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kadek
01.07.2008, 13:37
Das westafrikanische Land Mauretanien ist die letzte Hochburg der Sklaverei.
http://plus7.arte.tv/de/detailPage/1697660,CmC=2069732,scheduleId=2063670.html
Arte vom 24.6.2008

Die letzten Sklaven
Das westafrikanische Land Mauretanien ist die letzte Hochburg der Sklaverei. Schon viermal wurden dort Menschenhandel und Versklavung offiziell abgeschafft, aber verändert hat sich im Grunde nichts. Doch nun gibt es einen Hoffnungsschimmer: Die junge Generation lehnt sich gegen Sklaverei und Menschenhandel auf, und das sowohl auf Seiten der Sklaven als auch auf der der so genannten "Herren".


Die Islamische Republik Mauretanien, im August 2007: Der neue Präsident der Republik, Sidi Mohamed Ould Cheikh Abdallahi, verabschiedet ein Gesetz, das Sklaverei unter Strafe stellt. Bereits zum vierten Mal wird in Mauretanien offiziell die Haltung von Sklaven "abgeschafft". Daraus lässt sich im Umkehrschluss folgern, dass die Sklaverei in diesem Land der Sahelzone zwischen Maghreb und Schwarzafrika bis vor knapp einem Jahr noch toleriert wurde.
In Mauretanien gehört die Sklaverei zum System. Eine Jahrtausende alte Tradition will, dass jeder Mensch hier als "Herr" oder "Sklave" zur Welt kommt. Weder Gesetz noch Staat konnten diesen Brauch bisher unterbinden. Die Sklaven gehören zu Haus und Gut ihres Herrn. Sie erledigen die niedrigen Arbeiten, während ihre «Herren» Schöngeister, Geschäftsleute, Beamte und Intellektuelle sind. Auf diesem althergebrachten System baut die gesamte mauretanische Gesellschaft auf, sowohl in der "maurischen", Arabisch sprechenden als auch in der schwarzafrikanischen Gemeinschaft. Um einen Aufstand der Sklaven zu vermeiden, werden diese von ihren Sklavenhaltern mit religiösen Argumenten eingeschüchtert: Wer fliehe, komme in die Hölle.
Biram, Boubacar, Aminetou, Mohammed Lémine und Messaoud stammen aus beiden Lagern, Sklaven und «Herren». Sie haben jetzt den Mut aufgebracht, sich dem System zu verweigern. Ihr Ziel besteht darin, das Land von der Geißel der Sklaverei zu befreien. Auf ihnen ruht die Hoffnung, dass in Mauretanien die Sklaverei bald tatsächlich der Vergangenheit angehört.


(Frankreich, 2008, 45mn)
ARTE F
Regie: Sophie Jeaneau, Anna Kwak

Chimera
01.07.2008, 14:40
Wer dies grausam findet, sollte nicht vergessen, dass auch innerhalb der EU moderne Sklaverei betrieben wird, und das nicht zu knapp.

Chimera
03.07.2008, 16:57
Hm, schade, dass sich dafür wohl keiner interessiert...

Habe das Gefühl, wenn es hier um "Tiersklaven" ginge, wäre mehr los.

blueberry
03.07.2008, 19:55
Naja, was gibt es dazu groß zu sagen?

Lena
04.07.2008, 00:20
Der Film ist leider nicht mehr verfügbar... :/ . Kannst du den Link evtl. korrigieren?

@blueberry: Wozu war dein Kommetar eigentlich gut? :confused:

blueberry
04.07.2008, 17:48
@blueberry: Wozu war dein Kommetar eigentlich gut? :confused:

Ansatz zu einer Verteidigung gegen den Vorwurf, Menschen würden hier niemanden interessieren. :rolleyes:

Phosphor
04.07.2008, 21:11
Menschenhandel findet man noch überall, sei es die Prostituierten mit ihren Zuhältern etc.
Das es wirklich noch "offensichtliche" Sklaverei gibt, war mir neu.
Diese mit religiösen Punkten an sich zu binden ist skandalös und Missbrauch der Religion. Religion sollte doch niemals einen Menschen dazu befähigen andere unter sich zu bringen.

blueberry
04.07.2008, 23:31
Menschenhandel findet man noch überall, sei es die Prostituierten mit ihren Zuhältern etc.
Das es wirklich noch "offensichtliche" Sklaverei gibt, war mir neu.
Ja... schlimm. Hat hier sonst noch jemand das Gefühl, dass es umso krasser wird, desto mehr man über diese Welt erfährt?

