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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Warum sind wir so gute Menschen?


Lena
24.09.2006, 21:17
Ich finde Veganer sind einfach super Menschen, weil sie sich die Tiere nicht Untertan machen. Ich würde niemals meine Tante melken, genauso wenig eine Kuh. Ich würde niemals meinen Cousin töten, um seinen Magensaft und die Muttermilch meiner Tante zu Käse zu machen. Ich würde niemals Menschen in eine Fabrik einsperren und sie kontinuierlich mästen und sie ermorden. Warum nicht? Weil ich ein Gewissen habe. Dieses Gewissen sagt mir dass ich bei Tierprodukten über Leichen gehe.

Wer geht denn schon gerne über Leichen? Die Zahl erschreckt mich: 99,8-99,5% aller deutscher Staatsbürger. Da frage ich mich: Sind sie dumm, ignorant oder sadistisch? Ich würde sagen auf die meisten trifft dumm und ignorant zu, auf einen kleinen Prozentsatz sadistisch.

Veganer sind ihrer Zeitepoche überlegen, genauso wie es Sokrates, Galileo Galelei, Jesus und viele andere große Menschen in der Geschichte waren. Es ist sogar soweit, dass sich ignorante Bürger belästigt fühlen, wenn sie von Veganern angesprochen werden. Damals hat man die unbequemen Querdenker geköpft oder erhängt, heute sperrt man sie für vegetarische Forenbereiche und verlangt von ihnen Toleranz. Toleranz für was? Dafür dass sie nunmal so sind wie sie sind? - Gefühlskalt und ignorant? Oder dafür, dass sie den Zusammenhang zwischen Ei und Eintagsküken, Steak und Schwein, Käse und Kälbermagensaft, Gelatine und Tierknochen, Milch und Kälberrechte und Tierprodukte und Sklaverei nicht erkennen können? Ja, es fällt mir wahnsinnig schwer Blindgänger zu ignorieren, so wie sie es mit Tieren tun.

Rygel
24.09.2006, 21:26
100%ige Zustimmung, Lena. Und das Schlimme an dieser Toleranz-Forderung ist, daß das die Omnivoren und Vegetarier aus ihrem Aggressor-Status heraus verlangen. Wie kann ich jemanden tolerieren, der gewissenlos jeden Tag über Leichen geht? Vor allem wenn die einzige schwache Rechtfertigung dieses Menschen darin besteht, daß er meine friedliche und lebensbejahende Lebensweise ja auch tolerieren würde... :rolleyes:

Spirit.Sweet
24.09.2006, 21:30
Jawohl Lena! Ich hoffe, dass manche mal darüber nachdenken!

Lena
24.09.2006, 21:48
Vielen Dank für die Positive Resonanz. Ich sehe mich als Mensch vor meiner Zeit, gewissenstechnisch weit überlegen und mit beiden Augen offen für das Leben.

Veganismus ist eine ethische Selbstverständlichkeit. Wer das nicht einsieht oder einfach nur zu bequem ist seine Lebensweise zu verändern der tut mir sehr leid. Solche Menschen sind Sklaven, nein Marionetten der Konsumgesellschaft. Ich schäme mich wirklich in einem solchen Umfeld aufzuwachsen und hoffe so bald wie möglich auf gleichnormale Leute zu treffen. Einstellungen die Mordlust geradezu in mein Gesicht prallen triefen vor Bestialität.

Rygel
24.09.2006, 23:30
Veganismus ist eine ethische Selbstverständlichkeit. Wer das nicht einsieht oder einfach nur zu bequem ist seine Lebensweise zu verändern der tut mir sehr leid. Solche Menschen sind Sklaven, nein Marionetten der Konsumgesellschaft. Ich schäme mich wirklich in einem solchen Umfeld aufzuwachsen und hoffe so bald wie möglich auf gleichnormale Leute zu treffen. Einstellungen die Mordlust geradezu in mein Gesicht prallen triefen vor Bestialität.

Gibt es dieses Posting auch eingerahmt zum an die Wand hängen?;) Das tut einfach gut, wenn man liest, daß man doch nicht der realitätsferne und einsame Sozialkrüppel ist, nur weil man eine radikale Pro-Leben-Meinung hat und diese auch artikuliert. Lena :five!:D

Volker
25.09.2006, 03:22
Veganer sind ihrer Zeitepoche überlegen, genauso wie es Sokrates, Galileo Galelei, Jesus und viele andere große Menschen in der Geschichte waren.

Ich weiß, dass das nicht gerne gehört wird, aber dem Sokrates wurde ein Giftbecher gereicht, Jesus... man weiß ja, wie die Bibelgeschichte ausging, und Galileo soll auch so seine Probleme gehabt haben.
Es mag ehrenvoll klingen sich mit den Genannten einzurahmen, aber ich möchte dazu gerne erwähnen, dass solche Wege nicht die einfachsten, sondern geradezu gefährlich sind.
Die Menschen um uns und euch sind so, weil sie so sind. Mit Aggression werden wir sie nicht ändern können. Etwas, das lange dauert, um zu begreifen. Ich finde ein Zitat von Berthold Brecht wirklich gut, und ich versuche mich seit vielen Jahren daran zu halten: „Wer vom Feind spricht, ist selbst ein Feind“.
Und wer tatsächlich Veränderungen will, erreicht sie nicht durch Anschuldigungen.
Dass die Welt (der Menschen) nicht nur gut ist, und sie sich immer weiter verbessern lässt, steht außer Frage. Jeder, der nicht blind ist, sieht (es).
Das Verhalten der Menschen, so wie aller in Gemeinschaft lebenden Tierarten, ist ein soziales. Daraus ergeben sich die heutigen Phänomene. Will man diese ändern, sollte man sich mit den Verhaltensmuster der menschlichen Rasse befassen. Damit erhält man einen Schlüssel. Aber die Zeit rennt. Es wird immer schwieriger, denn nicht erst seit Marx und Engels weiß man, dass die Marktwirtschaft zur Macht drängt. Bald ist der Mensch eine völlige Marionette, und dann helfen soziologische Eingriffe nicht mehr. Das ist meine größte Angst – und leider sehe ich mich täglich bestätigt.
(Fleischesser anzugreifen habe ich übrigens aufgegeben, weil es zu 100 % unfruchtbar ergebnis- und hoffnungslos war.)

