Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Filme (We feed the World,...)
Mich würd mal interessieren wie ihr über Filme wie "Darwins Nightmare", "We feed the World" oder "Unser täglich Brot" denkt.
Macht es Sinn solche Filme zu produzieren, um mehr Menschen auf die Missstände in der Nahrungsmittelproduktion aufmerksam zu machen oder gehen in diese Filme eh nur Leute, die das sowieso schon wissen?
Frag deshalb weil mir aufgefallen ist, dass meine Freunde (keine Veggis;) ), die einen dieser Filme gesehen haben, danach alle irgendwie das Bedürfnis zu haben scheinen mit mir darüber zu sprechen.
Bei einigen dieser Freunde haben diese Filme tatsächlich auch etwas bewegt, wenn allerdings auch nur im Kleinen (Vegetarier wurde jedenfall keiner von ihnen - leider) .
Meiner Meinung nach macht es auf jeden Fall Sinn solche Filme zu produzieren. Den meisten Menschen ist nicht bewusst, was sie mit ihrem Fleischkonsum eigentlich anrichten - und wollen es auch garnicht wahrhaben.
Man hört ausserdem immer wieder, dass die Leute bei den Gründen warum sie Vegetarier geworden sind solche Filme ansprechen. Finde sie sinnvoll.
Meiner Meinung nach macht es auf jeden Fall Sinn solche Filme zu produzieren. Den meisten Menschen ist nicht bewusst, was sie mit ihrem Fleischkonsum eigentlich anrichten - und wollen es auch garnicht wahrhaben.
Man hört ausserdem immer wieder, dass die Leute bei den Gründen warum sie Vegetarier geworden sind solche Filme ansprechen. Finde sie sinnvoll.
Der Auslöser für mich Vegetarier zu werden war auch ein Film, allerdings war der um einiges brutaler.
ich habe die genannten filme alle nicht gesehen..
soweit ich weiß geht es in "we feed the world" doch auch nicht ausschließlich um fleischkonsum und derartiges, sondern auch allgemein um überproduktionen, herstellungsmethoden, wegwerfgesellschaft und im gegensatz dazu eben mangel in entwicklungsländern? kann mich täuschen.
ich denke sowas ist in jedem fall sinnvoll, da es ja nicht nur der fleischkonsum ist, der reduziert werden sollte. der umgang mit nahrungsmitteln muss sich insgesamt ändern.. auch bezüglich biolebensmitteln usw. und vielleicht öffnet es einigen die augen. ich finde, es ist schon viel geholfen, wenn die leute nicht mehr eier aus käfighaltung essen und statt alles wegzuwerfen, weil man zuviel kauft, da mal lieber bewusster einzukaufen.
derjoker
08.05.2006, 22:37
Sicher macht es großen Sinn, Filme, Bilder oder Bücher herauszugeben, die diese Thematik anschneiden. Es wird einige Leute geben, die solche Sachen Anlass geben, die eigene ignorante und egoistische Einstellung zu überdenken. Das sich groß was ändert wird, davon sind wir noch weit entfernt. Es gibt ja immer wieder solche Bilder in den ganz normalen Wahnsinn der NAchrichten zu sehen. Und immer wieder schrecken Verbraucher auf, wenn man von KRankheiten der Tiere hört, von Gammelfleisch oder von schädlichen Zusätzen im Essen. Nach einem kurzen Aufschrei und rückgehenden Verkaufszahlen, legt die Aufregung sich aber wieder und man schreitet zur Tagesordnung über. Alles läuft weiter wie gehabt, bis es wieder knallt.
DOch irgendwann, und davon bin nicht nur ich überzeugt, knallt es dermaßen, dass keine Propaganda oder Vertuschung, keine Anstrengung um den Schaden zu beheben ausreicht, sondern, dann stehen wir vor einem unlösbaren Problem. Einer Pandemie, Langzeitschäden, Veränderung der Gene durch Gentechnik, Revolution, Widerstand in den dritte Welt Länder, Aussterben der zu fressenden Tierarten oder sonst was. Und was ist dann?
Dann wird wieder auf die Industrie und die Politik geschimpft. Aber keiner, schnallt, dass sich erst was ändert, so ist nunmal das System, wenn der Verbraucher nachdenkt.
Gott sei Dank, ist zur Zeit eine Welle losgeschwappt, die ein wenig Verantwortung der Bevölkerung mitbringt (bio, keine gentecknik, etc)
Aber bringen tut es noch lange nicht.
Während die EU auf der einen Seite Schäden der Gentechnik bereits zugeben muss, fördert sie auf der anderen Seite eben diese Technik weiter. Und darum bin ich der Meinung, dass solche Filme, Bilder, Bücher, Berichte, viel zu wenig zu sehen sind. Man müsste, wie bei Kippen, auf jede Verpackung schreiben, wie das Schnitzel produziert wird. Bilder mit den Tieren und deren Misstände, ausgebeutet Bauern in Argentinien und sonst wo. Erst dann glaube ich, dass die MEnschheit allmählich aufwachen wird.
Ich glaube nicht, dass der Verbraucher aufwacht, wenn auf jeder Fleischpackung steht "stammt von totem Tier, dass für dich geschlachtet wurde" etc. Bei den Rauchern funktioniert das ja auch nicht!
Funktionieren kann die Bewegung nur, wenn a. sich Vegetarier/Veganer zusammentun, b. Alternativen zur Kuhmilch und zum Fleisch herausarbeiten und bewerben, c. Druck über die Tierrechtsbewegung auf Gesellschaft und Politik ausüben, bis jedes Tier ein Gesicht hat und Vegetarier zu sein "in" und "cool" ist.
Man muss es doch so sehen: Es hat schon eine lange Tradition - von den Kirchen getragen - den Fleischverzehr als Kultmahl mit Propaganda aufrechtzuerhalten. Fleisch schmeckt eigentlich widerlich, daher wird es geräuchert, gewürzt und anderweitig im Geschmakc verfälscht, bis es "schmeckt". Weiterhin wird sehr früh den Kindern verfüttert, um den Grundstein für den Heisshunger darauf zu legen, denn Fleisch macht auch süchtig bzw. ist eine Art Geschmacksprogrammierung, von der man sich dann später schwer wieder lösen kann.
Das Ganze geht auf die Religion zurück, bei der man den Feind oder Gott nicht nur sprichwörtlich sich einverleiben sollte. Im germanischen Mythos wurde z.B. dem Gott Högni das Herz herausgerissen und verzehrt (Lebenskraft), bei den Katholiken wird Christus in Form von Brot verspeist - alles Heidentum, das dem Zweck dient, den Opferkult aufrechtzuerhalten und die Moral unten.
ich habe die genannten filme alle nicht gesehen..
soweit ich weiß geht es in "we feed the world" doch auch nicht ausschließlich um fleischkonsum und derartiges, sondern auch allgemein um überproduktionen, herstellungsmethoden, wegwerfgesellschaft und im gegensatz dazu eben mangel in entwicklungsländern?
Ja, da hast du recht. Darwins Nightmare hat sogar mit Tierhaltung dirket gar nichts zu tun. Aber ich denke die Filme zeigen eine gesellschaftlich/politische Problematik auf zu deren Symptomen auch der aus allen moralischen Grenzen geratene Umgang mit dem "Produkt" Tier gehört.
Bei meinen Freunden/Bekannten haben diese Filme einfach bewirkt, dass sie über Aspekten wie der sozialen/moralischen Verantwortung eines jeden Einzelnen aber auch der des Staates bzw. der von Großproduzenten wie der EU gegenüber anderen Menschen, Ländern (sprich Entwicklungsländer) aber auch gegenüber der Natur/Umwelt und nicht zuletzt auch gegenüber dem Tier nachzudenken begannen.
Diese Filme haben ihnen aufgezeigt, dass unser Komsum einfach die Schranken jeglicher Form von ehtnischer Kontrolle durchbrochen hat.
Das wiederum führt dazu, dass sie sich die Frage gestellt haben, was sie selbst als Konsument dagegen tun können und das wiederum war der Grund warum sie mit mir diskutieren wollten, da ein Vegetarier ja auch jemand ist, der aus ethnischen Überlegungen einen bewussten und freiwilligen Verzicht auf bestimmte Formen des Konsums eingeht.
derjoker
11.05.2006, 23:17
[QUOTE=tztz]Ich glaube nicht, dass der Verbraucher aufwacht, wenn auf jeder Fleischpackung steht "stammt von totem Tier, dass für dich geschlachtet wurde" etc. Bei den Rauchern funktioniert das ja auch nicht!
QUOTE]
Stimmt. Beim Rauchen hat es auch nicht funktioniert. Bin selber Raucher, versuche es mir gerade abzugewöhnen, und habe festgestellt, dass die netten Bildchen und Warnungen mich überhaupt nicht beeinflusst haben.
