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  1. #1
    Beachtet mich!
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    Standard Der "essbare Tiergarten"

    Im folgenden geht es um einen Tiergarten der aufzeigen soll, wie man mit sogenannten Nutztieren artgerecht umgeht. Das Fleisch dieser Tiere, kann man im Tiergarteneigenen Restaurant, wenn man möchte, auch verspeisen.

    Soweit ich das verstanden habe, verfolgt der Chocolatier Alfred Zotter die Idee, dass bei artgerechter Haltung, das Essen von Fleisch moralisch und ethisch vertretbar ist.

    Auf der Internet Seite heißt es:
    Tiere und Pflanzen sind Lebewesen und keine Produkte. Deshalb wollen wir sie auch mit Achtung und Liebe behandeln. Es war immer Josef Zotters Traum, sich selbst versorgen zu können und autark zu sein. Mit dem Essbaren Tiergarten hat er seinen Traum wahrgemacht. Jetzt bittet er alle Besucher zu Tisch, um zu genießen, was im Tiergarten gedeiht. „Schaut dem Essen in die Augen“, lautet Josef Zotters Aufforderung. 27 ha artgerechte Tierhaltung, mit vielen vom Aussterben bedrohten Nutztierrassen, energieautark und einem geschlossenen Öko-Kreislauf. Im Essbaren Tiergarten setzt Zotter auf Transparenz, Nachhaltigkeit und Innovation.

    Der Link dazu:
    http://www.zotter.at/de/essbarer-tiergarten.html

    Mich würde interessieren was ihr über dieses Projekt denkt. Ist es eine Möglichkeit Fleischkonsum in korrekte Bahnen zu lenken oder ist das verzehren von Fleisch generell verwerflich.

  2. #2

    Standard AW: Der "essbare Tiergarten"

    ich kann mir schon vorstellen,mit dieser direkten Aufforderung "schaut dem Essen in die Augen" wird doch einigen vielen Menschen bewußt,was sie da eigentlich machen und so manch ein NeuVegetarier könnte nach diesem Restaurantbesuch über kurz oder lang hervorgehen.

  3. #3

    Standard AW: Der "essbare Tiergarten"

    Mich würde interessieren was ihr über dieses Projekt denkt. Ist es eine Möglichkeit Fleischkonsum in korrekte Bahnen zu lenken oder ist das verzehren von Fleisch generell verwerflich:


    Zitat Zitat von Blueberry Muffin Beitrag anzeigen
    Auf der Internet Seite heißt es:
    [I]Sklaven sind Lebewesen und keine Produkte. Deshalb wollen wir sie auch mit Achtung und Liebe behandeln. Es war immer [...] Traum, sich selbst versorgen zu können und autark zu sein. Mit dem Sklavenhandel hat er seinen Traum wahrgemacht. Jetzt bittet er alle Besucher zur Geldbörse, um zu genießen, was im Sklavenhandel gedeiht. „Schaut dem Sklaven in die Augen“, lautet Josef Zotters Aufforderung. 27 ha artgerechte Sklavenhaltung.
    Trifft es ganz gut.

    Wenn man Tiere nicht als Lebensmittel ansieht, muss garnicht darüber geredet werden unter welchen Umständen es in Ordnung wäre sie zu essen. Ich diskutiere ja auch nicht darüber unter welchen Umständen ich mir einen Sklaven halten muss damit es okay ist...

  4. #4

    Standard AW: Der "essbare Tiergarten"

    Schaut dem Essen in die Augen!
    Da fehlt nur der Schlacht-Erlebnisbereich, wo's so richtig zur Sach' geht und die liaben Kloanen zuschaugn dearfen, wie der Metzger die flauschigen Kalberln mit dem Beil zerhackt. Schau Bub, san's net herzig, die liaben Tierln, wia's Bluat aus ehanen aussi lauft? Und wie's Herzl endlich zum Schlogn aufhert. Dann sans so liab und die liabe Seele hat a Ruh. Guten Appetit! Aber nun tu tüchtig essn Bub. Was ist dir? Warum isst du net?