Spirit.Sweet
25.09.2006, 13:35
Stimmt Volker, das hab ich mir auch schon gedacht, dass es ein schwieriger und gefährlicher Weg ist. Nicht umsonst meinte meine Tante, dass ich wenn ich Vegan werde irgendwann ganz alleine dastehe. Dass ich im Urlaub und so nichts zu essen habe. Das mag zwar sein, aber ich finde die Welt muss sich mir/uns anpassen, nicht ich mich!! Denn wenn ich mich anpasse, dann bringt uns das kein stück weiter. Das sehen wir ja jeden Tag an den Leuten, die sich keine Gedanken um irgendwas machen. Die haben ein einfaches Leben, klar. Aber dadurch tragen sie nunmal zur langsamen zerstörung der Welt bei.. Das sehen die allerdings gar nicht und wenn man sie drauf anspricht dann wollen sie es nicht hören..

lg Dani

Volker
25.09.2006, 18:26
wenn man sie drauf anspricht dann wollen sie es nicht hören.

- E b e n ! -

India
30.10.2006, 15:22
(Fleischesser anzugreifen habe ich übrigens aufgegeben, weil es zu 100 % unfruchtbar ergebnis- und hoffnungslos war.)

Wie wahr!!! Ist "unsere" einzige Möglichkeit, Menschen von der Richtigkeit des Veg*ismus zu "überzeugen", mit gutem Beispiel voranzugehen???
WAS kann man sonst noch tun???

India
30.10.2006, 15:24
und wenn man sie drauf anspricht dann wollen sie es nicht hören..


Und sollte doch mal einer/eine fragen, dann wollen sie ganz bestimmt nicht die volle Wahrheit hören, und blocken nach dem 1. Satz ab...

iven
03.11.2006, 01:09
Ich fühle mit Euch, und ich fühle mich immer komisch wenn ich irgendwo essen gehe. Es ist schwer so zu sein, den die Mehrheit ist noch blind.

Es ist schön solche Zeilen zu lesen, sind Pflaster für meine Wunden, ich kenne nur leider keine Veganer, mit denen ich reden kann.

Als ich forhin am HBF in Stuttgart stand hab ich mich sogar gefreut auf den Rechner, doch es ist halt nur´n Forum.

Das hier am PC ist leider nur´n tropfen auf´n heisen Stein. Kennt Ihr keinen Veganer Chatt, das ist ein bischen Persönlicher. Oder wohnt jemand in Stuttgart umgebung. Habe erst damit angefange Vegan zu leben.

Lena
03.11.2006, 01:54
Schau mal in dein Postfach, hab dir ne PN bezüglich deiner Fragen geschickt ;).

Galli
03.11.2006, 12:24
I
Veganer sind ihrer Zeitepoche überlegen, genauso wie es Sokrates, Galileo Galelei, Jesus und viele andere große Menschen in der Geschichte waren.

Eigenlob stinkt!

Obwohl ich verstehe, was du meinst, halte ich es für ebenso "dumm", sich selbst für überlegen zu halten wie Fleisch zu essen. Deine Meinung über deine Mitbürger entspricht der deiner Mitbürger über Tiere.

Wer sich selbst über andere erhebt, wird niemals wirklich erhaben sein.

MfG,
Galli

Dev
03.11.2006, 15:33
Hi Iven!

Schaue mal in die vegan-map, dort findest du bestimmt Gleichgesinnte.
www.vegan-map.de

Vegane Grüße,
Dev

Ich fühle mit Euch, und ich fühle mich immer komisch wenn ich irgendwo essen gehe. Es ist schwer so zu sein, den die Mehrheit ist noch blind.

Es ist schön solche Zeilen zu lesen, sind Pflaster für meine Wunden, ich kenne nur leider keine Veganer, mit denen ich reden kann.

Als ich forhin am HBF in Stuttgart stand hab ich mich sogar gefreut auf den Rechner, doch es ist halt nur´n Forum.

Das hier am PC ist leider nur´n tropfen auf´n heisen Stein. Kennt Ihr keinen Veganer Chatt, das ist ein bischen Persönlicher. Oder wohnt jemand in Stuttgart umgebung. Habe erst damit angefange Vegan zu leben.

Lena
04.11.2006, 04:00
Hallo Galli,

bitte nicht gleich austicken. Es ist - jedenfalls empfinde ich es so - ein Tatsache, dass das Mitgefühl gegenüber Tieren und deren logische Schlussfolgerung bei Veganern ausgeprägter ist als beim Fleischkonsumenten/Vegetariern. Die Grundvoraussetzung hat jeder Mensch und ich glaube auch daran, dass jeder dazu fähig ist das zu nutzen.

Die Gesellschaft in der wir leben ist nicht grundsätzlich schlecht bzw. schlechter als Veganer es sind. Überlegenheit darf nicht genutzt werden um sich auf einen Podest zu stellen sondern um aktiv aufzuklären und zu informieren. Trotzdem darf es meiner Meinung nach erlaubt sein seine emotionale Intelligenz mit der der restlichen Gesellschaft zu vergleichen. Wie bereits gesagt: Jeder ist einem anderen in irgend einem Bereich überlegen. Oft fühlen sich Veganer leider unterlegen und vom Umfeld erniedrigt. Es ist nicht krass sich mit anderen Revolutionären zu vergleichen. Nicht des Ruhmes wegen, sondern wegen der Lust etwas zu ändern und die Welt gerechter zu gestalten.

Ich sehe Jesus nicht als Sohn Gottes sondern als einen sehr weisen Mann der im Denken überlegen war, sich jedoch immer bemüht hat sein Wissen mit anderen zu teilen.

Also bitte nicht gleich mit Messer und Gabel antanzen. Veganer sind nicht die besten der Welt ;), hat niemand behauptet.

Galli
04.11.2006, 10:07
Trotzdem darf es meiner Meinung nach erlaubt sein seine emotionale Intelligenz mit der der restlichen Gesellschaft zu vergleichen.

Ich finde, dass eben dieser Satz nicht von emotionaler Intelligenz zeugt. Von sozialer ganz zu schweigen...

Ich verstehe wirklich, was du meinst. Aber irgendwie ist es merkwürdig formuliert oder es ist generell merkwürdig, es zu formulieren.
Das kommt mir paradox vor.

MfG,
Galli

Lena
04.11.2006, 20:06
Ich finde es nicht merkwürdig sich als Aufklärer zu sehen und gleichzeitig lernfähig zu sein. Es ist sogar gut offen für neue Gedanken zu sein. Viele Menschen sind leider noch nicht so weit sich der Tierrechtsethik zu öffnen.

Wenn man mitbekommt wie frustriert viele Veganer ins Forum posten weil ihr Umfeld auf ihnen rumtrampelt halte ich es für eine gute Salbe die Sache aus einem anderen Licht zu betrachten.
Veganer sind nichts "komisches" und sie sollen sich auch nicht so fühlen. Das versuche ich mit dem Text zu sagen. Es ist die Einsicht Verantwortung für diese Welt mitzutragen und sie "zu hegen und zu pflegen" (so wie du es gerne ausdrückst).

Rygel
05.11.2006, 00:13
Wenn Veganer keine höhere emotionale Intelligenz haben, warum kommen bei Diskussionen dann nie griffige Gegenthesen, die die Ansicht der anderen Seite logisch untermauern würden? In meinen Gesprächen kommen sogar sehr häufig Sätze ala "Du hast ja recht, aber selber könnte ich das nicht" oder "Ich bin auf deiner Seite, aber halt nicht so radikal". Sehr oft kommt auch die Reaktion "Mit dir kann man ja nicht diskutieren" oder "Du bist ja fanatisch", was für mich jetzt auch nicht sooo überzeugend rüberkommt, sondern IMO einfach einen Rückzug aus Ermangelung an Argumenten darstellt. Und solange ich nicht einen Fakt höre, der logisch begründet, warum ich als Veganer die falsche Lebensweise gewählt haben soll, bleibe ich bei meinen Argumenten, die die andere Seite nicht entkräften kann. An dem Tag, an dem ich zu einem Omnivoren oder Vegetarier sage "Du hast ja recht, aber selber könnte ich das nicht", denke ich darüber nochmal nach, aber bis dahin schließe ich mich Lena voll an.

Lena
05.11.2006, 04:14
Ich halte die Tierrechtsbewegung für eine Revolution im Denken, Handeln und Fühlen. Nicht Veganer sind besser als andere, sondern die Ethik die sie vertreten. Ich glaube hier gab es ein paar Missverständnisse.

Was bedeutet vegan eigentlich? Wer keine Brutalität Tieren gegenüber ausübt wird es auch nicht Menschen gegenüber tun. Veganer sind für Empathie viel Empfindlicher und interessieren sich größtenteils für ihre ganze Umwelt. Sie wollen nicht nur etwas für Tiere tun sondern sind bemüht globale Probleme anzugehen. Es ist also nicht nur die Ernährung, die um einiges gesünder ist als die der breiten Masse.

Dass ich dieser Lebensart ein Lob widme, darauf hinweise, dass es toll ist so zu leben und es wert ist jeden anderen an dem Bewusstseinswandel teilzuhaben, kann man mir nicht ernsthaft übel nehmen. Es sei denn man ist vom Veganismus selber nicht überzeugt und empfindet es als nebensächliches Hobby. Aber wer es _lebt_, wird mich vielleicht verstehen können.

sonny
05.11.2006, 11:59
Lena, ich muß Dir zustimmen. Ich fühle mich einfach super - und will alle daran teilhaben lassen. Egal ob sie es wollen oder nicht.

India
05.11.2006, 12:41
Lena, ich muß Dir zustimmen. Ich fühle mich einfach super - und will alle daran teilhaben lassen. Egal ob sie es wollen oder nicht.

"Egal ob sie es wollen oder nicht." Damit bin ich schon oft angeeckt; mir wurde auch schon gesagt, dass ich mich nicht als "Möchte-gern-Weltverbesserer" aufspielen soll!!!
Da bleibt einem doch glatt die Spucke weg, bei so viel Unverständnis :mad:

Lena
05.11.2006, 14:46
Wir sind Weltverbesserer ;).

Pandora
06.11.2006, 16:22
hallo lena,
du triffst den nagel auf den kopf. die leute haben modern denkenden menschen früher satanismus/gottlosigkeit vorgeworfen und sie verbrannt. sie werfen veganern vor, in einer traumwelt zu leben und leben doch selbst in einer wunsch-blase, die irgendwann zwangsläufig platzen wird.
lieben gruß: pandora

Lena
07.11.2006, 00:05
Hallo Pandora,

es freut mich sehr dass du meine Meinung teilst. Du hast absolut Recht was die "Seifenblase" angeht. Omnivorismus (gibts nicht ein besseres Wort?) ist ein einziger, großer Verdrängungsakt. Es ist immer wieder erstaunlich wie wie süß Wurst verpackt wird - sogar schon mit Tigerenten-Motiv - und was sich im Gegensatz dazu in Massentierhaltungsbetrieben abspielt. Das Produkt als Leid und Tod lustig zu bedrucken und in eine farbenfrohe Verpackung zu stecken ist für mich mehr als geschmacklos. Wer den Widerspruch zwischen Produkt + Verpackung und den realen Tatbeständen erkennt und logische Schlüsse daraus zieht ist ein Sensibelchen und natürlich "extrem".
Ich finde gerade das ignorante Verhalten und den barbarischen Umgang mit Tieren in unserer Gesellschaft extrem, nicht den Blick hinter die Kulissen.

sonny
07.11.2006, 08:10
Volle Zustimmung! Es gibt ja sogar Wurst für Kinder in süßen Tierformen (Bärchen oder so). Und über manchen Fleischtheken hängen Bilder von strahlenden Schweinchen und grinsenden Kühen - so als könnten sie es nicht erwarten, endlich auf auf irgendeinem Teller zu liegen!

Galli
07.11.2006, 10:22
Wenn Veganer keine höhere emotionale Intelligenz haben, warum kommen bei Diskussionen dann nie griffige Gegenthesen, die die Ansicht der anderen Seite logisch untermauern würden?

Weil emotionale Intelligenz nichts mit Logik und "Untermauerung" zu tun hat. Man kann weder die eine, noch die andere Seite mit emotionaler Intelligenz "belegen", da man emotionale Intelligenz nicht messen kann.

Galli

India
07.11.2006, 10:42
Weil emotionale Intelligenz nichts mit Logik...
....

...da man emotionale Intelligenz nicht messen kann.


Ich messe emotionale Intelligenz beispielsweise so: jemand erkennt, dass Tiere für den menschlichen "Genuss" leiden und sterben müssen - er zieht also seine Konsequenzen, und isst sie fortan nicht mehr = logische Folgerung.
Ist doch eigentlich ganz einfach... oder sehe ich das jetzt ZU einfach?

