Vegetarierforum.com ist ein Treffpunkt für Vegetarier und Veganer.
Hallo zusammen,
auch ich möchte mich jetzt mal angemessen vorstellen, nachdem ich schon seit Monaten hier mitlese.
Ich heiße Daniel, lebe als gebürtiger Meenzer zurzeit in Frankfurt/Main und ernähre mich seit August 2010 zu 100% vegan (nach einem etwa zweiwöchigen Selbstexperiment mit vegetarischer Ernährung). Ich habe in den letzten 16 Monaten unglaublich viel gelernt und habe ein völlig neues Lebensgefühl. Ich bin wahnsinnig froh, dass ich damals diese Entscheidung getroffen habe.
Mein größtes Hobby ist das Laufen, das ich recht ambitioniert betreibe (alles von 10k bis Ultramarathon). Deshalb werde ich sicherlich häufiger mal im "Fitness und Sport"-Forum mitdiskutieren. Seit kurzem blogge ich auch zum Thema pflanzliche Ernährung und Ausdauersport (http://bevegt.wordpress.com).
Ich freue mich immer, andere vegetarisch/vegan lebende Sportler kennen zu lernen - scheut euch also nicht, mir zu schreiben!
Hi Daniel,
herzlich willkommen im Forum.
Und schon geht's los, ich habe zwei Fragen an dich: Du bist innerhalb von zwei Wochen vom Omni zum Veganer geworden? Ich habe mich m.o.w. langsam zum Vegetarier entwickelt. Das Nicht-Essen von Eiern ging praktisch mit der Anmeldung in diesem Forum konform, aber Käse ist für mich immer noch ein Problem. Ich verzichte, soweit wie möglich (es bedeutet aber immer Verzicht für mich). Hast du da ein Rezept, wo du sagst: Käse - was soll das?
Die zweite Frage wäre: Ich habe früher immer Sport gemacht, vll. ein bisschen zuviel. Seit längerem mache ich kaum noch was und das macht sich negativ bemerkbar. Ich weiß, dass ich da was tun muss, aber womit soll ich wieder anfangen (der Hometrainer im Hobbyraum macht Null Spass und bringt mir auch nichts)?
Ich würde mich freuen, wenn du ein paar Tipps hättest.
Herzlich Willkommen im Forum.
Dein Blog ist interessant. Ich laufe auch sehr gerne, schaffe es aber noch nicht so weit.
Viel Spaß beim Diskutieren.
LG
Hallo Ebony,
vielen Dank für die Begrüßung! Ich kann das gut nachvollziehen, Käse und gerade Milchprodukte habe ich ziemlich häufig gegessen. Deshalb ist es mir erstmal nicht leicht gefallen, mich davon zu verabschieden. Das war zum einen ein Kopfproblem - was sich mit der Zeit und der Erfahrung "es geht ja auch ohne" von selbst gelöst hat. Zum anderen war es ein Wissensproblem: ich hatte einfach keine Ahnung, was es für Alternativen gibt.
Wahrscheinlich geht es dir dabei einmal um den Brotbelag Käse und dann um Käse zum Überbacken z.B. von Aufläufen, Pizzen usw. Zum Brotbelag kann ich dir leider keine Tipps geben, da ich diesen Part einfach ersatzlos aus meiner Ernährung gestrichen habe. Wenn ich heute ein Brot esse, dann entweder ohne alles (z.B. zu Suppe) oder mit Margarine oder pflanzlichen Brotaufstrichen. Ich esse keine pflanzlichen Wurst- oder Käse-Aufschnitte, weil mir das einfach nicht schmeckt und auch ehrlich gesagt nicht mehr meiner "Ernährungsphilosophie" entspricht - es ist mir zu stark verarbeitet, zu künstlich. Überhaupt, und das ist auch interessant, esse ich inzwischen deutlich seltener Brot als früher.
Was das Überbacken mit Käse betrifft kann ich dir nur raten, einfach mal zu experimentieren. Ich bin zum absoluten Fan von Hefeschmelz geworden, den ich für Lasagne, Aufläufe, Pizza usw. verwende. Es hat ein paar Versuche gebraucht bis ich ihn gut hinbekommen habe, aber wenn man den Dreh raus hat ist es ganz einfach. Ich verwende dieses Rezept hier:
http://www.chefkoch.de/rezepte/10953...feschmelz.html
Man kann aber nicht nur mit Hefeschmelz überbacken. Z.B. haben wir kürzlich mit einer Sauce aus Cashewkernen und Miso-Paste experimentiert. War auch hervorragend! Das Motto lautet hier also: mutig sein!