Religion sollte doch niemals einen Menschen dazu befähigen andere unter sich zu bringen.
Entschuldige, wenn ich lache. :rolleyes:

Phosphor
05.07.2008, 14:19
@ Blueberry
Ja. Es ist wirklich unglaublich. Man findet immer wieder etwas in der Welt, was einem zum Kotzen bringt. Immer wenn ich glaube ich hätte mich an den neusten Wahn gewöhnt, kommt was anderes Krankes um die Ecke.
Und ja, mein Bild der Rligion ist beschönigend wie auch idealisiert und ich bin auch offiziell und vom Herzen ein Atheist, aber die Religion macht sich doch selbst zum Paradox, wenn denen ihr alles liebender Gott will, dass es Menschen/ Kreaturen zweiter Klasse gibt.

blueberry
05.07.2008, 22:06
Dieses Paradoxon zieht sich neben anderen durch die gesamte Bibel, ist also noch nicht mal eine neue Erfindung... die Frage ist, ob es das jetzt besser oder schlechter macht. :rolleyes:

Andrak
06.07.2008, 01:25
Entschuldige, wenn ich lache. :rolleyes:

Entschuldige, wenn ich über Atheisten lache :rolleyes:

Das Wesen einer Religion besteht nicht aus irgendwelchen Geschichten (siehe Bibel) oder irgendwelchen Menschen, die meinen sie seien ein geistliches Oberhaupt (siehe Vatikan), sondern aus der Kernaussage, die in den meisten (?) Religionen ziehmlich ähnlich ist

Aussagen wie "Religion ist scheiße, altah" find ich zum lachen :D

Chimera
06.07.2008, 01:37
Atheisten gibt es an sich überhaupt nicht, denn "Glaube" ist von Natur aus Tief in uns verankert. Jeder glaubt an irgendetwas, dass sich nicht beweisen lässt - sei es, dass ein Glücksbringer Glück bringt oder der tote Opa an einem besseren Ort ist.
Mittlerweile ist bei vielen Menschen der Glaube nicht mehr an eine bestimmte Religion gebunden, gläubig sind wir aber alle - einige leben diesen Glauben durch esoterische Ersatzreligionen aus, andere entwickeln eigenständig ein Weltbild, noch andere bedienen sich typischer religiöser Elemente (Wiedergeburt, Himmel u.s.w.)


Aussagen wie "Religion ist scheiße, altah" find ich zum lachen
So ist es. Religion ist an sich nur ein Werkzeug, welchem wir uns bedienen und kann nur von sich aus weder gut, schlecht noch "scheiße" sein. Es kommt immer auf den Einsatz an.

Phosphor
06.07.2008, 16:43
Das Wesen einer Religion besteht nicht aus irgendwelchen Geschichten (siehe Bibel) oder irgendwelchen Menschen, die meinen sie seien ein geistliches Oberhaupt (siehe Vatikan), sondern aus der Kernaussage, die in den meisten (?) Religionen ziehmlich ähnlich ist

Religion an sich ist eine feine Sache. Sie gibt Hoffnung, muntert auf, erklärt vermittelt Moral (nicht töten, nicht rauben,)...
Aber leider wird sie von vielen Menschen für alles mögliche missbraucht.
Tempelritter, Judenverfolgung, Christen im alten Rom, diese Sklavengeschichte.
Die Bibel ist ein altes Buch, dass aus den unterschiedlichsten Teilen besteht. Wie jedes Buch muss man es aber für sich interpretieren. Rein logisch ist man nie in der Lage eine Geschichte so aufzufassen wie sie der Autor geplant hatte.
Ich denke die Zahl ungeouteter Christen, die lieber ohne Umweg mit Gott telefonieren wollen, ist größer als die Anzahl der existenten Atheisten.
Und neben Atheisten gibt es ja auch noch den Agnostiker. Das ist quasi der vegane Atheist ;-)

blueberry
06.07.2008, 18:40
Aussagen wie "Religion ist scheiße, altah" find ich zum lachen

So ist es. Religion ist an sich nur ein Werkzeug, welchem wir uns bedienen und kann nur von sich aus weder gut, schlecht noch "scheiße" sein. Es kommt immer auf den Einsatz an.

So eine pauschale Aussage habe ich nie getroffen, werde ich auch nicht, schon gar nicht in dieser polemischen Form.

Was ich geschrieben habe, hat nichts mit Atheismus oder nicht Atheismus zu tun. Aber es wird ja wohl kaum jemand von euch bestreiten können oder wollen, dass Religion (und in diesem Kulturkreis vorrangig das Christentum) schon des öfteren als Begründung verwendet wurde, Menschen zu verfolgen und zu unterdücken. Von daher erschien mir die Aussage, Religion dürfe nicht in dieser Weise instrumentalisiert werden, etwas naiv.