Galli
07.11.2006, 10:52
Ich messe emotionale Intelligenz beispielsweise so: jemand erkennt, dass Tiere für den menschlichen "Genuss" leiden und sterben müssen - er zieht also seine Konsequenzen, und isst sie fortan nicht mehr = logische Folgerung.
Ist doch eigentlich ganz einfach... oder sehe ich das jetzt ZU einfach?

Was du beschreibst ist die logische Konsequenz des Mitgefühls. Emotionale Intelligenz ist das nicht. Emotionale Intelligenz bedeutet z.B., dass man in der Lage ist, Mimik und Gestik des Gegenübers zu erkennen und richtig zu deuten. Empathie also. Welche Konsequenzen man aber daraus zieht ist nicht abhängig von der emotionalen Intelligenz.

Warum nun aber jemand nicht entsprechend reagiert, obwohl er beispielsweise weiß, dass die Tiere, die er isst, leiden, hat mit vielen anderen Faktoren zu tun (Verdrängung, Erziehung, Kultur, Gruppenzwang, mangelnde Disziplin usw.).

MfG,
Galli

India
07.11.2006, 14:21
Was du beschreibst ist die logische Konsequenz des Mitgefühls.


Um überhaupt Mitgefühl zu haben/entwickeln muss ich mich in andere Wesen reinfühlen können... wie Du sagst:


Empathie also.


Ich denke also nicht, dass ich damit so daneben lag.

Galli
08.11.2006, 12:12
Ich denke also nicht, dass ich damit so daneben lag.

Ich denke doch. Du kannst nicht das eine mit dem anderen gleichsetzen, auch wenn das eine die Konsequenz des anderen ist. Das Wissen, das Nikotin ungesund und süchtigmachend ist, führt auch nicht immer dazu, dass das Rauchen unterlassen wird.

MfG,
Galli

India
08.11.2006, 14:49
Du kannst nicht das eine mit dem anderen gleichsetzen, auch wenn das eine die Konsequenz des anderen ist.

Jemand der aufhört Tiere zu essen, weil er das Leiden erkannt hat, und sie nicht foltern und ermorden lassen will, besitzt moralische Intelligenz... DAS wollte ich damit sagen - ich hoffe ich habe mich verständlich ausgedrückt ;)

Lena
08.11.2006, 15:30
So um das Problem hier zu lösen hab ich etwas bei Wikipedia gefunden :D:


Nach Goleman setzt sich Emotionale Intelligenz aus fünf Teilkonstrukten zusammen:

* Selbstbewusstheit (Fähigkeit eines Menschen, seine Stimmungen, Gefühle und Bedürfnisse zu akzeptieren und zu verstehen, und die Fähigkeit, deren Wirkung auf andere einzuschätzen)
* Selbstmotivation (Begeisterungsfähigkeit für die Arbeit, sich selbst unabhängig von finanziellen Anreizen oder Status anfeuern zu können)
* Selbststeuerung (planvolles Handeln in Bezug auf Zeit und Ressourcen)
* Soziale Kompetenz (Fähigkeit, Kontakte zu knüpfen und tragfähige Beziehungen aufzubauen, gutes Beziehungsmanagement und Netzwerkpflege)
* Empathie (Fähigkeit, emotionale Befindlichkeiten anderer Menschen zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren)


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Emotionale_Intelligenz

Demnach ist Empathie ebenfalls ein Teil emotionaler Intelligenz. Ich hoffe ich konnte etwas Klarheit in eure Diskussion bringen. Mich hats aber auch interessiert ;) .

Zu Sonny: Genau, ich hasse diese Grinseschweine auf Fleischtransportern. Das ist eine weitere Methode Mord schön darzustellen.

India
08.11.2006, 16:24
Dankeschön Lena ;)

Habe auch noch gleich was dazu gefunden:


die interpersonelle (emotionale und soziale) Intelligenz

Definition soziale & emotionale Intelligenz: Die Fähigkeit, sowohl eigene Gefühle (http://www.brainworker.ch/waldphilosophie/beziehungslehre.htm#32gefuehle) als auch die Gefühle anderer wahrzunehmen, diese zu bewerten und auszudrücken, sowie die Fähigkeit den Zugang zu Gefühlen zu entwickeln um gedankliche Prozesse zu erleichern. Diese Fähigkeit basiert auf derbiologisch sehr wichtigen sensorischen Fähigkeit der Deutung von Gesichtsausdruck und Körpersprache, also der nonverbalen Kommunikation.

Quelle und weiter im Text (http://www.brainworker.ch/Wissen/definition.htm)

Lena
08.11.2006, 18:35
Im Grund genommen ist es doch piep egal ob man es nun emotionale Intelligenz oder Empathie nennt. Wenn man sich wegen solcher Kleinigkeiten so in die Haare gerät hat eine Diskussion meiner Meinung nach keinen Sinn. Ich benutze beide Begriffe. :rolleyes:

Galli
08.11.2006, 19:32
So um das Problem hier zu lösen hab ich etwas bei Wikipedia gefunden :D:



Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Emotionale_Intelligenz

Demnach ist Empathie ebenfalls ein Teil emotionaler Intelligenz. Ich hoffe ich konnte etwas Klarheit in eure Diskussion bringen. Mich hats aber auch interessiert ;) .



Liebe Lena,
wenn du mein Posting aufmerksam gelesen hast, dann weiißt du ja, dass sich die Wikipedia-Version mit meiner deckt. Aber auch bei Wikipedia findest du keine Angaben darüber, inwieweit die Fähigkeit zur emotionalen Intelligenz das Verhalten beeinflusst bzw. inwiefern daraus Konsequenzen gezogen werden.
Ich kenne leider auch einige Leute, die sehr empathisch sind, sowohl bei Mensch und Tier, und dennoch Fleisch essen. Da spielen eben dann wieder die von mir genannten zusätzlichen Gründe eine Rolle, zum Beispiel die bereits erwähnte Verdrängung.

MfG,
Galli

Galli
08.11.2006, 19:48
Jemand der aufhört Tiere zu essen, weil er das Leiden erkannt hat, und sie nicht foltern und ermorden lassen will, besitzt moralische Intelligenz... DAS wollte ich damit sagen - ich hoffe ich habe mich verständlich ausgedrückt ;)

DANN musst du allerdings auch den Begriff "moralische Intelligenz" benutzen, und nicht "emotionale Intelligenz". Denn für ersteren gibt es noch keine Definition (im Gegensatz zu letzterem!), so dass du deine eigene gern nehmen kannst (die du dann aber vorstellen solltest).

