Vegetarierforum.com ist ein Treffpunkt für Vegetarier und Veganer.
Hallo,
der Titel passt nicht ganz zum Thema aber zu meinen unsortierten Gedanken!
Ich muss das jetzt hier mal loswerden, weil ich ständig darüber nachdenke und auf keinen grünen Zweig komme!
Als ich zum ersten Mal ins Vegetarierforum geschaut habe, war ich schon schockiert und überrascht, wie oft ich das Wort "Hass" lesen musste.
Und Ekel.
Nicht vor Fleisch, sondern vor Fleischessern.
Auch in anderen Foren, in denen das Thema Vegetariertum diskutiert wird - die aber keine Veggieboards sind - tauchen immer wieder solche Diskussionen auf und es sammeln sich die User, die auch so denken, so dass ein "Hass-Ekel-gegen(über) Fleischessern"-Thema entsteht.
Andere enthalten sich meist der Stimme aus der Erfahrung heraus, das Gegenstimmen alles nur noch mehr aufwiegeln.
Ich komme mit dieser Haltung aus diversen Gründen nicht zurecht, obwohl ich nun schon wirklich lange darüber nachdenke!
Hier mal meine unsortierten Gedanken:
Zunächst mal bin ich der Meinung, dass Menschen, die ständig meckern, das Negative sehen, andere demütigen *müssen*, absichtlich verbal aggressiv sind eigentlich mit ihrem Thema selbst noch nicht abgeschlossen oder einen an der Waffel haben.
Also das Veggies, die immer gegen Fleischesser mit solchen Worten wie Hass, Ekel, (ich könnte) kotzen, (ich muss) würgen etc. reden, eigentlich noch gerne Fleisch essen würden?
Ich verstehe nicht, wie man Hass und Ekel gegenüber MENSCHEN, nicht VErhaltensweisen, zu einem Eckpfeiler seines Lebens machen kann (sonst würde das Gefühl ja nciht ständig wieder auftauchen, meine ich)!
Und ich verstehe nicht, wie man Menschen anhand ihrer erlernten VErhaltensweisen, die sie nicht bewusst gewählt haben - in den meisten Fällen - abstempeln und demütigen oder - in Communities - ausgrenzen kann.
Muss dazu sagen, dass ich das NUR im Internet, NIE im RL, wo ich auch Vegetarier kenne, erlebt habe.
Einer der tolerantesten Menschen, die ich je kennengelernt habe, war ein Veganer, auch der erste den ich traf, der keine Probleme hatte mit Menschen an einem Tisch zu sitzen, die nichts von Veganismus und vielen anderen seiner Anliegen wussten oder gar etwas davon umsetzten.
Dann verstehe ich nicht, wie man sich über etwas definieren kann, das andere nicht sind.
Also nicht "ich bin.../ ich mache..", sondern "ich bin nicht..."/ "ich mache nicht..." und, zusammengenommen mit o.g. Aussagen ja eigentlich "ich bin BESSER als...".
Wenn ich mich aber so definieren würde - würde das nicht reichen?!
Müsste ich dann noch bei jeder Gelegenheit gegen das "andere", den "Anderen" wettern, ALLES tun, damit er sich schelcht(er als ich) vorkommt?
Und muss das Ziel der Vegetarier"bewegung" seine vagane Welt sein, oder könnte es auch eine Welt sein wie vor 60 Jahren, in der wenige Tiere eben auf Höfen artgerecht gehalten werden und Menschen, die Fleisch essen, dies teu(r)er bezahlen und nur einmal die Woche als "Sonntagsbraten" essen?
Also schließt ein Vegetariertum Fleischessen und -essER zwangsweise aus?
Warum kann man nicht mit Freude, Begeisterung, positiven Vorbildern und Beispielen "werben", statt mit Ausgrenzung und negativer Rhetorik, "Vermiesen" des Fleischessens_und_des_FleischessERs?
Haben denn die Vegatarier/ Veganer, die so reden, selbst keinen "Spaß" an ihrem vegetarischen Leben, so dass sie ständig dem Fleischesser das Fleischessen verleiden müssen, um sich gut zu fühlen?