Mehr habe ich damit nicht gesagt, und auch nicht sagen wollen.

Andrak
07.07.2008, 16:39
So eine pauschale Aussage habe ich nie getroffen, werde ich auch nicht, schon gar nicht in dieser polemischen Form.

Hab ich nie behauptet, ich verwende gerne Übertreibungen :rolleyes:

angel20k
10.07.2008, 22:41
Für menschliche Sklaven scheint sich hier wirklich niemand zu interessieren, da ist selbst bei den schlechten Veganer-Witzen auf Sat.1 mehr los. Da wird jedes Produkt im Supermarkt genaustens unter die Lupe genommen (könnte ja Farbstoff aus toten Läusen drin sein, wie furchtbar), und in drei Wochen gehts dann auf zum AntiSpe-Kongress, um das Wesen der kapitalistischen Mensch-Tier-Beziehung zu erfassen (ein gutes Thema für Langzeitstudenten der Fächer Soziologie und verwandter Diplom-/Bachelorstudiengänge für angehende Taxifahrer). Sitzen dort, diskutieren und tragen Kleidung, gefertigt irgendwo in Asien in den Sweatshops der Auftragnehmer der Subunternehmer der Lieferanten der Sub-Subunternehmen im Auftrag von C&A, H&M, Karstadt etc.

Die Shirts der Partei "Die Linke" werden in Bangladesh gefertigt, die NPD druckt ihre Verlagspostille "Deutsche Stimme" in Polen. Das Leben ist schön.

Chimera
10.07.2008, 23:03
Man braucht gar nicht so weit in die Ferne schweifen, angel.
Es reicht schon, sich eine vegane, tierleidfreie Tomate aus Spanien schmecken zu lassen - gepfückt von Sklavenarbeitern unter abartigsten Bedingungen. Wären das tausende abgerichtete Pflückäffchen, die sich da in 50Grad Hitze bis zum Zusammenbruch abquälen, gäbe es zig schrecklichste Petavideos zu dem Thema und hunderte Tierschutzthreads.
Und bevor sich hier jemand aufregt: Diese Kritik ist nicht speziell auf Veggis/Vegetarier gemüntzt, sondern richtet sich generell gegen die extreme Tier-vor-Mensch-Mentalität.

kadek
11.07.2008, 00:17
wie diese Tomatenpflücker:
http://www.morgenpost.de/incoming/article288986/Europas_Sklaven.html
ist das überhaupt Sklaverei oder nur polemisiert Sklaverei, dafür aber krimineller Kapitalismus?
Kennzeichnet einen Sklaven, daß er keinen Lohn bekommt, mit Gewalt versklavt wird oder mit Gewalt festgehalten wird?
Wäre die mauretanische Sklavin noch Sklavin, wenn sie 20ct oder 2Eur für Ihre Arbeit erhält?

Chimera
11.07.2008, 00:47
Definition der Sklaverei:
Völlige rechtliche und wirtschaftliche Abhängigkeit des Sklaven als Eigentum eines Sklavenhalters.

Sicherlich ist das, was auch vielen Feldern innerhalb der EU getrieben wird keine Sklaverei im historischem Sinne, aber eben etwas was dieser sehr nahe kommt.
Für mich ist der Begriff der modernen Sklaverei mehr als passend.

Erdbeerkuchen
11.07.2008, 00:56
Also ich finde es schrecklich!
genauso Kinderarbeit und sexuellen Missbrauch aber das gibt es überall und es wird sich leider niemals etwas daran ändern :( Mir ist es egal ob es sich um Menschen oder um Tiere handelt beides ist furchtbar !! Aber was soll ICH daran ändern ??
Echt zum k*****
Ich würde die Welt gerne besser machen aber WIE? :confused:
LG Erdbeerkuchen:)

