PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Reiten


NightShade
20.05.2006, 12:56
Gibts hier auch noch andere, die gerne Reiten?
Ich reite seit 6 Jahren, davon jetzt 2 gebisslos.

glg Melanie

NightShade
25.05.2006, 13:43
Dann stell ich die Frage mal anders:

Wann ist reiten auf Pferden unethisch? -ist es sowiso unethisch?


Den Text hab ich dazu (irgendwann) mal verfasst:

Dass das Reiten den Ruf hat, unethisch zu sein, hat den Grund, dass es das in den meisten Fällen auch ist. Die Pferde werden häufig wie Maschinen behandelt, mit Ausbindern eingeschnürt, mit scharfen Gebissen und Sporen traktiert. Die Haltung entspricht der Haltung eines Staubsaugers im Abstellraum. Von Weide können viele Pferde nur träumen, bzw. können nicht einmal davon Träumen, weil sie soetwas noch nie gesehen und erlebt haben.

Pferde haben keinen Schmerzlaut, und können sich daher nur mit Körpersprache ausdrücken, was die meisten Pferdeleute nicht wahrnehmen können oder wollen.

Sie "dienen" dem Menschen eigentlich Freiwillig, und was sie dafür zurückbekommen ist nichts als Schmerz. Und trotzdem sind diese wundervollen Tiere noch dankbar für jede milderung des Schmerzes und lieben auch das ungerechteste Herrchen. :(


Den Pferden eine artgerechte Haltung zu bieten, ist das mindeste.
Das Pferd im Umgang und beim Reiten zu "dominieren" ist eigentlich eine Notwendigkeit. Die Pferdeherde ist in eine strege, soziale Rangfolge abgesteckt. Dem Leittier folgt die Herde bedingungslos - sogar in den Tod! Wenn der Reiter/Führer die Position des Leittieres einnimmt, dient es ihm ebenfalls bedingungslos! Es sieht es nicht als Sklaverei an (wenn ihm denn keine Schmerzen zugefügt oder Druck ausgeübt wird)!! Auch vertraut es dem Reiter!

Jedoch glaube ich, dass durch das Reiten mit Gebiss das Vertrauen gestört wird. Schließlich streichle ich ein Kätzchen auch nicht mit der Axt. (Sorry- hört sich hart an...) Ich will damit sagen, dass es ausreicht, wenn man einem Pferd (auch wenn man es nicht will) - mit dem Gebiss Schmerzen zufügen könnte! Auch glaube ich, dass sogar die leichtesten Hilfen mit dem Gebiss für das Pferdemaul äußerst unangenehm, wenn nicht sogar Schmerzhaft sind - das Maul ist die sensibelste Stelle des Pferdekopfes.
Andernfalls gäbe es nicht so viele notorische Durchgänger - die bloß durch das Vorhandensein des Gebisses im Maul durchgehen, jedoch mit Halsring tadellos zu reiten sind und gerne mitmchen - wenn sie nicht mitmachen wollten - könnten sie sich mit Halsring sehr leicht vertschüssen!

Mein Pflegepferd und ich reiten mit einer Gebisslosen Zäumung - und auch hier könnte er - wenn er wollte - einfach abhauen! Ich zwinge ihn zu nichts - doch er macht freiwillig mit.
Bei der Bodenarbeit arbeiten wir am liebsten ganz "nackt" und er macht trotzdem alles mit - er könnte auch weglaufen.
Anderen Reitern, vor allem Englischreitern - geht er mit Gebiss ständig durch - sie könnten es sich nicht vorstellen, ihn nur mit Halfter zu führen... :-)
Er macht sich so einen Spaß mit ihnen... Er liebt es, seine Dominanz an ihnen auszuleben - und dafür den Preis des Schmerzes im Maul auszuhalten!

Was sagt ihr dazu?

glg Melanie

Reserl
27.05.2006, 11:06
Um das Thema mal zum Leben zu erwecken, antworte ich hier mal!

Also, ich reite auch - genau wie du nach Rai. :)
Ich finde auch, dass das Reiten zu solch einem von gewalt angereicherten Sport gworden ist - der Wahnsinn.

Ich bin auch der Meinung, man sollte dem Pferd, wenn man es schon gefangen hält, ein annähernd natürliches Umfeld gestalten und auf jeden Fall seinen Bedürfnissen nachkommen.

Mein Pflegepferd ist, sagen wir mal so, traumatisiert im Maul. Jedesmal, wenn man die gebisslose Zäumung bei ihm annimmt (zum Rückwärtsrichten o.ä.) zieht er die Maulwinkel in der Gewissheit nach hinten, gleich einen Schmerz im Maul zu spüren. Es hat sich zwar ein bisschen gebessert, aber es ist großteils schon zu einem Reflex geworden. Zumal er nur von mir so schonend am langen Zügel geritten wird - seine Besitzerin lässt ihn von anderen Englisch reiten, was ihm ganz und gar nicht gefällt. Mir auch nicht.
Was nicht heißen soll, dass Englischreiten schlecht ist. Doch hat es sich aus der Kriegsreiterei herausentwickelt, also aus einer Zeit, als das Pferd als Kriegsgerät misshandelt wurde - sehr gemein.

Mein Pflegepferd will mit mir arbeiten. Hat er die Wahl zwischen Gras und Arbeit nähme er zwar das Gras, aber spätestens 5 Minuten später würde er ankommen, um zu sagen "Natürlich kümmere ich mich auch um dich...". Und dann hat er auch nix dagegen, wenn wir arbeiten. Im Gegenteil, seit er ausschließlich mit Belohnung ausgebildet wird, hat er solch eine Freude daran, es mir rechtzumachen! (wobei ich ihm auch nur Anforderungen stelle, die halbwegs natürlich sind und die er auch ausführen kann)
Er ordnet sich mir trotz seinem hohen Rang in der Herde gerne unter. Also, für ihn ist es keine Bürde. Weiß er doch, dass ich ihn als Gegenleistung vor den schlimmen Pferdemonstern in unserer Gegend beschütze... :D

Im großen und ganzen würde ich sagen, dass er gerne geritten wird. (wenn ich keine Zeit für ihn habe, weil ich helfen muss bei der Stallarbeit steht er oft am Koppelzaun und wartet, bis man ihn "abholt" und sobald man den Stall betritt schmettert er einem sowieso ein Wiehern entgegen. :D
Das würde er nicht tun, wenn es ihm nicht gefallen würde.

glg Monika

umwelt
28.05.2006, 01:45
hi,
ich möchte euch keinen vorwurf machen sondern einfach sachlich versuchen, die problematik zu erörtern.

wenn du reiten möchtest, brauchst du ein pferd - klar.
das tier möchtest du nicht täglich wild einfangen und musst es daher einsperren. okay, es mag ausnahmen geben, wo das pferd frei herumlaufen kann, dies sind enorme ausnahmen und somit irrelevant.

desweiteren benutzt du das pferd für deine zwecke und zwingst ihm gewissermassen deinen willen auf.
klar: ein pferd kennt vielleicht weite wiesen und freiheit nicht, aber du gibst ihm dazu auch nichtmal die chance. und leben ist eben nicht gleich überleben.

bei aller liebe zu pferden, die ich dir sicherlich zugestehe, wirst du nicht in der lage sein, die bedürfnisse "deiner" pferde völlig zu befriedigen. ich könnte das auch nicht und das ist auch nichts schlimmes - solange man keine tiere hält.

wenn du ein pferd vorm tod rettest, spricht für mich nichts gegen die haltung, denn freiheit ist es dann nicht mehr gewohnt. (reiten immer noch ausgeschlossen)
aber wenn du bspw. in einem reitclub bist, werden dort die ganzen ausbeutungs-strukturen (pferdezucht, reitanlagen etc) mitunterstützt.

gibt soviele tolle beschäftigungen bei denen man mit tieren zu tun hat, aber sie nicht ausbeuten muss:
- tierheimhunde ausführen
- im tierheim tiere versorgen die es bitter nötig haben
- gerettete pferde pflegen
- ...

gruss:
kilian

NightShade
28.05.2006, 02:30
Ich glaube nicht, dass mein Pflegepferd ohne mich noch leben würde. Seine Besitzerin hätte ihn schlachten lassen. Er lässt sich nicht brechen. Wenn man ihm etwas aufzwingen will, wird er zur "Bestie". Ich zwinge ihn zu nichts - er macht es freiwillig. Und nur so, ohne dass ich ihn zwinge oder Schmerzen zufüge, macht er auch gerne mit. Er folgt mir, der "Leitstute" ( :D ) bedingungslos.
Dass ich keinen Leistungssport mit den Pferden betreibe, ist hoffentlich klar.
Wir machen gemütliche Geländeritte, die Pferde sind entspannt und werden nicht gequält.
Das Pferd hat keinen Schmerzlaut. Dessen sind wir uns bewusst und vermeiden jegliches Benutzen potentieller Schmerzquellen.

