesellschaft schafft und sie gegenüber anderen abgrenzt. Demnach spricht er in völkischem Vokabular von einer für sich geschlossene Menschengruppe="Volk", welches "aufgemischt" werden müsse, um sie nachfolgend zu integrieren. Die Logik beinhaltet auch kapitalistische Standortkonkurrenz. Schließlich müssse 'Deutschland' "global konkurrieren [...] können". Fraglich bleibt dieses Konzept neben seiner kulturalistisch rassistischen Tendenzen schon deshalb, da die auf der Wachstumslogik basierende "Einwanderungspolitik" zu überpopulations-/kapitalistisch bedingter Umweltzerstörung führt.
Die Einseitigkeit des Artikels wird einmal mehr durch die Ausblendung von berechtigten Bedürfnissen der zuwandernden und flüchtenden Menschen deutlich, die ein Leben frei von Armut und Verfolgung wollen.
Angesichts der "Einwanderungspolitik" und 'Integrationspolitik' könnte mensch die Phrase 'Deutschland', ein "Land der Dichter, Denker und Maschinenbauer" durch den Zusatz 'und Xenophoben' ergänzen.![]()
Geändert von Fridom (31.08.2010 um 13:27 Uhr)
Cut out the crap. GO VEG(etari)AN! Because the animals don't need your excuses.
Ja Fridom, da hast Du nicht ganz unrecht.
Das Vokabular Überbevölkerung ist aber auch nicht ganz frei von einer bestimmten Konotation. ;)
Sicher, es steckt in jenem Wort "Volk", welches ich im Beitrag umging (Population). Zum Anderen bleibt doch die Frage, wieviele Menschen bei welchem Lebensstandard mit den anderen Lebewesen auf der Erde zusammenleben können (nicht sollen!). Jemanden aber ihre/seine Selbstbestimmung absprechen zu wollen, ist jedoch nicht meine Absicht.
Oder wolltest Du auf etwas anderes hinaus?
Cut out the crap. GO VEG(etari)AN! Because the animals don't need your excuses.
ja wollte ich, aber dass kriegst Du alleine heraus als politisch, emanzipatorisch Aufgeklärter.
Danke für die Blumen. ;)
Cut out the crap. GO VEG(etari)AN! Because the animals don't need your excuses.
@ Atreya:
Daß Misik zum Schluss noch mal auf den Mann spielt und sagt, daß da auch sehr viel Unfairness auf Seiten Sarrazins ist, finde ich ganz gut.
Aber mit dem Rest kann ich nicht all zuviel anfangen; allein schon die Überschrift: "Die Freude andere Menschen...."
Sehr freudig wirkt Herr Sarrazin ja nicht gerade. Ich habe überhaupt eher den Eindruck, daß der anti-islamische Diskurs angstgesteuert ist. Und Angst ist natürlich kein guter Ratgeber, wie man weiß.
http://tristero.net/
@Fridom:
Wenn ich dich richtig verstehe, dann ist der Begriff "Integration" sehr problematisch, da eine Körperlichkeit oder Geschlossenheit, eine Integrität halt, votraussetzt, die es so noch nie gegeben hat.
"Integration" würde demnach immer auf Exklusion beruhen.
http://tristero.net/
KingBong, ich glaube, wir meinen das Gleiche, zumindest schließt sich das Gemeinte nicht aus. Der Verständlichkeit halber aus meiner Sicht...
Folgende Grafik zeigt modellhaft recht gut, welche unterschiedliche sozialen Strukturen (auch wenn sie im Quellenkontext auf Schulsysteme abzielt) möglich sind. Das Konzept Integration geht davon aus, dass es zwei verschiedene soziale Gruppen gäbe: eine "Basisgruppe" (mir fällt gerade kein besserer Begriff ein), in die eine andere integriert werden soll. Fortwährend wird in dieser neuen Gesamtgruppe jedoch von zwei Gruppen gesprochen: die "Basisgruppe" und die Zuintegrierenden. Gegensätze werde so nicht aufgelöst, sondern bleiben weiter bestehen, wie z.B. in I(ntegrations)-Kindergärten: "Behinderte" und "Normale". Darauf wolltest Du hinaus, oder?