    Gus

  5. #5

    Standard AW: Der "essbare Tiergarten"

    Ist ja lustig, genau das habe ich mir auch gedacht Wenn man sich das Tier aussucht und dann noch bei der Schlachtung beiwohnen MUSS dann gibt es bestimmt bald mehr Veggies

  6. #6

    Standard AW: Der "essbare Tiergarten"

    Hallo,
    ich denke, für die, die tiertötung insgesamt für gerechtfertigt und nötig halten, ist dies sicher eine Möglichkeit, sich vom essen nicht so zu entfremden.
    Ich persönlich kann nicht verstehen, warum überhaupt ein Tier sterben muss für unseren "Genuß" (etwas anderes ist eine leben oder Tod Situation, extreme Notsituationen etc) insofern ist das für mich keine Alternative.
    Ich habe ja schon gelegentlich erzählt, dass ich im Kindergarten das erste Mal über Fleisch nachgedacht habe, als ich in einer Metzgerei ein halbes Schwein am haken gesehen habe(und da auch eine frisch gemachte Wurst nicht essen konnte). Lerneffekte sehe ich also schon.
    Alle Tiere sind gleich. Aber manche sind gleicher. George Orwell
    Wir Heulen Nicht rum wir Sagen Die Wahrheit und wenn du keine ahnung hast Axotol dann komentier es nicht

  7. #7

    Standard AW: Der "essbare Tiergarten"

    Ich finde alleine den Namen schon ziemlich grauenhaft "essbarer Tiergarten"

    Das hört sich so nach Attraktion an; viel zu verharmlosend und idyllisch. Ein schöner Ausflugsort für die ganze Familie ...

    Naja, ich kann da meine Vorrednern nur zustimmen: Tiere zu verspeisen ist nicht in Ordnung und daran gibt es m.E. nichts zu rütteln, ganz egal wie es dazu kam.
    living is easy with eyes closed.

  8. #8

    Standard AW: Der "essbare Tiergarten"

    Als Insassin würde es mir im Tiergarten sicher besser gefallen als in Massenhaltung ohne Platz und Tageslicht, wo mir meine Kinder sofort weggenommen werden. Aber wie lange kann ich diese Idylle denn genießen? Ich darf ja auch da nicht alt und zäh werden, ich muss ja auf den Teller solange ich noch jung und saftig bin...
    "Schinken ist mumifiziertes Gewebe." Dr. Mark Benecke

  9. #9

    Standard AW: Der "essbare Tiergarten"

    Sicherlich eine gutgemeinte Idee, aber ich habe bei sowas auch ein bisschen Angst, dass die Leute davon ausgehen, dass es allen Tieren so gut geht. Jaa, wirklich. Man kann manchmal nicht so dumm denken, wie manch anderer denkt...
    Dass dann geglaubt wir, das Wiesenhofhähnchen hat auch gut gelebt. Heißt ja schließlich Wiesenhof und zu sehen ist ein nettes Bauernhöfchen auf der Verpackung...

    Allerdings finde ich jeden Ansatz, der Menschen zum Denken anregt löblich.
    "Es denkt der Mensch, zufrieden froh: Ich bin kein Schlächter, blutig roh.
    Doch da der Mensch kein Wurstverächter, trägt die Mitschuld er am Schlächter."
    [Eugen Roth]

  10. #10

    Standard AW: Der "essbare Tiergarten"

    Zitat Zitat von Thanatos Beitrag anzeigen
    Ist ja lustig, genau das habe ich mir auch gedacht Wenn man sich das Tier aussucht und dann noch bei der Schlachtung beiwohnen MUSS dann gibt es bestimmt bald mehr Veggies
    Ich frage mich ehrlich, woher diese kuriose Denkweise kommt, wo doch wohl alle Fakten dagegen sprechen.

