Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mehlwürmer statt Schwein/Rind ?
Braveheart
11.06.2008, 13:47
Guten Tag die Damen und Herren !
Beschäftige mich schon länger mit dem Gedanken meinen Konsum von tierischen Produkten umzustellen mehr in die vegetarische Richtung. Habe allerdings Bedenken komplett auf tierische Produkte etc. zu verzichten wegen div. Mangelerscheinungen/Unverträglichkeiten die öfters angemahnt werden.
Habe mir überlegt meinen Fleischkonsum extrem zu reduzieren und dabei auf Insekten umzusteigen zb. auf Mehlwürmer wie bereits im Titel erwähnt.
In vielen asiatischen Ländern ersetzen diese Insekten ja den Teil der Nahrungspalette der hier bei uns von Rind und Schwein gedeckt wird und scheinbar geht es den Menschen dabei recht gut, zu schmecken scheint es auch wenn diese sogar wie Chips mal nebenbei *geknabbert* werden.
Nun ein paar Fragen, ist der Insektenverzehr ein akzeptabler Teil einer vegetarischen Ernährung ?
Kann der Verzehr von Insekten gesundheitliche Nachteile verursachen ?
Ersetzt der verzehrbare Teil von Insekten das hier übliche Fleisch von Rind und Schwein was Nährwert, Vitamine und CO betrifft ?
In asiatischen Ländern werden Insekten teilweise oder gar überwiegend aus der Natur aufgelesen zb. in der Nacht beim Schein div. Lichtquellen, unterstützt man mit dem Verzehr eine umweltschädliche Aktion wie bei Massentierhaltung und Co ?
Gibt es in Deutschland essbare Insekten in der freien Natur die man sich selber , zb. bei einer Pilzsammlertour, sammeln und zubereiten kann ?
Kann man Futtertiere, zb. Insekten aus einem Tierladen, ohne Bedenken verzehren oder werden solche Insekten speziell gezüchtet und angeboten in speziellen Geschäften ?
Wie tötet man diese Insekten eigentlich vor der Zubereitung ?, mit einem Gas oder muss man die Insekten lebend in eine Pfanne geben ? (fände ich nicht schön)
Gibt es verschiedene Arten der Zubereitung von Insekten ?, in div. Dokumentationen sehe ich leider immer nur *gebratene* bzw. frittierte Insekten .. gekochte oder pürierte leider nie.
Hat vielleicht einer der werten User/Innen einen Hinweis wieviel Insekten auf dem Markt kosten (zum Verzehr bestimmte Insekten) und ob das auf Dauer teurer wird als der Verzehr von herkömmlichen Fleischprodukten ?
Gibt es sowas wie *Insektenmilch*/*Quark*/*Butter* ?
Das sind sehr viele Fragen, verzeiht aber falls mir jemand ein paar hilfreiche Erläuterungen/Hinweise/Antworten geben könnte wäre ich sehr dankbar ! :)
Vielleicht findet sich hier auch jemand der praxisnahe Erfahrungen mit dem Thema hat :).
Mit freundlichem Gruß und einen schönen Tag wünschend
Braveheart
nette Idee.
1.) eine vegetarische Ernährung ist problemlos ohne Mangelerscheinung möglich
2.)Rezepte mit Insekten waren früher auch in Mitteleuropa durchaus verbreitet, allerdings sind die meisten dieser Insektenarten (zB Maikäfer) heute ziemlich rar.
3.)Eine Ernährung mit Insekten ist nicht vegetarisch, aber wegen des wahrscheinlich fehlenden Bewusstseins und SChmerzempfindens von Insekten mEn ethisch vertretbar.
von deinen Überlegungen her wäre dir vllt "Freeganismus" (http://de.wikipedia.org/wiki/Freegan) zu empfehlen
(Troll??)
Braveheart
11.06.2008, 14:20
nette Idee.
1.) eine vegetarische Ernährung ist problemlos ohne Mangelerscheinung möglich
2.)Rezepte mit Insekten waren früher auch in Mitteleuropa durchaus verbreitet, allerdings sind die meisten dieser Insektenarten (zB Maikäfer) heute ziemlich rar.
3.)Eine Ernährung mit Insekten ist nicht vegetarisch, aber wegen des wahrscheinlich fehlenden Bewusstseins und SChmerzempfindens von Insekten mEn ethisch vertretbar.
von deinen Überlegungen her wäre dir vllt "Freeganismus" (http://de.wikipedia.org/wiki/Freegan) zu empfehlen
(Troll??)
Dein Link trifft es relativ gut, zumindest finde ich meine Einstellung da zum grossen Teil wieder, das mit dem Troll trifft nicht zu. Dachte man kann sich gerade in solchen Treffpunkten ohne Vorurteile austauschen wo einem woanders eher Verachtung und Belustigung entgegen schlägt.
Vielen Dank übrigens für die schnelle Antwort !
Zu Punkt 1 habe ich leider viele andere Fakten bzw. Thesen gelesen die eben Mangelerscheinungen beschreiben durch einseitige veganische Ernährung etc. und über Risiken für div. Menschen die an bestimmten Krankheiten/Unverträglichkeiten leiden. Möchte mich darüber auch nicht wirklich streiten, bin kein Wissenschaftler .. aber alles hat auch so seine Schatten weshalb ich auch Kritik respektiere.
Zu Punkt 2, das hört sich interessant an. Verfügst Du vielleicht über seriöse Quellen mit solchen Rezepten oder hättest Du einen Literatur-Tipp für mich ?
Zu Punkt 3, es soll ja verschiedene Arten von vegetarischen *Ansichten* geben und den Dingen die man weglässt bzw. sich noch *gönnt*. Dachte Insektengenuss fällt auch noch darunter.
Denke auch das man sich Insekten auch selbst züchten kann ohne grossen Materialaufwand zb. was den Unterhalt betrifft, mit geringer Produktion von *Abfall*, wenig benötigter Energie wenn es sich nicht gerade um Exoten handelt. Gerade auch für kleine Geldbeutel oder kleine Wohnflächen sinnvoll aus meiner Sicht.
Aber vielen Dank nochmal für Deine Wortmeldung ! :)
veganmuscle
11.06.2008, 14:39
Vor einer eigentlichen Diskussion überhaupt die Anmerkung, daß du definitiv im falschem Forum bist.
Many things have changed since The Vegetarian Society was founded in 1847 but one important definition hasn't :
“ VEGETARIAN” – someone who doesn’t eat animals
Ein Vegetarier ist jemand der keine Tiere ißt.
Insekten (Insecta), auch Kerbtiere oder Kerfe genannt, sind die artenreichste Klasse der Gliederfüßer (Arthropoda) und zugleich die artenreichste Gruppe der Tiere überhaupt.
Braveheart
11.06.2008, 14:59
Das sehe ich anders, wenn ich sogar hier lesen das Unterschiede gemacht werden und tierische Produkte sehr wohl zur Nahrungspalette der Vegetarier gehören kann dann sehe ich das mit den Insekten auch nicht so eng.
Was ist denn ein Ei wenn nicht ein unvollständig entwickeltes Tier ?
Was passiert mit den Kälbern bei der Milchproduktion oder wo kommt das Lab für den Käse her ?
Das sind alles Bestandteile von Tieren und Produkte die aus toten Tieren gewonnen werden.
Vom Insekt esse ich auch nicht alles, der Chitinpanzer ist ungeniessbar und meine Frage galt auch nach Produkten aus Insektenbestandteilen hergestellt.
Wie nennt man das essbare Gewebe eines Insektes eigentlich ? Lese immer nur Eiweiß :(.
zitronenrolle
11.06.2008, 15:07
Meiner Ansicht nach ist vegetarische Ernährung auch nur eine halbe Sache. Wenn man sich wirklich Gedanken um Tierleid macht, wird man vegan.
Darf ich fragen warum du überhaupt auf Insekten umsteigen willst? Also nicht weiter Schwein, Rind etc isst?
veganmuscle
11.06.2008, 15:20
Das sehe ich anders, wenn ich sogar hier lesen das Unterschiede gemacht werden und tierische Produkte sehr wohl zur Nahrungspalette der Vegetarier gehören kann dann sehe ich das mit den Insekten auch nicht so eng.
Vegetarismus ist keine Sache, die du dir selbst zurechtlegen kannst wie du willst, sondern er ist von der "Vegetarian Society" definiert. Und ein Vegetarier ißt keine Tiere, oder Bestandteile getöteter Tiere.
BTW: Jemand der Lab-Käse ißt, ist demnach auch kein Vegetarier.
Milch, Eier sind keine Tiere oder Bestandteile getöteter Tier.