Etwas anders sehe ich das, wenn man lebendige Lebewesen sieht. ICh denke mal, dass der Großteil der Fleischesser sowas wie Mitgefühl noch hat und nicht von Ignoranz durchseucht ist. Somit könnte dies ein Versuch sein, ein Teil der Konsumenten zum umdenken zu stimmen. Wahrscheinlich nicht zum Vegie hin, aber vielleicht achtet der Käufer dann auf "artgerechtere Haltung" und humaneren Umgang mit den Lebewesen. Wobei ich hier "Artgerechte Haltung" nicht kommentieren möchte.
Was ich letztlich damit sagen will ist, dass auf Kippen auch die Gefahren stehen, warum sollte es nicht auch auf Fleischprodukten stehen, welche ja für diverse Krankheiten verantwortlich sind.
Denn die meisten Konsumten würden, wenn ihnen wirklich mal bewußt gemacht wird, wie die Wurst eigentlich entsteht, darauf verzichten bzw. nach ALternativen suchen. Wäre doch ein Versuch wert...
Die Natur zu sehen und menschliche Grausamkeit zu beobachten ist gut, aber man sollte daraus nicht dem Trugschluss erliegen, dass dies bei allen Menschen gleich funktioniert.
Bei einigen Biologien (ein Prof. darunter) habe ich festgestellt, dass sie begeisterte Naturliebhaber sind, aber gerne Wildbrett essen und auch das Fleischessen generell befürworten.
In einer 5. Schulklasse habe ich einen Film über Wiesenhofs Hühnerhaltung laufen lassen und das Ergebnis war bei vielen Schülern, dass es sie nicht innerlich berührt hat. Wenige fanden es sogar lustig. Dieses Ergebnis haben mir dann einige Lehrer später auch von anderen Schulklassen berichtet.
Um aus der Natur zu lernen bedarf also schon einem gewissen Maßes an Empfindungs- und Denkfähigkeit, die nicht bei allen gleichermaßen vorhanden ist. Wahrscheinlich spielt die Kindenheit und besonders die frühe Kindheit eine große Rolle bei der Übernahme von Ernährungsgewohnheiten, wenn man z.B. schon kurz nach der Säuglingsphase mit Fleisch gefüttert wird, bildet dies die Grundlage für die Traditionsübernahme.
Fördert Fleisch die Empfindungslosigkeit und beschränkt das Denkvermögen?
Gibt es solange Schlachtfelder, wie es Schlachhöfe gibt?
derjoker
13.05.2006, 22:54
[QUOTE=tztz]
In einer 5. Schulklasse habe ich einen Film über Wiesenhofs Hühnerhaltung laufen lassen und das Ergebnis war bei vielen Schülern, dass es sie nicht innerlich berührt hat. Wenige fanden es sogar lustig. Dieses Ergebnis haben mir dann einige Lehrer später auch von anderen Schulklassen berichtet.
Fördert Fleisch die Empfindungslosigkeit und beschränkt das Denkvermögen?
QUOTE]
Ja, Du hast Recht. Die "heutige Jugend" ist sehr emotionslos und egoistisch. Der Bezug zur Natur, ist weitgehend verloren gegangen. Und es stört auch kaum jemanden. Ich finde es nur traurig, wenn Schulkinder noch nicht mal ein Huhn von einer Gans unterscheiden können. Und als Antwort, ob man denn schon mal so ein Tier gesehen hätte, bekommt man dann: Nein. Aber schon gegessen. Hier sollte man ansetzen und diese Differenz ändern. Als Eltern, als Schule, als Verein, oder sonst was. Klar, Lehrer haben kaum noch Einfluss auf ihrer Schüler, das weiß man ja mittlerweile, aber auch Eltern verlieren immer mehr die Bindung zu ihren Kindern. Und die Kinder, sowie auch alle anderen, können natürlich kaum eine Verbindung zu einem Lebewesen herstellen, dass eingeschweißt und gewürzt im Kühlregal liegt. Ich kenne Kinder, die mit Tieren aufwachsen bzw. aufgewachsen sind, und deren Reaktion auf solche Filme oder Ereignisse. Da wird geweint, geschrien, gestritten und trotzig dagegen
gepocht. Leider eine Ausnahmeerscheinung, denn der Großteil lässt sich von Fernsehen und Werbung lenken. Und da werden bekanntlich alle Gefühle zugunsten des Konsums ausgeschaltet.