Kürzlich las ich mit Schrecken, Jäger und Metzger seien "böse".
Das kann man doch so nicht sagen!, war mein erster Gedanke.
Beide Berufe oder Beschäftigungen sind doch oft tradiert - wie der VAter, so der Nachwuchs - und Metzger müssen sich doch schon sehr früh für ihren Beruf/ ihre Ausbildung entscheiden, oft in einem Alter, in dem sie vielleicht noch nicht jeden Aspekt durchdacht oder sich gar bewusst entschieden haben (es gibt Menschen, die wählen mal blind einen Ausbildungsberuf oder auch einen Studiengang - und nicht zu wenige...).
Meine zweite Assoziation war, was, wenn dieser Mensch, der das gesagt hat, nun einen Metzger kennt, oder kennenlernt, mit dem er sich gut versteht?
Brihct der den Kontakt ab, wenn er erfährt, dass dieser andere Mensch Metzger ist?
Was, wenn er jemanden kennenlernt oder lieben lernt, dessen Eltern oder Bruder/ Schwester Metzger/in ist?
Oder Jäger/in?
Wie kann man sich Tierfreund nennen, wenn man SO über Menschen denken kann und "darf"?
Wie kann man sich überhaupt Tierfreund oder -schützer nennen, wenn man Hassgefühle gegenüber Menschengruppen hat, die sich nur durch - oft unbewusste, tradierte - Ernährung defineiren, durch nichts anderes (d.h. es könnten auch Menschen sein, die sehr viel Gutes tun, wertvolle Gedanken haben evt. sich für andere aufopfern, aber sich noch nicht mit ihrer Ernährung beschäftigt haben)?
Wie kann man schließlich überhaupt solche Gedanken als ehemaliger Fleischesser haben,äußern und umsetzen?
Hasst man dann und ekelt sich vor seinem früheren Ich?
Vor dem, was man früher getan hat?
Und wie hätte man reagiert, wenn man so angegangen worden wäre, bevor man sich - oft freiwillig,also ohne solchen Druck und langsam - entschlossen hat, weniger Fleisch zu essen, gar kein Fleisch mehr oder keine Tierprodukte?
UNd wie kann man so reden und sofortige "Umkehr" verlangen, wenn man selbst nur langsam diesen Schritt getan hat - aber von anderen sofortige Verhaltensänderungen verlangt, wenn sie sich nicht aufschließen wollen aus der Diskussion oder in den Augen dieser Menschen als "Unwürdige", ekelhafte, hassenswerte Menschen dastehen wollen?
Und wie kann man glauben, dass jemand sein Verhalten und seine Einstellung ändern würde, nur weil man ihn vorher oder andernfalls in dieser Weise darstellt oder demütigt/ herbwürdigt?
Für mich ist ein Verhalten Teil meiner Identität, wenn ich darüber nicht mehr nachdenke.
Toleranz bedeutet "Ertragen", also ist der erste Schritt zur Toleranz, etwas zu ertragen ohne Kommentar oder negative Gestik/ Mimik etc., das ich eben schwer ertragen kann.
Der letzte Schritt wäre aber, dieses Verhalten als ganz normal anzunehmen, ohne dass mir auffällt, das dieser Mensch "anders" ist (das wäre das Ziel).
Dafür darf ich aber mein Bewusstsein, dass er anders ist und dass mich das stört, nicht ständig speisen, sonst führt mich das vermutlich wirklich zum Hass.
Oder Ekel.
Dürfen wir uns erlauben, als angeblich tolerante Gesellschaft, Hass und Ekel gegenüber *anderen* zu tolerieren, evtl. gar zu fördern, um etwas zu ändern?
Und ist das gesund für uns? (Ich meine: Auf keinen Fall!).
Sagt das nicht das Gegenteil dessen, was wir gern vermitteln wollen, über uns, auch als Vegetarier oder Vaganer aus?
Und muss das Teil unserer Identität als Vegetarier sein, oder geht es auch anders, "darf" man sich Vegetarier nennen, ohne Probleme mit Fleischessern (am Tisch, im gleichen Zimmer, allgemein) zu haben?
Ist es nicht eigentlich anmaßend, von anderen sofort Verhaltensänderungen und Einsicht/ "Umkehr" zu verlangen, nur weil man selbst diesen Schritt - vielleicht in vielen kleinen Schritten und nach längerer Zeit - geschafft hat?
Schließlich wurden vor mir, vor Euch, vor uns, schon viele andere Menschen Vegetarier oder Veganer, teilweise Jahre vorher, teilweise von jetzt auf gleich.
Warum glauben dann einige? viele? Veggies, Fleischesser so schlecht behandeln zu dürfen, solange sie noch Fleisch essen - oder das zugeben- und sofortige Abkehr verlangen zu dürfen?
VOR ihnen gab es auch schon Veggies, auch "radikale" Veggies, auch radikalerer Veggies als sie es sind oder sie sich vielleicht vorstellen können - wer weiß?
Das waren also meine unsortierten und immer noch nicht wirklich abgeschlossenen Gedanken zum Thema.
Danke fürs Lesen,
Cura
Ich bin gerne tolerant, wenn aber friedliche, hochentwickelte Säugetiere für meine
Toleranz mit ihrem Leben bezahlen müssen, ist ein Ausnahmezustand vorhanden,
der strikte Intoleranz rechtfertigt.
Nein. Man muss nicht radikal sein.
Ich habe mal mit einer Veganerin zusammen gearbeitet und sie hat auch mit uns beim essen an einem Tisch gesessen. Ja, zu dem Zeitpunkt habe ich Fleisch gegessen.
Sie hatte Shirts an, auf denen "vegan"... also hat sie schon eine klare Stellung bezogen.
Aber sie hat sich niemandem aufgezwungen. Und das fand ich super.
Sie hat mir viel erklärt und ich habe viel hinterfragen können, war mit ihr einkaufen und war echt überrascht.
Dadurch hab ich mir auch Gedanken darüber gemacht. Habe mich kurz darauf auch dafür entschieden, mich vegetarisch zu ernähren. Hat leider nicht ewig gehalten, aber das ist ne andere Geschichte.
Mit Menschen, die einem die Wurst aus der Hand schlagen... hmm.. da hätte ich direkt zu gemacht. Denn auch das habe ich mitbekommen. Und das war für die meisten abschreckend und man wollte sich gar nicht mit solchen Menschen auseinander setzen...
Hoffe, es war nicht komplett am Thema vorbei. Hab momentan auch ziemlich unsortiert Gedankengänge ;)
LG
Genial! Erinnert mich an "Ich bin kein Rassist, aber ..."![]()
Hallo,
ich habe ja schon mehrfach im Forum versucht, Toleranz zu "predigen"(und ich weiss, dass ich dazu neige!) insofern: ich kann dein´Erschreckne gut nachvollziehen. Ich kann mir nur vorstellen, dass sich einige noch nicht sehr lange mit vegetariertum/veganismus beschäftigen, und von daher- aus ihrer neu erfundenen einstellung heraus- intolerant agieren, teilweise bestimmt auch aus einem Selbstekel heraus(oder warum gibts so viele "ich träume von Fleisch" threads?).
Aber deswegen ekel oder hass gegenüber anderen Menschen zu empfinden, nur weil sie falsch handeln, packe ich auch nicht. Was soll das? Sprechen da lauter heilige?
Als wäre man einen funken besser, nur weil man keine Tiere mehr isst. Ich persönlich weiss sehr gut, wo ich falsch handle oder besser handeln könnte-(vegetariersein statt vegan, zu wenig spenden, kein ehrenamt, besseres faireres konsumverhalten) u.s.w. Aber selbst wenn ich so wäre, wie ich gern wäre, wäre ich immer noch nicht "gut" oder "perfekt"(so viel zum Thema wirre gedanken) ich finde solche threads eher erschreckend, und möchte solchen menschen in echt einfach nicht begegnen.
@Fuchs: Ja, hast recht
Quote:"das einzige, was ich gegen Ausländer habe, ist ein Messer und Pfefferspray"
Wasn das? gehts noch?? Das rechte Pack gehört in die Elbe. (oder in die Wurst, dann wären weniger friedliche, hochentwickelte Säugetiere mit drin)
Niemand ist perfekt.
