Vergleichen wir mit Rübenzucker: Pro Quadratmeter erntet man in guten Jahren gut 6kg Rüben (
611 Dezitonnen pro ha). Zuckerrüben enthalten rund 20% Zucker. Man erntet also in guten Jahren etwa 1-1.5 kg Zucker pro m^2. Wieviele Tiere sterben dabei? Ich beschränke mich in dieser Rechnung auf Tiere, die mindestens etwa so entwickelt sind wie Bienen, also auf Makro- und Megafauna. Pro Quadratmeter Boden leben etwa 10000 solche Tiere (
klick). Als Aussaatvorbereitung wird der Boden umgepflügt und geeggt. Dadurch stirbt ein grosser Teil dieser Tiere entweder durch Zermantschen oder durch Austrocknung. Wenn ich annehme, dass nur 10% dieser Tiere bei der Prozedur umkommen, dann tu ich das einzig aufgrund meiner Grosszügigkeit gegenüber den Honiggegnern und weil es schwer ist, mit Quellen die bestimmt grössere Zahl zu bestätigen. Wir sprechen aber dennoch von mindestens 1000 Tieren allein bei der Vorbereitung der Saat. Bei der Ernte kommen auf diese 1000 nochmal vergleichbar viele drauf - mitunter eben auch Rehkitze und andere tatsächlich leidfähige Tiere. Ich muss den flächendeckenden Einsatz von Insektiziden und Rodentiziden gar nicht mal erwähnen, um sagen zu können, dass für 1 kg Zucker mit Sicherheit deutlich mehr als 1000 Tiere umkommen, die mit Bienen vergleichbar oder gar deutlich höher entwickelt sind.
Bei Honig sprechen wir von einem eher schlechten Jahr, wenn ein Bienenvolk nur 20 kg nicht gebrauchte Überschüsse produziert. Bei der Ernte dieses Honigs wird der geschickte Imker kaum eine Biene töten, zu Ehren der etwas stümperhaften Imker rechne ich aber mal mit 10 Bienen. Dazu kommt ein Anteil an Zucht und Körung, der freilich stark davon abhängt, ob und wie oft eine Zuchtkönigin gekauft wird. Beim Hobbyimker wird die Zahl nahe Null sein, bei anderen liegt der Anteil Tote pro Jahr pro Volk bei höchstens (ein paar) hundert Bienen. (Pro ausgeschiedene Zuchtkönigin sterben ~100 Bienen. Selbst der übermotivierte Zuchtköniginnenkäufer wird nicht häufiger als alle 2 Jahre kaufen.) Auf diese Bienen kommen dann noch die schwerstkranken Bienen, die - wie jedes noch so geliebte, aber schwerstkranke tierische Familienmitglied auch - getötet werden. Ich persönlich finde fraglich, ob man diese Bienen wirklich "verrechnen" soll, aber gut: Wir sprechen alle paar Jahre von einem Kummervolk mit vielleicht noch 10000 Bienen, das abgetan wird. Auf Jahr und Volk umgerechnet sprechen wir von einer Anzahl getöteter Bienen im tiefen Tausenderbereich. Wir kommen also grob überschlagen bei 20 kg Honig insgesamt auf höchstens 2000 tote Bienen - wenn man Sterbehilfe tolerierbar findet, ist es gar mindestens eine Grössenordnung weniger.
Wir reden also
pro Kilo Zucker von mehr als 1000 toten Tieren, die vergleichbar entwickelt oder (deutlich) höherentwickelt sind als Bienen. Pro
Kilo Honig von maximal 100.
Bei Honig ist aber überdies zu erwähnen, dass eben die landwirtschaftliche Produkion dadurch um 50% gesteigert wird (bzw. nicht um 33% zusammenbricht). Die gemäss Wikipdia im Jahr 2002 820'000 Völker verhinderten also manch zusätztlich benötigten Quadratmeter Landwirtschaftsland. Ich gehe von obigen Zahlen der Zuckerproduktion mit mehr als 1000 toten Tieren/m^2 und von
knapp 19 Mio ha Landwirtschaftsland in Deutschland aus. Von den 19 Mio ha sind Viehweiden geschenkt. Afair ist in D 45% Ackerbau. Weil ich den Honiggegnern gerne grosszügige Geschenke mache rechne ich mit 6 Mio ha Ackerland (entspricht prozentualem Anteil Ackerland in der CH). Ohne Bienen bräuchte es 9 Mio ha. Die weniger als 1 Mio Völker sparen also 3 Mio ha Ackerland. Pro Volk sprechen wir also von 3 ha gespartem Ackerland. Pro Quadratmeter Ackerland sterben mehr als 1000 Tiere. Also verhindert jedes Bienen-Volk 3*100m*100m*1000 Tiere/m^2=30 Millionen Tiere. In unserer Bioimkerei-Rechnung mit 20 kg Honig pro Jahr werden also
pro Kilo Honig mehr als eine Million Tiere gerettet.
=> Netto netto rettet Honig mehr als eine Million Tiere, Zucker tötet über 1000 pro Kilo