Natürlich stimme ich dir in all deinen genannten Punkten zu.
Aber Pferde können trotzdem Spaß an der Arbeit mit dem Menschen haben - genauso wie ein Hund beim Spazierengehen, oder beim erlernen von Kunststücken. Beides ist nicht natürlich. Doch ohne solche Sachen würden die Hunde und Pferde doch auch nicht glücklich sein. (Natürlich nur, wenn sie eingesperrt sind).
Und im Tierheim sind Hunde nunmal auch eingesperrt. Und wenn man diese Hunde pflegt und mit ihnen Spazieren geht, ist es dasselbe, wenn ich mich um meinen Snoopy kümmere und ihn auch reite.
Ich weiß nicht, wo mein kleiner sonst wäre, oder ob er noch wäre.

Ich frage mich auch oft, ob es richtig ist, was ich mache. Aber wenn ich dann meinen Kleinen freudig auf mich zukommen sehe, wenn ich aus dem Auto steige,...

glg Melanie

Lena
28.05.2006, 04:11
Also wenn Pferde artgerecht gehalten werden, täglich ausgeritten werden und sich auch sonst gut mit dem Menschen verstehen, der sie hält sehe ich kein Problem darin.
Wenn sich ein Mensch um ein Tier kümmern möchte, dann kann er es insoweit tun, solange er alle relevanten Bedürfnisse dieses Tieres deckt. Eine gute Tier-Mensch Beziehung ist es durchaus wert, sich miteinander zu beschäftigen. Man darf nicht nur sehen was dem Pferd genommen wird, sondern auch das was es dafür bekommt. Und das überwiegt m.E. bei einer liebevollen Betreuung und Haltung ;) .

LG Magdalena

umwelt
28.05.2006, 13:03
hi,
das problem, das ich sehe, ist die Tatsache, dass wir als Menschen nur auf unsere eigenen Erfahrungen zurückgreifen können. wir meinen häufig, andere tiere verstehen zu können, mittlerweile denke ich aber, dass wir das nie wirklich können werden.

es kann interspezieäre (heisst das so? klingt zumindest lustig) sympatien geben, aber 100% verständnis
- wie es dem tier geht
- was das tier ausdrücken möchte
- ob das tier leidet
- ab welchem leid das tier dies auch ausdrückt
werden wir - glaube ich - nie haben.

"artgerecht" ist nur die freiheit, weshalb tierhaltung per se nicht artgerecht sein kann (alles andere ist wieder eine willkürliche definition der menschen.

beim menschen würde rein theoretisch eine menschenhaltung auf trockenem laub in - sagen wir mal wohlwollend - 100m² inkl. trocken brot, wasser und gemüseartige essensreste auch als "artgerecht" durchgehen. (zumindest, wen n eine andere spezies dies definieren würde).

gruss:

kilian

NightShade
28.05.2006, 16:15
Natürlich kann man nie 100%ig sagen, ob das Pferd nun leidet oder nicht. Aber wenn man eben das Pferd so artgerecht als möglich hält und behandelt, und versucht, dem Pferd keine schmerzen zuzufügen (obwohl man es nie ausschließen kann, weil das Pferd nicht schreien kann), kann man dies als genauso artgerecht wie jegliche andere Tierhaltung bezeichnen.

Bist du grundsätzlich gegen jegliche Tierhaltung, oder nur gegen das reiten? Und bei Hunden Agility? Das ist für mich ähnlich wie reiten.

Wenn Pferde psychisch leiden, können sie dies durch Verhaltensstörungen ausdrücken. Wird es nicht artgerecht gehalten, wird es anfangen zu koppen, weben, rundlaufen, und was es da sonst noch alles so gibt.

Wird es nicht "gut" geritten, geht es durch.
Geht man nicht gut mit dem Pferd um, ist es unkontrollierbar oder agressiv.


Übrigens frisst das Pferd in Freiheit auch nicht mehr als Gras und Bäume, welche es auch auf der Weide gibt, und trinkt auch nix anderes als Wasser. :D

Seitan
28.05.2006, 16:46
Ich finde solange man das Pferd gut behandelt spricht nichts dagegen. Wir Menschen müssen in unserem Leben auch oft Dinge tun, die uns eigentlich nicht so gut gefallen aber trotzdem notwendig sind (z.b. Arbeiten).
Das Pferd kann im Winter dafür in einem warmen Stall stehen, hat immer genug zu fressen und wenn es Glück hat, wird es vom Besitzer auch noch sehr gut behandelt. Solange dem Pferd durchs geritten werden keine Schmerzen zugefügt werden, finde ich es ok.

Reserl
28.05.2006, 19:18
es kann interspezieäre (heisst das so? klingt zumindest lustig) sympatien geben, aber 100% verständnis
- wie es dem tier geht
- was das tier ausdrücken möchte
- ob das tier leidet
- ab welchem leid das tier dies auch ausdrückt
werden wir - glaube ich - nie haben.


He, warte, stopp mal! Man kann das Tier ja ganz einfach fragen!!!!
Es gibt Wege, durch die man all dies erfahren kann! Nämlich ganz einfach Gefühlsübertragung o.ä., alles was so in die Richtung Telepathie geht, und das tun wir Menschen jeden Tag!
Z.B. erzählte mir mal eine Eule in einem Tiergarten, dass das Leben Sch**** ist, sie nix gscheits zum fressen kriegt und früher sowieso alles besser war!
Man kann also sehr wohl fragen!!!!! :p

Lena
28.05.2006, 21:32
Wenn Tiere domestiziert werden, muss man sich auch um sie kümmern und Verantwortung tragen. Ich könnte meinen Hamster auch nicht im Wald aussetzen und sagen: Jetzt habe ich etwas Gutes getan. Warum nicht? Weil der Hamster kaum eine Woche dort überleben würde. Früher oder später müssen Tier und Mensch miteinander auskommen, schließlich teilen wir denselben Planeten. Und wir alle werden auf ihm festgehalten (Gravitation). Es ist zwar keine Entschuldigung für die Freiheitsberaubung der Tiere, aber eine Verdeutlichung, dass niemand absolut frei ist. Die Gesetzgebung bespielsweise schränkt uns alle ein. Also hör mir bitte mit Freiheit auf, den diese gibts schon nicht mehr. Mir gehts trotzdem nicht schlecht und ich glaube kaum, dass Tiere ein Problem damit haben.

NightShade
28.05.2006, 23:00
Sowas wie:

www.rai-reiten.de

wird natürlich bevorzugt gegenüber:

http://www.hauteecole.ru/en/horse_trade_union.php?sid=57

Ist klar!

Du nimmst mir die Worte aus dem Mund, Lena.

umwelt
28.05.2006, 23:24
hi,
menschen entscheiden sich dazu, zu arbeiten. menschen haben die möglichkeit, irreguläre jobs zu machen und ihr leben auf alternative weise zu führen. sie haben die freiheit dazu.
(andere) tiere haben diese möglichkeit in gefangenschaft nicht. ein tier zum arbeiten zu zwingen (weil ja auch menschen arbeiten müssen) halte ich insofern für keinen guten vergleich.