Galli

India
08.11.2006, 20:16
DANN musst du allerdings auch den Begriff "moralische Intelligenz" benutzen, und nicht "emotionale Intelligenz". Denn für ersteren gibt es noch keine Definition (im Gegensatz zu letzterem!), so dass du deine eigene gern nehmen kannst (die du dann aber vorstellen solltest).



Liebe/r Galli
Es tut mir leid, dass ich bei Dir scheinbar für Verwirrung gesorgt habe, da ich mich nicht besser auszudrücken weiss... obwohl ich annehme, dass Du ganz genau weisst, was ich meine ;) auch wenn ich nicht die "perfekten" Worte zur Umschreibung benutzt habe.
LG
India

Galli
08.11.2006, 20:30
Liebe/r Galli
Es tut mir leid, dass ich bei Dir scheinbar für Verwirrung gesorgt habe, da ich mich nicht besser auszudrücken weiss... obwohl ich annehme, dass Du ganz genau weisst, was ich meine ;) auch wenn ich nicht die "perfekten" Worte zur Umschreibung benutzt habe.


Nett, dass du von anderen erwartest, dass sie dich schon verstehen, obwohl du dir bewusst zu sein scheinst, dass du nicht in der Lage bist, dich adäquat auszudrücken.

Ich wusste eben nicht, was du meinst bzw. was Lena meint. Denn das was ihr jetzt meint, ist nicht das, was ihr geschrieben habt.

Ihr meint(et), euch von anderen Menschen zu unterscheiden, weil ihr emotionale Intelligenz besitzt - hebt euch hervor, betitelt euch als Weltverbesserer - und das ist alles Quatsch! Ihr habt nicht mehr und nicht weniger emotionale Intelligenz als andere, seid nicht besser oder schlechter als die anderen. Was euch unterscheidet (wodurch auch immer), ist, dass ihr nicht so gute Meister im Verdrängen seid. Das hat in Bezug auf Veganismus durchaus Vorteile (von dem auch ich selbst profitiere), aber einbilden kann man sich darauf leider nichts.

MfG,
Galli

Rygel
08.11.2006, 21:27
Nett, dass du von anderen erwartest, dass sie dich schon verstehen, obwohl du dir bewusst zu sein scheinst, dass du nicht in der Lage bist, dich adäquat auszudrücken.

Ich wusste eben nicht, was du meinst bzw. was Lena meint.

Nett, daß du von India behauptest, daß sie weiß, daß sie sich nicht ädaquat ausdrücken kann, nur weil du es nicht verstanden hast. Ich wußte ganz genau, was sie und Lena meinten, auch wenn sie für dich vielleicht zu wenige Fremdwörter und Wortphrasen gepostet haben.

Ihr meint(et), euch von anderen Menschen zu unterscheiden, weil ihr emotionale Intelligenz besitzt - hebt euch hervor, betitelt euch als Weltverbesserer - und das ist alles Quatsch!

Wow, ich nehme an, weil du das sagst, oder? Warst du damals der Typ mit dem langen weißen Bart, der Moses die 10 Gebote in die Hand gedrückt hat? Woher willst du denn bitteschön wissen, inwiefern wer die Welt ein bißchen verbessert hat oder nicht?

Ihr habt nicht mehr und nicht weniger emotionale Intelligenz als andere, seid nicht besser oder schlechter als die anderen.

Ich nehme an, auch hier gilt "and that´s the bottom line cause Galli said so..."? Zumindest ist die Aussage ziemlich lustig, denn wenn die beiden nicht mehr und auch nicht weniger emotionale Intelligenz haben als andere, heißt das ja, daß für dich jeder Mensch den exakt gleichen Stand an emotionaler Intelligenz hat. Halt ich für eine sehr mutige Aussage. :rolleyes:

Was euch unterscheidet (wodurch auch immer), ist, dass ihr nicht so gute Meister im Verdrängen seid.

...und euch ständig einen Kopf macht, wie ihr das meiste Tierleid bei eurer Kleidung, eurer Ernährung, eurer Körperpflege etc. verhindern könnt, wo ihr für Tiere demonstrieren könnt, wo ihr Flyer verteilen könnt, ob hier Tiere aus dem Heim bei euch aufnehmen könnt, etc. pp.

Das hat in Bezug auf Veganismus durchaus Vorteile (von dem auch ich selbst profitiere), aber einbilden kann man sich darauf leider nichts.

Ui, dem stimme ich sogar zu. Finally...:cool:

India
08.11.2006, 21:53
Nett, dass du von anderen erwartest, dass sie dich schon verstehen, obwohl du dir bewusst zu sein scheinst, dass du nicht in der Lage bist, dich adäquat auszudrücken.



:D Mach bitte weiter Galli, ich amüsiere mich köstlich...
...was genau versuchst Du hier eigentlich abzuziehen
(brauchst diese Frage nicht zu beantworten,
war bloss rhetorisch gemeint ;) )

Ich wünsche Dir noch viel Spass hier im Forum!

Galli
08.11.2006, 21:54
Nett, daß du von India behauptest, daß sie weiß, daß sie sich nicht ädaquat ausdrücken kann, nur weil du es nicht verstanden hast. Ich wußte ganz genau, was sie und Lena meinten, auch wenn sie für dich vielleicht zu wenige Fremdwörter und Wortphrasen gepostet haben.


Nicht ich habe behauptet, dass sie sich nicht ausdrücken kann, sondern sie selbst hat das von sich behauptet. Meine Antwort war zynischer Natur...

Wow, ich nehme an, weil du das sagst, oder? Warst du damals der Typ mit dem langen weißen Bart, der Moses die 10 Gebote in die Hand gedrückt hat? Woher willst du denn bitteschön wissen, inwiefern wer die Welt ein bißchen verbessert hat oder nicht?


Abgesehen davon, dass ich nicht weiß, ob Gott einen weißen Bart hat (wenn es ihn denn gibt...), könnt ihr genauso wenig behaupten, Weltverbesserer zu sein, wie ich behaupten kann, dass die Welt sich nicht verbessert hat. Aber das stand ja auch nicht zur Debatte. Zur Debatte stand, ob man das von sich behaupten sollte oder nicht.


wenn die beiden nicht mehr und auch nicht weniger emotionale Intelligenz haben als andere, heißt das ja, daß für dich jeder Mensch den exakt gleichen Stand an emotionaler Intelligenz hat. Halt ich für eine sehr mutige Aussage.


