Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vegan zur Selbstbestrafung??
Spirit.Sweet
03.09.2006, 15:31
Hi!
Wie vielleicht einige wissen, bin ich in Psychologischer Behandlung und diese Psychologin meinte, ich trinke zu wenig um mich zu bestrafen, weil ich mich selbst nicht leiden kann. Ich bin zwar der Meinung das ich grade so genug trinke. Ich krieg einfach nicht mehr runter. Naja auf jeden Fall ging mein Gedanke weiter und ich habe mir überlegt, ob der Veganismus auch eine Art "Selbstbestrafung" sein kann. Immerhin verzichtet man schon auf einiges, isoliert sich ziemlich von seiner bisherigen Umwelt und (in diesem Fall rede ich nur mal von mir) vermisst auch mache Dinge, wie Kuchen, Schokolade, Kakao.. :(
Ich bin mir bei dem Gedanken nicht ganz schlüssig, was letztendlich meinen Veganismus am Leben hält, die Tiere oder wirklich auch, dass ich mich schlecht fühlen will, weil ich manches vermisse, meinen heissgelieben Kuchen oder meine Vollmilchschokolade, die ich an jeder Ecke kaufen konnte, wie es die unwissenden einfach tun können..
Ich hoffe ihr verwendet diesen Beitrag nicht eines Tages gegen mich.
Ist nur mal so ein Gedankenspiel, würde mich halt mal interessieren, wie ihr darüber denkt.
lg Dani
Ein bißchen "Angst" machst du mir schon, Spirit, du hast gestern auch so seltsam auf einen Beitrag von sonny geantwortet ala "Wer weiß, wie lange ich noch vegan lebe". Vor allen Dingen kann man dich nicht mal mehr aufklären, weil du nun wirklich alle Tatsachen kennst, was soll man da noch sagen? Außer vielleicht, daß du dir keinen Quatsch von Psychiatern erzählen lassen solltest, die selber ein Rädchen in der Tierausbeutung sind und begeistert da mitmachen. Was willst du von solchen Leuten erwarten? Daß sie dir erzählen, daß du auf dem richtigen Weg bist und sie mit ihrem Milch- und Fleischkonsum falsch liegen? Laß bloß nicht den Kopf hängen und kämpf dich durch diese depressive Phase durch, immerhin bist du IMO die netteste Userin auf diesem Board. Für dich leiden keine Tiere mehr, das ist großartig, warum genau willst du zu den Tierquälern überhaupt dazugehören? Du bist absolut auf der richtigen Seite und definitiv nicht alleine!!!:)
Spirit.Sweet
03.09.2006, 19:48
Danke dir Rygel! *knuddel*
Also ich habe nicht vor mit dem Veganersein aufzuhören, und meine Psychologin hat mir das auch nicht eingeredet. Die weiß nichtmal das ich Vegan bin. Auf den Gedanken bin ich selbst gekommen. Selbstbestrafung gehört zu meinem Krankheitsbild leider dazu und deshalb habe ich diese Überlegung angestellt.
Du bist auch total nett und du hast auch grössten Respekt verdient, dass du so schnell Vegan geworden bist und dich so toll informiert hast!
lg Dani
Selbstbestrafung gehört zu meinem Krankheitsbild leider dazu und deshalb habe ich diese Überlegung angestellt.
Aber es hat doch absolut nichts mit Selbstbestrafung zu tun, wenn man anderen Lebewesen ihr natürliches Recht auf Leben einräumt. Eigentlich ist das doch selbstverständlich, das haben leider nur die wenigsten begriffen. Frag irgendjemanden, der völlig außerhalb des Themas steht, was er für richtig hält, andere zu quälen und zu töten oder selber leben und andere leben zu lassen. Da wird dieser Außenstehende garantiert ganz selbstverständlich die 2. Möglichkeit nehmen. Gut, es ist jetzt schwierig, da Außenstehende zu befragen, gebe ich zu...;) Vielleicht Außerirdische? Da dann aber aufpassen, daß man E. T. und nicht Darth Vader erwischt, sonst könnte die Antwort doch anders ausfallen.:D Aber egal, auf jeden Fall sind wir Veganer vom gesunden Menschenverstand her auf der absolut und sogar einzig richtigen Seite. Überhaupt; was heißt "bestrafen"? Das klingt ein bißchen so, als würde es keine veganen Geschmackshighlights geben. Ich entdecke ständig neue, wer schert sich da bitte noch um Vollmilchschokolade?;) Vom gesundheitlichen Aspekt will ich jetzt gar nicht anfangen, eigentlich könnte man die Theorie der Selbstbestrafung eher auf Leute anwenden, die Eier und Milch konsumieren oder sich mit ihrem Pflanzenfressergebiß unbedingt Fleischfressernahrung durch ihren Pflanzenfresserdarm schieben müssen. Ein "schönes" Beispiel ist mein Vater. Er hat zu hohe Cholesterin-Werte, sagt sein Onkel Doktor. Was macht er? Er isst WENIGER Eier und trinkt WENIGER Milch, obwohl er durch mich die Alternativen eine Etage tiefer auf dem Silbertablett serviert bekommen würde. Oh Herr, laß Hirn vom Himmel regnen...:rolleyes:
Spirit.Sweet
03.09.2006, 21:03
Hm ja ich kenne da auch so ein paar Fälle, denen Veganismus sehr gut täte..
