Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Veganer vs Vegetarier
Der Streit gefällt mir nicht. Er vergiftet die Foren.Niemand sollte hier im vegetarischen Forum Vegetarier zu Veganern umbiegen wollen. Und Assoziationen wie "Mörder", wenn jemand mal Milch trinkt oder Honig isst, die sind maßlos überzogen. Ich fühle mich hier immer weniger wohl. Ich lebe vegan, wäge aber bei Freunden ab, was mehr "ethisch schlecht" ist: den Kuchen nicht zu essen (100 % vegan bleiben) oder den Freund zu verletzen.....
Es geht doch ums Große: wir sind nicht im Paradies!!! Viel wäre ja schon geholfen, wenn die Massentierhaltung, die Schlachtviehtransporte, die Pelzgewinnung etc. etwas weniger grausamer wären.
WARUM BESCHIMPFEN WIR UBS GEGENSEITIG???
Damit arbeiten wir doch der Fleisch- und Pelzindustrie zu. Die grinsen sich doch einen ab.
Und ich freue mich durchaus, dass wir noch Katzen und Hunde und (hoffentlich auch glückliche) Kühe haben. Wären alle rein vegan, würde es das Aussterben unzähliger domistizierter Arten bedeuten.
Und Hunde und Katzen trösten auch viele Kinder und Alte in dieser kalten, immer mehr lieblosen Welt!
Sehe ich genauso.
Deshalb sollten vegane Themen in den Veganer-Foren behandelt werden und nicht im Vegetarier-Unterforum.
@meveg, ich hoffe das das forum überlebt, gerade schauts nicht gut aus;)
Gemeinsam mit allen Mitgliedern stehen wir das schon durch. Das ganze wird hoffentlich bald in ein Miteinander zwischen den Gruppen übergehen :rolleyes:
Das Forum ist wirklich einmalig und es gab schon einige sehr interessante Themen die mir auch persönlich angesprochen haben.
Information ist das wichtigste Mittel im Kampf gegen die Fleischindustrie. Viele Besucher lesen auch nur die Beiträge ohne selbst etwas zu schreiben. Der eine oder andere hat gemeinsam mit Vegetarierforum schon den Schritt in den Vegetarismus/Veganismus geschafft und das freut mich besonders :)
markus178
23.08.2006, 11:48
Gemeinsam mit allen Mitgliedern stehen wir das schon durch.
Also ich bleibe sicher hier!;)
johannes
23.08.2006, 13:32
ich bin manchmal ziemlich traurig, wenn es Leuten hier egal ist, wie man Tiere behandelt.. ich hatte ursprünglich Menschen gesucht, die mit mir gemeinsam gegen (nicht für weniger schlimme) Tierausbeutung kämpfen möchten.
Wären alle rein vegan, würde es das Aussterben unzähliger domistizierter Arten bedeuten.
was auch gut so wäre. Es handelt sich bei Kühen und Hühnern um Qualzüchtungen, die gezüchtet wurden, um Produkte herzustellen, nicht um gut zu leben! Die Gnadenhöfe sollten immer mehr werden und keine weiteren Tiere mehr gezüchtet werden. Wir sollten den Tieren ein Leben auf artgerechte Freiheit gewährleisten (welches bei gezüchteten Tieren in Gefangenschaft schon nicht mehr möglich ist)!
Und Hunde und Katzen trösten auch viele Kinder und Alte in dieser kalten, immer mehr lieblosen Welt!
Das ist speziesistisch. Die Hunde und Katzen hat keiner gefragt, ob sie das so wollen. Ihnen wird vielmehr keine andere Wahl gelassen. Der einzige Fall in dem sich für mich "Haustierhaltung" rechtfertig ist, wenn man ein Tier aus dem Tierheim befreien kann. Zucht von hilflosen Lebewesen die keine andere Wahl oder Fluchtmöglichkeit haben lehne ich ab.
@johannes
Zitat:
Und Hunde und Katzen trösten auch viele Kinder und Alte in dieser kalten, immer mehr lieblosen Welt!
Das ist speziesistisch. Die Hunde und Katzen hat keiner gefragt, ob sie das so wollen. Ihnen wird vielmehr keine andere Wahl gelassen. Der einzige Fall in dem sich für mich "Haustierhaltung" rechtfertig ist, wenn man ein Tier aus dem Tierheim befreien kann. Zucht von hilflosen Lebewesen die keine andere Wahl oder Fluchtmöglichkeit haben lehne ich ab.
Also langsam übertreibst du´s wirklich!
Gerade Katzen lassen sich doch nichts gefallen, sie "sagen" einem sofort was ihnen gefällt und was nicht.
Ich würde mal sagen meinem Kater geht´s sehr gut: Er läuft den ganzen Tag draussen rum und wenn er Hunger hat kommt er heim, frisst, holt sich seine Streicheleinheit und geht wieder wenn´s ihm reicht.
Und auch Wohnungskatzen könnens gut haben, denn selten holt man sich nur eine alleine, wegen der Langeweile...sollte man alle Katzen einfach draussen rumlaufen lassen, NICHT ins Haus lassen und warten, bis sie irgendwann komplett verwildert sind, oder wie?
Wenn die Katzen das nicht wollen, warum kommen sie dann freiwillig zu mir, kuscheln sich an mich (hinterlassen tonnenweise Haare * g *) und lassen sich streicheln, hm?
Bei Hunden ist das ganze wieder schwieriger, denn die meisten Familien-Rassen lassen sich fast alles gefallen! Und bevor die Tiere dann in der Familie von kleinen Kindern gequält werden, weil viele nichts über den Umgang mit Tieren wissen, haben sie´s mMn im Tierheim besser.
Wenn man mal davon absieht wieviele Welpen (aber auch Katzen) ausgesetzt werden, werden sie wirklich viel zu oft nicht artgerecht gehalten.
Aber ein guter Tierhalter geht mit seinem Hund raus, oder macht sogar Agility..hab sowas schon des öfteren beobachtet und das macht den Tieren wirklich Spaß!
Ein schlechter Tierhalter wird früher oder später schon seinen "Lohn" dafür bekommen...
Eine Frage nebenbei: Was hältst du eigentlich vom Reiten? Schon mal versucht? Oder empfindest du das auch als nicht-artgerechtes Tierquälen? (Das würd mich wirklich brennend interessieren!!!!!)
..und wo ich grad bei Tierquälerei bin: Bin vorhin einem Tier-und Naturschutzverein beigetreten, der Behindertentherapien unterstützt und sich u.a. auch dafür einsetzt, dass "Nutztiere" in Österreich geschlachtet werden, um nicht stunden-und tagelang herumgekarrt zu werden. * freu *
Spirit.Sweet
23.08.2006, 16:17
Aber wie kann man behaupten, dass man pelzindustrie weniger schlimm machen sollte?! Wie soll das gehen? Soll man die Tiere totstreicheln???
