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Der Buddismus scheint so eine Art Weltreligion zu werden - zumindest in der westlichen Welt.
Er ist schon eine Weltreligion.
-Don't panic-
-Experience tells me, that this is a very good time to panic-
Jede Religion muss man ganz seperat betrachten. Aber welche von denen ist überhaupt monotheistisch? Das Christentum beinhaltet viel polytheistisches ( "heidnisches" ) und ehrt einen Menschen als Gott und auch im Judentum haben sich viele Einflüsse einfach vermischt. Wie z.B. griechische, persische u.s.w. Auch hat das heutige religiöse Judentum, welches hauptsächlich Talmud-geprägt ist, nur noch wenig mit der jüdischen Religion im alten Israel gemeinsam. Und im Islam sind eben auch viele alte, religiöse Kulte einfach mit dem Islam verschmolzen.
Wo also hat da je ein angeblich unsichtbarer Herr eine Religion gegründet? Es waren immer nur Menschen, die das taten und sie waren es auch, die die wundersamsten Geschichten zu diesen Religionen ersannen.
Mein Glaube:
Der Mensch hat einen Scheitellappen.
Dieser programmiert uns biologisch auf Gott.
Gott war in frühen Stadien des Menschen ein Selektionsvorteil, da er Stämme zur Arbeitsteilung sowie zum Zusammenhalt brachte und effiziente Hierarchien etablierte.
Heute brauchen wir ihn ebensowenig wie bei Kälte aufgestellte Härchen am Arm.
If you open your mind too much, your brain will fall out.
Es ist biologisch gesehen halt oft ein Vorteil in aussichtslosen Situationen sich mit dem Irrationalen zu trösten.
Boah bist Du brutal, Du entromantisierst ja das Ganze. Ist das das 'Gottes-Model' der Neurotheologen?
http://www.goethe.de/ges/phi/dos/her/ren/de2507250.htm
ich hatte die Funktion bisher im limbischen System angesiedelt, aber da Tiere dieses auch haben, bin ich etwas irritiert.
Das Herz kennt Gründe, von denen der Verstand nichts weiß (Blaise Pascal)
ich glaube an gahrnichts auser an mich selbst
Hoffnung macht uns stark, darum sind wir hier, damit kämpfen wir wenn alles andre verloren ist.
Ich finde, der von mir gepostete Artikel gibt da eine gute Antwort.
Streng genommen könnte man ihn so zusammen fassen, dass Glaube an Gott in schwierigen Situation normal ist (was natürlich nicht heißt das jeder in schwierigen Situationen an ihn glauben muss, da er da zB durch Aufklärung, Sozialisation von ab ist), in nicht schwierigen Situationen abnorm
Hm, okbin ich halt abnorm.
Es gibt auch Leute, die Richard Dawkins selber gelesen haben.
Ich bin ein Gegner der Religion. Sie lehrt uns damit zufrieden zu sein, dass wir die Welt nicht verstehen.
Richard Dawkins
http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Gotteswahn
Ein Gegner der Religion zu sein, heißt ein Gegner der menschlichen Natur zu sein.
Es ist egal, ob der Glaube durch Hirnlappen-Wahnvorstellungen oder ein Bauchgefühl erzeugt wird, ob hinter ihm Wahrheit liegt, oder nicht.
Der Glaube muss an sich akzeptiert und toleriert werden.
Und zwar in gleichem Maße, wie man alles Religiöse, was Individuen Schaden zufügt, in Frage stellen muss.
Ich habe wohl das Buch von Richard Dawkins: Gotteswahn gelesen, bin aber auch nicht sein größter Fan. Vieles ist absolut richtig, nur gehe ich mit Religionen in der Regel ambivalenter um. Mancher Aberglaube fügt allerdings auch masdsiven Schaden zu. Glaube ist eben auch stets der Wille zur Macht, die man mit korrekten Mitteln nicht erlangen kann. Bei manchen Gläubigen auch der Wille zur Unterwürfigkeit, durch die sich der Gläubige aber auch über andere erhöht fühlt. Demut ist bekanntlich ja auch die Leiter zum Hochmut.
Glaube geht fließend über in Phantasie, in Hoffnung, in allumfassende Liebe...
Glaube geht fließend über in Wahnsinn, in Unterdrückung, in ausgrenzenden Hass...
Glaube ist genau wie die Liebe ein bestimmtes oder unbestimmtes Gefühl, das nicht von der Ratio unterdrückt und ausgeschaltet werden kann.
Glaube kann genau wie die Liebe positiv oder negativ beeinflußt und ausgenutzt werden.
Ein Mensch, der keinen Glauben verspürt, der meint, er könne jedes "störende Gefühl", das der gängigen Weltanschauung widerspricht, unterdrücken und ausschalten, sollte seine subjektive Wahrnehmung im Angesicht eines in Raum und Zeit unendlichen Universums nicht auf andere übertragen.
Ich hab meine Probleme mit missionierendem Atheismus, wie Dawkins ihn betreibt, er erfordert ein unglaubliches Wissen über die Eventualitäten dieses Universums, das leider niemandem gegeben ist...
Was bleibt, ist eitles Aufplustern der beschränkten Ratio innerhalb eines künstlich überschaubar gehaltenen Horizonts.
netter beitrag, schlunz.
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Glaube kann vieles sein, auch mal nützlich, nur eben ist ein Glaube an Wasserläufer und an einem unsichtbaren Kindermörder genau das, was man unter einem nützlichen Glauben versteht?
Danke...
"Wasserläufer" sind doch zumindest harmlos... ;o)
Glaube ist ein Gefühl und kein Produkt, das man zum eigenen Nutzen herstellt.
Da Geduld keine Tugend und der Gläubige ein "Suchender" ist, handelt es sich oft um ein unbefriedigtes Gefühl und jede Religion geht damit anders um.
Um schneller ans "Ziel" zu kommen, klammert sich Herdentier Mensch oft an fragwürdige Dogmen und Glaubensgemeinschaften.
Diese muss man kritisieren, wenn sie in ihrer Konsequenz Leid verursachen.
Stelle nicht in Frage, dass der Mensch sich fortbewegen will, stelle nur in Frage, wie er es tut, ob er andere mit Vollgas überfährt, oder vorsichtig und umweltschonend agiert.
Der begriff "nützlicher Glaube" ist jedenfalls so unbrauchbar, wie "nützliche Liebe".
Dogmen sind Ventile und Krücken, ein Mittel, den Glauben greifbar zu machen und insofern erfüllen sie so oder so ihren "Nutzen", egal wie bescheuert sie Aussenstehenden erscheinen mögen...
Glaubensdogmen sind ein menschliches Produkt, von denen etliche auch profitieren. Würden die Kirchen nicht von ihren eigenen, absurden Dogmen profitieren, würde es diese nicht geben. Der Gläubige ist meist kein Suchender, sondern eher einer, der in einer regressiven Phase stecken geblieben ist. Er sucht in den Religionen einen Übervater, der ihm das Erwachsen sein erträglicher macht. Er klammert sich damit also an alte Kindheitsschemen, die er sonst verloren sehen würde. Siehe auch:Glaube ist ein Gefühl und kein Produkt, das man zum eigenen Nutzen herstellt.
Da Geduld keine Tugend und der Gläubige ein "Suchender" ist, handelt es sich oft um ein unbefriedigtes Gefühl und jede Religion geht damit anders um.
Um schneller ans "Ziel" zu kommen, klamm
Psychoanalyse und Religion
Erich Fromm
http://www.pflegewiki.de/wiki/Erich_Fromm
Richtig.
Sorry, aber das ist verallgemeinernder Bullshit, genauso kopflastig und "wertvoll", wie die Weltsicht von Dawkins...Der Gläubige ist meist kein Suchender, sondern eher einer, der in einer regressiven Phase stecken geblieben ist. Er sucht in den Religionen einen Übervater, der ihm das Erwachsen sein erträglicher macht.
Er klammert sich damit also an alte Kindheitsschemen, die er sonst verloren sehen würde.
Was ich im Zen an Kraft und Informationen erhalten habe, kann ich Dir leider nicht vermitteln.
Ich denke nicht, dass Zen mit Deinen obigen Aussagen vereinbar ist, ich denke aber, dass die Motivation, Zen zu üben, denselben Ursprung wie christlicher Glaube hat.
Und zwar völlig frei von Dogmen und einem "Übervater".
http://www.zenbuddhismus.de
Während ich meine Identität nicht als einmaliges Erlebnis in Raum und Zeit verstehe, verstehst Du Dich selbst nur als biochemische Kettenreaktion...
Eine Diskrepanz, die jeglichen Dialog über solche Themen überflüssig macht...
Buddhismus ist auch ganz etwas anderes, da man im Buddhismus eben auch auf so einen Übervater verzichten kann. Seit wann verwechsel ich mich mit Materie? Auf solche absurden Gedanken komme ich gar nicht. Gerade Intuition und Spiritualität sollte man nie unterschätzen. Es ist ebenfalls unsinnig zu glauben, dass der Mensch nur vom Hirn gesteuert wird. Das Hirn ist eher ein Hilfsorgan. Deshalb sollte man begriffliches Denken nie überschätzen. In seinem Buch Psychoanalyse und Religion hat Erich Fromm auch ganz absichtlich östliche Religionen außen vor gelassen, da er zu diesen ein ganz anderes Verhältnis hatte. Zum Zen-Buddhismus hat er ganz seperat etwas geschrieben.
Also Schlunz, hör auf auf den Zenfreund Erich Fromm zu schießen!Oder bist Du ein Zenfeind?
"Zen-Buddhismus und Psychoanalyse"
von Erich Fromm, Daisetz Teitaro Suzuki und Richard de Martino
http://www.sandammeer.at/rezensionen/fromm-zen.htm
Fromm ist toll. Vielleicht sollte ich mir das auch mal durchlesen.
Wer Glauben an sich als Stagnation in einer regressiven Phase definiert und sich andererseits als "Zen-Freund" versteht, handelt widersprüchlich und hat letztlich nichts verstanden.
Lies ein paar Zen-Bücher und staune, wie oft und vielfältig sich Zen-Meister auf Jesus berufen...
Egal wie heiß oder kalt sie serviert wird und wie sehr sich die Schüsseln und Löffel unterscheiden, es gibt nur eine Suppe.
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