Und nun zum Sport :-) Hier gibt es eigentlich nur eine Strategie, wenn du dich nicht aufraffen kannst: Setz dir ein verbindliches Ziel (z.B. "nächsten Sommer laufe ich einen Marathon/fahr ich bei einem 100k Mountainbike-Rennen mit/schaffe ich 100 Liegestütze am Stück") und erzähl möglichst vielen Leuten davon, um die "Kosten" für ein Scheitern zu maximieren. Und es kann auch nicht schaden, auf die sozialen Kosten noch ein paar finanzielle zu packen, z.B. melde dich bei einem Wettkampf an und zahl das Startgeld oder lege einen Betrag fest, den du spendest, wenn du dein Ziel nicht erreichst (wenn du es erreichst kannst du ja trotzdem spenden ;-)). Die Frage, WELCHE Sportart du machen solltest, kann ich dir natürlich nicht beantworten, denn da ist ja jeder anders.
Viele Grüße und viel Erfolg!
Hallo Ayanami, danke für die Begrüßung! Jeder fängt klein an - und gerade Ausdauer entwickelt sich über die Jahre, da braucht man Geduld :-) Wenn Englisch für dich kein Problem ist kann ich dir das Blog "No Meat Athlete" empfehlen. Das ist auch ein vegetarischer Läufer und es gibt dort viele interessante und motivierende Beiträge zu dem Thema!
LG Daniel
Hallo Daniel,
herzlich Willkommen!
Bei mir ging die Umstellung ähnlich schnell.
Zum Käse (bzw. Milchprodukte kann ich nur sagen, verzichtet mal 3 Wochen darauf, dann ist der größte Jieper weg. In Milchprodukten sind nämlich Hormone, die die Kälber glücklich und zufrieden machen. Genau wie bei der Muttermilch von Säuglingen auch. :-)
Das ist keine Theorie. Ich habe das jetzt bereits in mehreren Büchern gelesen. Wenn ich Zeit habe und es Dich interessiert, suche ich es Dir gerne raus (allerdings habe ich mehrere Bücher verliehen).
Hallo Daniel, herzlich willkommen hier.
Bist Du über den Sport zur vegetarischen bzw. veganen Ernährung gekommen?
Hat sich da beim Laufen etwas qualitativ verändert?
Das Herz kennt Gründe, von denen der Verstand nichts weiß (Blaise Pascal)
Hallo kadek, vielen Dank!
Ich bin im Sommer 2010 auf der Suche nach einem Trinkrucksack fürs Laufen auf das Blog "No Meat Athlete" gestoßen. Der Autor Matt Frazier hat einen sehr unmissionarischen Ansatz... er berichtet einfach, wie gut es ihm mit seiner Ernährung geht. Damit hat er mich absolut erwischt - ich kann es heute gar nicht mehr so richtig rekonstruieren, ich weiß bloß, dass ich ein paar Wochen später Veganer war (und das ist bloß ein ganz kleines bisschen übertrieben). Wenn man es so sieht bin ich also tatsächlich durch den Sport zum Vegetarismus gekommen :-)
Deine zweite Frage ist nicht ganz leicht zu beantworten. Fakt ist, dass ich in diesem Jahr, also dem ersten ohne tierische Lebensmittel, persönliche Bestleistungen auf allen Distanzen aufgestellt habe, die ich im Wettkampf laufe: 10k, 15k, Halbmarathon und Marathon. Das Problem ist, dass das natürlich zum Teil auch auf die ganz normale Leistungsentwicklung über die Zeit zurückzuführen sein kann (Ich bin 28, also noch auf dem "aufsteigenden Ast" :-)). Sicher ist aber, dass die Umstellung auf eine rein pflanzliche Ernährung definitiv nicht zu einer Leistungsverschlechterung geführt hat!
Und jetzt höre ich mal auf, vorsichtig zu formulieren, und schreibe was ich persönlich denke: Ja, ich bin heute ein besserer Läufer als vor einem Jahr, und das liegt auf jeden Fall an der Ernährung ;-)
Ich mußte schmunzeln, wie Du das beschrieben hast. Vom Rucksack(Sport) zum Veganismus... Hast dabei aber auch ganz schön einen Marathon hingelegt. Denn als Sportler mußt Du um einiges mehr leisten, als ein Schreibtischtäter.
Nimmst Du da noch bestimmte Eiweiß- oder Kreatininprodukte oder nimmst Du das alles, was Du für den Sport brauchst, über's normales Essen auf?
Das Herz kennt Gründe, von denen der Verstand nichts weiß (Blaise Pascal)
Nein, außer B12 nehme ich keine Nahrungsergänzung. Als Ausdauersportler braucht man ja vor allem Kohlenhydrate - und davon liefern pflanzliche Lebensmittel mehr als genug (Getreide, Obst etc.). Es gibt aber auch vegane Kraftsportler/Bodybuilder... die verwenden sicherlich auch pflanzliche Eiweißpräparate.
Lanzelot, das wäre sicher ein spannendes Thema für einen eigenen Thread - "Psychologie des Verzehrs tierischer Lebensmittel" :-)
Ähnliche Themen auf Vegetarierforum.com