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Tanja
03.10.2006, 21:52
Weiblich, 27 Jahre, Tierrechtlerin, vegan seit gut 5 Jahren, Mutter eines 9 Monate alten Sohnes, wohnhaft zwischen Frankfurt/Main und Fulda. Wenn noch jemand Fragen hat, nur zu. ;-)

Tanja

Edit: Was ich doch noch gleich erwähnen wollte: bei Fragen zu einem der o.g. Themen (also Vegan werden, Tierrechte, vegane Kinder etc.) helfe ich natürlich gern weiter. :)

Spirit.Sweet
03.10.2006, 22:25
Hallo und willkommen Tanja! Viel spaß beim diskutieren und mitlesen!

lg Dani

sonny
04.10.2006, 08:19
Toll daß Du hier bist, Tanja. Es wird sicher interessant, sich mit jemenden zu unterhalten, der schön längere Zeit -über Jahre- vegan lebt. Mein Arzt ist nämlich so überhaupt nicht begeistert und ich sage ihm nicht mal richtig die Wahrheit, was Milchprodukte angeht. Wie sieht es mit Deiner Gesundheit aus?
Ernährst Du Dein Kind auch vegan? Liebe Grüße von Sonny

NightShade
04.10.2006, 09:07
Herzlich Willkommen, Tanja!

Liebe Grüße
Melanie :)

Absinth
04.10.2006, 15:00
Hallo Tanja,

auch von mir HERZLICH WILLKOMMEN und viel Spass hier im Forum! :)

Viele Grüsse,
pinklady

Rygel
04.10.2006, 18:12
Da schließe ich mich an: Herzlich willkommen, Tanja!:)

PS: Wie begründet dein Arzt denn seine Bedenken, sonny?:confused:

sonny
04.10.2006, 18:43
@Rygel - natürlich begründet er es mit Mangelerscheinungen. Dummerweise habe ich ich so eine blöde Blutkrankheit, die durch chronischen B12-Mangel entsteht. Ich muß B12 immer gespritzt bekommen. Ist nichts schlimmes, aber der Arzt meint nun, es läge an der Ernährung. Dabei ist es eine Erbkrankheit!!! Mir fehlt einfach ein Enzym im Magen und deshalb kann ich B12 nicht verwerten, soviel ich auch davon essen würde. Ich habe mich durch viele Bücher gelesen und anderweitig informiert - es ist ein Zufall, hat nichts mit der Ernährung zu tun. Aber erklär das mal dem Arzt. Dabei steht im Krankenhausbericht die richtige Erklärung: Resorptionsstörung durch Fehlen des "Intrinsic-Factors" im Magen. Da man nur winzigste Mengen an B12 braucht, tritt diese Krankheit auch meist erst spät auf.
Ich würde aber gern mal Erfahrungsberichte von Menschen hören, die wie Tanja, schon jahrelang richtig vegan leben.
Ich hab das bisher noch nicht geschrieben, weil ich befürchtete, daß Neu-Veganer dann vielleicht doch Angst vor Mangelerscheinungen bekommen.
Aber mir fehlt einfach ein Enzym im Magen (angeboren-Tücke der Natur). Aber seitdem ich die Spritzen bekomme, bin ich toll drauf, habe keinerlei Beschwerden. Zur Sicherheit nehme ich trotzdem noch Spirulina - da sind auch andere B-Vitamine drin.
Liebe Grüße von Sonny

Rygel
04.10.2006, 18:58
Ich hab das bisher noch nicht geschrieben, weil ich befürchtete, daß Neu-Veganer dann vielleicht doch Angst vor Mangelerscheinungen bekommen.

Aber du sagst ja selber, daß das eine Erbkrankheit ist. In meinem Umfeld sehe ich so viele Leute mit Mangelerscheinungen durch eine omnivore Lebensweise, in der Hinsicht bin ich inzwischen ziemlich gefestigt. Es ist sowieso irgendwie lustig, man kann überall nachlesen, daß es einen sehr großen Zusammenhang zwischen Darm- und Brustkrebs und Fleischessen gibt, das interessiert aber irgendwie kaum jemanden, aber die gleichen Leute lehnen eine vegane Lebensweise aus Angst vor Mangelerscheinungen ab. Was genau finden diese Leute wohl so erstrebenswert an Darmkrebs? Mein Opa sah am Ende mit seinen 29 Kilo irgendwie nicht mehr sooo glücklich aus...:( :rolleyes:

PS: Versuche es doch mal bei einem Heilpraktiker, sonny, solche Leuten sind meistens doch aufgeschlossener als "normale" Ärzte. Ich selber bin inzwischen bei einem Arzt, der stark auf Naturheilkunde setzt und der hatte (sehr zu meiner Überraschung) überhaupt keine Einwände hinsichtlich meiner Ernährungsumstellung. Der meinte auch nur, daß es bei jeder Ernährungsweise zu Mangelerscheinungen kommen kann.

sonny
04.10.2006, 19:16
Wie Recht Du hast, Rygel! Hatte auch eine Bekannte, die mit grad mal 60 an den Folgen von Darmkrebs gestorben ist! Leidenschaftliche Fleischesserin. Und was dem Tod mehrere Jahre vorausging, war fast noch schlimmer... Leider bin ich nicht sehr wortgewandt, und wenn man mich wegen meiner Ernährung angreift, fehlen mir meist die Worte.... Ich bin nicht sehr schlagfertig und deshalb ziemlich angreifbar. An den Heilpraktiker hab ich auch schon gedacht, aber ich bin ja jetzt völlig gesund. Um die Spritzen komme ich zwar mein Leben lang nicht drum rum, aber das finde ich nicht schlimm. Es ist halt nur so, daß die meisten Menschen dann glücklich sind, wenn sie von meiner Krankheit erfahren:"...Siehste..."
Eben, weil sie keine Ahnung haben. Deshalb erzähle ich fast niemanden davon. Eine Großtante von mir soll übrigens daran gestorben sein, früher hat man die Krankheit sehr schwer erkannt. Und die hat auf jeden Fall Fleisch gegessen. Im Krankenhaus hat man auch nicht mit mir gemeckert, nur gemeint, daß auch Fleischesser diese Krankheit haben können und ich soll auf Vielseitigkeit in meiner Ernährung achten. Liebe Grüße -Sonny-

Tanja
04.10.2006, 20:35
Hallo! :)

Aaalso: Ich hatte bisher noch keine Mangelerscheinungen oder eine andere schreckliche Veganismus-bedingte Krankheit ;-), selbst während der Schwangerschaft, wo man ja einen erhöhten Nährstoffbedarf hat, hatte ich keine Probleme (was auch durch Blutkontrollen bestätigt wurde). Habe das, eben weil so viele Leute da immer noch stark verunsichert sind, alles (und noch mehr...) in einem Schwangerschaftstagebuch festgehalten: http://vegankids.de/ssbucheinleitung (vorsicht, lang! ;-)).

Mein Hausarzt hat absolut keine Probleme damit, daß ich vegan lebe, der war sogar schon informiert, daß das nicht bedenklich ist, bevor ich es ihm gesagt habe, mein Gynäkologe hatte auch keine Bedenken und wenn ich mal jemandem begegne, der meint, das sei problematisch, frage ich nach den genauen Gründen und kläre dann auf. So höre ich halt immer mal wieder "aber Du mußt doch wenigstens Milch trinken wegen des Kalziums, Du bekommst doch sonst einen Mangel". Da antworte ich dann halt, daß ca. 80% der Menschheit niemals andere Milch als (als Baby/Kleinkind) die der eigenen Mutter konsumieren weil sie entweder eine Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) haben und/oder es in ihrer Kultur schlicht nicht üblich ist. Da diese Menschen keine Probleme mit Kalziummangel haben, wüßte ich nicht, warum der gerade bei mir auftreten sollte. Aber es gibt natürlich Leute, die wollen das gar nicht hören weil sie dann keine Ausrede mehr haben, selbst nicht vegan zu werden. ;-)

Jalan trinkt mit seinen 9 Monaten ja noch sehr viel Muttermilch, er fängt gerade erst an, etwas mehr zu essen, aber wenn er "was richtiges" ißt, ist das natürlich vegan. Er ißt zur Zeit 1-2 mal täglich Hirsebrei mit Obstpüree und einmal täglich Gemüse, meist auch in Breiform, mit Kartoffeln oder Reis. Zwischendrin evt. noch etwas Obst oder eine Reiswaffel, aber damit betreibt er mehr Körperpflege, willk sagen: das wird zerdrückt/zerbröselt und in der Gegend/Im Gesicht etc. rumgeschmiert. ;-) Er ist übrigens für sein Alter sehr groß, und der Kinderarzt, der anfangs etwas skeptisch war, ist mittlerweile eher interessiert und positiv eingestellt. Wir gehen ja auch zu allen Vorsorgeuntersuchungen und sind keine "Schulmedizin-Verweigerer", was einige Mediziner ja sonst direkt annehmen, wenn sie es mit Veganern zu tun haben.