Und ein Mensch, der veg* lebt, muss nicht besser sein als ein omni.
Wie "gut" ein Mensch ist hängt von vielen verschiedenen Faktoren und Sichtweisen ab.
Super komplex.
"Die Tiere empfinden wie der Mensch Freude und Schmerz, Glück und Unglück." (Charles Darwin)
Dass du die Leute nur aus dem Internet kennst, ist ein Problem. Das Internet macht eine merkwürdige Dynamik, wo Eigenschaften der Menschen betont werden, die im "realen" Leben nicht so sichtbar wären. Außerdem konzentriert es Gleichgesinnte zusammen, während man normalerweise sonst sehr oft auf andere Meinungen stößt und sich daran reibt. Mit Ekel oder Hass kann ich persönlich auch nichts anfangen... es ist nur ziemlich traurig, dass alles so sein muss, wie es ist. Wir sind nun mal (genetisch) nicht dafür vorbereitet, uns mit Problemen außerhalb unseres engen Kreises zu befassen und das sieht man in der Gesellschaft in allen möglichen Ausprägungen. Deshalb findet man fleischessende *Tierfreunde* und deshalb kaufen normale, *nette* Menschen Produkte aus Kinderarbeit und Massentierhaltung usw.. sicher kann man dewegen wütend sein, aber es bringt eher wenig :/
Such a pretty house and such a pretty garden.. No alarms and no surprises please.
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hallo,
das probelm ist, dass man oft nicht weiss, wo was (Kinderarbeit) drin ist. Schokolade, ja. Aber klamotten? nur in speziellen Shops, und dann kommen wir wieder in die problematik, dass "guter Mensch" sein direkt proportional zum Sozioökonomischen Status steht. Und da habe ich eine ganz klare ansage: Nein.
Von dem Inhalt des Textes, auf den Du hingewiesen hast, möchte ich mich deutlich distanzieren. Wenn Jugendliche massenweise Diesel- und Benzinfahrzeuge zerstören, wie es in vor einigen Jahren in Frankreich der Fall war, würde ich sogar applaudieren, aber leider entstehen, wenn handelsübliche Autos verbrennen sehr giftige Abgase ( Leider aber auch wenn sie gefahren werden ).
Außerdem sind viele Autos Vollkasko versichert, so dass die Jugendlichen, z.B. wenn sie einen Elektroroller versichern lassen wollen, indirekt für die entstandenen Sachschäden mit bezahlen müssen.
Ich würde ich eher einen Brauereibesitzer in den Knast stecken lassen, der Getreide für die Produktion von Rauschmitteln verschwendet hat, während Menschen hungern, als einen Ausländer zu inhaftieren, der ein paar Kilogramm Marihuana verkaufte. Für das Strecken von Haschisch mit Blei, würde ich Verantwortliche, wenn es möglich wäre, zur Rechenschaft ziehen, egal ob sie schwarz-, gelb- oder weißhäutig sind, oder ob sie eine ausländische oder deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Das Menschen über Nahrungsmittel erhebliche Mengen Blei aufnehmen, weil mehrere Jahrzehnte lang verbleites Benzin verbrannt wurde, ist schlimm genug. Bevor man zur Ahndung von Sexualverbrechen die Todesstrafe fordert, sollte man zuerst darauf verzichten Leichenteile von Tieren zu konsumieren, die sich, zu ihren Lebzeiten, meist weniger für ihr Sexualverhalten zu schämen hatten, als die meisten Menschen.
