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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lieber sterben lassen und helfen.


derjoker
13.05.2006, 23:03
GEstern war ich in einem großen Shoppingcenter und als ich rausging, lag ein halbtoter Vogel in der Eingangstür. Der Kopf war draußen der Körper innen und die automatische Schiebetür, quetschte immer wieder seinen Hals zu. Kurz stand ich fassungslos da, keine Ahnung was ich tun sollte, und sah wie Menschen vorbei gingen. "Ist das eklig", "scheiß vogel", "selber schuld", waren die Kommentare. Ich setzte mich also direkt zwischen Tür und Vogel, so dass die Tür nicht mehr zugehen konnte und war ratlos. Zwei Frauen kamen und halfen mir dann den Vogel in einen schattigen Platz zu bringen. Einer der beiden besorgte ein Karton und etwas Wasser, das der Vogel gierig schlüfte. Da saßen wir nun zu dritt vor diesem Haufen Elend und wußten nicht weiter. Erst als eine der Frauen auf die Idee kam, einen Tierazt zu rufen, kam Bewegung in die Sache. Dieser schlug vor, entweder zu kommen, was allerdings noch drei Stunden dauern konnte, da er gerade zu einem Notfall gefahren war, oder den Vogel in seine Tierklink zu bringen, wo man ihm helfen bzw. ihn einschläfern konnte. Ich nahm also den Karton, schnappte mir mein Kind das fassungslos, neugierig und änsgtlichn zu gleich dem Treiben zu sah und fuhr in seine Klinik. Dort versuchte man ihn noch zu retten, sah aber äuerst schlecht aus für ihn.
Was mich aber so schockiert und traurig machte, war, dass mindestens 60 Leute achtlos vorbei gingen und auch noch auf den VOgel schimpfte. Ab und an war mal ein "der arme Vogel" zu hören und schon waren die Passanten wieder weg. Niemand wollte auch nur im geringsten helfen.
UNd wenn man schon zu schlecht zu Tieren ist, möchte ich niemals einen Unfall haben und auf andere angewiesen sein. Wie tief sind die Menschen nur gesunken. Wenigsten einen Tierarzt oder die Tierrettung hätte man ja verständigen können. Aber nein, es ist doch nur ein dämlicher Vogel der mitten im Weg lag.

Reggie
13.05.2006, 23:51
Was soll ich sagen... Menschen sind sch****e. Nur um sich selbst kümmern.Nur ja nichts für andere tun - man könnte ja jemandem helfen :mad:
Ich hätte wahrscheinlich das Gleiche getan wie du und versucht dem Vogel zu helfen. Auch wenn die Chance für den Vogel schlecht standen war es sicher richtig dein Möglichstes zu tun. Freut mich, dass du die Courage hattest nicht einfach vorbei zu gehen !

Lena
14.05.2006, 05:38
Also ich finde es auch allerunterste Schublade, wenn Menschen sich vor halbtoten Tieren ekeln. Ich frage mich manchmal, wie man so kalt sein kann. Ich find es auf jeden Fall sehr tapfer von dir gegen den Strom geschwommen zu sein und zu versuchen, den Vogel zu retten. Wetten, wär es ein Mensch gewesen, würden sich gleich alle auf ihn stürzen und ihm helfen... Nur vor Tieren haben die Leute keinen Respekt. Sowas finde ich widerlich, und nicht einen halbtoten Vogel :mad:

s'lena
14.05.2006, 13:37
Wetten, wär es ein Mensch gewesen, würden sich gleich alle auf ihn stürzen und ihm helfen...

Ich fürchte leider nicht mal das.

Hab oft genug schon das Gegenteil erlebt.

Das Schlimme daran, ob nun Mensch oder Tier, ist für mich, dass die meisten Menschen an Hilfsbedürftigen mit den Worten oder Gedanken "Ist das schlimm, da müsste doch JEMAND etwas tun" vorbei gehen und sich wundern, dass das nicht geschieht.

Karina
14.05.2006, 15:05
Das Problem ist wohl, dass sich die Eltern schon keine Gedanken machen und Hilfe verweigern.
Ich erinnere mich, als ich ein Kind war und mit meiner Mutter in der Stadt, da fiel eine ältere Dame hin. Ich wollte sofort hinlaufen, aber meine Mutter hielt mich fest und zog mich weiter. So lernt man nur, dass sich schon andere kümmern und man sich nicht bemühen muß.
Und bei Tieren wird immer wieder das Vorurteil geschürt, die sind krank, die machen Menschen krank, sind gefährlich, etc.
Von daher hast du wirklich alles richtig gemacht! Dein Kind lernt gleich, dass man nicht zuschauen soll sondern helfen. Und Mensch sowie Tier gleichermaßen.
Das finde ich wichtig.
Weißt du denn, was aus dem Vogel geworden ist?

derjoker
14.05.2006, 22:36
Weißt du denn, was aus dem Vogel geworden ist?

Nein. Leider nicht. Ich werde mal morgen anrufen und nachfragen, was mit ihm passiert ist und ob er es geschafft hat. Es war noch ein sehr junger Vogel, ich glaube eine Krähe oder Amsel, so genau konnte ich es nicht erkennen. WIe gesagt, ich werde mal morgen anrufen und nachfragen.

tztz
15.05.2006, 20:17
Ich finde es auch traurig, wie unsensibel die Menschen sind, viele lassen das gar nichts an sich rankommen, in den Menschen ist zwar das Mitgefühl angelegt, nur bei uns hat es keine Priorität und wird teilweise als charakterliche Schwäche identifiziert.

Wenn der Vogel im Nervensystem in Ordnung ist und ein Nestflüchter, hat er Überlebenschancen, wenn er in gute Hände kommt. Vielleicht gibt es bei euch in der Nähe eine Tieraufzuchtsstation oder ähnliches.

Tina67
20.05.2006, 19:46
Ich habe hier in Detmold mal erlebt, wie eine junge Ente gegen eine Scheibe vor eine Fensterscheibe eines Restaurants geflogen ist.

Ihr Kopf lag ganz abgeknickt ...nachdem sie zu Boden gefallen war. Dieser Knall!

Alle sahen ehtsetzt hin und gingen weiter. Eine junge Frau mit Kind blieb stehen und wir haben die Ente gestreichelt und ihr ein kleines Lied gesummt. Sie wurde immer ruhiger und starb innerhalb weniger Minuten.

Ich habe sie dann zu unserem TA gebracht, zu dem ich gehe mit meinen Katzen.

Die Krönung war aber, dass die Ente durch ihr Gefieder einen Fettfleck auf der Scheibe hinterlassen hat, der von einer Angestellten schnell weggewischt wurde.

Kein Blick auf das sterbende Tier ... traurige Menschheit!

NightShade
20.05.2006, 21:44
Man muss sich für unsere Artgenossen echt schämen!

ICDeadPeople
07.06.2006, 17:07
Ich hatte früher ne Katze und die war grade dabei, nen Vogel zu "rupfen", ich hab' sie vom Vogel weggescheucht und diesen in unseren Garten getan. Aber er hat's nicht überlebt, mein Cousin hat ihn dann vergraben.:(

der güne
08.06.2006, 16:42
Bei uns im Garten hat eine Elster eine ganze Familie Meisen aufgefressen das waren unseren ersten meisen :mad: