Bauern schlachten wegen niedriger Milchpreise ihre Kühe
Wiesbaden (AFP) — Angesichts des massiven Rückgangs der Milchpreise schlachten die Bauern in Deutschland verstärkt ihre Kühe. Im März seien 15,6 Prozent mehr Tiere auf der Schlachtbank gelandet als im Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Dabei habe es sich um eine "auffallend" starke Zunahme gehandelt. Erst kürzlich hatte der Discounter Aldi den Preis für den Liter Vollmilch um sieben Cent auf 48 Cent gesenkt.
Auch die Konkurrenz machte viele Milchprodukte deutlich billiger. Die Supermärkte liefern sich seit Monaten einen massiven Preiskampf. Die deutsche Rindfleischproduktion sei in den ersten Monaten des Jahres leicht rückläufig gewesen, teilte die Statistikbehörde weiter mit. Zwischen Januar und März seien 1,5 Prozent weniger Rindfleisch produziert worden. Grund dafür sei das geringere Schlachtgewicht vieler Tiere gewesen.
Die gesamte deutsche Fleischproduktion zwischen Januar und März habe 1,9 Millionen Tonnen betragen, teilten die Statistiker mit. Dies sei ein Plus von 3,5 Prozent gegenüber dem dem Vorjahresquartal gewesen. Die Produktion von Schweinfleisch sei um fast fünf Prozent gestiegen, beim Geflügel habe es ein Plus von 3,6 Prozent gegeben.