Dass der Vegetarismus inkonsequent ist, ist ein anderes Thema, daher würde ich auch eine vegane Ernährung empfehlen. Ist aber hier nicht das Thema.
Zu Punkt 1 habe ich leider viele andere Fakten bzw. Thesen gelesen die eben Mangelerscheinungen beschreiben durch einseitige veganische Ernährung etc. und über Risiken für div. Menschen die an bestimmten Krankheiten/Unverträglichkeiten leiden.
Hättest du "viel" gelesen, hättest du bestimmt auch mitbekommen, dass es vegan und nicht veganisch heißt. ;)
edit:// wobei eine einseitige vegane Ernährung tatsächlich Probleme mit sich bringt. Aber eine einseitige omnivore Ernährung doch auch? *grübel*
veganmuscle
11.06.2008, 16:15
Hättest du "viel" gelesen, hättest du bestimmt auch mitbekommen, dass es vegan und nicht veganisch heißt.
Und ferner rausgefunden, daß eine klug geplante vegane Ernährung alle essentiellen Mikro & Makronährstoffe liefert.
Braveheart
11.06.2008, 16:18
Meiner Ansicht nach ist vegetarische Ernährung auch nur eine halbe Sache. Wenn man sich wirklich Gedanken um Tierleid macht, wird man vegan.
Darf ich fragen warum du überhaupt auf Insekten umsteigen willst? Also nicht weiter Schwein, Rind etc isst?
Aus Gründen des Mitleids für gequälte Tiere, wer Tiere quält hat auch nichts für Menschen übrig und daher sind mir solche Vorgänge und Menschen auch mehr als unsympathisch um das mal nett auszudrücken und nicht zensiert zu werden.
Ich mache aber sehr wohl einen Unterschied zwischen einem Bauern der seiner Kuh oder dem Schwein viel Auslauf und gesundes Futter/eine ordentliche Behausung bietet und einem industriellen Betrieb der seine Tiere auf engstem Raum einsperrt, diese im Kot stehen lässt, irgendwelches genmanipuliertes Futter anbietet, die auftretenden Krankheiten etc. mit Antibiotika *kuriert* und diese dann anschliessend auch mit selber *Ehrfurcht und Tierliebe* um die Ecke bringt ... und anschliessend vergammelt die Hälfte im Laden wegen Überproduktion oder landet in irgendwelchen Biogas/sprit-Anlagen.
Das ist nicht mehr meine Vorstellung von artgerechter und anständiger Tierhaltung oder gutem Essen, man weiss heute auch garnicht mehr was man essen kann ohne schlechtes Gewissen. Gemüse und Obst ist ja nicht minder belastet.
Diese Säugetiere sind mir auch wesentlich *näher* als Insekten. Ich töte übrigens keine Insekten weil sie *stören* oder *eklig* sind .. schon garnicht aus Spass. Ich trage sie auch aus der Wohnung, warte nicht bis die Biene im Zimmer stirbt und weggesaugt werden kann sondern befreie sie aus ihrer misslichen Lage. Eine Biene möchte ich mir auch nicht unbedingt in den Mund stecken, nasche ja nun sicherlich auch nicht alles was da rumkrabbelt.
Für den Verzehr (bestimmter) Insekten spricht aus meiner Sicht:
- leichter zu halten = weniger Möglichkeiten etwas falsch zu machen in der Tierhaltung.
- Haltung erfordert sehr viel weniger Energie (kaum Energie zum heizen, für Transport etc. nötig)
- Insekten produzieren so gut wie keinen *Abfall* der auf Feldern verrieselt oder aufwendig bearbeitet werden muss = Umweltentlastung = weniger Schadstoffe im Gemüse etc.
- sie kommen mit sehr viel weniger Nahrung aus = weniger Anbauflächen nötig die frei werden um zb. Gemüse/Getreide/Obst zu züchten.
- Insekten brauchen nicht geimpft zu werden = weniger bis garkein Antibiotika = weniger Immunität div. Keime beim Menschen.
- Insekten vermehren sich sehr viel schneller, wachsen sehr viel schneller = schnellere und grössere Erträge bei einem Minimum an Aufwand.
- Insekten leben viel zu kurz um viel Schadstoff in ihrem Körper zu konzentrieren und bei sauberer Haltung geht die Belastung sicherlich gegen Null = gut für Allergiker etc.
- der essbare Teil der Insekten soll wohl aus reinem Protein bestehen, kein Fett und nichts ... quasi das tierische Gegenstück zu Soja und div. Produkten aus Soja.
- Insekten sind keine Säugetiere, keine Menschen, sind was Nervensysteme und Co betrifft nicht derart aufgebaut so das dort weniger Gewissenskonflikte auftreten.
- Insekten lassen sich in breiterer, privater Form züchten als Tiere wie Schwein und Rind .. das kann jeder der etwas Platz und Ahnung hat nachdem was ich gelesen habe.
- Insekten schmecken und lassen sich vielleicht in Zukunft derart verarbeiten das man sie nicht in natürlicher Form isst (für europäische Gaumen bzw. Augen eine Zumutung) sondern eben in veredelter Form.
Also ich möchte nicht ganz auf tierische Produkte verzichten, sehe das als Option des Umwelt und Tierschutzes, macht viele heutige Probleme nichtig die man im Zusammenhang betrachten muss.
Braveheart
11.06.2008, 16:25
Hättest du "viel" gelesen, hättest du bestimmt auch mitbekommen, dass es vegan und nicht veganisch heißt. ;)
edit:// wobei eine einseitige vegane Ernährung tatsächlich Probleme mit sich bringt. Aber eine einseitige omnivore Ernährung doch auch? *grübel*
Ja, Du hast Recht. Asche auf mein Haupt. Fehler passieren aber verstanden hast Du es ja trotzdem :).
hmmm.... also bevor ich jetzt insekten esse, verzichte ich lieber dankend auf alle tierischen Produkte....
ich denke da ist man viel Weiter um sagen zu können, ob das eine Ernährungsform ist, die einem alle Stoffe bietet, als bei Insekten.
Und auch insekten müssen ja entsprechend gefüttert werden usw damit sie überhaupt "gesund" sind. Ich meine mal gelesen zu haben (bei einer vogel-aufzucht-seite), dass zb. mehwürmer aus dem angelladen keine nährstoffe enthalten weil sie eben nur das nöigste/billigste Futter bekommen. Bei Reptilien streut man doch auch noch irgend ein Pulver rüber, damit die wieder mehr nährstoffe enthalten (Mango? Hilfe...). Und nur solche Viehcher esseg wg. dem Eiweiß wenn sie sonst keine Inhaltssoffe haben, da frag ich mich auch, ob das Sinn macht.....
Braveheart
11.06.2008, 16:29
Habe noch weitere Vorteile für Insektenverzehr gefunden:
Insekten lassen sich in Gebieten mit wenig ergiebiger Anbaufläche für Gemüse, Getreide etc. als Zusatz bzw. Ersatznahrung effizient erzeugen da wenig anspruchsvoll siehe Kakerlaken. An die Leute die hungern muss auch gedacht werden und das ist besser als Hühnergedärm das heir keiner essen will an arme Länder zu verhökern.
zitronenrolle
11.06.2008, 16:30
Ich weiß nicht wie du dir das vorstellst mit der Haltung von Insekten. Die gehören ja eigentlich in die freie Natur. Ich glaube kaum dass du so viele Tierchen bei dir halten könntest um davon satt zu werden/genügend Eiweiß daraus zu schöpfen und gleichzeitig die Insekten nicht zu quälen. Und wie schon gesagt wurde, Vegetarier bist du dann trotzdem noch nicht.
veganmuscle
11.06.2008, 16:46
Also ich möchte nicht ganz auf tierische Produkte verzichten
Was sind denn deine wirklichen Beweggründe? Hast du Angst zuwenig Protein zu bekommen, oder glaubst du noch ans Märchen das tierisches Eiweiß besonders Hochwertig ist.
Geht es dir um Vitamin B12? Oder wat?
Braveheart
11.06.2008, 16:47
hmmm.... also bevor ich jetzt insekten esse, verzichte ich lieber dankend auf alle tierischen Produkte....
ich denke da ist man viel Weiter um sagen zu können, ob das eine Ernährungsform ist, die einem alle Stoffe bietet, als bei Insekten.
Und auch insekten müssen ja entsprechend gefüttert werden usw damit sie überhaupt "gesund" sind. Ich meine mal gelesen zu haben (bei einer vogel-aufzucht-seite), dass zb. mehwürmer aus dem angelladen keine nährstoffe enthalten weil sie eben nur das nöigste/billigste Futter bekommen. Bei Reptilien streut man doch auch noch irgend ein Pulver rüber, damit die wieder mehr nährstoffe enthalten (Mango? Hilfe...). Und nur solche Viehcher esseg wg. dem Eiweiß wenn sie sonst keine Inhaltssoffe haben, da frag ich mich auch, ob das Sinn macht.....