@reserl: ich habe bisher keine gefühlsübertragung erleben können (und glaube ehrlich gesagt auch nicht daran).

ja, bin langfristig gegen jegliche tierhaltung. wenn ein tier aus schlechteren umständen gerettet und aufgenommen wird, ist diese tierhaltung aber immer noch eine verbesserung und somit m.M positiv)

gruss:
kilian

umwelt
28.05.2006, 23:30
@lena:
menschen und (andere) tiere leben gemeinsam auf der erde. aber diese tatsache rechtfertigt doch keinen machtanspruch über (andere) tiere - oder?
wir können auch miteinander leben ohne dass ein tier aufs andere angewiesen ist.
gruss:
kilian

NightShade
28.05.2006, 23:51
@reserl: ich habe bisher keine gefühlsübertragung erleben können (und glaube ehrlich gesagt auch nicht daran).


Würd ich dir aber empfehlen! Es ist echt ineressant, was Tiere so zu erzählen haben. :)

Lena
28.05.2006, 23:52
Du hast durchaus Recht Kilian. Leider ist es heutzutage so, dass wenn man ein Tier nach jahrtausendelanger Domestizierung wieder in die Wildbahn schicken würde es sich den Verhältnissen überhaupt nicht mehr anpassen könnte. Wäre dies der Fall, bestände immernoch eine hohe Gefahr von einem Jäger erschossen zu werden (kommt jeweils auf die Tierart an) oder wieder eingefangen zu werden und evtl. in die Hände von Versuchslaboren oder Tierqälern zu gelangen. So ergeht es jedenfalls sehr vielen (nicht nur) ausgesetzten Tieren. Erst wenn Menschen wieder in der freien Natur fair zu Tieren bleiben, dann könnte man wieder von einer Auswilderung sprechen.
Es ist einfach sich über Tierhaltung zu empören, aber den komplexen Knoten zu lösen mit der Beachtung des geschichtlichen Hintergrundes und mit genauen Zukunftsvorstellungen fällt den meisten Kritikern schwer.

umwelt
28.05.2006, 23:59
hi,

das problem sind nicht (nur) die lebenden tiere sondern die züchtung der tiere.

domestizierte tiere, die nicht nachgezüchtet werden, haben mit ihrer nichtexistenz kein problem und müssen auch nicht ausgewildert werden.
(das heisst nicht, dass tiere generell nicht geboren werden sollten, sondern nur, dass man keine tiere unnatürlich züchten soll)

wie gesagt: gerettete tiere können nicht immer ausgewildert werden und _müssen_ von menschen versorgt werden, wenn sie nicht jämmerlich umkommen wollen. aber das ist eine auswirkung des problems.

gruss:

kilian

Lena
29.05.2006, 01:07
Ich stimme mit dir überein was die unnatürliche Züchtung angeht. Kein Tier trägt sein Junges im Bauch um es den leichenessenden Menschen zum Fraß vorzuwerfen.

Es ist durchaus eine Auswirkung des Problems, aber auch wir machen es den Tieren unmöglich wieder in ihren natürlichen Lebensräumen zu überleben.

umwelt
29.05.2006, 01:32
hi,

aber auch wir machen es den Tieren unmöglich wieder in ihren natürlichen Lebensräumen zu überleben.

wir als menschen oder wir als veggies?

bei menschen stimme ich zu :)

gruss:

kilian

Lena
29.05.2006, 02:43
Natürlich wir als Menschen ;) .

Kleine Randbemerkung: Nicht jeder Veggi ist Tierrechtler. Somit glaube ich auch dass ein Vegetarier aus "falschen" Gründen einem Tier weh tun würde...

umwelt
29.05.2006, 11:08
hi,

Natürlich wir als Menschen ;) .

ok :D

Kleine Randbemerkung: Nicht jeder Veggi ist Tierrechtler.

jo, die meisten sind tierschützer die tierhaltung reformieren aber nicht abschaffen wollen.

gruss:

kilian

Reserl
29.05.2006, 17:54
hi,

das problem sind nicht (nur) die lebenden tiere sondern die züchtung der tiere.

domestizierte tiere, die nicht nachgezüchtet werden, haben mit ihrer nichtexistenz kein problem und müssen auch nicht ausgewildert werden.
(das heisst nicht, dass tiere generell nicht geboren werden sollten, sondern nur, dass man keine tiere unnatürlich züchten soll)

wie gesagt: gerettete tiere können nicht immer ausgewildert werden und _müssen_ von menschen versorgt werden, wenn sie nicht jämmerlich umkommen wollen. aber das ist eine auswirkung des problems.

gruss:

kilian


Ja, stimmt, da geb ich dir recht.

Wer soll den wissen, ob die Tiere überhaupt Junge kriegen wollen, welche dann wieder unfrei sind...und dann soz. dem Menschen überlassen...

Ich habe auch schon mit dem Gedanken gespielt, meine Kaninchen auszuwildern, da ich eines kenne, das seit Jahren in einem nahe gelegenen Wald wohnt. Aber das hab ich dann doch nicht gemacht, da sie ihre Instinkte bisher ja nur wenig brauchten.

glg Resi

umwelt
29.05.2006, 18:01
hi,


Ich habe auch schon mit dem Gedanken gespielt, meine Kaninchen auszuwildern

jo, ich denke auch, dass das kaninchen seine natürlichen verhaltensweisen irgendwann verlernt (bzw nie wirklich erlernt hat) und damit aufgeschmissen wäre.
aber man könnte es ja in der wohnung frei hoppeln lassen (elektrokabel verstecken und wohnung vorher bissl absichern) und ihm im garten bspw. einen auslauf bauen.

gruss:

kilian

Reserl
29.05.2006, 18:06
Auslauf haben sie einen großen und einen kleineren. Und eine Zeit warn sie in einem Offenstall untergebracht, aber da die eine schon 9 ist, war´s ihr zu kalt vielleicht, jedenfalls hat sie dann Mittelohrentzündung kriegt. Jetzt haben sie halt täglichen Auslauf, wenn´s nicht grade regnet. (wie heute :( )

Und Pferde kann man leider auch nicht auswildern... :) Jedenfalls nicht in unseren Breiten. Aber mein Pflegi is eh kastriert, da gibt´s dann wenigstens keine Nachkommen, die da reingeboren werden! :D

glg Resi

umwelt
29.05.2006, 18:09
hi,
ja, tieren, die sowieso schon leben, kann man immernoch helfen, indem man ihre lebensbedingungen verbessert.
gruss:
kilian

Reserl
29.05.2006, 18:13
Ja, das ist die Pflicht von denen, die sie unfrei leben lassen! Also das mindeste, was sie tun können.

Leider hat der Mensch schon soviel angerichtet, dass es schwer ist, wieder zur natürlichen Vegetation und somit zu freien Tieren zurückzukehren. Bin gespannt, was die Menschheit noch alles anrichten will, bevor sie sich wieder ihrer Bestimmung und dem eigentlichen Lebenssinn besinnen. Kann aber lange dauern... *seufz*

umwelt
29.05.2006, 18:15
je mehr leute merken, dass das eine sackgasse ist (ist es doch, oder? - will ja keine leeren behauptungen aufstellen), desto leichter fällts uns später.
denke ich.
gruss:
kilian

Reserl
29.05.2006, 18:21
Früher (also ganz früher), da hatten die Leute doch auch Hunde, oder? Z.B. die Indianer?? Und Pferde, das war aber eher so, wenn die nicht mehr da sein wollten bei denen, konnten die da weglaufen?? Also, bei den Hunden kann ich´s mir ja vorstellen, aber die Pferde? Die Indianer waren sowieso (also die alten Stämme jetzt) gescheite Leute. Die haben mit Mäusen Tauschgeschäfte gemacht und für jedes aus Notwendigkeit getötete Leben um Vergebung gebetet. Find ich irgendwie total nett von denen. :D

Reserl
29.05.2006, 18:22
je mehr leute merken, dass das eine sackgasse ist (ist es doch, oder? - will ja keine leeren behauptungen aufstellen), desto leichter fällts uns später.
denke ich.
gruss:
kilian

Jaja, eine Sackgasse. Aber man kann ja auch gegen die Einbahn fahren! :D

umwelt
29.05.2006, 18:39
hi,

und für jedes aus Notwendigkeit getötete Leben um Vergebung gebetet. Find ich irgendwie total nett von denen. :D

naja, ob das betroffene tier das auch nett fand, is die frage.
aber ich gebe dir recht, dass es gesellschaften gab, in denen tierausbeutung quantitativ nicht eine derart grosse problematik wie heute darstellte.

gruss:

kilian

Lena
30.05.2006, 16:11
hi,

naja, ob das betroffene tier das auch nett fand, is die frage.