Ich mein(t)e zunächst einmal, dass der Staat Staatsbürger_innen heranzieht, die seine vordefinierten Rechten und Pflichten zu akzeptieren haben. Gemeinsame Identität wird u.a. durch das Konstrukt "Nation" erzeugt. Hier greift dann auch das Konzept Integration, welche die gemäß vorgefertigter Vorstellung der Nation angehören und welche die zu integrieren seien. (An dieser Stelle sei angemerkt, dass das völkische Konzept weiterhin durch die BRD vertreten wird: Deutsche_r Staatsbürger_in wird mensch nämlich u.a. durch Abstammung.) Der Staat erstreckt sich über ein bestimmtes Gebiet und unterwirft die dort Lebenden seiner Gewalt(-monopol). Jedoch haben nur die Staatsbürger_innen die von ihm gewährten Rechte, die von Nichtstaatsbürger_innen sind eingeschränkt. Zur Farce wird das Ganze, wenn mensch einbezieht, dass der Staat keine existenzielle ökonomische Gleichheit garantiert, sondern vielmehr das Gegenteil - Ungleichheit - zementiert und durchsetzt. So z.B. das Verbot auf Parkbänke zu nächtigen nicht nur Millionäre sondern gleichermaßen für Obdachlose gilt. Dies wollte ich auch in meinem ersten Beitrag anschneiden:Neben der Ausgrenzung innerhalb der Grenzen, richtet sie sich auch nach außen und fördert so Nationalismus.Es ist doch nichts als rassistische Propaganda für den Erhalt der "Nation", Zwang zur Assimilation (von was?), Integration (wo hinein?) ...
Uff, da packte mich die Schreibleidenschaft - nicht die des/der (Be)Lehrer_in.
An die Mods: [SIZE="1"]Wie füge ich obige Grafik ein? Unbeschränktes Nutzungsrecht ist laut Quelle gewährt. Der CODE-Befehl scheint nicht zu funktionieren. Ich fände es klasse, wenn diese hier für die Leser_innen sichtbar wäre. Hier noch mal der Link: http://de.wikipedia.org/w/index.php?...20081225093528
Geändert (Kadek): Grafik eingefügt.
Hei Kadek, dass ging ja schnell. Verdammt groß allerdings, aber egal. Danke!
Geändert von Fridom (01.09.2010 um 01:43 Uhr)
Cut out the crap. GO VEG(etari)AN! Because the animals don't need your excuses.
Die Frage ist aber doch auch, was ist an der geforderten "Integration" gut und was schlecht.
Ich seh es so: Ein kapitalistischer Staat hat andere Vorstellungen von der Gesellschaft als ich, dementsprechend andere Forderungen. Wie möchte der Staat die Migranten haben: Wohl so wie jeden "Bürger": Zur Arbeit gehen, Steuern zahlen, die passende Anzahl Kinder bekommen und großziehen und zwar auch wieder mit dem passendem Bildungsabschluss (je nachdem wie viele Abiturienten und wie viele Hauptschulabsolventen die Wirtschaft gerade braucht).
Dann soll man natürlich schön konsumieren, das hält die Wirtschaft am Laufen, am besten das übliche, wobei Veggies durchaus beliebter werden dürfen, angesichts von REssourcenknappheit und Klimakatastrophe.
Frust kann pöbelnderweise auf den Rängen eines Fußballstadions abgelassen werden oder im Boxverein, aber nicht auf der Straße. da hätten wir doch den Idealbürger.
Zu gut angepast ist aber widerum auch nicht gut, denn ein paar Spannungen zwischen Deutschen und "Ausländern" sollten schon bleiben, da profitiert der Kapitalismus ja schließlich von. Wenn alle Arbeitnehmer united sind, kommen die am Ende noch auf dumme Gedanken.
Eine industrielle Reservearmee wird auch benötigt (wonei das "industrielle" nicht mehr zeitgemäß ist), die wird angesichts der demographischen Entwicklung ja auch nur durch Einwanderung zu bekommen sein.
Also im Endeffekt kann "dem Kapital" *hüstel* an einer kompletten "Integration" doch nicht gelegen sein, der Ausländer muss "anders" bleiben - Kopftücher tragen, nach Knoblauch stinken, Sonntag Morgens auf dem Minarett jodeln und damit Bernd und Heinz verärgern, die so aus dem Katerschlaf gerissen werden.
Trotzdem haben sich hier auch gewisse Werte durchgesetzt (zumindest teilweise in den Köpfen und zumindest gesetzlich weitestgehend verankert), hinter denen ich stehe, auch wenn ich nicht hinter dem kapitalist. System stehe: z.B. Gleichberechtigung von Mann und Frau, Gleichberechtigung von Homosexuellen etc.
Und wenn die Anerkennung solcher Werte gefordert wird, stehe ich da hinter.
und wenn bei einigen religiöse oder kulturelle Ansichten dem im Wege stehen, dann habe ich dafür kein Verständnis und will darauf keine Rücksicht nehmen, denn Menschenrechte gehen vor.
Und bei einigen stehen da religiöse Ansichten im Wege, eben auch gerade bei einigen Moslems.
Das muss nicht an der Religion an sich liegen (das Alte Testament ist schwulenfeindlicher als der Koran, wenn ich mich recht entsinne) , sondern halt daran wie ernst man uralte Schriften nimmt.
Hier zB eine Statistik:
http://www.romeoliebtjulian.com/rlj/magazin-1782.html
Und die ist noch relativ moderat, da hab ich auch schon deutlich schlimmere Zahlen gehört.
Wird teilweise auch wieder ein "Unterschichtending" sein, aber kultur./relig. Mentalität spielt sicher auch mit rein.
Mein Text ist jetzt bissel wirr, aber ich hab keine Zeit ihn zu ordnen, ich hoffe es kommt trotzdem was rüber;-)
Ich würde ja gern das Buch mal lesen, um mir ein richtiges und zusammenhängendes Bild machen zu können. Allerdings kommt mir das was bisher daraus zitiert wurde ganz schön populistisch vor und ich möchte nicht, das Herr Sarazzin insofern an mir verdient. Mittlerweile sollen ja rund 50.000 Exemplare abgesetzt worden sein.
Einmal Onkelz - immer Onkelz!!
Jo, Rippy, es kommt rüber. Ich kann Dir inhaltich Deinem ersten Absatz beipflichten. Im zweiten jedoch wäre ich allerdings bei der Deutung deines verlinkten Artikel vorsichtig. Es steckt doch immer ein bestimmtes Ansinnen dahinter, Eigenschaften (Migration, kultureller Hintergrund, "Abstammung"(!), Glaube) von Homophoben hervorzuheben, was rassistische Tendenzen hat. Denn wie Du schon schriebst:Zitat von Rippy
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Wenn man da rassistische Tendenzen unterstellt, kann man ja niemals Ursachenforschung betreiben. Irgendwo muss man ja aufschlüsseln. Ich würd es aber auch sinnvoller finden, in dem Falle nach Religionszugehörigkeit zu unterteilen als nach nationalstaatlicher Herkunft
In N-TV kam gestern eine interessante Talkshow mit Necla Kelek, die ja auch das Buch von Sarrazin vorgestellt hat:
N-TV, Das Duell, 31.08.2010
Und dann habe ich noch ein Video mit einem einsamen Sarrazin Befürworter gefunden:
http://www.youtube.com/watch?v=S7PGwFVlLI0
Edit:
Hier die Videos zur Buchvorstellung:
http://www.youtube.com/watch?v=MElBnq5fFy0
Oder besser hier, weil nur 2 Teile:
Teil 1
Teil 2
Geändert von Michael (01.09.2010 um 16:31 Uhr)
http://youtube.com/watch?v=vMLJi9efcFs
http://youtube.com/watch?v=Ud1cyJE5EPc
http://youtube.com/watch?v=FOGG_osOoVg
http://youtube.com/watch?v=vMLJi9efcFs
http://youtube.com/watch?v=Ud1cyJE5EPc
http://youtube.com/watch?v=FOGG_osOoVg
Schon bezeichnend, über welche lange Zeit hin, das Thema bedient wird und die Medien Sarrazin ernsthaft noch als "Diskussionspartner" sehen. Dies sagt auch einiges über das Verständnis von Diskussionskultur, Meinungsfreiheit und die Medien selbst aus.