    Der Anteil an Vegetariern ist unter Städtern, also Menschen, die mit Schlachtung nix am Hut haben, am größten - dort, wo Schlachtung noch nicht so ganz weit weg vom täglichen Leben ist, nämlich auf dem Land, ist der prozentuale Anteil der Veggs am niedrigsten.

    In Gegenden, in denen Schlachtung ganz normal zum Leben gehört, gibt es fast keine Vegetarier. Grundsätzlich lässt sich (sicher gibt es da auch Ausnahmen) festhalten, dass Menschen, die mit Tierhaltung/Tiernutzung u.s.w. nix am Hut haben und aufgewachsen sind, ohne direkten Kontakt zur ertragsorientierten Landwirtschaft gehabt zu haben, eher zum Vegetariertum tendieren.
    Liegt womöglich durchaus auch daran, dass der ländlich aufgewachsene Mensch weiß, dass jegliche Art von Nahrungsmittel eine Vergangenheit hat - nicht nur das Schnitzel. Die Vergasung von Wühlmäusen oder das Vernichten von Millionen von Ernteschädlingen kann da nicht so einfach unter den Tisch gekehrt werden.

    Was mich immer bei solchen Themen etwas verwirrt ist diese enorme Leidfixierung - ja, diese Tiere enden als Schnitzel. Aber es gibt auch ein Leben vor dem Tod, und dieses scheint in einer solchen Umgebung schön und lebenswert zu sein. Tiere können nämlich nicht nur Schmerz empfinden, sondern ebenfalls Freude. Man darf nicht vergessen - weit über 99% aller Lebewesen kommen in der freien Natur über ihre Kindheit nicht hinaus. Sie werden vorher gefressen oder verenden anderweitig.

  11. #11

    Standard AW: Der "essbare Tiergarten"

    Zitat Zitat von Chimera Beitrag anzeigen
    Was mich immer bei solchen Themen etwas verwirrt ist diese enorme Leidfixierung - ja, diese Tiere enden als Schnitzel. Aber es gibt auch ein Leben vor dem Tod, und dieses scheint in einer solchen Umgebung schön und lebenswert zu sein.
    Ich kenne jetzt vor allem Leute "vom Dorf", die Stallkaninchen haben, und da ist die Haltung alles andere als schön und lebenswert. Die Tiere sitzen in diesen großen Ställen, wo jedes Tier einzeln in einer kleinen Bucht hockt, in der es sich kaum ausstrecken, geschweige denn mal ein paar Hoppler machen kann. Bei einigen Haltern kommen die Tiere dann den Sommer über auf die Wiese (in einen Drahtkäfig, der dann mit Kaninchen vollgesetzt wird, die dann fast ihr gesamtes Leben auf diesem Gitter sitzen). Die Tiere können nicht im Geringsten ihr natürliches Verhalten ausleben, es gibt weder die Möglichkeit für ausreichende Bewegung noch Versteck- oder Beschäftigungsmöglichkeiten. Ein Bekannter von mir kauft sich jedes Jahr ein Schwein, welches sein Leben allein in einem kleinen Stall verbringt. Sicher ist die Haltung dieser Tiere besser als in industrieller Massentierhaltung, aber der Großteil dieser "Nutz"tiere ist trozdem meilenweit von einem artgerechten Leben entfernt.

  12. #12

    Standard AW: Der "essbare Tiergarten"

    Zitat Zitat von Blueberry Muffin Beitrag anzeigen
    Im folgenden geht es um einen Tiergarten der aufzeigen soll, wie man mit sogenannten Nutztieren artgerecht umgeht. Das Fleisch dieser Tiere, kann man im Tiergarteneigenen Restaurant, wenn man möchte, auch verspeisen.

    Soweit ich das verstanden habe, verfolgt der Chocolatier Alfred Zotter die Idee, dass bei artgerechter Haltung, das Essen von Fleisch moralisch und ethisch vertretbar ist.