Das selbe hab ich mich auch gefragt :D . Ich mein ich kann auch nicht darauf hoffen Gottes Gnade zu erhalten, nachdem ich einen Menschen getötet habe, genauso ist es auch bei Tiere. Mord ist nunmal Mord. Und das haben wir alle getan ehe wir Vegetarier/Veganer geworden sind ;) .

Reserl
31.05.2006, 14:37
Trotzdem finde ich es in diesem Fall schon eher gerechtfertigt. (eher...)
Weil es ums reine Überleben ging. Aber wir sind nicht darauf angewiesen,weil in unseren Breiten genug Pflanzen wachsen. Aber da war es reine Notwendigkeit. Was nicht heißt, dass ich es gut finde.
Aber fairer finde ich es auf jeden Fall.

NightShade
22.06.2006, 14:43
Hallo!
Um nochmal zum eigentlichen Thema zurückzukommen:
Es geht doch auch darum, dass man zum reiten meist den Willen des Pferdes brechen muss, damit auf ihm reiten kann. :mad:
Pferde haben nicht wirklich gerne ein Raubtier auf dem Rücken sitzen.
Darum ist es erforderlich, vom Pferd nicht als Raubtier, sondern als Freund bzw. Pferdekumpel angesehen zu werden.
Viele Tiere/Pferde sind gerne auch mit Menschen zusammen - solange sie Respektvoll und artgerecht als möglich behandelt werden. Klar ist das keine Rechtfertigung, Tiere einzusperren!!

Ich bin kein Mitläufer - darum laufe ich niemandem nach sondern folge meinem Herzen! Mein Herz sagt mir, man soll auch mal die Tiere fragen - auch sie haben viel interessantes zu sagen und man kann viel von ihnen lernen. In gewisser Hinsicht haben wir sowiso die gleichen Ziele - Veganer und Tiere (ist ja logisch...) Ich will euch jetzt nicht mit meinem esoterischen Zeugs zulabern, aber das ganze ist für mich viel leichter zu verstehen, wenn ich daran denke, dass alle Lebewesen im Leben lehren und lernen!
Delfine sind intelligente Tiere. Warum schwimmen sie dennoch ins Netz? Um den Menschen etwas zu lehren. Nämlich, dass ein Thunfisch nicht weniger wert ist, als ein Delfin. Also gegen Speziesismus. ;)

Wenn ihr das für Schwachsinn haltet, was ich da grade von mir gegeben hab - kümmert euch nicht mehr darum und vergesst es.
Ihr könnt aber auch darüber nachdenken, dass jedes Lebewesen auf der Erde eine Seele hat und diese Seele hat eine bestimmte Aufgabe!

Ich bin jetzt zwar wieder vom Thema abgekommen, aber diese Tatsache hilft mir, vieles besser zu verstehen. Aber es hilft mir nicht wirklich mit meinem Problem, ob ich mein Pflegepferd reiten soll. Es ist mir zwar klar, dass ich mich um ihn kümmer muss, da er ja sonst... ihr wisst schon.
Aber ich muss auch Kinder auf ihm führen. Das macht es für mich noch schwerer, ob ich das unterstützen soll. :(

Meine Anwesenheit bei ihm stellt zwar eine Verbeserung in seinem Leben dar, aber ich weiß dennoch nicht, ob es richtig ist. Mein Pferd zeigt mir zwar, dass es für ihn richtig ist, aber ob es im Großen und Ganzen gesehen richtig ist...


Dass es falsch ist, Pferde zu quälen, ihren Willen zu brechen und sie auf engstem Raum einzusperren, wisse hoffentlich alle.
Aber ich habe gelernt, dass Pferde ihrem Leittier (in diesem Fall kann das auch ein Mensch sein) blind folgen, ohne irgendeinen Druck auszuüben! Und das ist für alle Pferde eine neue Erfahrung, und somit eine Verbesserung ihres Lebens! Denn Pferde können ja ganz leicht missbraucht werden, weil sie keinen Schmerzlaut haben.

Durch diese Eisenstange im Maul wird dem Pferd Schmerz zugefügt. Durch Peitsche und Sporen auch. Wenn man das nicht hat, kann man das Pferd zu nichts zwingen, sondern es bitten und die meisten nehmen es dankbar an und freuen sich am neuen Umgang und dem wiedergewonnenen Respekt.

Ich dreh mich grad ziemlich im Kreis. Einerseits ist für mich die einzig akzeptable Reitweise das Rai-Reiten (www.rai-reiten.de). Andererseits ist es nicht gerechtfertigt, überhaupt zu reiten. :confused:
Es ist ja quasi eine Belustigung für den Menschen, sich auf ein Pferd zu setzen. Andererseits, was würden Pferde den ganzen Tag ohne Beschäftigung machen? Da wären wir wieder da: Man soll sie gar nicht erst einsperren!

Sorry, ist etwas lang geworden, aber ich beschäftige mich mit fast nix anderem mehr. Ich lasse mich gerne belehren. :)
Das ist meine eigene kleine Sackgasse.

hyllbyll
28.06.2006, 22:04
Also ich finde das Rieten ist keine Tierquälerei, solange man mit dem Pferd gut umgeht (es pflegt, etc.) Wenn man mit einem Pferd befreundet ist, dann lässt es sich gerne reiten!! Es muss nicht gezwungen werden!! Man muss den willen vom Pferd nicht brechen, um es zu reiten. Die meisten Rieter (zumindest die, die nicht im spitzensport mitreiten, da ist es meistens anders) haben eine enge Bindung zu ihrem Pferd. Sie sind richtig mit ihm befreundet und brechen seinen Willen nicht. Das Pferd macht es FREIWILLIG!! Die meisten Pferde stehen ja auch offt auf der weide (auf dem Hof, af dem ich reite auch offt im Winter) und haben viel Bewegung. Die Rieter gehen gut mit ihnen um. Ich finde es ist quälerei, wenn man das Pferd zu etwas zwingt, aber zB. wenn ein Pferd gerne springt, warum sollte man nicht mit ihm Pakures reiten?
Viele Pferde werden auch gequält (z.B. auf Rennbahnen, etc.), aber dann kann man nicht sagen, Reiten ist Tierquälerei, oder sowas. Ich denke, einem Pferd macht ein gemütlicher Ritt durch den wald genauso viel Spaß, wie dem Reiter. Und ich denke nicht, dass auch nur ein einziges Pferd auf dem Hof, auf dem ich reite gezwungen wird irgentetwas zu tun!!

glg Agnes

Squeaky
17.07.2006, 17:58
Ich denke, Reiten muss keine Quälerei sein. Pferde mögen solange Reiten, wie sie ihrem Reiter vertrauen und dieser sich auch für eine harmonische Verbindung von Pferd und Reiter einsetzt und das Pferd zu nichts zwingt. Dann kann das Reiten sowohl für Mensch als auch Pferd ein Vergnügen sein.

