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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Karma


damodara vratha
12.12.2006, 14:52
Hallo, mein Name: Damodara vratha das, gebürtiger Name Tilo.
Warum dieser fremdartige Name?… Ich gehöre einer alten indischen Tradition an, der Vaishnava-sampradaya… einer alten Schülernachfolge in deren Mittelpunkt die Liebe zu Gott und dem Lebewesen steht.
Warum bin ich Vegetarier?… Weil es einfach zu viele Gründe gibt Vegetarier zu sein…
religiöse, gesundheitliche, ökonomische, ethische Gründe, um nur einige zu nennen.
Karma: Das Sanskritwort für Karma bedeutet “Handlung” , oder genauer gesagt bezieht es sich auf jede materielle Tätigkeit, die eine Reaktion nach sich zieht, welche uns an die materielle Welt bindet. Obwohl der Begriff Karma meistens mit östlichen Philosophie in Verbindend gebracht wird, kommen auch immer mehr Menschen im Westen zu der Überzeugung dass Karma ein natürliches Prinzip ist, das genau so unvermeidlich wirkt wie die
Zeit oder die Schwerkraft. Auf jede Aktion folgt eine Reaktion. Nach dem Gesetz des Karma fallen Schmerzen und Leiden, die wir anderen Lebewesen zufügen, individuell wie auch kollektiv auf uns selbst zurück. Wir ernten, was wir säen - dies gilt sowohl für das jetzige als auch für das nächste Leben, denn die Natur hat ihre eigene Gerechtigkeit.
Niemand kann das Gesetz des Karma umgehen, außer denjenigen, die es verstanden haben, wie es funktioniert.
Um zu verstehen, wie Karma beispielsweise Kriege verursachen kann, wollen wir eine Illustration aus den Veden heranziehen. Manchmal bricht in einem Bambushain ein Feuer aus, wenn die Bambusrohre sich aneinander reiben. Die wahre Ursache für das Feuer jedoch sind nicht die Bambusrohre, sondern der Wind, der sie bewegt.
Die Bambusrohre sind nur Werkzeuge. In ähnlicher Weise sagt uns das Prinzip des Karma, dass die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion nicht die wahre Ursache der zwischen ihnen herrschenden Spannung sind, der Spannung, die jederzeit den “Waldbrand” eines Atomkriegs zu entfachen droht. Die wahre Ursache sind die unsichtbaren Winde des Karma, hervorgerufen durch die vermeidlich unschuldigen Erdbewohner.
Nach dem Gesetzen des Karma hat die Würstchenbude oder der Supermarkt in der Nachbarschaft mehr mit der Gefahr eines Atomkrieges zu tun als das Weise Haus oder der Kreml. Die Aussicht auf einen Atomkrieg erfüllt uns mit Angst und Schrecken, während wir täglich auf der ganzen Welt ebenso grauenvolle Massaker auf den automatisierten Schlachthöfen zulassen.
Der Fleischesser möge erklären, dass er selber nicht getötet habe, doch er bezahlt jemanden anders, um für ihn zu töten, und so laden sich beide die Reaktionen das Karma auf. Was könnte es Scheinheiligeres geben, als für den Frieden zu demonstrieren, um anschließend bei McDonalds einen Hamburger zu verspeisen oder zu Hause ein Grillsteak?
Srila Prabhupada sagt in seinem Kommentar zur Bhagavad-gita:
“Diejenigen, die Tiere töten und ihnen unnötig Schmerzen zufügen - wie es in den Schlachthäusern geschieht -, werden in ihrem nächsten Leben in ähnlicher Weise getötet werden…
So wirkt sich das Gesetz des Karmas aus. Um die Probleme der Welt zu lösen, brauchen wir Menschen mit geläutertem Bewusstsein, die verstehen, dass das eigentliche Problem spiritueller natur ist.
Einer der häufigsten Einwände von Nichtvegetariern gegen Vegetarismus ist der, dass Vegetarier ja immer noch Pflanzen töten müssen und dass dies ebenfalls noch Gewalt sei. Als antwort sei hier gesagt, dass zum Beispiel reife Früchte, Nüsse, Milch und viele Getreidearten nicht getötet werden müssen. Und selbst in den Fällen, in denen einer Pflanze das Leben genommen wird, ist der Schmerz dabei sehr viel geringer als bei einem Tier, ganz zu schweigen von den Qualen, die ein Schlachttier während seines ganzen Lebens durchmacht. Es ist wahr, Vegetarier töten Pflanzen, und dies ist ebenfalls Gewalt, aber irgend etwas müssen wir schließlich essen. Dazu sagen die Veden: jivo jivasya jivanam:
Im Kampf ums Überleben ist ein Lebewesen die Nahrung eines anderen.
Die Frage lautet also nicht, wie man das Töten gänzlich vermeiden kann - was unmöglich ist -, sondern wie man das Leid, dass man anderen Lebewesen zufügt, auf ein Mindestmaß beschränken und gleichzeitig die Nahrungsbedürfnisse des Körpers stillen kann.


Danke fürs Zuhören,
Euer Damodara vratha das




Quellennachweise bei Bhaktivedanta Book Trust

NightShade
12.12.2006, 15:12
Danke fürs Zuhören,
Euer Damodara vratha das


Bitte, gerne! :D
Herzlich Willkommen!