    Auf der Internet Seite heißt es:
    Tiere und Pflanzen sind Lebewesen und keine Produkte. Deshalb wollen wir sie auch mit Achtung und Liebe behandeln. Es war immer Josef Zotters Traum, sich selbst versorgen zu können und autark zu sein. Mit dem Essbaren Tiergarten hat er seinen Traum wahrgemacht. Jetzt bittet er alle Besucher zu Tisch, um zu genießen, was im Tiergarten gedeiht. „Schaut dem Essen in die Augen“, lautet Josef Zotters Aufforderung. 27 ha artgerechte Tierhaltung, mit vielen vom Aussterben bedrohten Nutztierrassen, energieautark und einem geschlossenen Öko-Kreislauf. Im Essbaren Tiergarten setzt Zotter auf Transparenz, Nachhaltigkeit und Innovation.

    Der Link dazu:
    http://www.zotter.at/de/essbarer-tiergarten.html

    Mich würde interessieren was ihr über dieses Projekt denkt. Ist es eine Möglichkeit Fleischkonsum in korrekte Bahnen zu lenken oder ist das verzehren von Fleisch generell verwerflich.
    Ich habe kein Interesse daran Fleisch zu verzehren. Der Typ ist auf dem Holzweg.

  13. #13

    Standard AW: Der "essbare Tiergarten"

    Zitat Zitat von Chimera Beitrag anzeigen
    Ich frage mich ehrlich, woher diese kuriose Denkweise kommt, wo doch wohl alle Fakten dagegen sprechen.

    Der Anteil an Vegetariern ist unter Städtern, also Menschen, die mit Schlachtung nix am Hut haben, am größten - dort, wo Schlachtung noch nicht so ganz weit weg vom täglichen Leben ist, nämlich auf dem Land, ist der prozentuale Anteil der Veggs am niedrigsten.

    In Gegenden, in denen Schlachtung ganz normal zum Leben gehört, gibt es fast keine Vegetarier. Grundsätzlich lässt sich (sicher gibt es da auch Ausnahmen) festhalten, dass Menschen, die mit Tierhaltung/Tiernutzung u.s.w. nix am Hut haben und aufgewachsen sind, ohne direkten Kontakt zur ertragsorientierten Landwirtschaft gehabt zu haben, eher zum Vegetariertum tendieren.
    So kurios finde ich die Denkweise nicht. Der Unterschied zwischen Land- und Stadtbevölkerung liegt darin, dass diese, sofern sie mit Sensibilität begabt ist, durch Schlachtszenen einen furchtbaren Schock erleidet, während jene gegenüber Tierquälerei von klein auf abgestumpft ist.

    Zitat Zitat von Chimera Beitrag anzeigen
    Was mich immer bei solchen Themen etwas verwirrt ist diese enorme Leidfixierung - ja, diese Tiere enden als Schnitzel. Aber es gibt auch ein Leben vor dem Tod, und dieses scheint in einer solchen Umgebung schön und lebenswert zu sein. Tiere können nämlich nicht nur Schmerz empfinden, sondern ebenfalls Freude. Man darf nicht vergessen - weit über 99% aller Lebewesen kommen in der freien Natur über ihre Kindheit nicht hinaus. Sie werden vorher gefressen oder verenden anderweitig.
    Möglicherweise sind diese Tatsachen dem ignoranten Schlachtvieh einfach unbekannt. Oder die Schweine sind schlicht egoistisch, dass sie so ein Geschrei machen, nur weil man ihnen das bisschen Leben nimmt. Sie hatten's doch vorher so schön, die Sauviecher, die undankbaren.