Thema B12: da will ich mal, weil's so komplex ist, auf ein "Konkurrenzforum" verweisen; Ava hat im antispe-Forum dazu mal einen ziemlich langen Beitrag verfaßt: http://veganismus.ch/foren/read.php?f=2&i=5195&t=4264 (über die Suchfunktion dort findet man wohl noch einige mehr). Da Spirulina mit größter Wahrscheinlichkeit kein für den menschlichen Organismus verwertbartes B12 enthält sondern nur Analoga, die die Aufnahme von "echtem" B12 sogar hemmen können, sollte man damit vorsichtig sein. Inwiefern das aber bei unausgewogener Ernährung einem Mangel an anderen Nährstoffen vorbeugen kann, weiß ich nicht.

So, jetzt habe ich mal wieder ewig viel geschrieben und muß erst mal Schluß machen - Hirsebrei machen. ;-)

Tanja

sonny
04.10.2006, 20:56
Danke Tanja - das ist sehr interessant! 5 Jahre vegan, das ist schon eine Leistung! Auf die Herkunft meines B12, welches ich gespritzt bekomme, habe ich leider keinen Einfluß. Es ist ja lebensnotwendig für mich. Spirulina nehme ich weniger wegen B12 (nützt mir ja eh nichts) sondern wegen der anderen Inhaltsstoffe. Shi-Take-Pilze und Tempe haben ja auch die B12-Analoga - meinst Du, die rauben dann das echte B12?
Denke mir auch, bei ausgewogener und abwechslungsreicher Ernährung braucht man keine Ergänzungen. Aber auf der anderen Seite liest man immer wieder, daß das Obst+Gemüse wegen Auslaugung der Böden und anderer Ursachen nur noch Bruchteile des Vitamin-Gehaltes von früher habe und deshalb sollte man Nahrungsergänzungen nehmen. Sogar Manfred Wandmaker sagt das. Das ist der Punkt, wo ich noch etwa unsicher bin.
Ich habe wärend meiner Schwangerschaften auch vegetarisch und milchfrei gelebt und konnte auch gut stillen!
Ich hoffe, der Hirsebrei hat Jalan gut geschmeck1!:D
Liebe Grüße von Sonny

Tanja
04.10.2006, 21:05
5 Jahre vegan, das ist schon eine Leistung!

Finde ich ehrlich gesagt gar nicht, ist ja absolute Normalität für mich, drum muß ich dafür nichts mehr "leisten". Aber trotzdem danke. ;-)

Auf die Herkunft meines B12, welches ich gespritzt bekomme, habe ich leider keinen Einfluß.

Man kann im Normalfall davon ausgehen, daß das vegan ist. Du kannst Dir übrigens, wenn du keine Spritzen-Phobie hast, das Zeug auch selbst spritzen, dann mußt Du nicht jedes mal deswegen zum Arzt. Diabetiker spritzen sich ihr Insulin ja auch selbst. :)

Denke mir auch, bei ausgewogener und abwechslungsreicher Ernährung braucht man keine Ergänzungen. Aber auf der anderen Seite liest man immer wieder, daß das Obst+Gemüse wegen Auslaugung der Böden und anderer Ursachen nur noch Bruchteile des Vitamin-Gehaltes von früher habe und deshalb sollte man Nahrungsergänzungen nehmen.

Klar, solange es "natürliche" Nahrungsergänzungsmittel sind, macht man wohl nicht viel falsch, denke ich (sofern man sie nicht absolut überdosiert). Aber Wandmaker würde ich hier nicht als Autorität anführen wollen. ;-)

Tanja

PS: Hirsebrei schmeckt Jalan immer, muß nur genügend Obst drin sein. :D

Leberjan
06.10.2006, 16:14
hi tanya....sag mal...ohne dir jetzt irgend einen vorwurf machen zu wollen....ich hab n bisschen n problem damit ein kleinkind vegan/vegetarisch zu ernähen....nicht wegen der gesundheit....da hab ich keine probleme mit sondern einfach aus dem aspekt das ein kind wenn es alt genug ist selbst entscheiden sollte ob es vegetarisch/vegan leben möchte......hast du schon mal darüber nachgedacht wie dein kind sich fühlt wenn es als einziges im kindergarten keine wurst o.ä. essen darf.....du könntest zum beispiel mit deinem kind einkaufen gehen....und wenn es wurst haben will....erklärst du ihm das du das nicht isst....weil das tote tiere sind....aber letzendlich solte man den kindern doch selbt die wahl lassen...oder?