Ich empfinde es an manchen Tagen schon als belastend, wenn man nicht alles essen kann, wo man grad lust drauf hat. So wie meine Kollegen (ich hab ja nur 2) die woche kuchen gegessen haben und ich zusehen musste.. Manchmal macht mich das schon fertig. Oder wenn mein Freund eben seine Vollmilchschokolade reinzieht
also ich hab noch keine wirklich befriedigende Alternative gefunden, weil langsam kann ich keine RitterSport Marzipan mehr sehen..
Deshalb rede ich von Selbstbestrafung..
Ich würde es ihm auf keinen Fall gönnen, aber dein Freund redet dann vielleicht in 30, 40 Jahren von "Selbstbestrafung", wenn seine Cholesterin-Werte verrückt spielen oder sein/e Herz/Darm/Speiseröhre sich für die "artgerechte" Ernährung "bedanken". IMO das einzig "Faire" am Konsum von Tieren und ihren Produkten: Es erhöht die Sterbe- und Krankheitsrate der Täter...:mad: Aber wie gesagt, ich drücke deinem Freund wegen dir mal unbekannterweise die Daumen, daß die gerechte Strafe nicht endgültig ausfällt...
Hallo Dani,
ich habe jetzt die ganze Zeit an Deiner Frage überlegt und ich denke, Veganismus kann eine Form der Selbstbestrafung sein, ja! Aber wenn man das möchte, kann man sich mit so ziemlich allem selbst bestrafen, nicht nur mit Essen (bzw. Verzicht auf Essen) - es hängt immer davon ab, was man selbst daraus macht und wie's einem dabei geht. ;) Selbst wenn Dein Veganismus auch davon am Leben erhalten wird, dass Du Dich selbst bestrafen möchtest, ist die Lösung ja nicht, wieder omni zu essen, sondern die Sicht auf sich selbst zu ändern (das geht wirklich!)...
Ich habe auch gerne Käse, Kuchen und Milchschokolade gegessen. Aber ich kasteie mich nicht durch den Verzicht, sondern esse eben anderen Kuchen und andere Schokolade (okay, der Käse ist ein Problem :D). Sicherlich fällt es auch mal schwer, wenn ich grade hungrig bin und mit nicht veganem Kuchen o.ä. konfrontiert werde...
Wenn Du Kuchen vermisst, wie reagierst Du darauf (in dieser Situation)? Was denkst Du dabei? Ich möchte auf diese Fragen keine Antwort hier im Forum, aber denk ruhig nochmal drüber nach. ;)
Grüße, Girasol
hi,
veganismus ist zukunft, immer mehr menschen werden vegan weil sie dies begreifen.
Einige der mir bekannten VeganerInnen waren selbst in psychiatrischer Behandlung, allerdings denke ich, dass sie aufgrund ihrer sensibilität depressionen bekommen haben und aufgrund ihrer sensibilität vegan geworden sind.
sensibilität an sich halte ich jedoch für eine tolle eigenschaft, auf die man stolz sein kann!
wenn aus sensibilität auch depressionen und selbsthass resultieren, dann ist das sicherlich nicht das persönliche problem sondern meistens durch gesellschaftlichen druck.
sag das mal deinem "freund".