kadek
11.07.2008, 02:57
für mich ist der Begriff der modernen Sklaverei auch passend. Komisch, warum muß ich da sogar an manche Hausfrau oder Ehe denken? Dadurch wird der Begriff jedoch inflationär benutzt, und hoffentlich die eigentliche Sklaverei nicht aus dem Blickfeld gedrängt.
Im Grunde steckt die Versklavung im Kopf.
Armut, Ängste, religiöse oder tradierte Vorstellungen erhalten diese Systeme aufrecht. Diese Mauretanierin hat überhaupt keine Chance da alleine auszubrechen und mußte sogar gezwungen werden von Ihrem/r Herr/in wegzugehen. Was hätte sie tun können, wenn sie wegläuft. In die Wüste, in die Stadt? Ohne Geld, ohne jegliche Perspektive.
Bei der modernen Sklaverei stecken ähnliche Prinzipien dahinter. Was machen jedoch Menschen, die für einen erbärmlichen Lohn arbeiten und ums Überleben kämpfen?
Sie haben keine Rücklagen und somit auch nicht die Freiheit diese Arbeit aufzugeben.
Und in vielen Ländern müssen noch Kinder für den Lebensunterhalt der Familie mit beitragen und werden als kostenlose oder billige Arbeitskräfte mißbraucht.

Chimera
11.07.2008, 17:30
@ Erdbeerkuchen:
Du kannst so einiges gegen diese Ungerechtigkeiten machen.
Regionale Waren bevorzugen, dich mit Genussmitteln wie Kaffee oder Schokolade einschränken und auf fair trade zurückgreifen, dich informieren, Hersteller/Supermärkte mit mails nerven und Informationen zur Einhaltung der Menschenrechte bei Produktion und Ernte verlagen, Organisationen beitreten u.s.w.

blueberry
11.07.2008, 20:37
Organisationen beitreten u.s.w.
Kannst du da aus Erfahrung irgendwelche empfehlen?
Oftmals heißt es ja, dass entsprechende Organisationen mehr aus schönen Worten als aus Taten bestehen bzw. Spendengelder "verloren" gehen...

Erdbeerkuchen
11.07.2008, 20:56
@ Erdbeerkuchen:
Du kannst so einiges gegen diese Ungerechtigkeiten machen.
Regionale Waren bevorzugen, dich mit Genussmitteln wie Kaffee oder Schokolade einschränken und auf fair trade zurückgreifen, dich informieren, Hersteller/Supermärkte mit mails nerven und Informationen zur Einhaltung der Menschenrechte bei Produktion und Ernte verlagen, Organisationen beitreten u.s.w.

Hallo Chimera,
danke für deine Hilfe ich werde machen was ich kann :) Einiges ist ja gar nicht so schwer ;)
LG Erbeerkuchen:)

Mausispatz
18.07.2008, 22:23
Ich weiß nicht, wieso "menschliche" Sklaverei weniger Bedeutung zukommen sollte wie "tierlicher"??
Menschen sind schließlich auch Tiere.

Ich versuche genauso auf menschenausbeuterische Produkte zu verzichten wie auf tierausbeuterische.

Andrak
19.07.2008, 02:12
Menschen sind schließlich auch Tiere.


Menschen sind genausowenig Tiere wie Tiere Menschen sind. Wir alle sind Lebewesen auf diesem Planet.

Was ich damit sagen will? Ich mag diese Klassifizierung Tier <-> Mensch nicht :rolleyes:

Mausispatz
19.07.2008, 15:02
Was ich damit sagen will? Ich mag diese Klassifizierung Tier <-> Mensch nicht :rolleyes:


Ich klassifizier ja gar nicht. Alles Tiere.

Andrak
19.07.2008, 15:17
Ich klassifizier ja gar nicht. Alles Tiere.

Pflanzen <-> Tiere? Das mein ich ;)

Chimera
19.07.2008, 15:26
Was ist denn überhaupt an einer solchen Klassifizierung so schlecht?
Ist doch völlig normal, sich als Gruppe oder auch Einzelperson von "den anderen" sprachlich zu trennen.
Den meisten Menschen ist völlig klar, dass sie auch Tiere sind, aber die sprachliche Trennung "Mensch-Tier" ist eben so gegeben.
Es regt sich ja auch keiner auf, wenn jemand sagt: Meine Familie ist mir wichtiger als die Menschheit".
Hier hat man eben die Famile als kleinste gesellschaftliche Gruppe der Menschheit entgegengestellt, auch wenn natürlich auch eine Familie aus Menschen besteht.
Jeder weiß was gemeint ist, und keiner würde sagen:
"Jaaa, aber deine Famile sind ja auch Menschen! Ich mag diese Klassifizierung Familie-Menschheit nicht."

Andrak
19.07.2008, 16:17
Toll wenn man aneinander vorbei redet :)

In meinen Augen ist es nur wichtig das wir alle Lebewesen sind, eine Pflanze will genauso leben wie ein Tier genauso wie ein Mensch. Es ist nicht wichtig ob Mensch oder Tier (oder Pflanze :rolleyes:)