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Naturschutz: Bei der Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes fordert Bayern mehr Entscheidungsfreiheit, wenn es um die Tötung von Bibern geht. Die Naturschützer sind empört.
München - Der bereits seit Jahren tobende Konflikt zwischen Landwirten und Naturschützern um die Wiederansiedlung des Bibers hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Staatsregierung will, dass die streng unter Artenschutz stehenden Tiere in Zukunft getötet werden dürfen. Bei der Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes fordert Bayern Entscheidungsfreiheit im Umgang mit den Tieren, wie die Sprecherin des Umweltministeriums, Sandra Brandt, in München bestätigte.
Derzeit müsse jeder einzelne Fall mühsam bearbeitet werden, in Zukunft solle es generelle Ausnahmen geben. „Die Wiederansiedelung der Tiere ist überaus erfolgreich verlaufen“, sagte Brandt. Bayern sei inzwischen fast flächendeckend besiedelt. Das sei zwar ein „großer Erfolg für den Naturschutz“, bringe aber auch immer mehr Probleme mit den Landwirten mit sich. Insgesamt gebe es inzwischen rund 10 000 Biber in 2500 Revieren.
Der Artenschutzreferent des Bund Naturschutzes in Bayern (BN), Kai Frobel, zeigte sich empört über die Pläne der Staatsregierung. In Bayern werde von einigen CSU-Landtagsabgeordneten besonders aus dem Raum Niederbayern und Mittelfranken eine regelrechte Hetzjagd auf die Tiere betrieben, kritisierte der Experte. Die Lage spitze sich derzeit enorm zu. Landwirte würden von der Politik „aufgestachelt“, gegen die Biber vorzugehen. Einige Gebiete sollen sogar zur „biberfreien Zone“ erklärt werden. An Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) gerichtet, sagte Frobel: „Der Minister ist aufgefordert, sich schützend vor den Biber zu stellen.“ Biber seien für die Artenvielfalt unersetzbar.
Wie angespannt die Lage ist, zeigte sich Ende Mai in Markt Teisnach im Landkreis Regen. Ein noch unbekannter Täter hatte eine Biberburg, in der die Elterntiere zusammen mit ihren vier bis sechs Jungen hausten, in Brand gesteckt. Während die erwachsenen Tiere flüchten konnten, verbrannte der Nachwuchs jämmerlich.
„Der Täter ist besonders grausam vorgegangen“, beklagte Bürgermeisterin Rita Röhrl (SPD) geschockt. Der Vorfall sei ein „Drama“. Das Motiv des Täters liegt ihrer Meinung nach klar auf der Hand: Tierhass. „Die Biber hausten auf öffentlichen Grund, daher gab es für keinen der Bauern wirtschaftliche Verluste“, betonte die Bürgermeisterin. Auch war ihrer Ansicht nach die Tat längere Zeit geplant. „Das war kein dummer Jungen-Streich, dafür war zu viel Energie notwendig, um die Biberburg zu zerstören“, sagte die 54-Jährige. Die Bevölkerung im Landkreis war nach Ansicht Röhrls den Tieren gegenüber positiv eingestellt. Viele Anwohner seien in Richtung Biberburg gewandert und haben, wenn möglich, die Tiere beobachtet. Die Nager seien im Landkreis eine „kleine Attraktion“ gewesen. Nun sind die Jungtiere tot, die Elterntiere abgewandert. Wohin, weiß niemand. „Sie suchen sich bestimmt ein neues Revier“, vermutete Röhrl.
Mit Worten kann man wirklich nicht ausdrücken, was man empfindet, wenn man das liest! Was sind das nur für Monster? Die armen Eltern-Biber und die armen Jungtiere - unverständlich, was in den Köpfen dieser "Menschen" vor sich geht!!!!
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