Ich reite selber seit mehreren Jahren und habe auch seit etwa 4 Jahren ein eigenes Pferd, meine liebste La Luna, die mir mittlerweile wirklich sehr ans Herz gewachsen ist. Daher möchte ich auch nicht, dass Reiten für sie nur eine Quälerei ist.
Vorgestern habe ich mal ausprobiert, ohne Trense zu reiten, also nur mit Sattel und Halfter, an das ich die Zügel befestigt habe. Erst hatte ich ja noch ein wenig Bammel, bevor ich aufstieg, aber zu meiner Freude klappte alles prima, was auch nicht so verwunderlich war, da La Luna ein echt braves Pferd ist. Dennoch muss ich wohl noch ein wenig üben, ohne Gebiss zu reiten, da es noch ein wenig chaotisch lief, aber ich hatte voll und ganz Vertrauen in Luna und sie anscheinend auch in mich. Ich denke, das ist auch das Wichtigste beim Reiten.
Leider war die Halfter/Zügel-Lösung nicht die optimalste, da das Halfter ja nicht für Zügel vorgesehen ist, hat jemand eine bessere Lösung?

Vor einem halben Jahr habe ich den Hof gewechselt und bin darüber echt froh. In dem alten Reitstall war eigentlich alles nur auf den Reitsport fixiert, während auf dem neuen Reithof die Tiere im Mittelpunkt stehen.
Momentan steht Luna seit dem Frühling zusammen mit fünf anderen Pferden auf einer großen Weide Tag und Nacht. Im Herbst wird sie dann wieder in ihre Box reingeholt, wo ich sie dann natürlich täglich zur freien Bewegung in der Halle oder zum Reiten raushole.
Meine Reitlehrerin ist auch klasse, sie geht sehr auf das Wohlbefinden von Reiter und Pferd ein und ist nicht darauf aus, aus uns beiden Dressurprofis zumachen, sondern dass ich mich auf dem Pferd wohl fühle und das Pferd sich unter mir wohl fühlt.
Ein Mann, den ich dort kennen gelernt habe, reitet immer ohne Sattel und an das Halfter hat er nur einen einzelnen Strick gebunden, mit dem er das Pferd führt. Während ich ihm dabei zuschaue, scheint das Ganze auch prima zu funktionieren. Ich hab ihn mal danach gefragt, wie er das macht, und er gibt mir immer gute Tips.
Auf dem Hof gibt es nicht nur Pferde, sondern auch Katzen, Hunde, Gänse, Ziegen und Esel, die im Sommer alle frei auf dem Hof rumlaufen dürfen. Vor den Ziegen und Gänsen muss man sich zwar manchmal etwas in acht nehmen, aber alles in allem bin ich sehr zufrieden auf dem neuen Hof.

NightShade
18.07.2006, 22:47
Ich denke, Reiten muss keine Quälerei sein. Pferde mögen solange Reiten, wie sie ihrem Reiter vertrauen und dieser sich auch für eine harmonische Verbindung von Pferd und Reiter einsetzt und das Pferd zu nichts zwingt. Dann kann das Reiten sowohl für Mensch als auch Pferd ein Vergnügen sein.

Klar, aber wo beginnt "zwingen". Meiner Meinung nach kann man mit jedem noch so "weichem" Gebiss ein PFerd zwingen.


Vorgestern habe ich mal ausprobiert, ohne Trense zu reiten, also nur mit Sattel und Halfter, an das ich die Zügel befestigt habe. Erst hatte ich ja noch ein wenig Bammel, bevor ich aufstieg, aber zu meiner Freude klappte alles prima, was auch nicht so verwunderlich war, da La Luna ein echt braves Pferd ist. Dennoch muss ich wohl noch ein wenig üben, ohne Gebiss zu reiten, da es noch ein wenig chaotisch lief, aber ich hatte voll und ganz Vertrauen in Luna und sie anscheinend auch in mich. Ich denke, das ist auch das Wichtigste beim Reiten.

Schön! :)
Ist meistens auch so, dass man seinem Pferd soetwas nie zutrauen würde, und so manche "schlimmen" notorischen Durchgänger ohne Waffen (gegen die sie sich wehren müssen) gerne freiwillig mitmachen. :)

Leider war die Halfter/Zügel-Lösung nicht die optimalste, da das Halfter ja nicht für Zügel vorgesehen ist, hat jemand eine bessere Lösung?

Ja, es gibt eh mittlerweile schon viele gebisslose Zäumungen auf dem Markt. Ich nehme an, du reitest englisch!? Da gibts das Bitless Bridle (http://www.gebisslos-reiten.de/).
Beim Westernreiten (kannst du natürlich auch als Englsichreiter verwenden :D ) das Side Pull, Knotenhalfter (keine gute seitliche Einwirkung),... Oder wie ich das Bändele, welches bei der Rai-Reitweise verwendet wird.

Liebe Grüße
Melanie

Squeaky
19.07.2006, 00:10
@ NightShade:
Danke für den Tip mit dem Bitless Bridle bzw. dem Side Pull, Bändele etc. Ich werd mich mal danach umsehen im Reitgeschäft, ich hoffe die führen sowas.
EDIT: Ja, ich reite Englisch, würde aber auch zu gerne mal andere Reitstile, wie z.B. Western, ausprobieren.

Wenn Gewalt angewendet wird und das Pferd sich dem absolut nicht entziehen kann, ist das auf jeden Fall eine Art des "Zwingens".
Gewalt darf aber niemals eine Methode sein, seinem Pferd klar zu machen, wer das Sagen hat. In der Beziehung Pferd-Mensch sollte zwar der Mensch der "Boss" sein, sozusagen das Leittier, aber das darf keine Legitimation sein, seine Macht zu missbrauchen. Stattdessen sollte der Mensch zwar streng und konsequent sein, also keine Faulheit oder Frechheit durchgehen lassen, aber nichtsdestotrotz fair gegenüber dem Pferd sein, seine Wünsche und seine Bedürfnisse beachten und sich darum bemühen, dem Pferd dafür etwas wiederzugeben, dass es einem so treu dient. Dann wird sich das Pferd auch gerne und freiwillig dem "Leittier" unterordnen.
EDIT: Schließlich wollen wir doch, dass das Pferd uns aus Respekt und Vertrauen folgt, und nicht aus Angst oder Zwang.

NightShade
19.07.2006, 12:07
@ NightShade:
Danke für den Tip mit dem Bitless Bridle bzw. dem Side Pull, Bändele etc. Ich werd mich mal danach umsehen im Reitgeschäft, ich hoffe die führen sowas.
EDIT: Ja, ich reite Englisch, würde aber auch zu gerne mal andere Reitstile, wie z.B. Western, ausprobieren.

Bitte, bitte. :)
Ich hoffe auch, dass die sowas führen. Bei uns im Sportgeschäft gibts nur ein Hackamore, welches ja auch ziemlich scharf wirken kann und man damit ein Pferd zwingen und quälen kann.
Ich bin früher auch englisch geritten, was mit absolut nicht gefallen hat - ich hatte natürlich auch nicht so einen guten Lehrer wie du der die Pferde respektiert. :)
Mein Pflegepferd Snoopy bin ich anfangs auch mit Gebiss geritten. Danach kam die Bastelphase, wo ich mir selbst gebisslose Zäumungen bastelte. :)
Nunja, danach ist meine Schwester auf das Rai-Reiten (http://www.rai-reiten.de) gekommen, und nach einigen Überlegungen war ich dann sicher, dass das genau das ist, was ich möchte. Meinem Pferd nicht weh tun und mit ihm schöne Stunden verbringen. (Und ich bin sicher, ihm gefallen sie auch - denn wenn er es nicht wollte, könnte er mit mir - bin ja sozusagen "unbewaffnet" - machen was er will.) :D



Wenn Gewalt angewendet wird und das Pferd sich dem absolut nicht entziehen kann, ist das auf jeden Fall eine Art des "Zwingens".
Gewalt darf aber niemals eine Methode sein, seinem Pferd klar zu machen, wer das Sagen hat. In der Beziehung Pferd-Mensch sollte zwar der Mensch der "Boss" sein, sozusagen das Leittier, aber das darf keine Legitimation sein, seine Macht zu missbrauchen. Stattdessen sollte der Mensch zwar streng und konsequent sein, also keine Faulheit oder Frechheit durchgehen lassen, aber nichtsdestotrotz fair gegenüber dem Pferd sein, seine Wünsche und seine Bedürfnisse beachten und sich darum bemühen, dem Pferd dafür etwas wiederzugeben, dass es einem so treu dient. Dann wird sich das Pferd auch gerne und freiwillig dem "Leittier" unterordnen.
EDIT: Schließlich wollen wir doch, dass das Pferd uns aus Respekt und Vertrauen folgt, und nicht aus Angst oder Zwang.