    Gus

  14. #14

    Standard AW: Der "essbare Tiergarten"

    Zitat Zitat von Axolotl Beitrag anzeigen
    ich denke, für die, die tiertötung insgesamt für gerechtfertigt und nötig halten, ist dies sicher eine Möglichkeit, sich vom essen nicht so zu entfremden.
    Denke auch, das die Entfremdung eines der Hauptprobleme ist. Mir stellen sich die Haare zu Berge wenn Leute mir sagen, das sie zwar Fleisch essen, aber nie ein Tier töten und essen könnten, weil sie ihnen leid tun würden. Meine Grosseltern hatten einen Bauernhof, ich bin dazu gelaufen als Kanninchen erschossen und Hühner geschlachtet wurden. Als ein Schwein an einem Herzschlag starb, wurde es notgeschlachtete und alle halfen beim verarbeiten (ich durfte nicht zugucken) und dann gab es Blutwürste und Schlachtabfälle... Als unsere Nachbarn ihr Schwein Fiona nicht mehr halten konnten und niemanden fanden der es wollte, wurde sie auch geschlachtet und alle haben davon gegessen. Für mich war das natürlich, denn es wurde alles verbraucht und sorgfältig mit den Tieren umgegangen. Das meine Grosseltern die Tiere nicht so artgerecht hielten, merkte ich erst als ich älter wurde und das habe ich auch intensiv diskutiert. Vegetarierin wurde ich mit 14 Jahren und zwar wegen Massentierhaltung und Tiertransporten. Zudem fand ich die ganze Industrie blödsinnig: ein Tier wird in Deutschland gezüchtet, in Polen geschlachtet, in Spanien verpackt und in der Schweiz konsumiert. Ökologisch nicht haltbar!

    Menschen sind omnivor, vielleicht werden nie alle Vegetarier werden. Wenn aber das Leid so reduziert werden kann, das ein Tier ein einigermassen gutes Leben hat (Platz, artgerechte Beschäftigung, Artgenossen), dann schnell getötet und vor Ort verarbeitet wird, finde ich das ein Schritt in die richtige Richtung. Ob das Konzept in der Art sinnvoll ist, ist eine andere Frage.

    Ich für mich habe entschieden, das ich erst Tiere essen würde, wenn ich sie selber töten könnte. Habe inzwischen vielleicht zwei duzend Vögel eigenhändig getötet (Kontrolle von invasiven Arten in einem Naturschutzgebiet), aber essen könnte ich sie dennoch nicht...
    "Du isst doch auch Tofu? Dir ist schon klar, das sie für Soja den Regenwald abholzen?" - "Dir ist schon klar, das mein Tofu Bio ist, das Soja für die "Nutztiere" nicht... rate mal, woher das kommt..."

  15. #15

    Standard AW: Der "essbare Tiergarten"

    Zitat Zitat von Chimera Beitrag anzeigen
    Was mich immer bei solchen Themen etwas verwirrt ist diese enorme Leidfixierung - ja, diese Tiere enden als Schnitzel. Aber es gibt auch ein Leben vor dem Tod, und dieses scheint in einer solchen Umgebung schön und lebenswert zu sein. Tiere können nämlich nicht nur Schmerz empfinden, sondern ebenfalls Freude. Man darf nicht vergessen - weit über 99% aller Lebewesen kommen in der freien Natur über ihre Kindheit nicht hinaus. Sie werden vorher gefressen oder verenden anderweitig.
    Gut, aber der Mensch in seiner Frühform, also sagen wir mal unser "Wilder" Vorfahre war mit 40 oder 45 Jahren schon ein Methusalem.
    Heute erreicht ein Mensch häufig das doppelte an Lebensspanne.
    Weder wir noch die Tiere leben in der Wildnis.
    Von daher sage ich mal: Gleiches Recht für alle!
    Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung.
    Albert Einstein

  16. #16

    Standard AW: Der "essbare Tiergarten"