Nein, das habe ich nicht behauptet. Ich behaupte eigentlich nur, dass man derartiges nicht behaupten sollte. Das ist wie mit "Mein Bild ist aber das schönste!" - Kindergarten!

Galli
08.11.2006, 22:20
Für mich ist ein Tierprodukt einfach ungenießbar, weil ich damit Leid verbinde. Ich kann es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren.

Ich habe hier im VegetarierForum.com jede Menge Beiträge von dir gefunden, in denen du dich als Vegetarierin bezeichnest.

Zum Beispiel den:

Ich finde es teils auch sehr krass, wie Veganer uns gegenüber drauf sind.

Oder den:

Meiner Meinung nach ist es trotzdem ok Vegetarier zu sein

Entweder bist du es also noch immer, oder du bist seit Kurzem Veganerin. Was auch immer der Fall ist - es passt nicht zu deinem Unverständnis anders Denkenden gegenüber, da du ja selbst ein anders Denkender warst oder bist.

Bitte erkläre mir das doch einmal!

MfG,
Galli

Lena
08.11.2006, 23:42
Liebe Galli,

es ist schön mit wie viel Elan du hier ins Forum kommst um eine selbstbewusste Haltung mit allen Mitteln versuchst zu zerstören. Eigentlich ist es Zeitverschwendung sich so lange über eine Begriffsdefinition zu streiten, aber nun haben wir es angefangen und werden es auch zuende bringen.

Du hast Recht - ich war mal Vegetarierin. Und noch ein Schock: Ich habe sogar mal Fleisch gegessen :eek: :eek: :eek: .
Vor knapp einem halben Jahr habe ich eingesehen, dass Tierausbeutung falsch ist und mich für die vegane Ernährung entschieden. Ich nehme mir also das Recht andere Leute von meiner neuen Erkenntnis wissen zu lassen. Selbst wenn ich es erst gestern geworden wäre würde es nichts an meiner Motivation ändern darüber zu reden.
Du kannst mich gerne aufgrund meiner Vergangenheit verurteilen, aber schämen werde ich mich nicht für sie. Ich stehe zu allen Lebensphasen, weil die Erkenntnis bei mir ein schleichender Prozess war. Wie schwer der Koffer ist, den man mit sich trägt, bestimmt man durch seine Einstellung zu ihm ;).

Ich fänds schön, wenn du mal einen Gang runterschalten könntest und weder India nach Rygel mit deiner (sorry) hochnäsigen Art kritisieren würdest.
Jeder kann sich mal bei Begriffen irren und Menschen sind schließlich nicht perfekt. ;)

Galli
09.11.2006, 09:00
Du kannst mich gerne aufgrund meiner Vergangenheit verurteilen, aber schämen werde ich mich nicht für sie. Ich stehe zu allen Lebensphasen, weil die Erkenntnis bei mir ein schleichender Prozess war. Wie schwer der Koffer ist, den man mit sich trägt, bestimmt man durch seine Einstellung zu ihm ;).

Ich fänds schön, wenn du mal einen Gang runterschalten könntest und weder India nach Rygel mit deiner (sorry) hochnäsigen Art kritisieren würdest.
Jeder kann sich mal bei Begriffen irren und Menschen sind schließlich nicht perfekt. ;)

Ich verurteile dich in keiner Weise! Es hat mich nur irritiert, dass du keinerlei Verständnis aufbringen kannst für Menschen, die eine andere Meinung haben als du, wo du doch erst seit so kurzer Zeit vegan lebst.

Zu den Begriffen: nicht ich habe die Begriffe "emotionale" und "moralische Intelligenz" ins Spiel gebracht, sondern ihr - in der Hoffnung, eure Meinung damit zu untermauern. Dass das nicht geklappt hat, ist nicht meine Schuld. Ich wollte lediglich die Begriffe richtig stellen und eure Argumentation damit korrigieren. Denn wenn ihr vor Nicht-Veganern mit einer derartigen Argumentation auftretet, dann lachen sie euch nur aus und drehen sich um.

Ich bin nicht automatisch hochnäsig, bloß weil ich etwas besser weiß.
Ich will auch hier niemanden angreifen. Ich habe mich lediglich gewehrt, da ich selbst angegriffen wurde.

Letztendlich sitzen wir alle im selben Boot, da wir gegen das Tierleid kämpfen.
Aber meiner Meinung nach ist es eben absolut kontraproduktiv, sich selber als Weltverbesserer zu bezeichnen und sich mit Jesus und Galileo zu vergleichen. Wer das hört, kann doch nur den Kopf darüber schütteln!

Früher habe ich Veganer immer für extreme Spinner gehalten. Radikale Aktivisten, die in Tierversuchslabors einbrechen und 3 Ratten klauen.
Leute, die in der Innenstadt Stände haben und Andersdenkende ob ihrer Einstellung beschimpfen.
Ökos, Alternative, Sandalen-Träger, lila-Hosen-Extremisten... ;-)

Und egal, in welchem Forum ich mich auch rumtreibe - ich finde nur Leute, die dieses Bild bestätigen. Leute, die andere beschimpfen, sich selbst für besser und toller halten, in Großbuchstaben und Riesenlettern Parolen in Foren posten und Beiträge Andersdenkender löschen.

Wer sich so aufführt, braucht sich nicht zu wundern, dass er nicht ernst genommen wird. Aber ernst genommen zu werden ist doch das, was wir alle wollen! Ich jedenfalls gehe nicht hausieren mit meiner veganen Lebensweise, ich mische mich nicht in die Essgewohnheiten anderer ein, ich habe Respekt vor den Entscheidungen anderer Menschen. Und ich rede eigentlich nicht über mein Veganer-Dasein. Denn nur so kann man die Leute zum Nachdenken und Nachahmen motivieren. Indem man normal bleibt, gesund bleibt, nicht als radikaler Spinner endet, sondern als normales Mitglied der Gemeinschaft akzeptiert wird. Alles andere macht den Menschen Angst. Und was ihnen Angst macht, ahmen sie nicht nach.

Daher ist man auch kein Weltverbesserer, wenn man es von sich behauptet. Das Gegenteil ist der Fall!