Natürlich, man muss der Boss sein, und das geht ohne Gewalt.
Und was ich auch ganz wichtig finde ist das Belohnen. Pferde werden meist gezwungen, weil sie sich zwingen lassen. Andere Tiere, die dressiert werden, werden dafür belohnt, das Pferd aber nur gezwungen und bestraft.
Und was wäre für ein Pferd eine bessere Belohnung als Futter, wo es ja die meiste Zeit seines Lebens damit verbringen möchte... ;)

Liebe Grüße
Melanie

Squeaky
19.07.2006, 12:22
Und was wäre für ein Pferd eine bessere Belohnung als Futter, wo es ja die meiste Zeit seines Lebens damit verbringen möchte...

Hehe, ja das mit dem Futter als Belohnung ist eine gute Sache. Vor allem wenn man so ein gefräßiges Pferd wie ich hat, das für eine Portion Hafer fast alles tun würde :rolleyes: .
Ich glaube, jedes Pferd und auch jeder Mensch, also im Prinzip alle Lebewesen, lernen schneller und lieber, wenn sie nicht bestraft, sondern belohnt werden.

NightShade
19.07.2006, 12:53
Genau. :)
Das wichtige daran ist halt, dass sie nicht zu betteln anfangen (und die Belohnung nach der "Leistung" gegeben wird, sonst kann das Pferd es nicht damit in Verbindung bringen) und einen noch ernst nehmen (also keine Futtermaschine für das Pferd wird ^^).

Midusi
05.08.2006, 12:44
Too early...

SeMaBa
06.11.2007, 16:46
ich finde reiten persönlich als tierquälerei, das pferd ist nicht gebaut um einen reiter zu tragen da hilft auch kein züchten, der pferderücken wurde gebaut um den körper mit den orangen zu tragen...zu mehr nicht...Auch das Gebiss ist tierqüalerei den die zunge beim pferd ist viel sensibler als beim menschen, durch das gebiss können zähne verformt werden, stellt euch vor ihr hättet eine eisenstange im mund an dem gezogen wird...ich denke keiner würde das als angenehm empfinden.
Pferdesport sollte verboten werden, überhaupt das reiten, die pferde werden verletzt, gebrochen und misshandelt, kein pferd würde freiwillig über so ein hindernis springen.
ich habe selbst ein pferd, ich arbeite mit ihm nach Nevzorov Haute Ecole und wir haben schon sehr große vorschritte gemacht, ich bin wirklich zufrieden und er auch.

hier ist ein schönes video: http://youtube.com/watch?v=IXR_SW_soII

viel spaß beim anschaun

SeMaBa
06.11.2007, 16:53
ihr könnt mir gerne fragen stellen

NightShade
06.11.2007, 20:12
Diese Form der hohen Schule gefällt mir verhältnismäßig sehr gut.

Ein Pferderücken kann, auch ohne dass man ihn durch unnatürliche Haltung tragfähig macht, sehr wohl sehr gut "Lasten" tragen. Sie sind in der lage, durch anspannen des Nackenbandes, dass wir eine art Brücke fungiert, auch Menschen zu tragen ohne dass sie davon schaden Tragen.

Zum Thema Trensen/Gebisse gibts nichts weiteres zu sagen als dass diese unnützen dinger Tierquälerei sind und alles andere als angenehm fürs pferd. Noch dazu neigen Pferde dazu, sich gegen diesen Druck (auch von anderen Hilfsmitteln wie Gerte, Sporten, etc) zu wehren und so entstehen dann die "Problempferde" (Schläger, Steiger, notorische Durchgänger), die schlussendlich beim Schlachter landen.

Dieses Video ist ja (am beginn) schrecklich! :eek::(
Da braucht man eigentlich gar nichts zu sagen, ausser, dass es auch anders geht!!!!!!!! (wie auch am schluss -ansatzweise-gezeigt)

Auch "richtig" verwendete Trense/Gerte/Sporen sind Unterdrückungsmittel für das Pferd! Auch wenn damit dem Pferd kein direkter Schmerz zugefügt wird ist es eine Waffe!

SeMaBa
06.11.2007, 22:21
Diese Form der hohen Schule gefällt mir verhältnismäßig sehr gut.

Ein Pferderücken kann, auch ohne dass man ihn durch unnatürliche Haltung tragfähig macht, sehr wohl sehr gut "Lasten" tragen. Sie sind in der lage, durch anspannen des Nackenbandes, dass wir eine art Brücke fungiert, auch Menschen zu tragen ohne dass sie davon schaden Tragen.


Ja, wie in dem video gezeigt kann ein natürlich (!!!) versammeltes Pferd einen Menschen tragen, aber sobald man das pferd zwingt sich zu versammeln wie zum beispiel die dressurreiter mit dem gebiss kann das Pferd den Reiter auch nicht richtig tragen, da es selber damit zu kämpfen hat seine Balance zu halten weil ständig sein Kopf kontrolliert wird....

hier ist nochmal ein video von nevzorov wie er arbeitet ist aber in russisch, ich verstehe auch kein wort, aber das video kann man auch ohne worte verstehen finde ich:

http://video.google.com/videoplay?docid=3020839443123735410&hl=en

SeMaBa
06.11.2007, 22:33
Dieses Video ist ja (am beginn) schrecklich! :eek::(
Da braucht man eigentlich gar nichts zu sagen, ausser, dass es auch anders geht!!!!!!!! (wie auch am schluss -ansatzweise-gezeigt)

Warum nur ansatzweiße? bitte sag mir was du darüber denkst

NightShade
06.11.2007, 22:49
Naja auch diese Pferde haben vergleichsweise zu "normal" am langen Zügel gerittenen Pferde eine eher unnatürliche Haltung und springen (pardon) dumm in der gegend herum. Also ich als Pferd würde lange Ausritte vorziehen, da dies auch zum normalen Verhalten dieser Lauftiere gehört.

Auch ein nicht versammeltes Pferd (egal ob jetzt "natürlich" oder mit Gebissen etc) ist in der lage, eine Last zu tragen. Das merkt man unter anderem daran, dass das Pferd den Kopf bei schwerern Lasten tiefer trägt als bei leichter. So wird das Nackenband angespannt und das Pferd trägt davon keinen Schaden.

SeMaBa
06.11.2007, 23:02
mich würde sehr interessieren auf welchen wissenschaflichen Beweisen du deine Theorie stützst. Wenn du solche Aussagen triffst dann hast du dich sicherlich auch mit der Anatomie des Pferdekörpers beschäftigt. Und wenn du dieses getan hast, dann kannst du mir sicherlich sagen wie sich die scheinbare Beweglichkeit des Körpers hinsichtlich Abduktion/Adduktion verhält? Du kannst mir auch sicherlich sagen wievile Wirbel ein Pferd hat und wie verhält sich die Wirbelsäule in dem Rumpfbereich hinsichtlich der Seitwärtsbewwegung? Und du weißt auch sicherlich wozu Mm. Serratus ventralis zuständigh ist?

