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Thema: Antispe-Kongress 7.-10.8.08, Hannover

  1. #1
    Flare

    Standard Antispe-Kongress 7.-10.8.08, Hannover


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    Aufruf zum Antispe Kongress 2008*
    vom 7. bis 10. August in Hannover im UJZ Korn

    Treffen der Tierrechts-/ Tierbefreiungsbewegung
    aber auch gerne anderer sozialer-emanzipatorischer Bewegungen


    Der Antispe Kongress 2008 möchte euch dazu einladen, gemeinsam
    theoretisch und praktisch dem vorherrschenden Mensch-Tier-Verhältnis auf
    die Spur zu gehen. Ziel ist es einerseits Theorien zur Kritik am
    gesellschaftlich verankerten Mensch-Tier-Verhältnis kennen zu lernen und
    zu diskutieren und andererseits eine Plattform zu bieten für
    persönlichen Austausch und Vernetzung.
    Der Kongress soll hierbei offen für alle sein, egal ob schon jahrelang
    aktiv oder einfach neugierig und interessiert.


    http://kongress.antispe.org




    Und ausführlicher:

    *Nutzenfixiert produziert, Verdinglicht, als Ware in Wert gesetzt,
    Ausgebeutet* Eine Kritik am Status von nicht-menschlichen Tieren in der
    Gesellschaft

    Wir leben in einer Gesellschaft wo alles zur Ware gemacht wird um daraus
    Profit zu erwirtschaften: sei es die menschliche Arbeitskraft oder seien
    es nicht-menschliche Tiere, die als Ware in Wert gesetzt werden, um
    daraus Kapital zu schlagen. Unsere gesamte Gesellschaft ist von diesem
    Prinzip überzogen. Daher kann die Kritik am Status der Tiere nicht
    losgelöst vom Kapitalismus geübt werden, in dem nicht-menschliche Tiere
    verdinglicht, zur Ware und zu Tier-Kapital gemacht werden.
    Durch die kapitalistische Produktionsweise wird "das Tier" zum
    verwertbaren Objekt. Hierbei ist es gesellschaftliche Realität, dass das
    Mensch-Tier-Verhältnis von Gewalt gegenüber dem Tier geprägt ist:
    nicht-menschliche Tiere werden für Nahrung und Kleidung ausgebeutet und
    umgebracht, für die Erforschung von Medikamenten und Kosmetika als
    Versuchsobjekte benutzt, zum Vergnügen aufgespießt und erschossen, zum
    Zeitvertreib ausgestellt und dressiert, für Partnerschaft gezüchtet und
    für Sport ausgenutzt. Wie nicht-menschliche Tiere wahrgenommen werden
    geschieht über ihren Nutzen und durch Kategorisierung in Gruppen, wie
    z.B. "Nutztiere", "Haustiere", "Versuchstiere", "Zootiere", "Pelztiere"
    und andere. Diese Kategorien spiegeln den Stellenwert, welchen sie in
    unserer Gesellschaft haben, wider: sie sind etwas, was für den Menschen
    da ist, werden aber nicht als jemand wahrgenommen, der eigene Interessen
    besitzt.
    Dass nicht-menschliche Tiere in unserer Gesellschaft nach Belieben
    benutzt werden dürfen, scheint als Naturkonstante, an deren Tatsache
    selten gerüttelt wird. Sie gilt als normal und feststehend.

    *Der "Mensch"-"Tier"-Dualismus*

    Die klare Grenzziehung zwischen Mensch und Tier rechtfertigt diese
    willkürliche Ausbeutung von nicht-menschlichen Tieren. Dadurch werden
    unter dem Begriff "Tier" höchst unterschiedliche Spezies
    zusammengefasst, deren größte Gemeinsamkeit darin besteht, dass sie von
    ihrem Gegenspieler Mensch abgegrenzt werden.