    Ich möchte das nicht pauschal beantworten. Ich habe z.B. als Hobby Hühner. Die Hähne loszuwerden ist nicht einfach, hat dieses Jahr mal gut geklappt. Hab aber 2 Buben dabei, für die endet ihr Leben als Braten. Ich kann es nicht anders entscheiden. Der eine hat einen Gendefekt der ihn selber nicht weiter belastet, aber evtl. Nachkommen stark schädigen würde. Der zweite hat leider einen extrem empfindlichen Darm, ist dauernd krank. Für beide Tiere gibt es keine Möglichkeit sie leben zu lassen, bzw. es wäre unverantwortlich. Sie werden bei mir ein gutes Leben haben, so lange es möglich ist. Heißt im Klartext bis zu 8 Monate sind drin. Bevor sie sinnlos sterben, werden sie geschlachtet. Heißt jetzt auch wieder, ich schenke sie her an Menschen die sie hier am Hof schlachten und die das Fleisch zu schätzen wissen.

    Somit steht für mich schon an 1. Stelle so wenig wie möglich züchten und das was geboren wurde sorgfältig selektieren und vermitteln. Was sich nicht vermitteln läßt weil es die Natur zu schwach hat werden lassen, weil sie krank sind etc. dieses Leben darf nicht vergeudet werden. Es erfüllt dann den Sinn in die Nahrungskette zu fließen. Für die Hunde oder gar den Fuchs sind diese Tiere viel zu schade, sie kommen auf den Tisch. Es ist das beste was ich aus einer nicht astreinen Situation machen kann, obowhl das für mich persönlich eine schlechte Kompromislösung ist.

    Ich schätze mal in einem eßbaren Tiergarten wird extra gezüchtet, um Fleisch als Nahrung zu bekommen. Das lehne ich tatsächlich ab.

    Noch was. Bei Kleintieren wie eben Geflügel kann ich zwar keine gesunden Tiere schlachten um sie zu essen, aber ein krankes Tier kann ich wohl erlösen. Für mich entscheidet hier die Motivation und die ist grundverschieden, auch wenn am Ende der Tod des Tieres steht. Bin erst vor kurzem mit einer Henne 5 Tage durch die Hölle gegangen, als ich nichts mehr tun konnte, kann ich ihr diesen letzten Dienst schon noch erweisen. Da hilft mein eigentliches Jammerlappengen nichts, das Leid des Tieres wiegt schwerer.

  17. #17

    Standard AW: Der "essbare Tiergarten"

    Ich bin hin und hergerissen. Es ist in diesem Projekt zumindest ein Umdenken zu erkennen. Es muss im Zuge des gesellschaftlichen Umdenkens eine Möglichkeit geben, Profit aus tierfreundlich denkenden Menschen zu machen. Die, die nicht auf Fleisch verzichten wollen, aber trotzdem ein schlechtes Gewissen haben sollen vielleicht hier dasselbe beruhigen. Hier besteht dann augenscheinlich die Möglichkeit Tiere zu essen,die glücklich waren zu Lebzeiten... Immerhin... Leider wird die Schlachtung hier nicht als vermeidliche Attraktion angeboten. Hab ich jedenfalls nicht gefunden. Den Namen finde ich total pervers! Ich kann mir aber vorstellen, dass hier viele hingehen um zu essen, ohne sich über den Namen oder das geschlachtete Tier Ansich Gedanken zu machen...

  18. #18

    Standard AW: Der "essbare Tiergarten"

    Ehrlich gesagt finde ich die Idee eher bescheuert. Unterschwellig vermittelt sie doch das Gefühl: Hier kannst Du guten Gewissens reinhauen weil die Tiere zu Lebzeiten glückliche Tiere waren.

    Was die Sache mit der Hühnerzucht angeht, das ist ein echtes Dilemma. Auf der einen Seite tust Du alles für die Vögel und auf der anderen Seite musst Du trotzdem selektieren. Wenn Du nur ein paar Legehennen ohne Gockel hättest wäre die Sache sicherlich einfacher.
    Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung.
    Albert Einstein

  19. #19

    Standard AW: Der "essbare Tiergarten"

    Viel einfacher auch nicht, denn die neuen Legehennen müssen ja irgendwoher kommen, wenn die alten... naja... alt werden und sterben. Also bezieht man seine neuen Tiere wieder von jemandem, der sie für's Eierlegen "produziert" hat, und sie sonst irgendwann schlachten würde - genau wie es mit ihren Eltern und Brüdern schon passiert ist. Da verlagert man das Problem.