Da hast Du natürlich Recht aber ich denke so ein Insekt lässt sich auch bei höherer Qualität leichter, artgerechter und die Ressourcen schonender aufziehen als ein Schwein, eine Kuh, ein Huhn etc.
Man schaue sich mal die Nahrungsmengen an die pro Kuh am Tag verfüttert werden muss oder an ein Schwein oder Huhn. Fische züchten ist derart kompliziert und teuer sowie risikoreich das es sich garnicht lohnt wenn man alles berechnet.
Man soll ja auch nicht nur von Insekten leben, diese könnten aber den Bedarf an tierischen Eiweißen etc. decken oder div. Bestandteile in der Nahrungsmittelproduktion/veredelung ersetzen die vorher aus Körperteilen von Schwein und Co bestanden. Vielleicht das Ei ersetzen in der Teigwarenherstellung ohne Cholesterin und Co.
Ich weiss ja auch nicht genau was Insekten bzw. deren essbare Teile noch so enthalten, Eiweiß wird halt immer genannt in dem Zusammenhang.
Einseitige Ernährung ist immer schlecht, die Wahrheit liegt bekanntlich immer so in der Mitte auch was die Anschauungen betrifft.
Und wer sagt das geröstete Mehlwürmer zu einem ordentlichen Salat nicht schmecken wenn ordentlich zubereitet und gewürzt oder keine ausgewogene Mahlzeit darstellen ?
Ist halt auch wissenschaftlich bewiesen bzw. garkeine Frage mehr das die Nahrungsvorliebe von den Eltern vorgegeben wird. Wer als Kind bestimmte Dinge nicht isst, zu essen bekommt oder immer mit *pfui Insekt* konfrontiert wird vor dem man sich gefälligst zu ekeln hat der wird da auch wenig Sympathie entwickeln.
Die Frage ist doch auch warum sich zb. Asiaten und deren Kinder mit Vorliebe dicke geröstete Käfer in den Mund stecken so wie wir uns Bratwürste und Wurst ohne sich übergeben zu müssen und ihrerseits Dinge absolut widerlich finden wie zb. ein Schwein zu essen oder Hasen ?
Warum ist es hier unvorstellbar Meerschweinchen zu essen (Haustiere ist man ja nicht) während sie woanders zur normalen Nahrung gehören ?
Oder China mit seinen Hunden und Katzen .. auch so eine Sache.
Alles blos eine Frage der Gewohnheit und die Asiaten haben gesundheitlich weniger Probleme in vielen Bereichen die bei uns auf Fleischverzehr zurückzuführen sind.
Braveheart
11.06.2008, 16:49
Vegetarismus ist keine Sache, die du dir selbst zurechtlegen kannst wie du willst, sondern er ist von der "Vegetarian Society" definiert. Und ein Vegetarier ißt keine Tiere, oder Bestandteile getöteter Tiere.
BTW: Jemand der Lab-Käse ißt, ist demnach auch kein Vegetarier.
Milch, Eier sind keine Tiere oder Bestandteile getöteter Tier.
Dass der Vegetarismus inkonsequent ist, ist ein anderes Thema, daher würde ich auch eine vegane Ernährung empfehlen. Ist aber hier nicht das Thema.
Da hast Du natürlich auch Recht, will mich auch nicht wirklich streiten. Vielleicht mag ich nur eine andere Sichtweise eröffnen und uns verbindet trotzdem so Einiges weshalb Streit da eher kontraproduktiv ist. :)
hmm.... also meine kuchen haben mir auch ohne ei und milch ganz gut geschmeckt. ich wüsste jetzt echt nicht, was mir so fehlen sollte und vorallem glaube ich nicht, dass WENN mir was fehlen sollte in meiner Ernährung ich es durch Insekten bekomme.... Wenn ich irgendwo nen Mangel haben sollte, muss ich halt mehr auf die Zusammenstellung meiner Nahrung achten und dann ist es auch problemlos möglich alle nötigen Stoffe aus pflanzlichem zu ziehen (so habe ich es jedenfalls schon tausendfach gehört und gelesen, wahrscheinlich gibt es aber auch gegenteilige Studien oder sonstwas damit man brav weiter tierische Produkte isst....)
aber jedem das seine. Ich halte es nur nicht für gesellschaftsfähig. Gar nicht mal nur wegen dem ekel-faktor sondern auch weil es denke ich nicht so einfach ist, wie du dir das vorstellst mit der Zucht und Haltung dieser Tiere. und ich kann mir halt nicht vorstellen, dass grade DAS "die welt retten soll"....
Ich könnte mir auch kein son Tier aufs Brot schmieren, eben weil ich keine toten Tiere esse....
Braveheart
11.06.2008, 17:19
Ich weiß nicht wie du dir das vorstellst mit der Haltung von Insekten. Die gehören ja eigentlich in die freie Natur. Ich glaube kaum dass du so viele Tierchen bei dir halten könntest um davon satt zu werden/genügend Eiweiß daraus zu schöpfen und gleichzeitig die Insekten nicht zu quälen. Und wie schon gesagt wurde, Vegetarier bist du dann trotzdem noch nicht.
Insekten leben auch in Häusern, ernähren sich von Dingen die Menschen geschaffen und einen biologischen Ursprung haben, ernähren sich von Exkrementen der Menschen, leben in Menschen, ernähren sich von lebenden oder toten Menschen, brauchen menschliche Kadaver um sich zu ernähren .. leben teils auch in Symbiose mit Menschen oder haben sich gar darauf spezialisiert sich in der Nähe von Menschen anzusiedeln. Und damit hat man auch ein Recht sich ihrer zu bedienen um zu leben/überleben.
Der Mensch gehört auch in die freie Natur, dort hat er seinen Ursprung und ernährt sich von dem was er zu gewissen Jahreszeiten findet und das ohne Konserve, ohne Kühlschrank, ohne Import von Nahrungsmitteln die erst um den Globus verfrachtet werden müssen. Von dem was vor Ort wächst und gedeiht.
Man stelle sich mal vor ein Veganer müsste sich tatsächlich den Jahreszeiten anpassen und Saisongemüse essen ohne industriellen Chemie-Anbau, dann esse man mal ein Grossteil des Jahres Kartoffeln und trockenes Brot.
Insekten kann man mit wenig Fläche züchten, im Gegensatz zu Schweinen können Insektenbehälter gestapelt werden .. pro m2 können tausende Insekten gezüchtet werden, stapelt man diese vervielfacht sich das. Hat auch nichts mit Quälerei zu tun, in freier Wildbahn würden diese gefressen oder zu Millionen zertreten von Veganern zb.
Insekten mit gewissem Revierhalten bzw. Revieranspruch wird man so auch nicht in ausreichendem Maß erzeugen können, wird auch nicht alles essbar sein oder Sinn machen.
Dann bin ich eben kein Vegetarier per Definition, uns verbindet aber doch trotzdem ein Ziel bzw. eine gewisse Weltanschauung :).
Insekten züchten ist garnicht so einfach: Es müssen verschiedendste Parameter eingehalten werden, damit sich die Tiere überhaupt vermehren und die Population steigt.
Auf jeden Fall wäre eine solche Zucht im großen Stil sicherlich schwieriger als die von Schweinen oder Hühnern, die viel größeren Schwankungen unterliegen können ohne zu kümmern oder gar zu sterben. Allein die Hälterung der Insekteneier und Larven und die Verhinderung der Verpilzung ist alles andere als einfach, hinzu kommen noch hygienische Probleme.
Sorry, aber wenn ich sowas lese, dann muss ich echt k***
Aber zu 2 Dingenmöchte ich trotzdem was sagen
- Insekten produzieren so gut wie keinen *Abfall* der auf Feldern verrieselt oder aufwendig bearbeitet werden muss = Umweltentlastung = weniger Schadstoffe im Gemüse etc.
Wenn die Pflanzen also mit natürliches Dünger (also Mist) gedüngt werden bleiben Schadstoffe im Gemüse? Ist klar...:rolleyes:
Und hättest du viel gelesen, dann wüsstest du, das insekten ein Nervensysetm haben.
http://de.wikipedia.org/wiki/Insekten#Nerven-_und_Hormonsystem
Mausispatz
11.06.2008, 17:54
Wenn die Pflanzen also mit natürliches Dünger (also Mist) gedüngt werden bleiben Schadstoffe im Gemüse? Ist klar...:rolleyes:
Natürlich :)
Gülle ist ja wohl vollgepumpt mit Schadstoffen. Angefangen beim Nitrat bis hin zu dem ganzen Mist, den die Tiere fressen müssen und der wieder hinten raus kommt.
