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Hallo,
heute Morgen bin ich auf einen kleinen Artikel (in engl.) gestoßen.
Darin wird eine Untersuchung/ein Verhaltenstest erwähnt, bei der sich herausgestellt haben soll, daß ethische Konsumenten, die Bio kaufen sich schlechter und unehrlicher Verhalten als Normaleinkäufer.
Untersuchungen wie diese interessieren mich zwar nicht besonders, da gehts den meisten von euch sicherlich ähnlich...aber ich halte den Befund für nicht ganz unplausibel ...
Nutzen Menschen, die ethisch kaufen und konsumieren ihren ethischen Vorsprung in anderen Lebensbereichen aus? Beim Einkaufen hui, ansonsten pfui?
Könnte da etwas Wahres dran sein?
Ich bin nur ein Laie. Meine erste Assoziation dazu wäre, dass vll jemand versucht (durch den ethischen Vorsprung) etwas zu kompensieren oder um von Defiziten abzulenken. Also nicht alle, aber vll ein kleiner Teil.
Ich will hier aber keinen beleidigen oder so.
Geändert von Ophelia (17.03.2010 um 15:36 Uhr)
Ja, man kann natürlich nicht alle "Ökos" über einen Kamm scheren.
naja, vielleicht haben die Ökos in dem Experiment auch weniger Geld geteilt, weil sie es für die teurerer Ökoprodukte kaufen;-)
also ich halte jetzt nicht allzu viel von dem Experiment, zumal es ja für die Teilnehmer klar war, dass es sich bei dem Experiment um ein Spiel handelt
Ich denke auch, dass man das Experiment nicht zu ernst nehmen sollte. Es haben ja nicht besonders viele daran teilgenommen.
Da könnte allerdings was dran sein. Ich merke bei mir manchmal auch diese böse, böse, dumme, dumme Einstellung: "Ich tu ja viel mehr (für die Umwelt) als die meisten anderen, also kann ich manchmal weniger(in anderen Bereichen) tun"The authors suggest that buying green products may act as a 'moral offset', prompting people to be more lax with other ethical norms.
*schäm*ich geb mir auch Mühe, sowas schnell abzustellen. Kennt ihr das auch? Wenn es euch noch nicht aufgefallen ist, achtet mal darauf. Das ann schnell passieren
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Sind wir nicht alle irgendwo Obst?
in welchen Bereichen tust du weniger als der "Durchschnittsmensch"?
Ansonsten teile ich die Meinung von Rippy. Wahrscheinlich bleibt den "Ökos" weniger Geld zu spenden, weil sie das Geld direkt in Fairtrade. und Bioprodukte investieren. Würden das alle machen, müsste nicht mehr so viel gespendet werden. Die Bereiche sind also gar nicht so anders sondern hängen zusammen.
Inländer Rum statt Ausländer Raus!
Andere Sichtweise - vielleicht wollen sich die "Normalos" durch die Spenden freikaufen?
(Das ganze ist jedoch eine einzige Spielerei.)
Hm...
Ist schwierig zu sagen und noch schwieriger zu verallgemeinern.
Ökos und Normalos bestehen ja innerhalb ihrer eigenen Gruppen auch nur aus Individuen.
Wer sich für das Thema interessiert, könnte sich auch für "Ende der Märchenstunde" interessieren, das ist ein Buch, was Hintergründe der Interessen der Indusstrie an den Ökos und LOHAS beleuchtet. Sehr subjektiv, sehr informativ - regt zum Nachdenken an und macht irgendwie auch wütend...
Erinnert auch an die teilweise hier geführten Diskussionen, ob es damit getan ist, sein eigenes Konsumverhalten zu überdenken, oder ob man noch mehr tun sollte - also informieren/missionieren/sich engagieren etc.
LG
Uli
Da kann ich jetzt grad wirklich kein Beispiel nennen. Mir drängt sich nur der Gedanke (s.o.) manchmal auf und ich wollte wissen, ob es manchen ähnlich geht.in welchen Bereichen tust du weniger als der "Durchschnittsmensch"?