MeVeg, sowas kann ich leider nicht verstehen und da muss man doch einfach seinen Senf dazugeben.. :(
Mr White
23.08.2006, 18:20
Tach!
Interessante Diskussion!
Da fallen mir aber auch ein paar Gedanken ein.
Ich denke, solange Vegetarier ihr Verhalten als "weniger schlimm" erklaeren, solange wird es die Menschen geben, die sich mit dem weniger schlimmen Zustand nicht arrangieren koennen/wollen.
Es ist ja nunmal nicht so, dass "mal" Milch getrunken wird oder "mal" Eier gegessen werden, sondern es ist ein Hauptbestandteil der Nahrungsaufnahme.
Wenn man sich die Butte schon nicht stuendlich an den Hals haengt, dann findest du die tierlichen Produkte in den fertigen Lebensmitteln.
Fuer diese egoistische Position bezahlen unzaehlige Tiere mit ihrem Wohlbefinden & zum Schluss mit ihrem Leben.
Natuerlich kann man sagen, es ist besser ein Fleischverzichter zu sein, als ein Tierkoerperesser, doch wieviele ruhen sich auf ein truegerisch ruhiges Gewissen aus?
Sollte das nicht der Fall sein, ist es noch schlimmer, dann wollen sie ganz bewusst fuer ihren Streuselkuchen, ihre Kaesestulle, ihre Milchschnitte & all den anderen minderen Kram Tiere in ihren unveraeusserlichen Rechten beschneiden ... eher berauben!
Das kann vom ethischen Standpunkt her nicht einfach so abgetan werden, sondern muss konsequent als das bezeichnet werden was es ist ... Tierquaelerei!
Kuerzes Gedankenspiel!
Was ist eigentlich so schlimm am aussterben verzuechteter Wesen (domestizierter Kreaturen)?
Dann & nur dann sind Frankensteins Kinder vor des Menschen Hand & seiner Lust nach Befriedigung seiner Triebe sicher!
Ich sehe mir lieber Tiere in der freien Wildbahn an, als dass ich eine Kuh in einem Stall bruellen hoere!
Rosi, so langsam uebertreiben es solche Leute, fuer die Tiere in Klassen kategorisiert werden.
Zuchttiere, Fleischtiere, Haustiere, Zootiere, Milchtiere usw. usf.
Thema Haustiere scheint dich ja besonders zu beruehren!
Was meinst du, wieviele Tiere als Haustiere gehalten werden?
Gehs du davon aus, dass es ansatzweise artgerecht ist?
Wie kann eine Stadt fuer Haustiere artgerecht sein?
Ist Gassigehen artgerecht?
Ist Dosenfutter artgerecht?
Tiere werden so programmiert, dass sie dann entweder vom Menschen abhaengig sind (durch Futter, Behausung) oder aber nicht die Moeglichkeit haben zu fliehen (Stubenkatzen) oder aber es wird "die Rangordnung" klargestellt (Hunde)!
Allein die Tatsache, dass Tierheime, Gnadenhoefe, private Initiativen unter dem Ballast der entsorgten Tiere nur stoehnen koennen, sollte Grund genug sein ueber ein Zuchtverbot nachzudenken.
Diese Tiere haben es aber vergleichsweise noch gut, was ist mit den unzaehligen Tieren die eine psychische Macke davongetragen haben, resignierten, das Martyrium bis zum Tod durchhalten?
Natuerlich ird auch versucht Tiere "gut" zu halten, doch nach welchen Kriterien?
Die Wenigsten kennen sich doch mit der Psyche eines Tieres aus, da gibt es dann menschliche Nahrung, laute Mucke, Zigarettenqualm usw. aber diese Leute kaemen nie auf die Idee "ihre" Tiere schlecht zu behandeln!
Denkst du bei deiner Tierliebe auch an die Situation auf dem Lande?
Wo Kastration/Sterilsation ein Fremdwort ist?
Wo Katzen zum abrichten von Jagdhunden gebraucht werden?
Jungtiere einfach an die Wand geschmissen werden oder im Wasser versinken?
Nur damit der Mensch artfremden Wesen mehr Zuneigung geben kann, als seiner eigene Spezie, sollen diese Tiere gezuechtet, verbraucht & entsorgt werden?
Wo kommt das in der Natur vor?
Gruss
Mr White
Achso, natuerlich ist von tierschutzrelevanter Position nichts gegen Reiten einzuwenden, aber eben von tierrechtlicher!
Tiere sind keine Vergnuegungsmaschinen!
Viel Spass in deinem Verein, wuerden mehr Leute vegan leben, gaebe es auch weniger Tiere zu verkarren oder sterben Milchkuehe friedlich in ihrer Gitterbox?
Spirit.Sweet
23.08.2006, 19:52
Danke Mr White! Das hast du gut geschrieben! Ich nehme also an, das du auch Veganer bist? Herzlich Willkommen hier im Forum!
Mr White
23.08.2006, 21:08
Tach Spirit!
Natuerlich lebe ich vegan, was anderes kommt nicht in die Tuete!
Wie steht es mit dir?
Gruss
Mr White
Spirit.Sweet
23.08.2006, 21:29
bin seit über 7 Wochen Vegan ;) Ich wusste vorher leider überhaupt nicht, wie sehr die Tiere für Vegetarier immernoch leiden. Ich bin erst hier aufgeklärt worden und das war dann die einzig logische Konsequenz ;)
Danke auch von mir an MrWhite!
Beim Lesen Deiner Zeilen habe ich endlich mal ein gutes Gefühl empfunden, mich entspannnen können und gedacht: Ja, besser könnte ich es auch nicht schreiben!
Danke!