MfG,
Galli

sonny
09.11.2006, 10:43
Hi Galli, jetzt mische ich mich nun doch mal ein, obwohl ich mich eigentlich zurückhalten wollte, da ich auch erst sehr kurz zur veganen Seite übergewechselt bin. Du scheinst ja sehr klug und belesen zu sein, aber es geht hier nicht darum, wer die meisten Fremdwörter am besten versteht (ich hab manchmal nachschlagen müssen) und und einsetzen kann, und wer am wortgewaltigsten und am gebildetsten ist. Es geht einzig und allein um den veganen Gedanken und daran, ihn nach seinen besten Kräften umzusetzen.
Mir geht es auch wie Lena und den anderen, obwohl man andersdenkende respektieren sollte - ich kann das Fleischessen, das Eieressen usw. nicht mehr respektieren. Das hieße ja mit anderen Worten, daß ich das ganze große Tierleid respektiere. Ich versuche schon, andere Menschen von meiner, meiner Überzeugung nach richtigen, Meinung zu überzeugen. Aber tut das nich jeder? Gerade wenn man wie Lena und ich, erst relativ kurze Zeit vegan lebt, ist man so erfüllt und erfreut von seiner neuen Erkenntnis, daß das Bedürfnis auch anderen die Erkenntnis zu bringen, groß ist. Viele haben sich ja einfach noch nicht allzuviele Gedanken gemacht. Da hilft manchmal schon ein heftiges Video.
Und... ich finde schon, daß Veganer sich von anderen Menschen unterscheiden! Nehmen wir mal an, zwei Menschen haben genau das gleiche Wissen darüber, welche grausame "Vergangenheit" das Schnitzel auf seinem Teller und die Milch in seinem Topf haben. Der eine sagt sich, oh schlimm, aber ich denke einfach nicht mehr daran... auf Schnitzel und Milch kann ich einfach nicht verzichten. Der zweite denkt nach, oh, Schnitzel und Milch mag ich ja sehr gern, aber das was da abläuft, kann und will ich nicht mehr mit verantworten. Also als kleinen Beitrag für die Tiere werde ich in Zukunft darauf verzichten und nach Alternativen suchen. Gleichzeitig versuche ich, andere Menschen, die dafür zugänglich sind, aufzuklären.
Welcher der beiden ist der bessere, der stärkere Mensch? Ich glaube nicht, daß der einzige Unterschied der beiden nur darin liegt, das der zweite nicht "so gut verdrängen" kann.
Ich hoffe, ich konnte einigermaßen verständlich machen, was ich meine. Leider kann ich mich nicht so wissenschaftlich ausdrücken...:D
Liebe Grüße von Sonny

Galli
09.11.2006, 11:21
Mir geht es auch wie Lena und den anderen, obwohl man andersdenkende respektieren sollte - ich kann das Fleischessen, das Eieressen usw. nicht mehr respektieren. Das hieße ja mit anderen Worten, daß ich das ganze große Tierleid respektiere. Ich versuche schon, andere Menschen von meiner, meiner Überzeugung nach richtigen, Meinung zu überzeugen. Aber tut das nich jeder? Gerade wenn man wie Lena und ich, erst relativ kurze Zeit vegan lebt, ist man so erfüllt und erfreut von seiner neuen Erkenntnis, daß das Bedürfnis auch anderen die Erkenntnis zu bringen, groß ist. Viele haben sich ja einfach noch nicht allzuviele Gedanken gemacht. Da hilft manchmal schon ein heftiges Video.

Liebe Sonny, ich kann dich sehr gut verstehen! Ich war ja selber lange "nur" Vegetarier und bin selbst hocherfreut über mich selbst, dass ich nun vegan lebe. Ich würde auch am liebsten in die Welt hinausposaunen, wie einfach es ist und wie gut man sich fühlt. Aber so einfach ist es nicht.

Jeder Veganer kennt doch das Dilemma: man wird von Freunden und Verwandten belächelt oder im schlimmsten Fall schwer kritisiert. Mein eigener Vater betitelt mich als "verantwortungslos" und "bescheuert", weil ich vegan lebe.

JEDER Mensch weiß, dass die Tiere gequält werden und fast jeder kennt doch die grausamen Videoaufnahmen von misshandelten Tieren (Massentransporte, Schlachtung usw.). Aber das alles führt doch nicht dazu, dass die Leute kein Fleisch mehr essen. Das ist wie mit Rauchern. Die sind in eine ähnliche "Verdrängungs-Falle" getappt und verteidigen ihr Laster vehement.
Da nützt es doch nichts, mit Parolen um sich zu werfen zu prahlen, wieviel besser es einem geht.

Für die meisten ist Veganismus unvorstellbar. Was soll man noch essen? Kriegt man nicht Mangelerscheinungen? Welche Rezepte bleiben mir eigentlich noch? Wo bekomme ich die alternativen Lebensmittel her? Was kostet mich der "Spaß"? Das sind alles beängstigende Fragen, auf die es Antworten geben muss. Aber diese Antworten in Form von Parolen und Äußerungen wie "Wir sind Weltverbesserer" zu beantworten, ist aber ein Schritt in die falsche Richtung, weil man die anderen dadurch in die Enge drängt.

Viel einfacher ist es doch, gar kein großes Aufsehens um das Veganer-Dasein zu machen und nicht ständig davon zu sprechen und den anderen damit ein schlechtes Gewissen zu machen. Viel effektiver ist es, einfach weiterhin "dabei" zu sein, normal zu sein, es nicht in den Vordergrund zu heben. Und wenn dann (per Zufall ;-) ) rauskommt, dass man vegan lebt, dann sorgt das eher für ein "Huch! Echt? Hätte ich gar nicht gedacht!" und hat damit einen viel größeren Aufforderungscharakter.

Andersartigkeit macht den Menschen immer Angst. Sie wollen nicht anders sein als die anderen. Sie wollen nicht in der Masse auffallen. Und wenn sie nur "vegane Spinner" kennen, die parolenposaunend durch Innenstädte ziehen, dann werden sie sich hüten, sich denen anzuschließen. Wenn ein Veganer aber ein "Mensch wie du und ich" ist, der gar nicht auffällt, von dem man "es nicht gedacht hätte", dann kann das viel eher dazu führen, dass man sich Gedanken zu dem Thema macht.
Und nur dann kann man miteinander ins Gespräch kommen und die so wichtigen Fragen beantworten und Ängste aus dem Weg räumen. Aber erst dann!!