sonny
06.10.2006, 17:23
Da muß ich mich mal reinhängen... Jedes Kind bekommt erst einmal, solange es noch nicht in der Lage ist, eigene Entscheidungen zu treffen, von der Familie eine bestimmte Richtung oder eben Erziehung mit. Es wächst in der Familie auf und wird zuerst von ihr geprägt. Das kann eine besonders religiöse Erziehung sein, eine antiautoritäre oder eben eine Erziehung, die dem Kind schon sehr zeitig zeigt, daß Tiere schützenswerte Lebewesen sind. Kein Kind kann mit 2 Wochen, 9 Monaten oder auch 6 Jahren schon selbst entscheiden, was es will. Da ist wirklich erst mal die Führung der Mutter/Familie ausschlaggebend. Mit zunehmenden Alter und Verständnis, ja, dann sollte das Kind selbst entscheiden, was es für richtig hält - auch in der Ernährung. Sehr viele ganz junge Veganer/Vegetarier tun es ja hier, indem sie sich gegen den Rat der Eltern tierfrei ernähren. Aber im zarten Kindesalter sind erstmal die Eltern zuständig, ihr Kind so zu erziehen, wie SIE es für richtig halten! Vorausgesetzt natürlich, daß dem Kind kein Schaden zugefügt wird - und davon kann man ja in Tanjas Fall nun wirklich nicht sprechen!! Im Gegenteil, sie gibt ihm den allerbesten Start ins Leben - sowie gesundheitlich als auch ethisch. Liebe Grüße von Sonny

Rygel
06.10.2006, 20:01
du könntest zum beispiel mit deinem kind einkaufen gehen....und wenn es wurst haben will....erklärst du ihm das du das nicht isst....weil das tote tiere sind....aber letzendlich solte man den kindern doch selbt die wahl lassen...oder?

Zeig mir ein Kind, das tatsächlich eine Wurst haben möchte, wenn die Mutter ihr vorher erklärt, daß das mal eins von den kleinen Ferkeln war, dem dann grausam die Kehle durchgeschnitten wurde bzw. das einen Bolzenschuß gekriegt hat, dann in blutige Stücke geschnitten wurde, um schließlich als Wurst abgepackt zu werden. Jedes normale Kind wird nach so einer Erklärung weinend das Fleisch ablehnen und wahrscheinlich noch nächtelang von der Erklärung träumen, einfach weil Kinder geistig noch nicht so abgestumpft sind wie normale Omnivore. Also ist so eine Erklärung und Selbstentscheidung völlig deplatziert, im Gegenteil ist es eigentlich selbstverständlich, das Kind erstmal vegan zu erziehen und nicht mit der Grausamkeit der Fleischindustrie zu konfrontieren oder diese sogar als etwas tolerierbares darzustellen.

Spirit.Sweet
06.10.2006, 21:29
Das ist ja sogar noch viel simpler als ihr denkt.. Nämlich wird das kind keine Wurst wollen, wenn die Mutter nie welche kauft!! Und wenn es nicht weiß wie das schmeckt dann will es das in der Regel auch nicht.. Also mir ging es als Kind oft so. Was ich nicht kannte, hab ich nicht gegessen..

lg Dani

Tanja
07.10.2006, 15:09
Wurde ja eigentlich schon umfassend beantwortet. *freu*
Und ich habe das nun schon so oft gehört, daß es mir einen FAQ-Eintrag auf vegankids.de wert war. ;-)

Tanja (die ihr Kind auch nicht "selbst entscheiden" läßt, ob es mal auf einer Zigarette rumkauen oder auf der Autobahn spielen will)

Rosi
11.10.2006, 14:14
@Leberjan

Warum sollte jeder von Beginn an Wurst essen? Es ist in jedem Bereich des Lebens so, dass man vom sozialen Umfeld geprägt wird: Ich wuchs als Omnivor auf, weil "Fleisch essen normal und für die Gesundheit wichtig ist" - und habe mich dann umentschieden. Das tun aber leider die wenigsten.

Würde ich Kinder wollen, würde ich sie auch nicht mit Wurst vollstopfen. Früher oder später wird es das vielleicht selber probieren und so seine eigene Meinung bilden - mit einer guten Basis für die richtige Entscheidung, wenn es fleischlos erzogen wurde...in diesem Sinne: DAUMEN HOCH, Tanja!

India
11.10.2006, 14:34
Hallo Tanja

Mutter eines 9 Monate alten Sohnes,

Habe mal kurz auf Deine Website geschaut; Dein Sohn ist ja ein absolut süsses Wonnepröppchen :)

Willkommen im Forum.

LG
Conny

Tanja
11.10.2006, 15:08
Oh, danke! :)
Gerade schläft er, drum bin ich mal wieder hier... ;-)