    Was den Tiergarten angeht: Klar ist es nett, dass diese kleine Handvoll Tiere herrlich und in Freunden ein paar Monate leben darf, anstatt in engen, finsteren, stinkenden Buchten zu versauern, aber sie sterben viel zu früh. Und dann wird hier wieder die Mär vom "essbar"-Tier und vom "nicht-essbar"-Tier zementiert.
    Schweine, Rinder, Hasen, Enten, Gänse: essbar.
    Esel, Ponys, Lamas, Ratten: nicht essbar.
    Wieso denn nicht? Wenn das der essbare Tiergarten ist, dann will ich jetzt auch mein Ratten-Kebap, richtige Eselsalami, Lamabregenwurst und ein Pony-Steak! Und danach will ich die süßen Gänse herzen, Hasen und Enten streicheln und auf dem Schwein reiten!

    Also, für mich ist das Verschleierung allererster Güte!
    Nur weil man nicht alles richtig machen kann, muss man ja noch lange nicht alles falsch machen.

  20. #20

    Standard AW: Der "essbare Tiergarten"

    @Sycorax: Ich hätte dir gern ein Sternchen gegeben, aber man lässt mich nicht ^^
    Ich hab grad schön gelacht bei dem Wort "Pony-Steak" und bei der Vorstellung, wie du Gänse herzend auf einem Schwein reitest
    "Es denkt der Mensch, zufrieden froh: Ich bin kein Schlächter, blutig roh.
    Doch da der Mensch kein Wurstverächter, trägt die Mitschuld er am Schlächter."
    [Eugen Roth]

  21. #21

    Standard AW: Der "essbare Tiergarten"

    Das ist die zweite, ziemlich unfaire, Seite von uns Mitteleuropäern. Die einen Tiere hatten Pech als Rind oder Schwein geboren zu werden, denn die werden gegessen. Daß deren Kinder auch total niedlich und schmusig sind, ja Schweine sogar extrem anhänglich und intelligent, läßt man mal beiseite. Wohingegen sich schon beim Pferd viele aufregen und Hund ginge gar nicht, Ratte essen wäre eklig. Essen kann man sie so ziemlich alle, wenn es nur um satt werden und überleben ginge. Es ist unsere anerzogene Kultur.

    Tja das mit dem Geflügel ist leider anders als beim Säuger. Man kann sie wohl auch kastrieren, also die Hähne, bringt aber nichts. Wenn bei der Henne der Bruttrieb durchkommt (und dazu braucht sie keinen Hahn), dann brütet sie auch auf einem leeren Nest. Für das Tier ist das Streß, sie fährt den Stoffwechsel runter und hockt da wochenlang, auch ohne Eier unter sich. 2 konnte ich dieses Jahr problemlos entglucken, also runter vom Nest und Nest abdecken. In den Käfig ohne Einstreu stecken mag ich nicht, kann auch sein daß es nichts hilft, dann hat man das Tier ganz umsonst gequält und sie brütet am Ende doch. Kunstbrut käme mir nie in Frage, so werden aber die meisten Hühner erzeugt. Somit habe ich mich für eine Rasse entschieden die auf der roten Liste vom Aussterben bedrohter alter Haustierrassen steht und werde hier die Hähne eigentlich ganz gut los. Hatte jetzt mehr Anfragen als Hähne.

  22. #22

    Standard AW: Der "essbare Tiergarten"

    Ich wollte Dir da auch gar nicht reinreden oder so, ich hatte mich bloß auch mal informiert, weil ich überlegt habe, (später mal) Hühner zu halten und genau an dem Punkt war für mich der Plan gestorben. Das ist eben eine Schwierigkeit, die bei den Tieren so "drinsteckt".
    Wie ist das eigentlich bei den "wilden Verwandten" unserer Hühner? Die legen und brüten ja viel seltener, haben die wohl auch so einen starken Bruttrieb? Oder gehört das zum angezüchteten "Paket" unserer Hühner?
    Nur weil man nicht alles richtig machen kann, muss man ja noch lange nicht alles falsch machen.

  23. #23

    Standard AW: Der "essbare Tiergarten"

    Zitat Zitat von Morgentau66 Beitrag anzeigen
    Somit habe ich mich für eine Rasse entschieden die auf der roten Liste vom Aussterben bedrohter alter Haustierrassen steht und werde hier die Hähne eigentlich ganz gut los. Hatte jetzt mehr Anfragen als Hähne.
    Wie heißt denn die Rasse ?
    Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung.
    Albert Einstein

  24. #24

    Standard AW: Der "essbare Tiergarten"

    nein, Bankivahühner legen nur etwa 20 Eier im Jahr. Sie haben aber die nützliche Eigenschaft, das sie, wenn ihre Eier erbeutet werden einfach neue nachlegen. Das kann nicht jede Vogelart. Dadurch konnte man ihnen das ständige Eierlegen anzüchten.

    Die meisten Nutztierreassen sind auf eine erhöhte Fruchtbarkeit gezüchtet um eine höhere Leistung zu bekommen, was aber am Ende den Verschleiss fördert. Echt tragisch. Übrigens werden bei den Hühnern zwei Linien gezüchtet, eine für das Legen und eine für die Mast. Legehühner-hähne sind also für die Mast "unggeignet", da sie nicht gut/schnell genug zunehmen und werden daher gleich getötet. Am schlimsten ist es m.E. aber die Zucht von Rieseneutern bei Kühen. Nicht selten werden die Kühe dadurch krank, die Lebenserwartung sinkt, Antibiotika wird eingesetzt. Tiere werden heute hochgezüchtet, so wie Maschinen immer verbessert werden, aber viele Züchtungen sind einfach nur krank; in doppeltem Sinne. Alte Rassen zu erhalten wäre sicher Sinnvoll. Kühe geben übrigens auch länger als ein Jahr nach dem kalben Milch, nur sinkt die Leistung langsam ab (wesshalb sie jährlich nachgedeckt werden und die 50% Stierkälbchen dann weg müssen)... aber für den Hausverbrauch wäre es ausreichend.

    Ich denke immer noch, das es an sich gut ist, wenn Tiere respektvoll gehalten werden. Aber essbarer Tiergarten klingt schon ziemlich verdreht und lässt nicht an artgerechte Haltung denken. Wäre vielleicht gut, sich vor Ort ein Bild zu machen, was für Leute dort sind und welche Philosophie sie haben, sowohl die Betreiber als auch die Gäste.

    Meine Grossonkel haben übrigens auch die Katze geschlachtet und gegessen, da meine Tante darauf allergisch war und es genügend Katzen gab. Ich finde es makaber und verstehe ihre Beweggründe nicht ganz. Aber sie hatten Armut und Hunger erlebt, da wurde einfach nichts verschwendet... Und was macht es für einen Unterschied welches Tier getötet wird?
    "Du isst doch auch Tofu? Dir ist schon klar, das sie für Soja den Regenwald abholzen?" - "Dir ist schon klar, das mein Tofu Bio ist, das Soja für die "Nutztiere" nicht... rate mal, woher das kommt..."

  25. #25

    Standard AW: Der "essbare Tiergarten"

    Danke für die Hühnerinfos.

    Meine Oma erzählt ab und an mal, dass sie als Kind im Krieg mal einen "Hasenbraten" bekommen hat und hinterher feststellte, dass der Kater fehlte...
    Das finden immer alle eklig - und essen dann gemütlich ihr Schwein oder Rind oder Hühnchen.

    Da finde ich Deine Großonkel schon irgendwie realisischer.

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