Denn man sollte generell keine Fragen beantworten, die gar nicht gestellt wurden. Dann hört nämlich niemand zu.

MfG,
Galli

Rygel
09.11.2006, 18:27
Jeder Veganer kennt doch das Dilemma: man wird von Freunden und Verwandten belächelt oder im schlimmsten Fall schwer kritisiert. Mein eigener Vater betitelt mich als "verantwortungslos" und "bescheuert", weil ich vegan lebe.

Das Tolle an der Sache ist, daß ich automatisch von mir aus nichts mehr mit Menschen zu tun haben will, die mich für bescheuert halten, nur weil ich niemanden für meine Ernährung umbringe.

Für die meisten ist Veganismus unvorstellbar. Was soll man noch essen? Kriegt man nicht Mangelerscheinungen? Welche Rezepte bleiben mir eigentlich noch? Wo bekomme ich die alternativen Lebensmittel her? Was kostet mich der "Spaß"? Das sind alles beängstigende Fragen, auf die es Antworten geben muss. Aber diese Antworten in Form von Parolen und Äußerungen wie "Wir sind Weltverbesserer" zu beantworten, ist aber ein Schritt in die falsche Richtung, weil man die anderen dadurch in die Enge drängt.

Diese Fragen beantwortet man also am Besten damit, indem man seinen Veganismus heimlich auslebt, bis mal durch Zufall ein Mensch in 10, 20 Jahren sich für die Ernährung von einem interessiert. Diesem einen Menschen kann man dann den Veganismus näher bringen, und wenn man ganz viel Glück hat, lacht er einen nicht aus, sondern "toleriert", daß ich Tieren Rechte einräume. Ich glaube, die Menschheit hat verdammt viel Glück, daß nicht alle Menschen so wie du denken, Galli, denn sonst hätten Frauen heutzutage keine Rechte und alle Menschen mit einer anderen Hautfarbe als weiß würden auf irgendwelchen Plantagen als höchstes Berufsziel Tabak ernten oder ihrem Massa anders dienen. Das muß man sich mal vorstellen, alle Vorreiter einer vernünftigen Bewegung hätten gewartet, bis sie angesprochen worden wären und hätten ansonsten ihren Mund gehalten. Na gute Nacht... Aber ich weiß, "das kann man nicht vergleichen, weil wir hier "nur" über Tiere sprechen, die gequält und getötet werden", oder? :mad:

Denn man sollte generell keine Fragen beantworten, die gar nicht gestellt wurden. Dann hört nämlich niemand zu.

Tue ich nicht. Am Anfang habe ich mein Umfeld darauf angesprochen, daß sie eine Leiche auf ihrem Teller liegen haben. Das ist keine Frage, sondern eine konkrete Aussage zu einer unverrückbaren Tatsache. Bisher konnte die noch kein Omnivorer widerlegen. Ich würde dir in manchen Gebieten fast zustimmen, Galli, aber hier sprechen wir von Mord an Unschuldigen, nicht über verschiedene Geschmäcker bei Häkelmustern. Ich kann den Mord nicht direkt verhindern, aber ich kann seine Finanzierer darüber aufklären, was sie da unterstützen. Wenn ich sehe, daß drei Skins einen Türken verprügeln, stelle ich mich auch nicht daneben, um abzuwarten, ob mich die drei Herren danach vielleicht noch ansprechen, weil sie möglicherweise an meiner Meinung dazu interessiert sind. Da zücke ich mein Handy, mache sehr deutlich, daß ich die Polizei anrufe und nehme dann im Zweifelsfall die Beine in die Hand. Bei Tierrechten geht das leider nicht, weil hier die Quälerei und der Mord legal sind, trotzdem gucke ich nicht einfach zu.

Galli
11.11.2006, 19:35
Diese Fragen beantwortet man also am Besten damit, indem man seinen Veganismus heimlich auslebt, bis mal durch Zufall ein Mensch in 10, 20 Jahren sich für die Ernährung von einem interessiert. Diesem einen Menschen kann man dann den Veganismus näher bringen, und wenn man ganz viel Glück hat, lacht er einen nicht aus, sondern "toleriert", daß ich Tieren Rechte einräume.


Ich kann deine Argumentation sehr gut nachvollziehen. Sie ergibt wirkich Sinn!
Allerdings argumentierst du an mir vorbei. Ich hatte mit Absicht ein zwinkerndes Smily hinter die Aussage, dass die Leute es "durch Zufall" erfahren, gesetzt. Ich dachte, damit wäre die Ironie dieser Feststellung klar geworden. Wohl nicht...

Natürlich dauert es nicht 10 Jahre, bis die Leute bemerken, dass man vegan lebt. Auf jeder Familienfeier, bei jedem Betriebsausflug, einem Essen mit Freunden und bei jeder Menge anderen Anlässen fällt es doch sofort auf. Ich zumindest konnte nicht verbergen, dass ich Zutatenlisten auf Verpackungen lese, beim Kellner Gerichte zusammestelle, die es so gar nicht auf der Speisekarte gibt, oder ich bei Betriebsfeiern was Selbstgemachtes mitbringe.
Viel schneller als einem lieb ist, kommt sofort die Sprache auf die ungewohnte Ernährungsweise, das ist doch klar!

Ich denke, dass derjenige, der den Leuten mitteilt, dass sie Leichen essen und sie "aufklärt" über das Tierleid, nur Abwehr und Antipathie erntet. So was mögen die Menschen nicht. Sie wollen ihr Schnitzel und ihre Bratwurst genießen. Sie mögen keine Spielverderber. Außerdem erzählt man den Leuten damit nichts Neues, denn sie wissen doch bereits Bescheid! Aber der sympathische Kollege, der stinknormale Nachbar von nebenan, die geliebte Enkelin oder die beste Freundin, die plötzlich - ohne großes Aufsehen darum zu machen - vegan lebt, die beeindruckt! Denn so jemand erntet zwar hin und wieder Abwehr und Kopfschüttler, aber solange derjenige sich dezent zurückhält und durch Leichtigkeit, Freundlichkeit und Normalität beweist, dass es offensichtlich ganz einfach ist, vegan zu leben, der erntet Nachdenken. Und Nachdenken ist immer ein Anfang.

Lena
16.11.2006, 15:26
Ich finde Aktivismus ist sinnvoll und es ist keine Schande stolz auf seine Einsichten zu sein. Wem das nicht in den Kram passt hat Pech gehabt.