Geändert von Matthias Jaurich (30.01.2012 um 18:10 Uhr)
Ja, es steht nicht auf den Produkten drauf. Was drauf steht ist z.B. des Fairtrade-Siegel und sowas. Vieles andere steht im Internet, Recherche kostet natürlich auch Zeit, genau wie das direkte Anschreiben von Firmen. Bei Klamotten könnte man Second Hand kaufen. Bei Luxussachen kann man auch ein Stück weit verzichten, wenn man nicht das Geld für eine teure, ethisch korrekte Variante hat. Tja, ich kann viel reden, ich setz das selbst nichtmal wirklich um. Ich mein nur, mit viel Engagement käme man schon ein ganzes Stück weit. Und wenn das Engagement fehlt, dann hat man ein ähnliches Problem wie all die Omnis, von denen man nicht verstehen kann, wie um alles in der Welt sie noch Fleisch essen können :|
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Ich möchte es nicht bezweifeln, dass es nicht gut ist wenn alle Menschen nicht
mehr bereit sind einen angemessenen Preis für Waren, die sie haben wollen, zu
bezahlen. Wenn der Preis für ein Produkt hoch ist, muss man aber viel an
Mehrwertsteuer bezahlen, egal ob eine Biobaumwollhose ein Fairtradesiegel
besitzt oder nicht. Wenn man eine Hose für 60 € kauft, muss man ~9,57 € an
Mehrwertsteuer bezahlen, wenn man eine Hose für 30 € kauft, muss man nur
~4,78 € an Mehrwertsteuer bezahlen. Die Differenz beträgt ~4,79 €. Du hältst
es wahrscheinlich auch nicht für sinnvoll, dem deutschen Staat, in seiner jetzigen
Form, mehr zweckungebundenes Geld zu überlassen, als es unbedingt nötig ist.
Hallo,
naja: secondhand, biligklamotten, unkritische konsumenten: problem ist, dass alles zwei seiten hat. wenn ich nicht konsumiere, geht vielleicht ein kind mehr zur Schule statt zur arbeit, und dreissig familien müssen betteln, weil die firma, die das Kind beschäftigt hat, auch deren eltern beschäftigt hat. Wenn es keine billigheimer mehr gibt, kann ein Armer in unserer gesellschaft keine Kleidung mehr kaufen, weil von 300 und so weiter € hartz 4 keine guten Klamotten bezahlt werden können.Und das ist nicht lustig, sondern führt dazu, dass menschen entwertet und entwürdigt werden.
Unsere gier nach Biowaschmittel führt zum beispiel bei waschnüssen dazu, dass indische arme familien jetzt statt traditioneller Waschnüsse mit billigem chemischen waschmittel ihre wäsche im Fluss waschen und dort die natur versauen. Hühnerteile aus europa führen zum zusammenbruch afrikanischer Hühnerwirtschaft und zu salmonellosen in der bevölkerung, weil die europäische Hühnerfrostware in Afrika nicht gekühlt werden kann.
Und zur kritik an unserem deutschen System: leicht ist es unzufrieden zu sein. Aber in unserem reichen deutschland hat man immer noch die Möglichkeit der freizügigkeit, niemand ist gezwungen, in Deutschland zu wohnen und hier Steuern zu zahlen. ich zahle lieber in deutschland steuern als in China, in dem Tier- und menschenrechte mit füssen getreten werden.
Skrupellose Konsumenten: Ja, bestreite ich nicht. Allerdings: wir mittelschichtmenschen habe die wahl und die macht. Die hat nicht jeder. Und andere für diese wahl- und machtlosigkeit zu verurteilen, ist unter aller sau. Das meine ich mit Zusammenhang Ethik und Sozioökonomischem Status.
Übrigens lebe ich im Luxus. Ich habe jeden tag etwas zu essen, einen warmen mantel, ein dach über dem Kopf. ich habe bildung. Ich werde nicht geschlagen, habe rechte (als frau!). Ich kann euch meine Meinung um die Ohren schlagen, wenn ich das will, ohne eine Knarre in den nacken zu kriegen. Ich bin krösus.
Tolle Logik, dann kaufen wir am besten alle weiter fleissig bei KiK ein, damit der böse Staat ja nicht zuviel MWSt einnimmt!
Stimmt! Was soll dieses Kind auch in der Schule, soll es mal froh sein, dass es für uns überhaupt arbeiten darf!
Lokal beim örtlichen Schneider, Schuhmacher oder Bauer einkaufen? Pah! Dann müssten wir ja tatsächlich faire Preise bezahlen - und dann sind die Schuhe auch noch aus Leder! Teufelszeug! Ich weiss gar nicht wie die Menschheit ohne Billig-Discounter überleben konnte! Na, aber immerhin Fair-Trade-Schokolade!