NightShade
06.11.2007, 23:16
Bezüglich deiner anatomischen Fragen kann ich dir leider keine Antwort geben, es wär aber toll wenn du mich darüber informieren könntest.

Da ich das Rai-Reiten als eine der einzigen akzeptablen Varianten zum Umgang mit dem Pferd sehe, basiert mein Wissen - oder nicht wissen, da ich mich nicht allzusehr mit der anatomie beschäftigt habe, jedoch aufgrund Zahlreicher Erfahrungsberichte - auf den im Buch "Natürliches Reiten" von Fred Rai angeführten Berichten und Recherchen über seine natürliche Reitweise in natürlicher Haltung der Pferde.

SeMaBa
06.11.2007, 23:24
ich kann dir zum beispiel sagen das das pferd 7 halswirbel, 18 brustwirbel, 6 lendenwirbel, 5 kreuzwirbel und 18 schwanzwirbel hat....und die anderen sachen kann ich dir auch erklären....das würde aber sehr viel zeit in anspruch nehmen, so würde ich dir empfehlen einen guten anatomie atlas zu kaufen, gibts für 90 euro für die hippologie experten und selber rauszufinden warum man die pferde niemals ohne versammlung reiten kann...

SeMaBa
06.11.2007, 23:26
oder komme einfach zu unserem forum www.hauteecole.ru/en (http://www.hauteecole.ru/en) , dort kannst du auch viel lernen

NightShade
07.11.2007, 08:52
Das mit den Wirbel hätte ich dir auch sagen können. ;)
Bei der Versammlung sind wir uns vielleicht nicht einig aber wir sind uns einig das man nicht SO mit einem Pferd umgehen kann. ;)

In dem Forum bin ich glaub ich sogar schon angemeldet. ;)

SeMaBa
07.11.2007, 19:28
wie heißt du dann in dem forum?

NightShade
08.11.2007, 11:33
Um ehrlich zu sein: ich hab keine Ahnung mehr wie ich in dem Forum heiße. Ich weiß nur dass ich nur einige wenige Beiträge geschrieben habe.

squirrely
13.09.2008, 12:42
ich bin früher mal geritten aber da war ich nicht mal vegetarier! ich finde reiten nicht gut, ich bezweifle, dass es den tieren spaß macht...! überhaupt sind die sachen (sattel ect.) nicht aus leder? bei dem ich reiten war hat immer gesagt: "wichtig ist was du willst, und nicht was das pferd will". deswegen hab ich dann augehört...so n idiot!!

NightShade
13.09.2008, 12:53
ich bin früher mal geritten aber da war ich nicht mal vegetarier! ich finde reiten nicht gut, ich bezweifle, dass es den tieren spaß macht...! überhaupt sind die sachen (sattel ect.) nicht aus leder? bei dem ich reiten war hat immer gesagt: "wichtig ist was du willst, und nicht was das pferd will". deswegen hab ich dann augehört...so n idiot!!

Ja, bei den "konventionellen" Reitweisen wird meist leider keinerlei Rücksicht auf die Pferde genommen. Wichtig ist da nur, dass das Pferd macht, was der Reiter sagt. Lustigerweise werden den Pferden dann meist menschliche Verhaltensweisen zugesprochen. :rolleyes:

Ob den Pferden das reiten Spaß macht kann ich nicht sagen (man könnte sie jedoch fragen).
Ich empfand es jedoch immer als äußerst wichtig, dem Pferd beim reiten keine Schmerzen zuzufügen. Was man zwangsläufig nur durch weglassen der schmerzbringenden Hilfsmittel wie Peitsche, Sporen und Gebiss erreichen kann - also jegliches Werkzeug, mit dem man dem Pferd (auch unbewusst) Schmerzen zufügen könnte.

Alternativen zu Gebissen sind ja schon weit verbreitet und bekannt - Sidepull, Knotenhalfter, Bosal, Bändele,... um nur einige zu nennen.

Knotenhalfter und Bändele sind auch nicht aus Leder sondern Kunststoff - auch sind bereits Kunststoffsättel leicht zu bekommen.

glg

squirrely
13.09.2008, 14:25
Ja, bei den "konventionellen" Reitweisen wird meist leider keinerlei Rücksicht auf die Pferde genommen. Wichtig ist da nur, dass das Pferd macht, was der Reiter sagt. Lustigerweise werden den Pferden dann meist menschliche Verhaltensweisen zugesprochen. :rolleyes:

Ob den Pferden das reiten Spaß macht kann ich nicht sagen (man könnte sie jedoch fragen).
Ich empfand es jedoch immer als äußerst wichtig, dem Pferd beim reiten keine Schmerzen zuzufügen. Was man zwangsläufig nur durch weglassen der schmerzbringenden Hilfsmittel wie Peitsche, Sporen und Gebiss erreichen kann - also jegliches Werkzeug, mit dem man dem Pferd (auch unbewusst) Schmerzen zufügen könnte.

Alternativen zu Gebissen sind ja schon weit verbreitet und bekannt - Sidepull, Knotenhalfter, Bosal, Bändele,... um nur einige zu nennen.

Knotenhalfter und Bändele sind auch nicht aus Leder sondern Kunststoff - auch sind bereits Kunststoffsättel leicht zu bekommen.

glg

wie meinst du das mit dem fragen eigentlich??

Mausispatz
13.09.2008, 14:42
Tierkommunikation. Kannst mal die Suchfunktion diesbezüglich benutzen

Jannastar
13.10.2008, 18:05
Ich bin mit Pferden groß geworden und ich denke es kommt immer auf die Haltung an. Ich halte nichts von Menschen die ihr Pferd Tag und Nacht in der Box stehen lassen, sie bestehen schließlich nicht aus Zucker und können bei Regen auch mal Drausen bleiben und sich unter einen Baum stellen. Daher haben wir unsere Pferde sogut es ging immer in einen Offenstall gestellt, wo sich die Pferde selber aussuchen können ob sie Drausen oder Drinnen sind. Ebenfalls finde ich die Leute schrecklich die ihr Pferd ganz alleine auf eine Wiese stellen, schließlich sind sie Herdentiere. Besonders finde ich diejenigen schlimm, die das Hengst sein ihres Pferdes als Grund dafür nehmen, schließlich kann man das PFerd mit dann mit anderen männlichen Pferden zusammen stellen oder es kastrieren lassen. Auch halte ich von Gerte und Peitsche nichts, wer sich nur mit Gerte respekt von seinem Pferd hollen kann ist jämmerlich.

Menja
16.11.2008, 21:28
Hi,
also ich reite seit etwa 6 jahren. seit ich´im september Vegan geworden ´bin, habe ich den alten ledersattel auf dem dachboden gepackt und reite jetzt ohne sattel. Dazu habe ich von einer befreundeten reitlehrerin die indianische reitweise gelernt. Dass pferd läuft ohne alles , zusammen mit seinem reiter. Natürlich meistens im gelände. Ich habe mein pflegepferd seit Februar. 4 monate etwa bin ich mit trense, REithalfter mit speerriemen, ledersattel und martingal geritten. Er war immer sehr nervös.
Seit ich aber nach der indianischen methode reite, ist er sehr viel ruhiger( natürlich immer noch tempereamentvoll, er ist grade mal 6). Ich kann ihn auf einen riesigen maisfeld locker halten. Er hört auf jedes wort, und machte gerne die traversale. Mittlerweile freut er sich immer mehr, wenn ich dabin. Damals ging er gleich weg.

also kurz: rEiten, Ja: aber vegan^^

Linda
16.11.2008, 21:44
also kurz: rEiten, Ja: aber vegan^^

Reiten ja. Ist es vegan? Nein!

nova
17.11.2008, 09:31
Hi,
also ich reite seit etwa 6 jahren. seit ich´im september Vegan geworden ´bin, habe ich den alten ledersattel auf dem dachboden gepackt und reite jetzt ohne sattel. Dazu habe ich von einer befreundeten reitlehrerin die indianische reitweise gelernt. Dass pferd läuft ohne alles , zusammen mit seinem reiter. Natürlich meistens im gelände. Ich habe mein pflegepferd seit Februar. 4 monate etwa bin ich mit trense, REithalfter mit speerriemen, ledersattel und martingal geritten. Er war immer sehr nervös.
Seit ich aber nach der indianischen methode reite, ist er sehr viel ruhiger( natürlich immer noch tempereamentvoll, er ist grade mal 6). Ich kann ihn auf einen riesigen maisfeld locker halten. Er hört auf jedes wort, und machte gerne die traversale. Mittlerweile freut er sich immer mehr, wenn ich dabin. Damals ging er gleich weg.

also kurz: rEiten, Ja: aber vegan^^

also die besitzerin deines Pflegepferdes erlaubt dir ihr pferd "ohne alles" zu reiten?? boah, das würd ich nie erlauben.

wozu hast du denn nen eigenen sattel aufn dachboden wenn du kein eigenes pferd hast?

und was heißt bei dir "ohne alles"? auch keine Trense also irgendwas am kopf?