    Die Kategorie "Tier" ist eine soziale Konstruktion des Menschen.
    Gemeinsamkeiten zwischen Menschen und nicht-menschlichen Tieren werden
    verleugnet und Unterschiede hervorgehoben. Das Tier hat hierbei die
    Funktion des negativen Gegenüber des Menschen und repräsentiert alles,
    was nicht in die heile Welt des Menschseins passt. Eigenschaften und
    Verhaltensweisen wie Sehnsüchte, Triebe, Abneigungen, Aggressionen, die
    nicht in das vorherrschende Idealbild des zivilisierten Menschen passen,
    werden dem negativen Gegenpol "Tier" zugeschrieben.

    Dieses Denken nennt man dualistisch, binär oder schwarz/weiß. Es
    beinhaltet, dass sich zwei Gegensatzpaare unvereinbar gegenüberstehen.
    In der westlichen Kultur gibt es noch andere Gegensatzpaare wie Kultur -
    Natur, Geist -Materie, Vernunft-Trieb, Seele - Körper, Moral - Instinkt,
    Mann - Frau usw.

    Es lässt sich feststellen, dass die Seiten dieser Paare jeweils Mensch
    und Tier zugeordnet werden können. Dabei zeigt sich die hierarchische
    Ordnung des Mensch-Tier-Dualismus: die dem Menschen zugeordnete Seite
    (z.B. Vernunft) stellt den gesellschaftlichen Soll-Zustand dar,
    wohingegen die andere Seite, die vom Tier repräsentiert wird (z.B.
    Trieb), für den Negativ-Pol steht, nämlich für das, was nicht sein soll
    bzw. was es nicht geben darf.
    Daraus resultiert eine Werteskala, mit der die andere Gruppe abgewertet
    und gleichzeitig die eigene Gruppe aufgewertet wird. Die dualistische
    Denkweise beinhaltet Mechanismen die zur Ausgrenzung und Diskriminierung
    von Tieren, aber auch von Menschen führen. So werden Frauen, Indigenas,
    Schwarze wie auch Tiere dem begrifflichen Rahmen der Natur zugeordnet,
    die als negatives Gegenstück zur höherwertigen Kultur des Menschen/des
    weißen Mannes betrachtet wird. Unterdrückung und Gewalt an Individuen,
    die als naturnah stigmatisiert werden, können mit Hilfe dieser
    Herrschaftslogik legitimiert werden.

    Die Kritik am Mensch -Tier-Verhältnis sollte nicht als isoliertes
    Unterdrückungsphänomen angesehen werden, sondern in den Kontext mit
    anderen Benachteiligunsformen wie Rassismus und Sexismus gestellt
    werden. Es muss daher eine fundierte Analyse stattfinden, die
    Überschneidungen und Wechselwirkungen des Speziesismus mit anderen
    Unterdrückungsformen untersucht. Dabei sollte beachtet werden, dass es
    sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede zwischen verschiedene Arten
    von Unterdrückungen gibt.

    In der Analyse zum Mensch-Tier-Verhältnis ist noch viel Arbeit zu
    leisten, die nur mit einem gemeinsamen konstruktiven Dialog, zu dem Ziel
    kommen kann, einer Gesellschaft die nicht auf Ausbeutung, Gewalt und
    Unterdrückung basiert ein kleines Stück näher zu kommen.
    Wir hoffen, dass wir mit diesem Kongress einen Beitrag dazu leisten werden!

    Das Orga-Team

    http://kongress.antispe.org
    PS: Wenn du als Gast hier bist, kannst du deinen Nickname kostenlos anmelden, damit du auch am Forum mitreden kannst. Dauert nur ein paar Sekunden. Weiter

  2. #2
    pavotrouge

    Standard AW: Antispe-Kongress 7.-10.8.08, Hannover

    klingt gut... aber warum muss es immer alles myspace und stasiVZ sein statt jemand, der ein bissl ahnung von webdesign und individualität hat O_o ?!

    hab frei und würde gern kommen, finde aber kein aktuelles programm.
    bin vielleicht beruflich vorbelastet, aber so ne schlechte orga nervt mich.

  3. #3
    Flare

    Standard AW: Antispe-Kongress 7.-10.8.08, Hannover

    Programm gibt's jetzt http://kongress.antispe.org/?page_id=8


    Wir waren übrigens herrlicher Aufhänger für Herrn Marcus Hammerschmitt auf http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28321/1.html :rolleyes: Der Hammer, echt.

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