Auf der anderen Seite ist es leider der alltägliche Wahnsinn, mit dem kapitalistisch bedingt nach Quote und Konsument_innen gehechelt wird. Für Ethik, Menschenrechte etc. ist da wenig Platz...
Dennoch - das, was er bisher selbst geäußert hat, sollte doch reichen ihn als Rassisten zu entlarven und ihn ins Abseits zu drängen! Keinen Raum für Rassismus!
Geändert von Fridom (01.09.2010 um 17:16 Uhr)
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@Fridom:
was ich meinte war, daß der Begriff "Integration" immer unterstellt, daß sich die zu integrierenden noch in einem Außen befinden und in ein Innen geführt werden müssten.
Und dieses Innen existiert eigentlich nicht, umso weniger heutzutage, wo die Lebensmilieus immer mehr auseinander driften. Ein Veganer in Duisburg hat mehr gemeinsam mit einem Veganer in Moskau oder Kairo, als mit einem fleischessenden Fußballprollo in Dortmund, wenn man mal etwas vermessen sein darf.
http://tristero.net/
Trotzdem glaube ich, daß Sarrazin auch mit einigen Punkten Recht hat, z.B. Fachkräftemangel, das ist doch schon ein Thema seit "Kinder statt Inder", und wenn man sich vorstellt welche Herausforderungen in den nächsten Jahren auf uns zukommen, schön allein was die Energie- und Klimaproblematik betrifft, da kann man sich schon Sorgen machen.
http://tristero.net/
In Bezug auf unübersichtliche Gebilde wie den Staat hast Du sicher recht. Weswegen ja immer gerne von den Staate und seinen Anhänger_innen die "Nation" bemüht wird, um diese Kluft zu überwinden und eine Pseudogemeinschaftlichkeit zu schaffen. Usprung der von Dir angesprochenen Vereinzelung lässt sich wohl auch auf u.a. den Kapitalismus und die mit ihm verknüpfte nebst durch Technologieweiterentwicklung fortschreitende Arbeitsteilung, Vernetzung, Flexibilisierung ... der Arbeitswelt zurückführen.
Was auch zumindestens eine fremdenfeindliche Hetzkampagne seitens der NRW-CDU um Rüttgers war. Mit dieser Aussage bläst Du übrigens in das gleiche Horn der Kapitalismus_anhänger_innen: Es gäbe einen Fachkräftemangel, "Deutschland" müsse global konkurrenzfähig sein, andere Länder also in Grund und Boden konkurrieren ("schließlich wolle mensch den Wohlstand hier doch erhalten"), was letztlich zu verstärkter Ausbeutung der Arbeiter_innen führt (u.a. Lohnsenkungen)... Klasse!Zitat von KingBong
Sorgen finde ich auch berechtigt. Allerdings frage ich mich, wo Du den Zusammenhang zu den Hetzkampagnen siehst?Zitat von KingBong
Ich frage mich wieso Du quasi fragst, ob Du so vermessen sein darfst, Fussballfans auch wenn sie fleischfressend sein mögen, so abzuwerten... dahinter steckt doch elitäre Denke (wenn ich es richtig interpretiere).Zitat von KingBong
Geändert von Fridom (01.09.2010 um 18:50 Uhr)
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Das Prinzip "Nation" ist nicht durch und durch schlecht, es war doch sicher einmal ein Fortschritt gegenüber dem was vorher war... Man sieht, daß die Großverbände im Laufe der Geschichte immer größer wurden: erst die Sippe dann der Stamm, dann Stadtstaaten und Fürstentümer und dann die Nation, die ja mittlerweile auch wieder ein Auslaufmodell zu sein scheint, mit transnationalen Organisationen wie EU und UN und so.
Und fortschreitende Spezialisierung ist das nicht ein Garnt für Wohlstand?
Was auch zumindestens eine fremdenfeindliche Hetzkampagne seitens der NRW-CDU um Rüttgers war. Mit dieser Aussage bläst Du übrigens in das gleiche Horn der Kapitalismus_anhänger_innen: Es gäbe einen Fachkräftemangel, "Deutschland" müsse global konkurrenzfähig sein, andere Länder also in Grund und Boden konkurrieren ("schließlich wolle mensch den Wohlstand hier doch erhalten"), was letztlich zu verstärkter Ausbeutung der Arbeiter_innen führt (u.a. Lohnsenkungen)... Klasse!Es ging mir eher um die globalen Herausforderungen nicht um die globale Standort-Konkurrenz.Sorgen finde ich auch berechtigt. Allerdings frage ich mich, wo Du den Zusammenhang zu den Hetzkampagnen siehst?
Um den Umstieg von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien zu schaffen, werden wahrscheinlich ganze Legionen von Ingenieuren benötigt, wie soll man das denn sonst technologisch hinbekommen?
Ich unterstelle hier, daß ein gutes Leben ein Hochenergie-Leben ist: ich hätte keinen Bock jeden Morgen 8 km zu latschen, um genug Brennholz für ne Tasse Tee zu sammeln.
Es ist auch Aufgabe der Politik erstmal den eigenen Nachwuchs fit zu machen, bevor man Fachkräfte aus ärmeren Ländern rekrutiert, wo diese ja genau so nötig gebraucht werden.
Hey mann...ich kenn Leute, die Fußballfans kennen, ich kenne sogar Leute, die Menschen mit Migratilisationshintergrund kennenIch frage mich wieso Du quasi fragst, ob Du so vermessen sein darfst, Fussballfans auch wenn sie fleischfressend sein mögen, so abzuwerten... dahinter steckt doch elitäre Denke (wenn ich es richtig interpretiere).
Ich wollte andeuten, daß die Bruchlinien innerhalb von (Nationen-)Gesellschaften oft deutlicher sind als zwischen menschen in verschiedenen Gesellschaften.
Ein Gedanke, den ich von dem Schriftsteller und Weltbürger Ilija Trojanow aufgeschnappt habe.
http://tristero.net/
An Rippy: Ich habe es wohl zu verabsolutierend formuliert. Zweifelsfall muss analysiert werden können, welche Werte Ideologien beinhalten. Jedoch ist der Glaube immer ein persönlicher, weswegen es höchstproblematisch ist, daraus verallgemeinenernde Schlüsse zu ziehen. Und die Gefahr der Rassifizierung und Instrumentalisierung schwebt somit im Raume. Gerade wenn von einer mehrheitlich christlich geprägten Menschengruppe, womöglich mit fehlendem Blick für eigene Missstände, andere Menschen zu Gruppen konstruiert und beurteilt werden.
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Ich sehe im Sinne der Gleichheit die "Nation" tatsächlich nicht als fortschrittlich an. Denn letztlich haben die Bourgoise, welche die Begründer der "Nation" sind, den Feudalismus in eine bürgerlich kapitalistische Herrschaft über die Arbeiter_innen transformiert. Klevererweise wird es als "Demokratie" vermittelt. Diejenigen, die die produktive Arbeit leisten, also letztendlich für die Versorgung mit Gütern und Bedürfnissicherung sorgen, werden immer noch ausgebeutet und ökonomisch entrechtet. Das Eigentum an Produktionsmitteln/Dienstleistungsbetrieben, was ja die wirtschaftliche Basis ist, liegt ja nun mal in den Händen der Kapitalis_innen. Und damit das auch so bleibt gibt es den Staat, der dafür sorgt, dass die Eigentums- und Vertragsrechte geschützt und durchgesetzt werden, mittels Gewaltmonopol. Das Konstrukt "Nation" wirkt dabei als "Kitt", der den Zusammenhalt der Staatsbürger_innen nach innen und außen garantieren und Vertrauen in das System schaffen soll. Unter "Nation" fallen alle der von der herrschenden Klasse als wichtig erachteten systemerhaltenden Werte, welche normativ von Geburt an den Staatsbürger_innen eingetrichtert wird u.a. durch staatliche "Bildungs"institutionen, Medien...Zitat von KingBong
Die "Nation" ist letztlich ein Herrschaftsmittel. Ich kann in Herrschaft nichts positives entdecken.