gruß:
kilian
Hi-Spirit.Sweet- Glaub mir, Du hast keinen Grund, Dich nicht leiden zu können! Und wofür solltes Du Dich denn bestrafen wollen? Nachdem was ich bisher von Dir gelesen habe, hab ich den Eindruck, daß Du eine sehr liebenswerte Person bist!!! Und Du hast den richtigen Weg eingeschlagen! Zweifel an der veganen Lebensweise werden immer wieder mal auftauchen, da sorgen Deine lieben Mitmenschen schon dafür! Wenn der Partner dann noch anders denkt, wird es besonders schwierig. Du scheinst noch sehr jung zu sein, da sind solche -ich nenne es mal Selbstzweifel- eigentlich normal. In den 30 Jahren, die ich nun vegetarisch, oder fast vegan verbringe, gab es genug solche Tiefen, daß kannst Du mir glauben!! Ich habe mir dann angewöhnt, alles etwas gelassener zu sehen. Meine Schwäche ist auch die Schokolade!!!!! Wenn ich dann doch mal schwach wurde und den Kindern ein Stück stibitzt habe, fand ich das zwar wirklich nicht toll, aber ich hab mich auch nicht gleich dafür verachtet. Wenn mich jetzt die Gier nach Vollmilchschokolade überkommt, dann schmelze ich manchmal eine Tafel Bitterschokolade in Sojasahne und Rohrzucker und lasse es im Kühlschrank wieder kalt werden. Wird zwar nicht mehr fest, aber der Geschmack ist schon wie Vollmilchschokolade (oder wie ganz dicker Kakao oder Pudding mit Vollmilchschokoladengeschmack). Kuchen und Kakao sind ja eigentlich kein Problem. Ich finde nur diesen Ei-Ersatz sauteuer! Was ich damit sagen will, ich weiß aus Erfahrung, wirklich aus Erfahrung, daß Menschen, vor allem junge, die ganz, ganz streng mit sich sind (Jedes Produkt studieren, ob vielleicht Spuren von Nichtveganen drin sind, verordnete Tabletten nicht einnehmen usw.) meist wieder aufgeben und dann ganz ins Gegenteil verfallen. Bin leider erst vor kurzem einenm Freund meines Sohnes wiederbegegnet, der sich fleißig vom Grill bediente und Pute, Würstchen usw. in sich reinstopfte. Er meinte, es sei ihm zu anstrengend geworden und es sei eh nicht 100%ig zu verwirklichen. Aber statt nur bissel zurückzuschrauben, verfiel er gleich ins volle Gegenteil!
Das mit dem Trinken sehe ich etwas anders, Du ißt als Veganerin ja sicher sehr viel Obst und auch Rohkost? Dann sinkt Dein Flüssigkeitsbedarf nämlich sowieso, weil diese Kost ja sehr wasserreich ist. Du weißt sicher, daß man als Veganer B12 einnehmen sollte?? Ich tu das in Form von Bio-Spirulina-Tabletten. Denn wenn man dann wirklich mal irgendwelche Mangelerscheinungen hat, dann schreien sie gleich los:"Ich hab`s ja gleich gesagt!" (wieder meine Erfahrung). Dem sollte man vorbeugen. Liebe Spirit.Sweet, Deine Phsychologin mag ja auf ihrem Gebiet gut sein, aber laß Dich trotzdem von ihr nicht verrückt machen! Liebe Grüße von -Sonny-
Hallo Spirit.Sweet,
Also ich denke, der Veganismus ist ehr etwas, wofür du dich mögen kannst...schließlich werden für dich keine Kühe mehr eingesperrt, gequält und mutwillig getötet...
Liebe Grüße alissa
wenn aus sensibilität auch depressionen und selbsthass resultieren, dann ist das sicherlich nicht das persönliche problem sondern meistens durch gesellschaftlichen druck.
Ganz genau *zustimm*
Den Druck bekommen alle VeganerInnen zu spüren, aber das ist kein Grund, wieder andere für sich sterben zu lassen. Ich denke, dass DAS dein Gewissen noch viel mehr belasten würde!
Spirit, ich würde dir raten, dich mal mit ein paar veganen Menschen zu treffen (auch wenn es evtl. mal etwas weiter weg ist und ein Wochenende lang geht) und gemeinsam mit denen über alles Mögliche zu quatschen, mit ihnen zu kochen, zu backen etc... Das hilft ungemein, glaub mir!
Du packst das! :)
VlG
Magda
P.S.: Ich war auch schon oft deprimiert. Aber nicht, weil ich vegan bin, sondern weil es leider immernoch so viele (uneinsichtige) Mörder auf der Welt gibt, unter denen so verdammt viele unschuldige menschlichen und nichtmenschlichen Tiere leiden und sterben müssen.
P.P.S.: Komm doch öfter in den denichat :) Das hilft auch zum Stimmungheben ;)
Spirit.Sweet
04.09.2006, 19:51
Was Rygel du bist doch noch dazugekommen?! Warst du es nicht der gemeint hat "ich bin zu alt für den Scheiss"?? :D
Bin auch schon dabei ;)
Danke erstmal ihr lieben, dass ihr mich nicht gleich in der Luft zerreisst und mich ernst nehmt! DANKE
Naja ich verletze mich öfter selber und mache auch öfter mal Diät und deshalb kam ich auf den Gedanken, ob man nur deswegen auch Vegan sein könnte. Ob es also auch solche gibt, denen die Tiere wurscht sind und die nur darauf verzichten damit sie "leiden"..
Ich denke ich habe meine Sichtweise so angepasst, dass ich es für eine gute Sache halte und ich es aus reiner Tierliebe mache. War nur so eine Überlegung.
Und ich bin zu einer neuen Überzeugung gelangt! Keiner kann dich verletzen, solange du dich selbst liebst!! Und das ist der schwerste Teil dabei.
Guter Buchtipp dazu: Louise L. Hay , Gesundheit für Körper und Seele
*knuddel an alle*
lg Dani
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