Geändert von Fuchs (30.01.2012 um 19:33 Uhr)
Hallo,
Ja. Wenn in seiner familie sonst niemand arbeiten kann. Und sie sonst am bettelstab leben müssten. Nicht überall gibts Sozialhilfe..
Und was ist mit den anderen dreissig familien, Fuchs? Die hast du vergessen. Dagegen hast du nichts?
Übrigens gibt es in der Pädagogik tatsächlich leute,die die absolute Ablehung von Kinderarbeit in Frage stellen. Arbeit kann auch status bringen, ein gefühl von Stolz, wenn man seine Familie unterstützen kann... Aber klar, Fuchs, dass du nur dass siehst, was du sehen willst.
Ich habe nichts gegen kritische konsumenten, nur gegen diese klugscheisserei, dass man ja nur kritisch konsumieren müsste. fakt ist: nicht jeder hat die mittel (und die bildung dazu.) Und durch die Globalisierung geht das gelegentlich auch nach hinten los. Mehr habe ich nicht gesagt.
Oh ja, die anderen dreissig FamilienWenn die Sache nicht derart traurig wäre würde ich mich über diese dämliche Rechtfertigung krumm lachen. Es gibt sicher auch Pädagogen die die Prügelstrafe wider einführen möchten oder welche die Pädophilie für eine natürliche Sache halten, das beweist genau was?
@Cura: Ich kann Deine Gedankengänge gut nachvollziehen.
Ich kann für mich allein entscheiden, wie ich leben will. Allen anderen meinen Willen aufzwängen wollen, liegt nicht in meinem Bestreben. Und nur weil jemand nicht lebt wie ich selbst, entwickel ich doch keinen Hass oder Ekel.
Ich kann nicht nachvollziehen, wie blind die Leute durch's Leben gehen. Und wenn ich gefragt werde, warum ich so lebe, dann erkläre ich das gerne. Bei mir hat's schließlich auch 40 Jahre gedauert, bis ich bereit war, die Augen zu öffnen. D. h. im Gegenzug aber nicht, dass ich jeden verurteile, der nicht so lebt wie ich.
Leben und Leben lassen... und da "bekehren", wo man auf fruchtbaren Boden trifft.
Ich glaube, dass geistiger Fortschritt an einem gewissen Punkt von uns verlangt, dass wir aufhören, unsere Mitlebewesen zur Befriedigung unserer körperlichen Verlangen zu töten. (Gandhi)
Hallo,
@Fuchs: guten morgen. Darf ich fragen, was es beweist, mich mal wieder dämlich zu nennen?
Wenn es nicht so erbärmlich wäre, jedesmal, wenn du kein Argument hast, ausfallend oder beleidigend zu werden, würde ich jetzt weiter mit dir streiten, aber das ist mir zu dämlich.
Ich stehe zu dem was ich geschrieben habe.
@cura: Das finde ich auch. Es ist leicht, wenn man alles hat, nach gutem, ethisch korrektem Konsum zu verlangen, wenn man selbst nicht verzichten muss.
Natürlich ist es wichtig, auch im Konsumverhalten signale zu setzen. Aber man wird dadurch kein besserer mensch, und man hat ganz sicher nicht das recht, über andere zu urteilen.
Er hat jedenfalls ein Recht auf Leben. Für Kinderarbeit kann ein Hartz4 Empfänger auch nichts. Ich bin zwar kein Hatz4 Empfänger, aber ich kann mir auch nicht nur das Teure leisten. Wenn ich mir das leisten könnte würde ich ausschließlich Bio kaufen. Es geht aber nunmal leider nicht.
Ich nenne nicht dich, sondern deine Rechtfertigungsversuche von Kinderarbeit, welche zweifellos unglaublich dämlich sind, dämlich. Kein Kind der Welt sollte vor der Entscheidung stehen müssen, ob es statt zur Schule arbeiten gehen soll! Einfach nur widerlich wie du da noch Stolz hineininterpretieren willst.