Liebe Grüße
Melanie

johannes
12.12.2006, 15:14
hallo und herzlich willkommen damodara vratha!

es scheint mir alles ganz logisch, was du schreibst, bis auf einen einzigen punkt. du schreibst davon, milch zu trinken. solltest du hiermit aber ebenfalls reine pflanzenmilch meinen, verstehe ich dich sehr gut :)

licht und liebe,
johannes

India
12.12.2006, 15:16
Die Frage lautet also nicht, wie man das Töten gänzlich vermeiden kann - was unmöglich ist -, sondern wie man das Leid, dass man anderen Lebewesen zufügt, auf ein Mindestmaß beschränken und gleichzeitig die Nahrungsbedürfnisse des Körpers stillen kann.


Hallo und willkommen hier im Forum http://www.herdor.ch/Smilies/Froehlich/00000293.gif

Die gewaltloseste Art sich zu ernähren wäre Fructarier zu werden... dabei werden keine Planzen getötet, sondern eben nur die Früchte verspeist, was ja auch zur Ausbreitung der Pflanze dient.

Noch eine Anmerkung: Du schreibst, dass man Milch nicht töten muss... Milch tötet jedoch indirekt! Oder meintest Du Pflanzenmilch?

Liebe Grüsse
India


Nachtrag: Da hat sich mein Beitrag und der von Johannes glatt überschnitten :D (von wegen Pflanzenmilch)

damodara vratha
12.12.2006, 15:38
hallo meine lieben,
danke für eure fragen.
also in der Bhagavad-gita sagt Krishna, dass man Ihm alles opfern kann was aus Getreide, Obst, Gemüße, Zucker und Milch hergestellt ist.
In Indien ist die Milchgewinnung ganz anders als bei uns...da bekommt das Kalb den größten Teil der Milch und ein kleiner Teil wird für die Menschen genommen. Außerdem werden die Kühe noch von Hand gemolken und nicht an so eine so total unnormale Saugmaschiene angeschlossen.
Ich persönlich bevorzuge pflanzliche Milch, da die Milch die man hier bekommt nicht wirklich Gewaltfrei gewonnen wird.

Euer Damodara

johannes
12.12.2006, 15:44
warst du schon einmal in indien oder weißt du das nur aus den schrifen?

der kuh ihre muttermilch zu nehmen ist immer grausam, da sie entweder absichtlich so gezüchtet wurde, dass sie mehr milch "gibt" oder ihr die wenige muttermilch die sie hat auch noch (wenn in dem fall dann auch nur teilweise) weggenommen wird, damit menschen sie trinken können. wir haben meines erachtens nicht das recht dazu, andere lebewesen auszubeuten.

muttermilch ist für säuglinge da, nicht für ausgewachsene tiere, was den menschen mit einschliesst. nichtmal kühe trinken mich.

damodara vratha
12.12.2006, 20:11
hallo johannes,

ich bin gerade von einem fast halbjährigen aufenthalt aus indien zurückgekommen. der grund warum ich indien besuchen wollte ist, weil ich einer jahrtausend alten tradition angehöre und unbedingt die wurzeln kennenlernen wollte. (daher auch mein name)
in den vedischen schriften wird die kuh als eine der acht mütter angesehen, die den gleichen respekt und die selbe liebe verdient wie die eigene mutter.
sie verteilt ihre liebe ohne selber etwas dafür zu verlangen.
ich habe über vier monate in einem kuhschutz projekt (goshala) mitgeholfen und auch da gelebt, ich habe jeden morgen und abend die kälber zu ihren müttern gebracht und ihnen beim trinken geholfen, zumindest denen die sich schwer taten selbstständig zu trinken. einmal ist eine mutterkuh über nacht verstorben (sie hatte sich von der geburt ihres kalbes nicht richtig erholt) und wir wussten nicht was wir tun sollten, da kamen wir auf die idee eine ersatzmutter zu finden. zum glück hatten wir einen tag vorher eine neugeburt, und wir haben langsam das kälbchen zu der jungen mutter geführt und da, du wirsts kaum glauben, hat sie es sofort als ihr zweites kind angenommen und somit zwei kälbern zuflucht gegeben. und die milch hat gereicht! ich war bei mehreren geburten dabei und habe den kälbern bei ihren erten schritten geholfen... ohh man war das ein schönes gefühl! wenn man jeden tag über acht stunden mit kühen zusammen ist, sie pflegt, sie streichelt, mit ihnen einen persönlichen austausch hat, stellt man fest, dass da mehr ist als nur ein kuhkörper, man bemerkt etwas höheres, man bemerkt ein reines bewusstsein in der kuh. ich möchte damit nicht sagen, dass andere lebewesen kein bewusstsein haben, ganz im gegenteil in jedem lebewesen steckt bewusstsein. aber die kuh ist die represantation der tugend, der reinen tugend, und das merkt man, wenn man mit ihnen gemeinschaft hat.
hier in der westlichen welt haben wir das verständniss, dass alle niederen lebensformen unser eigen sind, und das wir somit machen können was wir wollen, wir bauen tausende von schlachthöfen und tierzuchtanlagen nur um unsere ungezügelte zunge zu befriedigen, egal was kommt, hauptsache auf kosten der anderen, keiner wird verschont. das was wir hier im westen machen ist alles andere als natürlich, nicht nur mit den tieren nein unsere ganze lebensweise ist nicht wirklich natürlich.

danke fürs zuhören, einen schönen abend
euer Damodara vratha
www.goshala.com
http://www.iskconvrindavan.info/2006/goshala.php
http://www.iskconvrindavan.info/2006/gopuja.php

(bitte verzeiht meine rechtschreibung, danke)