"Mist" in dem Sinne gibt es doch kaum noch.
Dann darf er aber auch kein Bio-Gemüse essen, da das auch mit "Mist" gedüngt wird...
Mausispatz
11.06.2008, 18:04
Dann darf er aber auch kein Bio-Gemüse essen, da das auch mit "Mist" gedüngt wird...
ja, aber eher sogar mit Horndünger.
Wahrscheinlich nicht mit Gülle.
Kompliziert alles.
ja, aber eher sogar mit Horndünger.
Wahrscheinlich nicht mit Gülle.
Kompliziert alles.
Ja das stimmt.
Ich glaube man sollte nicht ganz so viel drüber nachdenken was da im Gemüse und so ist...
Mausispatz
11.06.2008, 18:09
Man stelle sich mal vor ein Veganer müsste sich tatsächlich den Jahreszeiten anpassen und Saisongemüse essen ohne industriellen Chemie-Anbau, dann esse man mal ein Grossteil des Jahres Kartoffeln und trockenes Brot.
Was ein Blödsinn :rolleyes:
Sommergemüse:
Blumenkohl
Brokkoli
Busch-Stangenbohnen
Gemüsezwiebeln
Gurken
Kohlrabi
Kräuter: (Basilikum. Dill, Petersilie, Schnittlauch, Mischkräuter)
Lauchzwiebeln
Mangold
Möhren
Paprika
Radieschen
Rucola
Salat(verschiedene Sorten)
Spinat
Tomaten
Zucchini
Auberginen
Dicke Bohnen
Erbsen
Fenchel
Knoblauch
Rharbarber
Rote Bete
Stielmus
Zuckererbsen
Zuckermais
Erdbeeren
Spargel
Wintergemüse:
Blumenkohl
Brokkoli
Champignons
Chicorree
Chinakohl
Feldsalat
Kohlrabi Superschmelz
Kopfkohl (Weiß-und Rotkohl)
Kresse
Kürbis (Hokkaido oder Muskat)
Möhren
Porree
Rosenkohl
Rote Bete
Sauerkraut
Sellerie
Spinat
Sprossen
Wintersalat(Endivien, Zuckerhut, Radicchio)
Wirsing
Zwiebeln
Fenchel
Grünkohl
Kräuter (Petersilie, Schnittlauch, Rucola)
Pastinaken
Postelein-, salat
schwarzer Rettich
Schwarzwurzeln
Steckrüben
Topinambur
Wurzelpetersilie
Nitichen
11.06.2008, 18:13
Kannst ja machen was du willst, aber das was du vorhast ist in meinen Augen definitiv nicht vegetarisch...
Ich weiss nicht warum du nicht einfach ganz auf den Mord der Tiere verzichtest, anstatt dir sowas ekelhaftes auszudenken.
Wenn du dich ein bisschen besser informierst, wirst du sehen das du gar keine Bedenken haben musst, wegen den Naehrstoffen.
Ausserdem sagst du dass das Essbare der Insekten vergleichbar mit Soja etc ist...
Dann lass es doch einfach und nimm pflanzliches Eiweiss durch Soja etc zu dir.
Braveheart
11.06.2008, 18:18
hmm.... also meine kuchen haben mir auch ohne ei und milch ganz gut geschmeckt. ich wüsste jetzt echt nicht, was mir so fehlen sollte und vorallem glaube ich nicht, dass WENN mir was fehlen sollte in meiner Ernährung ich es durch Insekten bekomme.... Wenn ich irgendwo nen Mangel haben sollte, muss ich halt mehr auf die Zusammenstellung meiner Nahrung achten und dann ist es auch problemlos möglich alle nötigen Stoffe aus pflanzlichem zu ziehen (so habe ich es jedenfalls schon tausendfach gehört und gelesen, wahrscheinlich gibt es aber auch gegenteilige Studien oder sonstwas damit man brav weiter tierische Produkte isst....)
aber jedem das seine. Ich halte es nur nicht für gesellschaftsfähig. Gar nicht mal nur wegen dem ekel-faktor sondern auch weil es denke ich nicht so einfach ist, wie du dir das vorstellst mit der Zucht und Haltung dieser Tiere. und ich kann mir halt nicht vorstellen, dass grade DAS "die welt retten soll"....
Ich könnte mir auch kein son Tier aufs Brot schmieren, eben weil ich keine toten Tiere esse....
Gut, Du hast aber kein Problem damit das mit der landwirtschaftlichen Erschliessung div. Naturgebiete um Deine Gurken zu züchten ein Konkurrenzkampf ums Überleben geführt wird den das Tier nur verlieren kann ?
Insekten leben nicht überall, können nicht überall gleich gut leben, Wild kann mit Rharbarber-Beeten oder Erdbeerplantagen nichts anfangen .. keine Nahrung, kein Schutz.
Man hat scheinbar auch keine Probleme damit das fürs Soja-Brot Regenwald abgeholzt wird, für Mangos und Bananen Monokulturen angelegt werden welche zu Lasten der Flora und Fauna gehen inkl. Chemiekeule und Transport der Umwelt und Natur verpestet. Inklusive Lagerung zb. bei Bananen die noch Wochen in abgedunkelten Kühllagern liegen und Strom fressen und sobald sie nur einen braunen Fleck aufweisen auf den Müll landen.
Dann sitzt man Morgens am Tisch, mischt sich sein Müsli das überall auf dem Globus zusammen gesammelt wird und gar fürs Artensterben verantwortlich ist und sagt sich .. Ich bin Veganer, ich esse kein Tier, ich bring kein Tier um und was ich brauch find ich ja im Supermarkt. Ich empfinde das als Doppelmoral.
Insekten lassen sich weitaus einfacher züchten als Schwein und Co, was dort an Technik, Ressourcen, Chemie und Logistik erforderlich ist ist kaum zu fassen wenn man sich näher damit beschäftigt. Genauso erschreckend wie pflanzliche Nahrung produziert und verteilt wird.
Wird übrigens eine Zeit geben wo der Wirtschaftsmotor Öl knapp bzw. derart teuer wird das man sich auf regional erzeugbare Lebensmittel wird konzentrieren müssen. Heisst importierte Lebensmittel die heute in jede vegane *Lebensmittel- und Vitaminplanung* einfliessen werden teuer, vielleicht kaum noch für den normalen und täglichen Bedarf finanzierbar in der benötigten Menge .. gilt auch fürs Fleisch. Insekten sind da eine mehr als billige und überall erzeugbare Nahrungsquelle .. nicht als Alleinnahrung aber als Ersatz bzw. Ergänzung.
Das hier gerade gefunden: Link = http://www.falang-in-thailand.de/20080222/wie-nahrhaft-sind-kafer-maden-ameisen-grashupfer-wespen-und-andere-insekten.htm
Zitat: Insekten sind Quelle für Proteine, Vitamine und Mineralien
Die UN Organisation für Ernährung und Landwirtschaft FAO, eine Organisation welche sich das Ziel gestellt hat, eine Welt ohne Hunger zu schaffen, hat ermittelt, dass weltweit rund 1400 Insekten-Spezies gegessen werden. In Thailand werden rund 200 verschiedene Insektenarten gegessen. Insekten werden in 29 Ländern Asiens, 36 Ländern Afrikas und 23 Ländern Amerikas gegessen. Neben den oben aufgeführten Wesen gehören auch Motten, Schaben und Schmetterlinge auf die Insektenspeisekarte. Die meisten geniessbaren Insekten stammen aus dem Wald. Besonders im frühen Stadium, als Larven, weisen Insekten einen hohen Nährwert auf, enthalten Fett sowie wichtige Mineralien und Vitamine. Einige Insekten enthalten ebensoviel Proteine wie Fleisch und Fisch.
...........
Frage am Rande, wieviel Gemüse/Obst etc. muss ein körperlich schwer arbeitender Mensch essen um seinen Energiebedarf zu decken ? Wieviel kostet es ihn im Monat sich nur von halbwegs glaubhaften Öko-Pflanzenprodukten zu ernähren :( ?
Mausispatz
11.06.2008, 18:25
Gut, Du hast aber kein Problem damit das mit der landwirtschaftlichen Erschliessung div. Naturgebiete um Deine Gurken zu züchten ein Konkurrenzkampf ums Überleben geführt wird den das Tier nur verlieren kann ?
Insekten leben nicht überall, können nicht überall gleich gut leben, Wild kann mit Rharbarber-Beeten oder Erdbeerplantagen nichts anfangen .. keine Nahrung, kein Schutz.?
Heißt das etwa, du willst Insekten STATT Obst/Gemüse essen?? :D
Man hat scheinbar auch keine Probleme damit das fürs Soja-Brot Regenwald abgeholzt wird.?
Doch , hat "man". Zum Glück gibt es auch Sojaanbau in Europa ;)
Dann sitzt man Morgens am Tisch, mischt sich sein Müsli das überall auf dem Globus zusammen gesammelt wird und gar fürs Artensterben verantwortlich ist und sagt sich .. Ich bin Veganer, ich esse kein Tier, ich bring kein Tier um und was ich brauch find ich ja im Supermarkt. Ich empfinde das als Doppelmoral..?
Bio? Regional? Schonmal gehört?
Insekten lassen sich weitaus einfacher züchten als Schwein und Co, was dort an Technik, Ressourcen, Chemie und Logistik erforderlich ist ist kaum zu fassen wenn man sich näher damit beschäftigt. ..?
Noch einfächer wäre es allerdings, einfach beides sein zu lassen.
Frage am Rande, wieviel Gemüse/Obst etc. muss ein körperlich schwer arbeitender Mensch essen um seinen Energiebedarf zu decken ? Wieviel kostet es ihn im Monat sich nur von halbwegs glaubhaften Öko-Pflanzenprodukten zu ernähren :( ?
Sach mal, hast du vor, Frutarier zu werden :D?
Was es kostet? Keine Ahnung. Ich gebe so viel Geld für Lebensmittel aus, wie nötig. Da spare ich lieber an anderen Ecken.
Braveheart
11.06.2008, 18:29
Was ein Blödsinn :rolleyes:
Sommergemüse:
Blumenkohl
Brokkoli
Busch-Stangenbohnen
Gemüsezwiebeln
Gurken
Kohlrabi
Kräuter: (Basilikum. Dill, Petersilie, Schnittlauch, Mischkräuter)
Lauchzwiebeln
Mangold
Möhren
Paprika
Radieschen
Rucola
Salat(verschiedene Sorten)
Spinat
Tomaten
Zucchini
Auberginen
Dicke Bohnen
Erbsen
Fenchel
Knoblauch
Rharbarber
Rote Bete
Stielmus
Zuckererbsen
Zuckermais
Erdbeeren
Spargel
Wintergemüse:
Blumenkohl
Brokkoli
Champignons
Chicorree
Chinakohl
Feldsalat
Kohlrabi Superschmelz
Kopfkohl (Weiß-und Rotkohl)
Kresse
Kürbis (Hokkaido oder Muskat)
Möhren
Porree
Rosenkohl
Rote Bete
Sauerkraut
Sellerie
Spinat
Sprossen
Wintersalat(Endivien, Zuckerhut, Radicchio)
Wirsing
Zwiebeln
Fenchel
Grünkohl
Kräuter (Petersilie, Schnittlauch, Rucola)
Pastinaken
Postelein-, salat
schwarzer Rettich
Schwarzwurzeln
Steckrüben
Topinambur
Wurzelpetersilie
Und die gibt es das ganze Jahr und vorallem in erforderlichen Mengen wenn die Leute sich alle umstellen würden ?
Was ist mit der Flächen-, Ernten- und Bodenproblematik ?
Mit dem Raubbau an Natur und Umwelt im Ausland die div. Gemüse etc. im Winter oder zu für uns unnatürliche Zeiten liefern ?
Von Preis und Lagerungsmöglichkeiten ganz zu schweigen.
Mausispatz
11.06.2008, 18:33
Und die gibt es das ganze Jahr und vorallem in erforderlichen Mengen wenn die Leute sich alle umstellen würden ?
Was ist mit der Flächen-, Ernten- und Bodenproblematik ?
Mit dem Raubbau an Natur und Umwelt im Ausland die div. Gemüse etc. im Winter oder zu für uns unnatürliche Zeiten liefern ?
.
Also, ich esse das alles das ganze Jahr ;)
Wenn alle Leute sich umstellen würden, wäre das eine Sache von Angebot und Nachfrage.
Ja, was ist damit?? Wenn ich hier so durchs Dorf gehe komme ich an unvorstellbaren Flächen mit Futtermais vorbei... wäre es nicht sinnvoller diese Flächen dann für unsere Bedürfnisse zu nutzen?
Was hat das Ausland mit regionalem Gemüse zu tun?
veganmuscle
11.06.2008, 18:50
Frage am Rande, wieviel Gemüse/Obst etc. muss ein körperlich schwer arbeitender Mensch essen um seinen Energiebedarf zu decken ?
Schonmal was von Nüssen & Samen gehört?
200 Gr. Erdnüsse = 1200 Kcal
Und das wäre gerade 1. Mahlzeit von 6.
Insekten lassen sich weitaus einfacher züchten als Schwein und Co, was dort an Technik, Ressourcen, Chemie und Logistik erforderlich ist ist kaum zu fassen wenn man sich näher damit beschäftigt.
Hast du meinen Beitrag nicht gelesen?
Und woher nimmst du dein Wissen über die Einfachheit der Insektenzucht?
Es gibt keine Insektenmassenhaltung, alle Insekten die auf der Welt verzehrt werden sind Naturentnahmen.
Hmm.. Irgendwie treffe ich oft auf diese Meinung,das Veganer Mangelerscheinungen haben ... ?
(Mein Vater behauptet sowas z.B auch die ganze Zeit)
Aber hey,mir geht es gut,mir fehlt nichts,also hör ich da gar nicht mehr hin..Ich weiß einfach,dass es nicht stimmt..
Naja,irgendwie finde ich die Idee schwachsinnig. :'X
Entweder man ist Vegetarier,und isst KEINE Tiere,oder man isst sie einfach.
Ich sehe Insekten auch als Tiere.. Aber jeder hat eine andere Meinung..
Aber ich schüttel jedes mal den Kopf,wenn ich Ausländer sehe wie sie genüsslich in ihre Delikatessen wie z.B eine lebendige Raupe oder in ein anderes Insekt beißen.
Muss das denn wirklich sein?!
"Insekten lassen sich weitaus einfacher züchten als Schwein und Co"
-Bist du nur "Vegetarierin",weil Schweine und so schwerer zu züchten sind,oder wie? :eek:
Ich esse einfach kein Fleisch,um das Tierleid zu ersparen..
Und ich sehe zwischen einem Insekt und einem "echten Tier" keinen Unterschied..
...ganz deiner Meinung!
Das gleiche Prinzip hier kann man ja auch auf "Pescovegetarier" anwenden...klar sind das irgendwie "Vegetarier" - steht ja im Namen - aber ob das wirklich "richtig" ist??! Find ich persönlich ja mal überhaupt nicht!
zitronenrolle
11.06.2008, 21:52
Was ich auch nicht begreife: Wenn das Motiv, Tierleid zu verringern da ist, ebenso die Bereitschaft sich unendlich Mühe zu machen mit der Zucht von Inseketen, warum macht man sich nicht einfach die Mühe und stellt ganz auf vegetarisch um?
Schon interessant, wie sehr man als Vegetarier (oder auch Veganer) darauf bedacht ist, dass kein anderer sich so nennt, der es möglicherweise nicht "verdient" hat.
Erinnert mich doch stark an die Gespräche meiner Oma mit Freundinnen: "Du, der Nachbar xy sagt immer er ist Christ, aber der geht nur jede zweite Woche in die Kirche. Ne ne dann soll er sich nicht Christ nennen, wir gehen immerhin jede Woche. Der kann sich doch dan nicht genauso nennen wie wir"
:rolleyes:
Mir ist schon völlig klar, wie der Begriff Vegetarier definiert wird. Es ist nur erstaunlich, wie sehr es manche ärgert.
zitronenrolle
11.06.2008, 22:09
Mich ärgert es nur, wenn sich jemand Vegetarier nennt, aber bereit ist eigenhändig und in vollem Bewusstsein Tiere zu quälen und zu töten.
Nunja, Insekten tötet jeder, egal ob Veggie, Vegan oder sonstige Ernährungsform.
Das Ernten und Anbauen von Nahrungsmitteln ist zwangsläufig mit dem Töten von Abermillionen Insekten verbunden, in jedem Stück Gemüse steckt tausendfacher Tod. Wenn man also dieses Stück Gemüse gegen eine Handvoll Mehrwürmer austauscht, hat man nun wirklich nicht mehr Leid verursacht.
Ist aber ein Unterschied, ob ich diese Insekten züchte um sie dann zu töten und nebenbei noch Gemüse und Obst esse, durch das dann nochmal mehr Insekten sterben, oder ob ich nur Gemüse esse, weil es einfach nicht vermeidbar ist. Ich baue viel Obst und Gemüse selbst an und das ist dann natürlich nicht behandelt aber alles geht sich halt nicht aus, wie schon oft festgestellt kann man nicht 100% konsequent sein.
Für mich ist es einfach nicht nachvollziehbar, warum man Insekten züchten und essen will anstatt ganz auf Fleischkonsum zu verzichten. Aber jede_r wie er/ sie glaubt.
Schon interessant, wie sehr man als Vegetarier (oder auch Veganer) darauf bedacht ist, dass kein anderer sich so nennt, der es möglicherweise nicht "verdient" hat.
nun denn: dann könnte sich auch jeder Mischköstler Veganer, Vegetarier oder Marsmensch nennen. ein bißchen sollte man sich schon an Fakten und Tatsachen halten. nur weil ich hier ein paar Beiträge schreibe drucke ich nicht gleich Visitenkarten und betitel mich als Journalistin ;)
Erinnert mich doch stark an die Gespräche meiner Oma mit Freundinnen: "Du, der Nachbar xy sagt immer er ist Christ, aber der geht nur jede zweite Woche in die Kirche. Ne ne dann soll er sich nicht Christ nennen, wir gehen immerhin jede Woche. Der kann sich doch dan nicht genauso nennen wie wir"
:rolleyes:
mir summt das schöne Ärzte-Lied im Kopf rum :D
Mir ist schon völlig klar, wie der Begriff Vegetarier definiert wird. Es ist nur erstaunlich, wie sehr es manche ärgert.
mich ärgert nicht wie dieser Begriff definiert ist, sondern wie inflationär er von Teilzeitvegetariern (solchereiner ist meines Erachtens eh jeder Mischköstler da sich kein Mensch nur von Fleisch ernährt...) gebraucht wird.
btw: wieviel Insekten bräuchte man(n) denn um lebenserhaltende Funktionen aufrecht zu erhalten ;) ?
LG
Linda
P.S. Braveheart macht das meine Spamglöckchen klingeln :D!
öhm... nur mal kurz zu den Flächen zum Gemüseanbau wo du meinst, dass dafür hier Wälder + Naturschutzgebiete geopfert werden usw.
1. Hab ich noch nie was von gehört und kann ich mir in D auch nicht so vorstellen (was ja noch nix heißen muss)
2. Wie viele Insekten willst du denn dann essen um den Gemüseverbrauch runterzuschrauben? :eek: wenn du zb 500 gr. insekten am Tag essen willst, wo nimmst du denn bitte DIE fläche her, die zu züchten?? Das kann man wohl kaum auf paar m2 machen. Die Tiere brauchen ja auch Zeit, sich zu entwickeln usw.
3. Schonmal an die ganzen Flächen Getreide gedacht die nur für Futter-Zwecke angebaut werden also bei einer Vegetarischen weniger bzw veganen Gesellschaft fast ganz wegfallen würden?
4. Und Thema "bio"-Sprit? Schonmla aufgefallen, wie viel mehr Mais die letzten Jarhe angebaut wird nur um den achso tollen bio-sprit herzustellen?? Ja, DAVON steigen Getreidepreise. Aber die Flächen kann man wohl kaum vergleich mit dem was man mehr an Gemüse essen würde wenn man nur Gemüse statt Gemüse+Insekten isst....
5. Niemand ist auf diese Exotischen Sachen angewiesen und ich denke grade hier achten viele dadrauf, dass sie Saisonprodukte einkaufen die nicht einen allzuweiten Weg hintersich haben
6. Soja = Regenwaldabholzung? hmmm.... Auf den Alpro-Verpackungen steht ja immer genau das Gegenteil bei dieser Firma. Und soooo falsch wirds dann schon nicht sein. Also kann man diese These auch nicht so pauschal behaupten.
~~~~~~~~~
also ich kann deine Sichtweise immernoch nicht nachvollziehen aber wie schon gesagt, jedem das seine..... Dein "Vorschlag" halte ich jedoch immernoch für sehr viel weniger erfolgversprechend, als dass irgendwann alle Menschen vegan sein würden....
edit: aber hat er sich denn überhaupt vegetarier genannt? darum gehts doch auch gar nicht, er hat dochi rrgendwo geschrieben, dass er dann halt kein veggi ist.... *überleg*
Wirklich eine sehr verdrehte Scicht der Dinge.
Es wäre sicher ratsam, sich hinreichend zu informieren, bevor man absurde (von Fleischessern gerne verwendete) Behauptungen in den Raum wirft.
Jede Minute sterben weltweit elf Kinder an Hunger. Und das wohl kaum, weil die Veganer ihnen das Gemüse wegfuttern :rolleyes:
Zur Produktion von nur einem Kilo Fleisch werden 10-16 kg (!!!) Getreide benötigt.
Daraus folgt: Land zur effizienten (!) Ernährung von Menschen fehlt. Ganz zu schweigen, von dem Land, auf welchem die Tiere "gehalten" werden (Mc Doof und ihre glücklichen Kühe lassen Grüßen...). Ein Hektar Land könnte ca. 20 Menschen ernähren, allerdings nur ein einziger mit Rind.
Also bitte erst informieren, dann behaupten.
Hier sind sicherlich alle für Fragen offen und helfen auch gerne weiter, aber das grenzt ja schon an Beschäftigungstherapie. *Tschuldigung*
Gruß Peech
Peach, tut mir leid, aber das was du schreibst ist nicht relevant für den Welthunger. Wer glaubt, afrikanische Kinder sterben weil wir hier Steaks essen, der hat leider keine Ahnung von der politischen, wirtschaftlichen und logistischen Situation der betroffenen Länder. Und selbst wenn wir alle auf einen Schlag vegan werden, ändert das nichts am Hungerproblem.
Und das wohl kaum, weil die Veganer ihnen das Gemüse wegfuttern
Nö. Sie sterben (u.a.), weil wir ihnen unser Gemüse aufzwingen - klingt komisch, ist aber so.
Peach, tut mir leid, aber das was du schreibst ist nicht relevant für den Welthunger. Wer glaubt, afrikanische Kinder sterben weil wir hier Steaks essen, der hat leider keine Ahnung von der politischen, wirtschaftlichen und logistischen Situation der betroffenen Länder. Und selbst wenn wir alle auf einen Schlag vegan werden, ändert das nichts am Hungerproblem.
Nö. Sie sterben (u.a.), weil wir ihnen unser Gemüse aufzwingen - klingt komisch, ist aber so.
Das versteh ich nicht ... bitte um Erklärung!!
Da hast du vollkommen recht.
Ein weiterer Faktor, der den Hunger bedingt.
Sie können ihr eigenes Gemüse oder ähnliches nicht verkaufen, weil wir es viel billiger in ihrem Land verkaufen.
Es fehlt ihnen Einkommen. Aber auch das alleine ist sicherlich nicht der Faktor, warum die Kinder (und andere Menschen) den Hungertod sterben.
Ich will mit meinem Post auch keineswegs die Erklärung dafür geben- das ist ein anderes Thema. Aber die Behauptung, wir würden denen das Essen wegfuttern ist einfah falsch. Mehr wollte ich gar nicht sagen :D
Aber die Behauptung, wir würden denen das Essen wegfuttern ist einfah falsch.
Das sehe ich anders:
http://schlunz-extra.blogspot.com/2008/02/veredelung.html
So oder so ist der Umstand, dass Tonnen von Getreide und Soja zu einigen Gramm Fleisch, ein paar Eiern und ein paar Litern Milch "veredelt" werden, angesichts des Welthungers dekadent und abartig.
P.S.: Das Threadthema ist ja mehr als bescheuert...
Dekadent und abartig ist so einiges, was wir tun. Angesichts des Welthungers und anderer Probleme ist 99% unseres Daseins geprägt von westlicher Dekadenz, angefangen von "jeden Tag duschen" bishin zum Verzehr von Südfrüchten.
Das Fazit in deinem Blog erstaunt mich allerdings doch sehr.
Wenn wir alle vegan leben, ändert das sehr viel, denn ohne Veredelung von Getreide gibt es auch keine Preisdifferenzen, durch welche politisch Druck ausgeübt wird.
Wie kommst du darauf? Geben wir dann unseren Kapitalismus und die politische sowie wirtschaftliche Unterdrückung von bestimmten Ländern auf?
Macht vegan sein die Menschheit in ihrer Gesamtheit besser, ehrlicher?
Ne, aber bestimmt macht es das Getreide billiger.
Ähm... das ist jetzt schon das Problem, gerade WEIL landwirtschaftliche Erzeugnisse in dritte Welt Ländern so billig sind.
Und generell ist es nicht ersichtlich, wieso Getreide nun in der veganen Gesellschaft billiger werden sollte, unabhängig davon ob das nun gut oder schlecht ist.
Die Einnahmen aus den "Abfallprodukten", die als Viehfutter momentan Verwendung finden, würden ersteinmal wegfallen. Möglicherweise würde somit die Biodieselproduktion mit diesen Stoffen ansteigen, und wir wissen alle was diese mit den Maispreisen "angestellt" hat - nämlich eine Explosion.
Die Preisentwicklung vorauszusehen bei einer so "unrealistischen" Vorstellung wie einer Veganisierung der westlichen Gesellschaft ist einfach nicht machbar - beide Richtungen sind möglich, jegliche Prognose einfach nur geraten. Und sollte man Annahmen, die aus Wunschdenken resultieren als Basis für eine Argumentation pro Veganismus nehmen?
Macht vegan sein die Menschheit in ihrer Gesamtheit besser, ehrlicher?
Nich doch... Das wär ja dann auch auf eine Welt übertragbar, die keine Kriege führt... Was soll an Ethik bloss besser und ehrlicher sein...? *ironie*
Und generell ist es nicht ersichtlich, wieso Getreide nun in der veganen Gesellschaft billiger werden sollte, unabhängig davon ob das nun gut oder schlecht ist.
Du hast den Artikel nicht richtig gelesen. Asien hat die Milch entdeckt, der Tierleidfrass wird allgemein teurer (und somit auch die pflanzlichen Grundlagen) und das Ganze läuft parallel zu globalen Umweltproblemen.
Die Preisentwicklung vorauszusehen bei einer so "unrealistischen" Vorstellung wie einer Veganisierung der westlichen Gesellschaft ist einfach nicht machbar - beide Richtungen sind möglich, jegliche Prognose einfach nur geraten.
Du redest nur von Preisen, während gegenwärtig die Kornkammer der USA im Wasser versinkt. Auch dort steigt jetzt der Getreidepreis rapide an.
Überschwemmungen und Dürre werden in in den nächsten Jahren massive Ernteschäden mit sich bringen.
Und sollte man Annahmen, die aus Wunschdenken resultieren als Basis für eine Argumentation pro Veganismus nehmen?
Sollte man das Wunschdenken namens "Weltfrieden" als argumentation für Pazifismus nehmen, statt einfach selber mitzumorden?
Also ich nehme bei meiner veganen Ethik ganz ehrlich gesprochen keine Rücksicht auf Insekten, weil ich ihren Tod millionenfach durch konventionelles Gemüse (Stichwort Pestizide) in Kauf nehme.
Ihr Recht auf Leben wird im Groben Umfang missachtet. Es lässt sich nicht vermeiden über (Insekten-)Leichen zu gehen, wenn man Veganer ist. Was nun einen insektenessenden Veganer von einem unterscheidet, der Obst und Gemüse kauft, das massiv mit Insektizide behandelt wurde, kann ich nicht verstehen.
Vermutlich verursacht ein Larven-Menü weniger schaden als ein Korb Äpfel, an dem 1000 Insekten gestorben sind.
Erklär mir das bitte einer.
Was nun einen insektenessenden Veganer von einem unterscheidet, der Obst und Gemüse kauft, das massiv mit Insektizide behandelt wurde, kann ich nicht verstehen.
Es geht wohl um die Vorsätzlichkeit.
Mein Mitleid für Insekten hält sich, ehrlich gesagt, auch in Grenzen. Wenn ich nicht schlafen kann, weil diese verdammte Gelse seit 10 Minuten um meinen Kopf schwirrt, muss sie manchmal auch dran glauben. Insekten essen finde ich einfach eklig.
Und insektenessende Veganer gibt es sicher auch nicht - es mag ökologisch wertvoll sein, statt Fleisch, Milch und Eiern Insekten zu essen. Aber dann ist man eben kein Veganer, noch nicht mal Vegetarier.
Liebe Grüße
PonyPrinzessin
20.06.2008, 14:31
@Schlunz
Ich geh' mal davon aus, dass sich das "besser und ehrlich" auf die Frage nach dem Wirtschaftssystem bezog, das ja bestehen bliebe, sodass auch die mangelnde Verteilung und Unterdrückung gleich bliebe, nicht auf eine generelle Frage nach Moral und Ethik.
@Lena
Wobei es dem Threadstarter ja um vegetarische Ernährung ging, bei der sich das direkte Leid durch Essen der Tiere vom Leid verursachen durch Entstehung der Nahrung abgrenzt, aber generell auf jeden Fall etwas was man nicht vergessen sollte, auch wenn das häufig der Fall ist. :)
Also ist es doch eine reine Definitionssache?
@Schlunz
Ich geh' mal davon aus, dass sich das "besser und ehrlich" auf die Frage nach dem Wirtschaftssystem bezog, das ja bestehen bliebe, sodass auch die mangelnde Verteilung und Unterdrückung gleich bliebe, nicht auf eine generelle Frage nach Moral und Ethik.
Dann macht die Aussage von Chimera noch weniger Sinn, da sie sich ständig auf fair trade beruft.
PonyPrinzessin
20.06.2008, 19:26
Dann macht die Aussage von Chimera noch weniger Sinn, da sie sich ständig auf fair trade beruft.
Inwiefern? Was hat denn Fair Trade damit am Hut? Ich glaub, da steh' ich auf dem Schlauch.
Inwiefern? Was hat denn Fair Trade damit am Hut? Ich glaub, da steh' ich auf dem Schlauch.
Das verstehst Du vielleicht, wenn Du den ganzen von Chimera kritisierten Text liest:
Seit Jahren höre ich von antiveganen Skeptikern dasselbe Argument:
"Wenn alle Menschen dieser Gesellschaft vegan leben würden, würde sich für die Dritte Welt nichts verändern... Es gibt genügend Ressourcen, sie werden nur ungleich verteilt, um politischen Druck auszuüben."
Und seit Jahren kursieren schwankende Zahlen über die Mengen von Soja und Getreide, welche zu Fleisch, Milch und Eiern "veredelt" werden.
Allein der Umstand, dass sich Welthungerorganisationen, Umweltschützer und Institute nicht auf einen Nenner einigen, reicht für Skeptiker, das Problem zu negieren.
Nun hat sich aber auch in der europäischen Union herumgesprochen, was bisher angeblich nur als haltlose Propaganda von Veganern abgetan wurde und die Stuttgarter Zeitung hat sich des Themas angenommen:
...In wenigen Jahren hat sich das Blatt der europäischen Agrarpolitik völlig gewendet. Während bis vor kurzem das wichtigste Ziel noch darin bestand, die Produktion zu drosseln und der stagnierenden Nachfrage anzupassen, beginnt man sich jetzt in Brüssel über die drohende Knappheit der Agrarrohstoffe Sorgen zu machen. Die Butterberge und Milchseen, die unverkäuflichen Rinderhälften in den Kühlhäusern und die Getreideüberschüsse gehören der Vergangenheit an.
Die Lagerhäuser sind inzwischen leer, die Vorräte geschrumpft. Die Getreide- und Milchpreise auf dem Weltmarkt sind auf ungewohnte Höhen geklettert. "Wir machen uns angesichts der großen Schwankungen bei den Ernten inzwischen wieder Sorgen um die Eigenversorgung in Europa. Die Versorgungssicherheit steht wieder ganz oben auf der Agenda", heißt es in Brüssel. Der unerwartete Wechsel von Überschuss zu Knappheit wurde allerdings weniger durch die von den EU-Agrarreformen verordneten Flächenstilllegungen und Produktionsquoten verursacht, sondern vor allem durch äußere Faktoren: Die Nachfrage nach Lebensmitteln in Schwellenländern wie Indien und China ist gestiegen. Ein neuer Mittelstand kommt zu Geld und kann sich teurere Lebensmittel leisten. Der Kalorienbedarf wächst, die Konsumgewohnheiten verändern sich.
Anstatt sich mit der traditionellen Schale Reis zufriedenzugeben, wenden sich die Gewinner der Globalisierung in Asien so ungewohnten Genussmitteln wie Milch, Käse oder Whisky zu. Mehr und mehr werden "veredelte" Lebensmittel nachgefragt: anstatt Getreide Fleisch von Rindern, die mit Getreide gefüttert werden, Eier von Hühnern, die mit Körnern gemästet werden. Da für ein Kilo Fleisch bis zu vier Kilo Getreide verfüttert werden müssen, steigt der Bedarf an dem landwirtschaftlichen Rohstoff Getreide - und kann weltweit wegen schlechter Ernten nicht mehr befriedigt werden.
Wie reagiert Brüssel, wo alle Fäden der gemeinsamen EU-Agrarpolitik zusammenlaufen, auf die veränderte Situation? Ende September haben die EU-Agrarminister auf Vorschlag der EU-Kommission die Bauern von der Verpflichtung zur Flächenstilllegung freigestellt. Doch im besten Fall kann dadurch die Getreideproduktion in der EU im nächsten Jahr um rund zehn bis 17 Millionen Tonnen erhöht werden. Schon im vergangenen Jahr ist aber die Ernte um 266 Millionen Tonnen schlechter ausgefallen als erwartet. Die Erträge in diesem Jahr sind angesichts der ungewöhnlichen Trockenperiode im Frühjahr noch einmal um 20 Prozent gesunken...
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/1544936
Fazit:
Wenn wir alle vegan leben, ändert das sehr viel, denn ohne Veredelung von Getreide gibt es auch keine Preisdifferenzen, durch welche politisch Druck ausgeübt wird. Dann ist Getreide Getreide und es wird nicht in Viehfutter für reiche Länder, Viehfutter für arme Länder und sonstiges Getreide unterschieden.
WIR bestimmen durch unser Verhalten den Markt und damit die Marktwirtschaft. WIR haben es zu verantwoten, wenn aus Tonnen von Getreide ein paar Kilo Fleisch und ein paar Liter Milch gewonnen werden.
Getreide, das aus Flüssen gespeist wird, die zunehmend versanden.
WIR steuern den Wasserhaushalt und die Armut dieses Planeten.
Die Mittel dazu geben wir jenen, denen wir die Schuld in die Schuhe schieben.
Das ist billig und ignorant.
Im Prinzip müsste mein Sticker schon auf jedem unveganen Produkt kleben...
http://img515.imageshack.us/img515/7696/hinweisfb2.jpg
Die Motivation, vegan zu leben sollte in erster Linie ethischer Natur sein, da es unnötig und barbarisch ist, nichtmenschliche Tiere auszubeuten, doch auch das Nahrungsungleichgewicht läuft unter einem ethischen Kontext.
Was nützt es, Müll zu trennen, Strom zu sparen, mit der Bahn, bzw. dem Fahrrad zu fahren und sich anderweitig zu engagieren, wenn man mit ein paar Gramm Fleisch, ein paar Litern Milch und ein paar Eiern einen so immensen Schaden verursacht?
Tierleid, Umweltverschmutzung und Nahrungsungleichgewicht gekoppelt mit ungesunden Fetten und Cholesterin…
Naja... Bis die EU-Agrarminister Nägel mit Köpfen machen, werden wohl noch viele Trockenperioden für lange Gesichter sorgen und wenn sie jemals Konsequenzen einleiten, sind diese sicher nicht veganer Natur...
Schlunz
http://schlunz-extra.blogspot.com/2008/02/veredelung.html
PonyPrinzessin
21.06.2008, 00:45
Das verstehst Du vielleicht, wenn Du den ganzen von Chimera kritisierten Text liest:
Nein, die Frage nach dem Zusammenhang mit Fair Trade klärt sich da nicht.
Gewiss ist gerade durch die momentane Entwicklung der viel zu hohe Verbrauch an Tierprodukten ein Problem bzw. wird eines werde, aber andere Faktoren sollten dennoch nicht übersehen werden. Auch wenn es so sein sollte, dass eine Ernährung der ganze Welt nun nicht mehr möglich sei (gibt es Quellen?), so war sie es aber und hat dennoch nicht funktioniert. Ich glaube einfach, dass die Frage nach Verteilung und Ausbeutung noch viel dringender zu stellen ist.
Nein, die Frage nach dem Zusammenhang mit Fair Trade klärt sich da nicht.
Gewiss ist gerade durch die momentane Entwicklung der viel zu hohe Verbrauch an Tierprodukten ein Problem bzw. wird eines werde, aber andere Faktoren sollten dennoch nicht übersehen werden.
Jepp. Und darum schrieb ich auch in einem anderen Thread:
Na sicher ist es Luxus, denn wie ich schon betonte, sollte der Tierleidfrass eigentlich unbezahlbar sein, wenn man bedenkt, wie viele pflanzliche Ressourcen in ein paar Gramm Tierleid stecken.
Den Preis für diesen Luxus zahlen aber die Tiere, und die Umwelt...
Der Mensch denkt leider nur in Geldeinheiten und das wird dann wohl lang- oder kurzfristig sein Untergang sein.
Ich glaube einfach, dass die Frage nach Verteilung und Ausbeutung noch viel dringender zu stellen ist.
Und ich glaube, dass man durch das Einstellen der "Veredelung" von pflanzlicher Nahrung die Preise dermassen relativiert, dass Nahrung kein Druckmittel mehr sein kann. Das ist eine Milchmädchenrechnung, die irgendwie niemand erkennen will.
PonyPrinzessin
21.06.2008, 21:45
Na sicher ist es Luxus, denn wie ich schon betonte, sollte der Tierleidfrass eigentlich unbezahlbar sein, wenn man bedenkt, wie viele pflanzliche Ressourcen in ein paar Gramm Tierleid stecken.
Da stimme ich dir voll und ganz zu, ich versteh' nur nicht, weshalb Chimeras Aussagen weniger Sinn macht, weil sie sich auf Fair Trade beruft. Der Zusammenhang ist mir unklar.
Und ich glaube, dass man durch das Einstellen der "Veredelung" von pflanzlicher Nahrung die Preise dermassen relativiert, dass Nahrung kein Druckmittel mehr sein kann. Das ist eine Milchmädchenrechnung, die irgendwie niemand erkennen will.
Ja, aber Veredlung einstellen, hieße ja nicht nur vegane Ernährung, sondern noch viel mehr, wie z.B. erwähnter Biosprit.
Wieso sollte Nahrung dann kein Druckmittel mehr sein?
Wie gesagt, ich glaube gern, dass ein sich abzeichnender Lebensmittelmangel viele Probleme verstärken wird. Aber das Problem war nicht der Mangel, sondern viel mehr die Verteilung. Auch wenn es so wäre, dass die Nahrung mittlerweile nicht mehr ausreicht, so hat sie das aber eine ganze Zeit lang und es blieb dennoch bei der ungerechten Verteilung und beim Hunger.
Dass der Konsum von tierischen Produkten stark zurück gehen müsste, anstatt uns subventioniert und lachhaft billig hinterhergeworfen zu werden, sehe ich ... Aber dass vegane Ernährung den Welthunger stoppt oder Nahrung so kein Druckmittel mehr sein kann, halte ich tatsächlich eher für eine Milchmädchenrechung, da es so viele verschiedene Faktoren gibt.
Ein generelles, anderes Konsumverhalten und damit auch ein Rückgang des Verbrauchs an veredelten Produkten ist gewiss ein Punkt, aber ich glaube nicht, dass allein der Verzicht auf Milch, Fleisch&Co nützt.
Wenn wir alle vegan leben, ändert das sehr viel, denn ohne Veredelung von Getreide gibt es auch keine Preisdifferenzen, durch welche politisch Druck ausgeübt wird. Dann ist Getreide Getreide und es wird nicht in Viehfutter für reiche Länder, Viehfutter für arme Länder und sonstiges Getreide unterschieden.
Wie kommst du darauf, dass es keine Preisdifferenzen gibt und wie schlussfolgerst du daraus, dass dadurch der Welthunger oder die Schädigung der Umwelt reduziert wird?
Meinst du z.B., dass die riesigen Gebiete in Südamerika, die zur Zeit zum gewissen Teil zur Herstellung von Viehfutter benutzt werden, dann brach liegen und der Regelwald wieder spriesst?
Glaubst du die Großgrundbesitzer denken sich dann "naja, wenn die kein Viehfutter mehr wollen, bauen wir halt nix mehr an?"
Und ich glaube, dass man durch das Einstellen der "Veredelung" von pflanzlicher Nahrung die Preise dermassen relativiert, dass Nahrung kein Druckmittel mehr sein kann. Das ist eine Milchmädchenrechnung, die irgendwie niemand erkennen will.
Inwiefern werden die Preise "relativiert"?
Und warum kann Nahrung kein Druckmittel mehr sein?
Zum Thema Veredelung noch einige Anmerkungen:
Wen die Verschwendung wütend macht, sollte sich auch mal über andere Nahrungsmittel gedanken machen: Bier und Wein z.B. stellen eine wirklich horrende Verschwendung an essbaren Nahrungsmitteln dar.
Genauso wie Gewürze: Jeder verwendet sie, kaum einer denkt darüber nach wieviel fruchtbarer Boden dafür genutzt wird, dass unsere Speisen besser schmecken!
Allein Pfeffer verbraucht eine Fläche von 452.365.000 ha weltweit , wenn jeder auf Pfeffer verzichten würde könnte auf diesen Feldern Weizen wachsen und der Welthunger würde zurückgehen! :rolleyes:
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