Vegane Grüße,
Dev
johannes
24.08.2006, 03:11
mir geht es ähnlich. Ich danke dir von Herzen Mr White! Besser hätte mans kaum schreiben können. :) Alle unveganen "Fleischverzichter" sollten diesen Beitrag lesen.
hi,
ich finde es schade, wenn "wir" veganerInnen (ich bin immer noch ein individuum und nicht irgendeine die-sind-so-böse-kategorie) so angefeindet werden. als wenn mans nicht schwer genug im real life hätte.
wenn hier menschen abhauen, dann sicherlich nicht wegen dem schlimmen diskussionsklima, denn das halte ich für sehr gut.
wenn die leute die texte einfach so lesen würden, wie sie sind, und nicht immer irgendeine persönliche anfeindung aus der nennung von tatsachen herauslesen würden, wäre doch ein großer schritt getan. wenn ich jemandem sage, dass er als vegetarier weiterhin tierausbeutung betreibt, ist das kein persönlicher angriff (wie soll ich es denn sonst sagen?) sondern eine unwertende tatsache.
wenn hier leute abhauen, dann sicherlich zu großen teilen deshalb, weil sie das gefühl hatten, perfekt zu sein, und hier daran gekratzt werden könnte.
das mag wieder wie ein vorwurf klingen - aber ist es nicht auch völlig unwertend? ein ego hat jedeR und selbstreflektion is was tolles.
nobody is perfect und wenn mir jemand fakten bringt, bin ich dafür sehr dankbar. die eigene haltung ändert an der realität ohnehin nichts, daher is es immer besser, möglichst schnell die konsequezen aus dem eigenen wissen zu finden anstatt jahrelang mit irgendwelchen ausreden zu leben.
so.
gruß:
kilian
@MrWhite
Viel Spass in deinem Verein, wuerden mehr Leute vegan leben, gaebe es auch weniger Tiere zu verkarren oder sterben Milchkuehe friedlich in ihrer Gitterbox?
Für mich ist dieser Verein ein unterstützenswerter Ansatz, sie unterstützen ja auch "nicht subventionierte Gnadenhöfe" und Behindertenheime (zB Reittherapien für Kinder)...
Thema Haustiere: Die Katzen meiner Eltern (damit auch mein Kater) leben auf dem Land, war vor wenigen Wochen erst mit einer Katze beim Tierarzt zur Sterilisation, was das betrifft hast du natürlich recht-das scheint hier auf dem Land tatsächlich ein Fremdwort zu sein. :mad:
Hab aber von einem Verein gehört, der streunende Katzen fängt, sie sterilisiert/kastriert, impft, und was sonst noch so anfällt...es wird also langsam besser..
Als Kind war´s mir ja leider unmöglich etwas zu tun, was sich nun ja geändert hat.
Auch dem Meerschweinchen und dem Zwergkaninchen geht´s auf dem Land gut: geräumige Gehege drinnen und draußen-ein Wahnsinn im Gegensatz zu dem Käfig in dem sie gehalten wurden, bevor sie zu uns kamen.
Spirit.Sweet
25.08.2006, 12:47
Wir sagen ja auch nicht, dass es schlecht ist. Ich finde es zum beispiel ziemlich gut, wenn man sowas macht.
Allerdings werden dabei vielleicht auch Katzen gefangen, die schon einen Besitzer haben? Keine Ahnung wie das abläuft. Unser Kater ist immer frei draussen rumgelaufen, also hätte man ihn doch auch für einen streunenden Kater halten können oder? Wie unterscheidet man das?
Wir meinen halt, das man sich nicht auf seinen Lohrbeeren ausruhen sollte, sondern einen Schritt weiter gehen sollte.
Sogar ich könnte mich mehr angagieren! Und daran arbeite ich auch schon ;)
lg Dani
Wir sagen ja auch nicht, dass es schlecht ist. Ich finde es zum beispiel ziemlich gut, wenn man sowas macht.
Allerdings werden dabei vielleicht auch Katzen gefangen, die schon einen Besitzer haben? Keine Ahnung wie das abläuft. Unser Kater ist immer frei draussen rumgelaufen, also hätte man ihn doch auch für einen streunenden Kater halten können oder? Wie unterscheidet man das?
Wir meinen halt, das man sich nicht auf seinen Lohrbeeren ausruhen sollte, sondern einen Schritt weiter gehen sollte.
Sogar ich könnte mich mehr angagieren! Und daran arbeite ich auch schon ;)
lg Dani
..wenn eine Katze einen Besitzer hat, sieht man das sofort, Streuner haben in der Regel struppiges Fell, sind abgemagert...
Wo engagierst du dich denn? *neugierig bin*
Alle Tiere sind wie auch wir geboren, ob gezüchtet, gefangen oder frei. Die sollten nicht so viel Leid erfahren. Unsere Liebe sollte artübergreifend sein. Wie sollte der Prozess der "Enthaustierung" denn ablaufen?
Das sind doch sinnlose Diskussionen.
Und ich lebe seit über 40 Jahren vegan(99,9 %, weil nicht alles auf Verpackungen draufsteht....siehe etwa Wein (Gelatineklärung...)), hoffe sehr, dass keiner von euch 100,0000 % Veganern mal ein Mücke verschluckt....mein Gott, der müsste ja aus dem Veganerforum raus.....
Spirit.Sweet
25.08.2006, 20:58
Naja uns sind früher halt katzen verschleppt worden, weil sie viel draussen waren, deshalb frage ich.
Ich spende an Tierheime, verteile Handzettel und fahre Poster durch die gegend. Das ist schon was, aber immernoch ausbaufähig ich weiß.
Mr White
25.08.2006, 21:01
Tach Rosi!
Wenn es fuer dich ein Anfang ist, finde ich es durchaus korrekt, doch wie Spirit.Sweet es schon meinte, es muss darueber hinausgehen!
BeHappy,
es ist keine Euthanasie (siehe olle Platons Spruch)!
Wie kommst du darauf?
Hier sprach auch keiner davon ein Ueberveganer zu sein oder habe ich da was uebersehen?
Bist du ein Gesundheitsveganer?
Solch eine "Argumentation" kenne ich nur von gehirnerweichten Besserwissern, was ist dein Ziel?
Mit fragendem Gruss
Mr White
[Information ist das wichtigste Mittel im Kampf gegen die Fleischindustrie. Viele Besucher lesen auch nur die Beiträge ohne selbst etwas zu schreiben. Der eine oder andere hat gemeinsam mit Vegetarierforum schon den Schritt in den Vegetarismus/Veganismus geschafft und das freut mich besonders :)
zu Satz 1: Absolut!
zum Rest: Mich auch.
ZITAT: [QUOTE=Rosi;5325][Was hältst du eigentlich vom Reiten? Schon mal versucht? Oder empfindest du das auch als nicht-artgerechtes Tierquälen?] [QUOTE]
Neben Tierversuchen und Massentierhaltungen ist die Ausbeutung von - vor allem - Pferden (aber auch von Esel, Ochsen, Kamelen u. dergl.) eine absolute Schande für die Menschheit. Mir ist vollkommen unbegreiflich, wie man Reiten (und andere Haustierschikanen) für gut heißen kann. Hat denn niemand beobachtet, wie ein Pferd zugeritten wird und "wie gut ihm das offensichtlich gefällt"???
NightShade
07.09.2006, 12:14
Neben Tierversuchen und Massentierhaltungen ist die Ausbeutung von - vor allem - Pferden (aber auch von Esel, Ochsen, Kamelen u. dergl.) eine absolute Schande für die Menschheit. Mir ist vollkommen unbegreiflich, wie man Reiten (und andere Haustierschikanen) für gut heißen kann. Hat denn niemand beobachtet, wie ein Pferd zugeritten wird und "wie gut ihm das offensichtlich gefällt"???
Ich habe es noch nie beobachtet, aber mir ist bekannt, mit welchen Methoden früher die Cowboys die Pferde "zugeritten" haben und diese Methode auch zu uns hergeschleppt haben. Dies ist keinenfalls gutzuheißen! Die Pferde werden dabei gebrochen, das heißt, es wird gequält, bis es sich nicht mehr wehrt, es ist also bereit zu sterben und hat sich aufgegeben.
Der Mensch wird im Feindbild des Pferdes gesehen.
Befindet man sich aber im Freundbild des Pferdes, ohne mit schmerzbringenden Mitteln auf das Pferd einzuwirken, kann man davon Sprechen, dass es dem Pferd gefällt, was die Ohrenstellung Freude (bzw. zufriedenheit) beweist.
Es kommt auch etwas darauf an, wie man etwas macht!
Liebe Grüße
Melanie, die gerade in einem Pferdepsychologie-Buch schmökert :)
Na wie? „Leben und leben lassen“. Leben lassen kann auch bedeuten „in Ruhe lassen“. Kann man der Vorstellung erliegen, die Natur habe ein Gewicht dem Pferd auf den Rücken gewünscht, dass es herumzutragen hat – von Zeiten, in denen das Pferd angebunden in einem Stall verbringen muss, mal abgesehen. Wo, bitteschön, stellt sich ein „freies Pferd“ naturgemäß in eine enge Stallung? Wer es nicht wahrhaben will, soll sich seine Verwandtschaft, die Zebras, mal in ihrem Gruppenverhalten anschauen.
Sicher, man kann alles schönreden und Argumente liefern, die noch Schlimmeres aufzeigen als das ohnehin schon Schlimme, das man auf diese Weise in einem anderen (fast heiligen) Licht erscheinen lässt. Der Wahrheitsfindung dient es jedenfalls nicht. Und ich wäre auch vorsichtig damit zu behaupten, wann Tiere fröhlich, glücklich oder sonst was sind. Menschen neigen dazu ihre Vorstellung von der Welt (die nur eine menschgemachte sein kann) Dritten (wie den Tieren) zu injizieren. Tier und Natur bedingt sich wechselseitig. Wir haben uns von der Natur längst viel zu weit entfernt, wir sollten es sein lassen, Tiere mit uns zu reißen, denn sie gehören nicht in Menschenhände und einer artfremden Willkür ausgesetzt. Dass und ob Menschen an Tieren ihren Spaß finden, darf niemals als Grund gelten, denn dann wäre alles begründbar und entschuldbar.
NightShade
07.09.2006, 22:40
Kann man der Vorstellung erliegen, die Natur habe ein Gewicht dem Pferd auf den Rücken gewünscht, dass es herumzutragen hat – von Zeiten, in denen das Pferd angebunden in einem Stall verbringen muss, mal abgesehen. Wo, bitteschön, stellt sich ein „freies Pferd“ naturgemäß in eine enge Stallung? Wer es nicht wahrhaben will, soll sich seine Verwandtschaft, die Zebras, mal in ihrem Gruppenverhalten anschauen.
Dass die Anbindehaltung schon längst überholt ist, darüber muss ich mit dir wohl nicht sprechen. Ich beziehe mich auf möglichst "Artgerecht" gehaltene Pferde.
Wie sich Pferde in natürlichem Herdenverhalten ohne Eingriffe durch den Menschen verhalten, brauchst du mir nicht zu erklären, da es eine meiner Lieblingsbeschäftigung ist, das soziale Verhalten dieser Tiere zu beobachten.
Und ich wäre auch vorsichtig damit zu behaupten, wann Tiere fröhlich, glücklich oder sonst was sind. Menschen neigen dazu ihre Vorstellung von der Welt (die nur eine menschgemachte sein kann) Dritten (wie den Tieren) zu injizieren.
Durch Beobachtung von Pferden kann man sehr wohl feststellen, was bestimmte Ausdrucksformen der Ohren, Augen und Nüstern und des gesamten Körpers zu bedeuten haben. Jemand wie du, der die Tiere doch zu verstehen glaubt, müsste darüber informiert sein.
Ob du´s nun glauben willst oder nicht, manche Pferde sind glücklich in der Obhut ihrer Menschen und ziehen ihn sogar den Herdengenossen und der saftigen Weide vor. Ja, es kann durchaus so etwas wie Liebe zwischen zwei verschiedenen Individuen entstehen. Meine Erfahrung lehrte es mich. - Unterstelle mir nun nicht, dass ich es mir nur einbilden würde oder dass die Prägung des Tieres auf den Menschen und die Abhängigkeit dies veranlassen würde. Oh ja, es gibt so etwas wie Seelenverbundenheiten, schreibe den Tieren ihre individuellen Bedürfnisse und Wünsche nicht ab!
lg Melanie
Unterstelle mir nun nicht, dass ich es mir nur einbilden würde
lg Melanie
Ich gebe dazu keinen Gegenkommentar ab, weil es ganz bezeichnend ist, wie du versuchst dein Verhalten zu rechtfertigen.
Ich habe mir derartige Argumente schon viel zu oft anhören müssen.
Unabhängig davon galt meine Kritik vor allem der Allgemeinheit unter Einbezug aller betroffenen Tieren.
NightShade
08.09.2006, 12:51
Ich gebe dazu keinen Gegenkommentar ab, weil es ganz bezeichnend ist, wie du versuchst dein Verhalten zu rechtfertigen.
Ich habe mir derartige Argumente schon viel zu oft anhören müssen.
Unabhängig davon galt meine Kritik vor allem der Allgemeinheit unter Einbezug aller betroffenen Tieren.
Ich versuche mich hier nicht zu rechtfertigen. Nur wenn man das Verhalten der Pferde beobachtet und auch verstanden hat, kann man sagen, ob und wie Pferde ihre Gefühle zum Audruck bringen können.
Ich gebe dazu keinen Gegenkommentar ab, weil es ganz bezeichnend ist, wie du versuchst dein Verhalten zu rechtfertigen.
Ich habe mir derartige Argumente schon viel zu oft anhören müssen.
Unabhängig davon galt meine Kritik vor allem der Allgemeinheit unter Einbezug aller betroffenen Tieren.
Ich finde nicht, dass sie versucht, sich zu rechtfertigen.
Sie sagte nur, dass sich Pferd & Mensch lieben können, von einer Rechtfertigung sagte sie nicht die Bohne.
Ich bin auch nicht damit einverstanden, wie die meisten Menschen mit den Tieren umgehen. Ich bin mir darüber im Klaren, dass die konventionellen Methoden reine sch*** sind, aber das heißt nicht, dass man es nicht besser machen kann.
Mein Pflegepferd lebt zwar leider in Gefangenschaft, doch in einer normal strukturierten Herde mit sozialem Verhalten. Und trotz so viel Raum und Beschäftigungsmöglichkeiten als möglich und trotz seiner Herdengenossen kommt er zu mir, wenn ich die Koppel betrete. Er läuft mir nach und gibt nicht auf, bis ich ihn mit nach draußen zu einem Spaziergang oder einem Ausritt nehme. Und auch da läuft er mir ohne Strick hinterher und beim Reiten kann ich auf jegliche schmerzenden Hilfsmittel verzichten. Es macht ihm sichtlich Spaß.
Warum sollte man einem (leider) in Gefangenschaft lebenden Individuum nicht eine Aufgabe geben, die ihm Spaß macht und die es gerne durchführt?
Was ist daran falsch?
johannes
08.09.2006, 16:05
Ob du´s nun glauben willst oder nicht, manche Pferde sind glücklich in der Obhut ihrer Menschen und ziehen ihn sogar den Herdengenossen und der saftigen Weide vor.
klar, sie rufen förmlich "sperr mich ein, ich will dein sklave sein"..
welches Tier auf dieser Welt möchte bitteschön eingesperrt sein? hast du die Pferde selbst entscheiden lassen? wie ist Knast ohne etwas verbrochen zu haben zu rechtfertigen? Auch wenn es ein "Knast mit Freigang" ist (wenn auch wieder nur durch den Mensch, das Pferd darf meist nicht alleine frei herumlaufen, sondern mit Mensch) bleibt die Tatsache, dass mensch hier wiedermal ein Lebewesen ausbeutet.
Ja, es kann durchaus so etwas wie Liebe zwischen zwei verschiedenen Individuen entstehen.
daran glaube ich auch. Einem Lebewesen seine Freiheit zu nehmen ist dagegen nicht gerade liebevoll.
schreibe den Tieren ihre individuellen Bedürfnisse und Wünsche nicht ab!
genau das ist das was du lieber nicht tun solltest. Ein Recht auf Leben, Freiheit und Unversehrtheit sollte allen zustehen!
Lieben Gruß
Johannes
NightShade
08.09.2006, 17:02
klar, sie rufen förmlich "sperr mich ein, ich will dein sklave sein"..
Natürlich nicht. Aber ein Pferd kann sagen, wenn ihm was nicht passt. Wenn man in der Pferd-Mensch-Beziehung die Führerrolle übernimmt, folgt ein Pferd dem Menschen gern, auch, wenn das bedeutet, eingesperrt zu sein. Genauso, wie ein Pferd seinem Leittier in der Natur in den Tod folgt - ihm selbst in eine Schlucht nachspringt.
Um die Geborgenheit unter einem Leittier zu spüren, nehmen Pferde vieles in Kauf.
Ähnlich wie in der Natur bekommt das rangniedrige Tier vom Leittier - in diesem Fall der Mensch - Geborgenheit und es wird für Futter gesorgt. Im gegenzug gehorcht das Rangniedrige dem Ranghöhren bedingungslos.
schreibe den Tieren ihre individuellen Bedürfnisse und Wünsche nicht ab!
genau das ist das was du lieber nicht tun solltest. Ein Recht auf Leben, Freiheit und Unversehrtheit sollte allen zustehen!
Wenn ein Pferd das Bedürfnis verspürt, sein leben mit einem liebgewonnenen Menschen zu verbringen, sollte man diesen jedoch auch respektieren.
Alles Liebe
Melanie
johannes
08.09.2006, 17:15
Natürlich nicht. Aber ein Pferd kann sagen, wenn ihm was nicht passt.
Wenn ihm nicht längst der Willen gebrochen wurde (was ja meistens so ist), könnte das theoretisch so sein... aber Pferde sind auch dafür bekannt, (ähnlich wie Kühe) dass sie sich relativ viel gefallen lassen. Ist das etwa nicht so?
Wenn man in der Pferd-Mensch-Beziehung die Führerrolle übernimmt, folgt ein Pferd dem Menschen gern, auch, wenn das bedeutet, eingesperrt zu sein.
Wieso willst du das tun? Es ist höchstens vertretbar, einen Gnadenhof zu betreiben, Pferde die in Gefangenschaft leben aufzunehmen und einfach leben zu lassen (natürlich ohne zu reiten oder sie anders auszubeuten). Lebewesen egal welcher Art extra für die Spezies Mensch zu züchten, zu vermarkten und auszubeuten kann ja nicht wirklich liebevoll sein.
Ähnlich wie in der Natur bekommt das rangniedrige Tier vom Leittier - in diesem Fall der Mensch - Geborgenheit und es wird für Futter gesorgt. Im gegenzug gehorcht das Rangniedrige dem Ranghöhren bedingungslos.
Schweine, Kühe oder Hühner werden ebenso mit "Futter" versorgt, bevor sie ermordet werden. Es ist auch nur so, weil es anders garnicht möglich wäre, nicht aus gutem Willen und liebevollem Handeln (auch wenn es im Einzelfall gut gemeint ist).
Wenn ein Pferd das Bedürfnis verspürt, sein leben mit einem liebgewonnenen Menschen zu verbringen, sollte man diesen jedoch auch respektieren.
Hatte das Pferd denn jemals eine andere Wahl oder wurde es in eine Kultur hineingeboren, die es als normal erachtet nichtmenschliche Tiere einzusperren?
Alles Liebe
Johannes
NightShade
08.09.2006, 21:16
Wenn ihm nicht längst der Willen gebrochen wurde (was ja meistens so ist), könnte das theoretisch so sein... aber Pferde sind auch dafür bekannt, (ähnlich wie Kühe) dass sie sich relativ viel gefallen lassen. Ist das etwa nicht so?
Du hast recht, oft werden Pferde durch Brechen eingeritten. Dabei wird das Pferd so lange gequält, bis es sich aufgibt. Solche Pferde erkennt man sofort, da sie meist apathisch wirken und den Menschen nicht wahrnehmen sondern ignorieren bzw. tolerieren. (Es gibt aber auch viele Pferde, die sich nicht brechen lassen.) Daher glaube ich, noch nie ein gebrochenes Pferd gesehen zu haben. Die Pferde auf unserem Hof verhalten sich so, wie ich es bereits geschildert habe. Sie sehen die Menschen als Freunde, sagen es aber auch, wenn ihnen was nicht passt, zb zu viel Druck. Menschen, die meinem Pflegepferd Schmerzen zufügen, haben meist nichts zu lachen. :)
Wieso willst du das tun?
Wirklich gute Frage. :)
Ich will die Führerrolle übernehmen, da Pferde nur diesem blind vertrauen und ihm das Sicherheitsdenken.
Anders bleibt einem fast keine andere Möglichkeit (wenn man sich mit Pferden beschäftigen [und sie reiten] will), als schmerzbringende Hilfsmittel einzusetzen.
Glaub mir, ich hab mir darüber viele Gedanken gemacht, und bin schließlich (für mich) zu dem entschluss gekommen, dass es für mich ethisch vertretbar ist, nach der Rai-Methode mit Pferden zu arbeiten.
Alles Liebe
Melanie
Ich versuche mich hier nicht zu rechtfertigen. Nur wenn man das Verhalten der Pferde beobachtet und auch verstanden hat, kann man sagen, ob und wie Pferde ihre Gefühle zum Audruck bringen können.
Klar...NACHDEM erst mal ihr Stolz geraubt und ihr Willen gebrochen wurde...
Da kannste echt stolz drauf sein...so ein Tier zu deinem Werkzeug gemacht zu haben...
Was sind das schon wieder für Unterstellungen? NightShade bricht den Willen ihres Pferdes nicht!
Weißt du überhaupt, was das heißt?
Zum erläutern:
Es gibt 3 Arten von Einreiten.
1.: Das Pferd zu brechen.
Dabei wird es mit Schmerzenden Hilfsmitteln solange traktiert, bis auch der letzte Adrenalinstoss verbraucht ist, das Pferd also keine Kraft mehr hat sich zu wehren und sich in Todeserwartung unterwirft. (so fühlt ein Pferd z.b. wenn es von einem Puma angegriffen wird)
2.: Das Pferd einreiten auf Basis der Bestrafung.
Hier lernt das Pferd, dass der Schmerzende Zügel oder Sproendruck nachlässt, wenn es gehorsan ist. Es wählt so das geringere Übel.
Es lassen sich nur 70 % der Pferde brechen und viele lassen sich auch nicht auf Basis der Bestrafung einreiten. Kein Wunder.
3.: Einreiten auf Basis der Belohnung.
Hier wird das unerwünschte (es gibt kein falsches Verhalten) ignoriert und das erwünschte belohnt. (In Form von Streicheleinheiten, Futter....)
Hier lernt das Pferd, dass es angenehm ist, mit dem Menschen zu kooperieren.
Trotzdem wird es zu nichts gezwungen, es arbeitet freiwillig. Wenn man merkt, es macht dem Pferd absolut keinen Spaß dann reitet man es ja auch nicht. (wir jedenfalls)
Auf Basis der Belohnung lassen sich ALLE Pferde, die Lust und Laune dazu haben, einreiten.
Und so arbeiten auch NightShade und ich mit den Pferden: Auf Basis der Belohnung und der Freiwilligkeit. Wenn wir merken dass unsere Pferde heute keine Lust haben hören wir auf und bringen sie wieder zu ihren Freunden (und Innen) auf die Weide.
glg Monika
Reiten ist wirklich ne ganz harte Nuss.
Im Grunde ist allein schon der Anblick eines Lebewesens, das ein anderes Lebewesen zur Fortbewegung nötigt sehr merkwürdig, wenn nicht pervers (Achtung, Perversion nicht im Sinne von Geisteskrank).
Andererseits wird behauptet, dem Pferd macht es Spaß. Also ich kann auch mit meiner Freundin Spaß haben wenn ich zusammen mit ihr auf einer Wiese tobe ohne, dass sie meinen Rücken dazu verwendet. Wer kann in die Psyche eines Tieres hineinsehen und genau sagen, wass es will?
Man kann nicht mit 100prozentiger Wahrscheinlichkeit wissen, wie und was ein Tier fühlt. Man kann aber Rechte und Interessen vertreten. Besteht bei einem Pferd das Interesse geritten zu werden?
Schwere Frage, für mich jedoch: nein.
Danke Johannes, danke Flare, danke Lena (kommt nicht von mir, sondern vom Tier, das ich vertrete, sonst könnt’s mir ja egal sein).
Eine Diskussion mit Pferdebesitzern, -reitern und was sonst noch sich als Pferdeliebhaber bezeichnet, ist ebenso schwierig, wie mit Hundehaltern, Sportanglern oder dergleichen in Bezug auf deren Argumentation, dabei spielt es gar keine Rolle, ob es Züchter von Kampfhunden sind, Schweinemäster oder Tierversuchslaboranten, alle argumentieren gleich, alle glauben, dass sie für das Tier das erdenklich Beste tun.
Es ist absolut genau so, wie ich sage, weil ich mit allen viele Gespräche geführt habe.
Du, „Night-Shade“ und „Reserl“, musst dich deswegen nicht persönlich angegriffen fühlen, wenn ich euch beide im gleichen Atemzug mit den eben genannten erwähne, aber ich wiederhole noch einmal gern meinen Rat und Warnung hinsichtlich sprachlicher Irrelevanz - man tappt automatisch in die eigene Falle.
Beispiel: Als ich meiner 400 cm³-2CV4-Ente den Aufkleber gönnte: „Auto-Abgase zerstören die Umwelt“ (o. so ä.), wurde ich einmal von einem Autofahrer mit 5.000 cm³-Benz (500S) ausgebremst, der wütend an meine Scheibe schlug und mich (mitten auf der Straße) anschrie: „Wenn du so einen Scheiß-Aufkleber auf deine Schrottkiste pappst, dann musst du deine Scheiß-Karre auch zuhause lassen!“ Danach setze er sich in seinen Wagen und fuhr davon. Was war passiert? Indem ich kundtat, dass Autofahren umweltschädlich ist, war ich schuldig, 5 L Sprit auf 100 km in den bekannten gasförmigen Zustand gebracht zu haben, obwohl ich (damals) sehr selten mit dem Mini-Auto unterwegs war. Derjenige aber, der 25 L auf 100 bei einer enormen Tagesleistung verbrauchte, also unverhältnismäßig mehr „schuldig“ sein musste, war per sprachlich-geformter Argumentation sozusagen legitimiert.
Das lässt sich vergleichen mit „Omnis“, denen man sich als „Veggi“ outet: „Da darfst du aber auch keine Eier mehr essen, und keine Milch trinken, und keine Ledergürtel oder Schuhe mehr kaufen und kein Auto fahren wegen der vielen Fliegen auf’m Grill, und und und“. Der Omni jedoch darf dies alles, weil er ja nicht von sich behauptet Vegetarier zu sein.
Kann man mir noch folgen ? ? ? ? ?
Was ich meine, ist folgendes: Im verbalen Angriff auf jemanden, der Kritik äußerte, ist es meist ein Leichtes, sich von seiner Schuld zu befreien, da dieser im Zugzwang ist, sich auf Fragen und Gegendarstellungen zu beziehen. So etwas bietet die deutsche Sprache en mass.
Wer sich in seine Rolle (wie Reiter) fixiert hat, wird sich nicht umstimmen lassen, es sei denn, er überlegt ohne „zurückzuboxen“. Dass er sich „in die Ecke“ gedrängt fühlen muss, ist auch klar, und auch seine Reaktionen, aber die Schuld bleibt dennoch unangetastet!
NightShade
09.09.2006, 21:45
Man kann nicht mit 100prozentiger Wahrscheinlichkeit wissen, wie und was ein Tier fühlt. Man kann aber Rechte und Interessen vertreten. Besteht bei einem Pferd das Interesse geritten zu werden?
Schwere Frage, für mich jedoch: nein.
Das ist jetzt wieder mein Problem! :rolleyes:
Man sollte die Pferde fragen können - man kann! :)
Danke Johannes, danke Flare, danke Lena (kommt nicht von mir, sondern vom Tier, das ich vertrete, sonst könnt’s mir ja egal sein).
Eine Diskussion mit Pferdebesitzern, -reitern und was sonst noch sich als Pferdeliebhaber bezeichnet, ist ebenso schwierig, wie mit Hundehaltern, Sportanglern oder dergleichen in Bezug auf deren Argumentation, dabei spielt es gar keine Rolle, ob es Züchter von Kampfhunden sind, Schweinemäster oder Tierversuchslaboranten, alle argumentieren gleich, alle glauben, dass sie für das Tier das erdenklich Beste tun.
Es ist absolut genau so, wie ich sage, weil ich mit allen viele Gespräche geführt habe.
Du, „Night-Shade“ und „Reserl“, musst dich deswegen nicht persönlich angegriffen fühlen, wenn ich euch beide im gleichen Atemzug mit den eben genannten erwähne, aber ich wiederhole noch einmal gern meinen Rat und Warnung hinsichtlich sprachlicher Irrelevanz - man tappt automatisch in die eigene Falle.
Beispiel: Als ich meiner 400 cm³-2CV4-Ente den Aufkleber gönnte: „Auto-Abgase zerstören die Umwelt“ (o. so ä.), wurde ich einmal von einem Autofahrer mit 5.000 cm³-Benz (500S) ausgebremst, der wütend an meine Scheibe schlug und mich (mitten auf der Straße) anschrie: „Wenn du so einen Scheiß-Aufkleber auf deine Schrottkiste pappst, dann musst du deine Scheiß-Karre auch zuhause lassen!“ Danach setze er sich in seinen Wagen und fuhr davon. Was war passiert? Indem ich kundtat, dass Autofahren umweltschädlich ist, war ich schuldig, 5 L Sprit auf 100 km in den bekannten gasförmigen Zustand gebracht zu haben, obwohl ich (damals) sehr selten mit dem Mini-Auto unterwegs war. Derjenige aber, der 25 L auf 100 bei einer enormen Tagesleistung verbrauchte, also unverhältnismäßig mehr „schuldig“ sein musste, war per sprachlich-geformter Argumentation sozusagen legitimiert.
Das lässt sich vergleichen mit „Omnis“, denen man sich als „Veggi“ outet: „Da darfst du aber auch keine Eier mehr essen, und keine Milch trinken, und keine Ledergürtel oder Schuhe mehr kaufen und kein Auto fahren wegen der vielen Fliegen auf’m Grill, und und und“. Der Omni jedoch darf dies alles, weil er ja nicht von sich behauptet Vegetarier zu sein.
Kann man mir noch folgen ? ? ? ? ?
Was ich meine, ist folgendes: Im verbalen Angriff auf jemanden, der Kritik äußerte, ist es meist ein Leichtes, sich von seiner Schuld zu befreien, da dieser im Zugzwang ist, sich auf Fragen und Gegendarstellungen zu beziehen. So etwas bietet die deutsche Sprache en mass.
Wer sich in seine Rolle (wie Reiter) fixiert hat, wird sich nicht umstimmen lassen, es sei denn, er überlegt ohne „zurückzuboxen“. Dass er sich „in die Ecke“ gedrängt fühlen muss, ist auch klar, und auch seine Reaktionen, aber die Schuld bleibt dennoch unangetastet!
Danke Volker!
Vegane Grüße, Dev
schön geschrieben, volker! wie recht du hast...
gruß:
kilian
Ich stimme Volker völlig zu. Auch ich wurde sehr häufig in meinem Verhalten Tieren gegenüber kritisiert und habe mich (selbstverständlich) mit Händen und Füßen gewehrt. Ich erfand solch schlechte Argumente, dass es schon fast an geistiger Armut gegrenzt hat. Was mir fehlte war die Einsicht und die Fähigkeit mich von außen zu betrachten. Dafür habe ich zwei gute Beispiele:
1. "Ich kaufe nur Biofleisch weil die Tiere besser gehalten werden und es ihnen gut geht"
Daraufhin gabs von vielen Omnivoren das Gegenargument, dass die Tiere aber trotzdem getötet werden. Daraufhin wusste ich nichts zu sagen außer ein paar Omni-0815-Sprüche. Doch genau das hat mich zum nachdenken gebracht! Und aufgrund dieser Kritik (die merkwürdigerweise von Fleischessern stammt) konnte ich irgendwann über meinen Schatten springen und wurde Vegetarierin.
2. "Ich habe meinem Hamster einen riesigen Käfig gebaut" Kritik von einigen Freunden und Verwandten: Den Hamster sperrst du trotzdem ein. Das wollte ich nicht wahrhaben und habe mit abstrusen Dingen argumentiert. Als ich den Hamster in seinem Käfig so angesehen habe wusste ich, dass sie Recht hatten. Aber wer lässt sich schon gerne kritisieren? Wer Tiere wirklich mag, der sperrt sie nicht weg.
Ich sehe hierbei einen direkten Zusammenhang zum Reiten. Wer sein Pferd als gleichberechtigtes Wesen achtet wird seinen Rücken nicht besteigen. Aber sich selbst einzugestehen, dass man im Unrecht ist und etwas an seinem Verhalten ändern muss ist der schwierigste Schritt.
NightShade
10.09.2006, 21:03
2. "Ich habe meinem Hamster einen riesigen Käfig gebaut" Kritik von einigen Freunden und Verwandten: Den Hamster sperrst du trotzdem ein. Das wollte ich nicht wahrhaben und habe mit abstrusen Dingen argumentiert. Als ich den Hamster in seinem Käfig so angesehen habe wusste ich, dass sie Recht hatten. Aber wer lässt sich schon gerne kritisieren? Wer Tiere wirklich mag, der sperrt sie nicht weg.
Heißt das, du holst dir auch keinen Hamster aus dem Tierheim, dem du damit ein besseres Leben (als im Tierheim) bietest?? Klar ist er bei dir auch eingesperrt, aber du kannst ihm das leben sicher angenehmer machen, indem du ihn im Zimmer laufen lässt.
Ich sehe hierbei einen direkten Zusammenhang zum Reiten. Wer sein Pferd als gleichberechtigtes Wesen achtet wird seinen Rücken nicht besteigen. Aber sich selbst einzugestehen, dass man im Unrecht ist und etwas an seinem Verhalten ändern muss ist der schwierigste Schritt.
Allerdings. Es ist toll, dass du so offen darüber sprichst und eingestehst. Das hilft auch anderen. Niemand wird als Vegetarier und Tierrechtler geboren, sondern in eine Welt hinein, die genau das Gegenteil von einem abverlangt. Sich zur Wehr zu setzen ist „...der schwierigste Schritt...“ (Zitat Lena). Damit erreicht man aber nicht nur die Freiheit (einiger) Tiere, sondern auch die eigene!
Anders: Niemand ist fehlerfrei und man betrachte die Menschen in ihren Lebenssituationen auch mit Einfühlungsvermögen, was nicht einer Zustimmung gleichkommt, sondern lediglich dem anderen eine Chance bieten soll, sich zu öffnen, was er ansonsten schwerlich tun würde. Ich persönlich kann das leider nicht gut, aber ich kann wenigstens den Tipp aussprechen.
Von einem spontanen Ausflug und zufälliger Begegnung zum hiesigen Thema habe ich – entgegen meiner sonstigen Einstellung (nämlich keine Fotos von „armen“ Tieren zu machen, weil Voyeurismus und so) - zwei Pics „geschossen“. Mein zynischer Kommentar sei mir verziehen, da ich’s „einfach nicht lassen“ kann. (Zum Bild: die lange Peitsche des Kutschers kann man hier nicht mehr sehen, aber sie ist auf den O-Foto definitiv groß drauf. Was die Stellung der Ohren anbelangt und wie mich die drei Pferde angeschaut haben, kann ich als „Nicht-Pferde-Psychologe“ natürlich nicht deuten, aber alles andere, was ich sehe: Sklaven, die mit einem Eisen zwischen den Zähnen auf Befehle zu warten haben, auch wenn Augenklappen den „Aufstand“ verhindern und Söckchen und Käppchen gar zu lustig sein sollen, es bleibt das Bild. Wer will dem noch widersprechen?)
Außerdem: Hamster sind Tiere. Alle Tiere gehören nicht in irgendeine Wohnung oder Stallung, sondern sind Teil der Natur. Dass wir sie einmal der Natur entrissen haben, ist keine Rechtfertigung für weitere „Haustierambitionen“.
NightShade
10.09.2006, 21:18
Von einem spontanen Ausflug und zufälliger Begegnung zum hiesigen Thema habe ich – entgegen meiner sonstigen Einstellung (nämlich keine Fotos von „armen“ Tieren zu machen, weil Voyeurismus und so) - zwei Pics „geschossen“. Mein zynischer Kommentar sei mir verziehen, da ich’s „einfach nicht lassen“ kann. (Zum Bild: die lange Peitsche des Kutschers kann man hier nicht mehr sehen, aber sie ist auf den O-Foto definitiv groß drauf. Was die Stellung der Ohren anbelangt und wie mich die drei Pferde angeschaut haben, kann ich als „Nicht-Pferde-Psychologe“ natürlich nicht deuten, aber alles andere, was ich sehe: Sklaven, die mit einem Eisen zwischen den Zähnen auf Befehle zu warten haben, auch wenn Augenklappen den „Aufstand“ verhindern und Söckchen und Käppchen gar zu lustig sein sollen, es bleibt das Bild. Wer will dem noch widersprechen?)
Bei solch einem anblick hätte ich empfunden wie du, bzw ich tue das auch!
(Eigentlich wollte ich, dass man das Bild sehen kann, so wie Lena's Speisenkartenausschnitt bei "Spanier...", aber es funktionierte nicht)
:confused:
NightShade
10.09.2006, 21:36
Obwohl ich dazu eigentlich nix mehr schreiben wollte, weils eh nix bringt sollte ich vielleicht mal ein Bild von Pferden reinstellen, denen es (meiner Meinung nach) besser geht?!
Wie schon gesagt, so mit Scheuklappen und Gebissen (Eisenstangen) wirst du mich nie erleben. :)
johannes
10.09.2006, 21:40
welchen Punkt hast du eigentlich nicht verstanden? Die haben doch nun wirklich alles erklärt, welche Frage bleibt offen? Stelle sie bitte.
Lieben Gruß
Johannes
Es geht doch nicht um dich, NightShade, oder darum, dass wir uns auf "Teufel-komm-raus" überzeugen wollen, sondern um Meinung und Argumentation, die der Sache an sich dienen sollten. Soll heißen: Ich finde, dass die Sache Grundsatzfragen betrifft und man sich nicht (nur) an Einzelschicksalen, ganz gleich, wie sie für den Betrachter ausschauen, aufhalten sollte.
Es gibt Millionen Haustiere allein in Deutschland und ein anhänglichen (Geld-)Markt (von „Fressnapf“ bis „Alles-fürs-Tier“ oder wie auch immer), der die „Zügel straff in der Hand“ hält, was Käufer von Tieren und Tierzubehör (wie es so schon – sachlich – heißt) in der Regel nicht ahnen. Wer will da noch behaupten objektiv einschätzen zu können?
Heißt das, du holst dir auch keinen Hamster aus dem Tierheim, dem du damit ein besseres Leben (als im Tierheim) bietest?? Klar ist er bei dir auch eingesperrt, aber du kannst ihm das leben sicher angenehmer machen, indem du ihn im Zimmer laufen lässt.
Befreite Tiere ist wieder ein ganz anderes Thema.
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