Natürlich muss er auch zurückstecken, was sind denn die Alternativen? Armut kann uns alle treffen, hier müssen wir den Menschen helfen und nicht Kosten auf Entwicklungs- und Schwellenländer abwälzen.
Geändert von Fuchs (31.01.2012 um 16:40 Uhr)
Ich sehe als Problem dabei, dass zahlenmäßig - ob auch in relativer Anzahl, weiß ich nicht - viele Menschen auf Discounter diverser Arten, vor allem im Lebensmittel- und Bekleidungsbereich, angewiesen sind.
Die können sich sonst nämlich Sachen - Kleidung, Lebensmittel - nicht leisten, die sie brauchen.
Da lautet die Frage nicht, "spare ich und kaufe mir das Biolebensmittel oder die hochwertigeren und ethisch rein erzeugten Schuhe nächsten Monat?"
Da lautet das Problem, ich habe nichts mehr im Kühlschrank und meine Schuhe oder die meiner Kinder sind JETZT kaputt.
Und ich habe vielleicht nur ein Paar (Winter-)Schuhe.
Und noch 50 € im Portemonnaie und bis nächsten Monat gibt's kein weiteres Geld.
Also gehe ich in den Discounter und kaufe Schuhe für 15 € und Lebensmittel für 20 und freue mich, dass ich für Notfälle noch 15 € übrig habe.
Es gibt durchaus zahlenmäßig viele Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen so denken müssen, für die "ethisch Konsumieren" eher ein theoretisches oder Luxusproblem darstellt.
Ich kenne persönlich ein paar.
Beispiele sind oben aufgeführt, aber es gibt noch andere.
Ich kenne eine Frau, die teilweise nur Brot ohne Aufstrich isst, weil kein Geld für etwas anderes da ist.
Solchen Menschen kann man nicht erzählen, dass sie anderen Menschen mit ihrem Konsumverhalten schaden.
Die Alternative wäre für sie, ethisch zu konsumieren und sich selbst dabei zu schaden, weil sie essentiell Wichtiges nicht mehr kaufen könnten.
Oder/ und sie müssten sich den Minimal-Luxus versagen.
Der besteht dann vielleicht mal aus einer Handpizza, oder einem Eis oder einem etwas teureren Paar Schuhe, aber immer noch vom Discounter.
Darunter fallen auch Menschen, die sich mehr leisten KÖNNTEN, das aber nicht tun, weil sie andere so unterstützen, das niemand deren Armut bemerkt - ein weiteres Problem: Schande der Armut - nämlich ihre Kinder, ihre Eltern, ärmere Verwandte oder Freunde (ja, das kann auch, wenn auch eher selten, vorkommen).
Da essen dann die Eltern halt nur noch Haferflocken mit Milch am Monatsende, damit das Kind die "wichtigsten" Spielsachen haben kann, die die Freunde auch haben.
Aus meiner eigenen Kindheit fällt mit eine Szene ein:
Wir hatten teilweise für 5 Personen 100 DM/ 50 € pro Woche.
Da fiel es schon mal schwer, rechtzeitig für meinen Bruder die Schullektüre zu kaufen, die ca. 5 DM kostete (sagen wir mal, umgerechnet auch 5 €).
Es gab riesige Probleme, er hat sich auch zurecht beklagt, aber in dem Moment war das Geld nicht (rechtzeitig) dafür da.
Das durfte aber an seiner renommierten Schule, Zitat aus einem Elternbrief "Wir sind stolz, dass man unseren Schülern das gute Elternhaus ansieht", niemand wissen.
Ein Freund meiner Großmutter, der in einem Haus mit betreutem Wohnen lebte, musste so viel Miete zahlen, dass er sich aus Kostengründen vornehmlich von Tütensuppen ernährte.
Ich könnte noch diverse Beispiele aufzählen.
Solche Menschen haben ganz andere Sorgen, als wie ihre Lebensmittel und Kleidung produziert werden und kaufen ganz bewusst immer nur das Billigste.
Von solchen Leuten "bewusstes = teu(rer)es Konsumieren" zu fordern (in einer Zeit, in der das noch teu(re)er sein kann und meist ist), ist wie ein Schlag ins Gesicht dieser Leute!
LG
von Cura
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