Sind wir nicht alle irgendwo Obst?
Vielleicht tut der "Durchschnittsmensch" auch weniger, als du denkst. ;)
Definiere Durchschnittsmenschhat irgendjemand eine Ahnung vom Durchschnittsmenschen? Da wir als Vegetarier/Veganer schonmal etwas aus der Reihe tanzen...
Sind wir nicht alle irgendwo Obst?
Naja, der Durchschnittsmensch ist der Normalo im Titel ;-) Oder "die meisten anderen", wie du sie bezeichnest.
Inländer Rum statt Ausländer Raus!
Könnte es nicht auch sein daß die Ökos selbstbewusster sind? Und deshalb mehr klauen? Und die Normalos dazu zu brav sind, und in dieser Versuchsanordnung vielleicht auch zu autoritätsgläubig?
Selbstbewusstsein hat doch nicht unbedingt etwas mit klauen zu tun... Es ist aber schwierig, das festzulegen. Ich finde ohnehin, dass man Menschen nicht in Schubladen packen kann - zack, "Normalo"- oder "Ökostempel" auf den Kopf gedrückt, und schon macht man sich eine Vorstellung von jemandem. Ist doch irgendwie ziemlich krank, finde ich....
Es gibt sicher Ökos, die sich profilieren wollen, es gibt aber genau so welche, die sich mit Herzblut engagieren weil sie wirklich etwas verbessern wollen und wieder andere, die einfach nur ihr Öko-Ding durchziehen, ohne groß drüber zu reden - welche Ökos waren das denn nun im Experiment? Und welche "Normalos" denn bitte? Was ist eigentlich normal?
Der Kernbefund, wenn ichs richtig richtig verstanden habe, ist daß moralisches Handeln wie ein begrenztes Reservoir ist, das, an einer Stelle spendiert, an anderer Stelle fehlt. Ich kaufe vormittags FairTrade-Kaffee, weil ich möchte, daß Landarbeiter in Nicaragua sich einen Artzbesuch leisten können, und dann am Nachmittag benehme ich wie meiner Freundin gegeüber wie ein !rsch - so als hätte ich mein moralisches "Pulver" bereits verschossen...
Mit den Schubladen ist es so eine Sache: nicht nur klettern viele Leute aus "eigenem" Antrieb in die Schubladen, sie fühlen sich da auch ganz wohl...
Es ist aber immer noch ein Unterschied, ob man selbst in eine Schubalde klettert oder von anderen hinein gesteckt wird, zumal ich mir nicht so recht vorstellen kann, dass es tatsächlich Menschen gibt, die begeistert sind, wenn man sie auf einen Aspekt ihrer selbst reduziert. Vielleichtnicht bei dir, aber bei vielen sind diese Sprüche doch viel mehr eine Ausrede - natürlich fälle ich vorschnelle Urteile über Menschen und steckte sie in eine Schublade, die wollen das so.
Jedenfalls sollte jeder selbst entscheiden können, ob er das so möchte oder nicht. Wenn sich jemand darauf reduzieren lassen will, öko, Vegetarier, Fußballfan, gläubig oder nicht gläubig oder sonst irgendwas zu sein, dann ist das dessen Sache - das ist aber noch etwas ganz anderes, als wenn andere einem nach einem bestimmten Stichwort einen Stempel aufdrücken, was aber anscheinend manche nicht wirklich stört - traurig.
Die Welt wäre ohne Zweifel ein besserer Ort, wenn man sich öfter mal eines Urteils über andere enthalten würde.
Jeder sollte sich Weltoffenheit bewahren, besonders in einer globalisierten Welt. Das ist eine Lebensaufgabe für jeden von uns.
Und zur Not hilft da ein Provisorium: es ist ok bestimmte Leute nicht zu mögen, aber es ist nicht ok bestimmte Leute zu diskriminieren.
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