*lach* irgendwie komischer beitrag, sorry. ich kann nur sagen man muss nicht gleich "ohne alles" reiten, es gibt auch alles was ein reiter sonst braucht was sonst aus leder ist aus lederimitat.....

Menja
17.11.2008, 16:42
Hallo,
Ja, er hat es erlaubt. Der Sattel liegt auf meinem dachboden, weil er keinen hat(der besitzer). Ich durfte diese Reitweise auch nur wählen, weil ich die versicherung übernommen habe. Ich reite meisten ohne Trense ect. (natürlich mit reitkappe).
Hier die seite dieser reitweise
http://www.mensch-und-pferd.com/
Lg,

NightShade
17.11.2008, 23:32
Ohne Sattel würd ich trotzdem auf die Dauer nicht empfehlen. Durch den Sattel wird das Gewicht des Reiters gut auf dem Pferderücken verteilt - ohne Sattel hingegen drückt das Gewicht punktuell auf den Rücken.
Ausserdem ist meines Wissens das Gewicht des Reiters ohne Sattel zu weit vorne - belastet als die Vorhand des Pferdes stärker.

Ich würd sagen, wenn ein Sattel da ist kann man den ruhig verwenden, auch wenn er aus Leder ist. Nur einen neuen Ledersattel würd ich mir als Veganer nicht anschaffen. ;)

Aber ich finde es toll, dass du dein Pferd auf eine natürlichere Reitmethode umgestellt hast. Es ist klar, dass das Pferd dadurch ruhiger wird, weil es ja nicht mehr durch die Trense, etc "angegriffen" wird und sich wehren muss. =)

LG NightShade

nadeshda
18.11.2008, 10:44
Hallo!

Also ich hab mir den Link auch mal angesehen und muss zugeben, dass mir das 1. Video mit dem Schimmel da gar nicht gefällt. Unter den anderen Videos ist ein Mädchen auf einem Braunen mit Sattel und mit englischem Zaum, die gefällt mir!

Und zwar aus folgendem Grund: ich denke man sollte sich generell fragen ob es okay ist Tiere zu nutzen. Als Reiter muss man diese Frage natürlich mit "JA" beantworten, denn man nutzt sie ja für en eigenen Spaß!
Als nächstes sollte man sich damit auch der Verantwortung bewusst sein, die man sich damit aufbürdet. Die ist nicht klein und reicht von Haltungsbedingungen über Fütterung und natürlich zur ach so umstrittenen Reitweisen-Frage!
Früher dachte ich auch immer: böse böse diese ganzen Reiter, die ihrem Pferd einen Sattel und ein Gebiss zumuten! Und wahrscheinlich auch noch Sporen und Gerte!
Heute weiss ich es ein bisschen besser!

Man muss sich ja auch immer ein wenig fragen woher das alles kommt und welchen Sinn das macht! Ursprünglich, was der gemeine Reiter nämlich irgendwie verdrängt hat geht es nämlich um die Gesunderhaltung der Pferdes und somit seiner Leistungskraft. Beim Reiten gymnastiziere ich mein Pferd um seine Muskeln derart zu stärken, dass es mich überhaupt über längere Zeit hinweg tragen kann! Wenn es darüber hinaus nicht lernt meine Last als Reiter mit der Hinterhand aufzunehmen wird es früher oder später Probleme mit der Vorahnd bekommen und so weiter und so fort...
Was natürlich die Frage aufwift: braucht man als moderner Mensch die Leistungsfähigkeit eines Pferdes um des eigenen Spaßes willen???

Ich will damit um gottes Willen nicht die Methoden mancher Reiter rechtfertigen (die meisten würde ich gerne mal so richtig dolle verhauen!) aber alles was nach "peace" aussieht muss auf die Dauer nicht immer gut sein...

Die heutige Reiterei ufert häufig in der pathologischen Verfolgungen längst vergangener Ziele meiner Meinung nach. Und es liegt in der Verantwortung eines Jeden, der sich dafür entscheidet sich größtmögliches und breitgefächertes Wissen anzueignen um sinnvoll handeln zu können!

ich weiss nicht viel, aber ich weiss das Dinge nie nur Schwarz oder Weiss sind!

Beste Grüße an alle Pferdefreunde! (bin nämlich auch einer!)

Es ist ein Geschenk den Edelmut dieser kraftvollen Tiere genießen zu dürfen! Jemand der das nicht erkannt hat macht mit jeder Reitweise alles falsch und jemand der es erkannt hat kann die Freundschaft eines Pferdes genießen, unabhängig von seiner Reitweise!

Menja
19.11.2008, 09:33
Hi NightShade
nee, ich kann den sattel nicht anfassen. Da wird mir übel. Beim ohne-sattel reiten sitze ich eine handbreit hinter dem wiederrist. Dazu lehne ich leicht nach hinten, was ja auch logisch ist, weil man sich dadurch besser halten kann. Ich glaube nicht, dass ich seine vorderhand über mäßig überanstrenge^^ Er ist ein Schlesweger kaltblut (ca 750 kilo)
und ist etwa 1, 55 m groß. ich dagegen bin 155 groß, wiege etwa 38-40 kilo und bin auch sonst sehr zierlich gebaut=)
lg

Peech
19.11.2008, 19:59
Ich glaube was NightShade sagen will ist, dass dein Gewicht MIT Sattel "optimal" (so optimal es denn sein kann...) auf dem Rücken des Pferdes verteilt wird.
Reitest du nun ohne Sattel, so wird das Gewicht eben nicht verteilt, sondern belastet den Rücken punktuell, egal wie man sich hinsetzt oder wie zierlich man ist.

Detlef
26.11.2008, 23:46
Antispezisistische Reiter gibt es sicherlich nicht. Einem Tier seine Freiheit zu nehmen widerspricht auch dem Veganismus. Gerade das Reiten drückt sehr den Wunsch von Menschen aus andere Wesen zu besitzen und zu beherrschen. Deshalb war und ist das Reiten bei Menschen in Führungspositionen auch so beliebt. Wer Menschen führen will, das wussten schon die Nazis, sollte erst mal lernen ein Pferd richtig zu führen. Und genau deshalb wurden Gauleiter im Reiten ausgebildet. Reiten hat also auch immer etwas mit diesem Machtbewusstsein zu tun anderen Wesen seinen Willen aufzudrücken. Und genau das ist für Veganer nicht akzeptabel.

Eine andere Frage ist, wie man mit den vielen domestizierten Pferden umgehen sollte. Es waere sehr schade, wenn Pferde aussterben würden. Einige Deichprojekte finde ich da ganz interessant.

Chimera
27.11.2008, 13:06
Reiten ist schlecht, aber Zwangsarbeit am Deich gut?

Detlef
27.11.2008, 22:52
Bei diesen Deichprojekten werden Tiere wieder ausgewildert. Das heisst, dass sie weder gefüttert, noch bejagd werden.