Es wird sicher bald durch ähnliches Konstrukt ersetzt werden: "Europanation" oder so ähnlich... wenn die Menschen dies nicht alsbald durchschauen. Erste Versuche der europäischen Einheit samt Identitätsstiftung und Abgrenzung (Siehe Auseinandersetzung mit Türkeiaufnahme) sind ja schon zu beobachten.Zitat von KingBong
Mh, erwähnte ich schon auf u.a. Nationalismus zurückzuführende "Phänomene" wie (Welt)Kriege, Genozide?
Sicher hat sie seine Vorteile. Zu welchem Preis allerdings? U.a. dem der Entfremdung der/des Arbeiter_in von seinem Produkt/Dienstleistung, z.B. dadurch das sie/er nur einen Teil leistet. Ein Effekt ist, dass die Arbeit als sinnlos und langweilig empfunden wird. Was wiederum die Menschen psychisch belastet.Zitat von KingBong
Es gibt doch schon z.B. das Konzept der lokalen dezentralen Energieerzeugung und transportes. Hierdurch würde das große ineffizienteren "Kraftwerks-Überlandleitungs"-System ersetzt werden können. Der Vorteil ist, dass das neue System von Laien bedient werden kann. Desweiteren ist sicher ein Ausstieg aus der Atomenergie samt Fehlinvestitionen von Nöten. Dann läge sicher ein wichtiger Punkt in Vorantreibung der Sanierung zum Passiv-/Niedrigenergiehausstandard... Ob dafür nun die von Dir genannte große Ingeniörszahl benötigt wird, weiß ich nicht. Liegt es nicht eher am mangelnden Umstellungswillen bzw. systembedingter Ressourcenfehleitung (Emissionshandel, Energiemonopol der Konzerne, Subventionen, Abschreibemöglichkeiten), Scheinpartizipation der/des Bürger_in ...?Zitat von KingBong
Teile ich Deine Einschätzung des Fachkräftebedarfes in den ärmeren Ländern, so widerspreche ich dem ersten Teil Deiner Aussage. Wieso Aufgabe der Politik? Klingt für mich wie ein Hilferuf an Autorität "Vater Staat"? Dieses Denken ist doch meiner Ansicht nach, das Problem in diesem Land. "Die da oben sollen es richten". Dabei wird missachtet, dass sie nur eingeschränkt, also sozialbefriedungsbedingt, Interesse haben, etwas zu ändern. Das System basiert u.a. auf Ausbeutung, Ungleichheit, Überfluss, Verschwendung und Verknappung. Wovon? Eigentum, Wissen, Geld, Bildung, Produkten usw. . Die Maxime ist System- und Herrschaftserhalt und nicht soziale Gerechtigkeit, auch wenn die Politiker_innen dies gerne fortwährend behaupten.Zitat von KingBong
Mir gefielen von dem mir bisher unbekannten Trojanow die Worte zum Werke "Kampf der Kulturen".Zitat von KingBong
Zu Deinem vorletzten Satz passt auch gut folgender Spruch: "Die Grenze verläuft nicht zwischen den Nationen sondern zwischen den Klassen."
Geändert von Fridom (02.09.2010 um 00:54 Uhr)
Cut out the crap. GO VEG(etari)AN! Because the animals don't need your excuses.
Ich möchte mal zunächst nur einen Aspekt aufgreifen:
ist Herrschaft an sich schon verwerflich? Oder muss Herrschaft nur rational legitimierbar sein, statt nur durch Finanzkraft, Hautfarbe, Geschlecht o.ä. ?
Wie würden in einer herrschaftsfreien Gesellschaft die Leute sanktioniert, die das Herrschaftsvakuum für ihre Zwecke ausnutzen, etwa Menschen, die sich an Kindern vegreifen?