Somit kann man die Frage, ob Fleischkonsum Empfindlosigkeit fördert, nur bejahen. Es muss schwer sein, ein Lebewesen zu töten, die Schreie zu hören und mit anzusehen, wie es um sein Leben kämpft. Aber Routine und Ignoranz, verdrängen diese Gefühle. Bald werden solche ausgestorben sein. Und es ist vollkommen egal, was mit Tieren und Menschen gemacht wird, um Profit daraus zu schlagen.
Wird dieser Trend weitergehen, und es sieht sehr gut aus, werden wir alle irgendwann gefühlose Roboter, die nur noch blindlings konsumieren. Tot für Profit.
NightShade
19.05.2006, 11:23
Ich habe in der Schule "We feed the world" gesehen.
Danach sind unsere Leute aus der Klasse zu Mc Donalds auf einen Mc Chicken gegangen. :( :mad:
Solche Filme find ich zwar schon gut, aber ob sie was bewirken, ich weiß nicht...
@ Jeani: Das find ich auch sehr ignorant von ihnen. Aber wer hat es deinen Klassenkammeraden beigebracht Gefühle gegenüber Lebewesen abzustellen? Eindeutig die Eltern und andere (fragwürdige) Autoritäten :mad:
Meine Tochter Freya hat früher auch nichts totes gegessen ... keine Chance.
Letztens war ich auf der Seite von Soylent network auf der Suche nach Info und Freya kam dazu, als ich einen Film ansah aus einem Schlachthaus ... sie wurde etwas bleich, während mir die Tränen liefen und als ich ihr dann sagte, ich esse kein Fleisch mehr, meinte sie ... echt nicht, auch nicht wenn wir grillen?
Ich war echt geschockt, eigentlich hatte ich ein ... Ich auch nicht, Mama! erwartet, aber die Reaktion.
Auch morgens beim Frühstück mit Apetit die Wurst ... und ich lebe bestimmt vor, was Respekt vor Lebewesen ist.
Allerdings habe ich das vielleicht durch meinen eigenen Fleischkonsum die ganzen Jahre nicht. :(
Monemaus
18.08.2006, 15:14
Ich wollte das Thema mal hochholen, weil mich der Film tief bewegt hatte und dieser für mich die letzte "Entscheidungshilfe" dazu gewesen ist, mich (wieder) vegetarisch zu ernähren.
Da zu dem Film an sich hier nichts mehr geschrieben wurde hat mich mal interessiert wer den alles gesehen hat und wie Ihr den Film empfunden habt.
Cheerkueken
05.09.2006, 14:04
Ich finde, dass solche Filme schon was bewirken, allerdings mehr bei Mensc hen, die schon nen kleinen "Veränderungsdrang" haben. Die anderen werden sich weiter so ernähren, wie vorher, da es zu anstrengend ist, etwas zu ändern.
An der Stelle habe ich mal eine Frage, habe in der suche nichts gefunden, oder vielleicht das falsche eingegeben:
Um unsere Zuchttiere zu ernähren holen wir ja das meiste Korn aus der dritten Welt, das ist klar. Wie sieht es mit unserem Brot aus? Komplett aus Deutschland? Oder auch geklaut?
Ich gehe heute einkaufen und wollte mal schauen, was auf der Packung steht, aber vielleicht wisst ihr ja mehr....
Ich erinnere mich nicht mehr daran, ob das Thema in diesem Film angesprochen wurde....
Danke schonmal
Deutschland oder nicht, von irgendwo her wird es gewiss schon herangekarrt werden. Ob man aber nun in Flensburg in der Brotfabrik Getreide aus dem Bereich Bodensee verarbeitet oder in Görlitz für große Bäckereien Korn und Schrot aus dem grenznahen Polen importiert, halte ich für einen gewaltigen Distanzunterschied.
Da ich aus der Lebensmittelbranche (im weitesten) komme, weiß ich (aufgrund Führungen in riesigen Unternehmen), dass die Herstellung von (Convenience-)Produkten mehr und mehr zentralisiert wird (was ja auch garkein Geheimnis ist), und die großen Lebensmittelketten oft von ein und derselben Stelle beziehen, mit fünf oder zehn verschiedenen Verpackungen die Ware dann auf dem deutschen / internationalen Markt landet und der Verbraucher so getäuscht wird.
Freie Marktwirtschaft funktioniert nach dem Prinzip der Stärke und das, was wir glauben an Vielfalt zu sehen, ist längst unter einer einzigen Schirmherrschaft gebündelt. Diese werden in Zukunft alle Märkte der Welt und natürlich auch die Preise bestimmen und diktieren – der Einfluss, der dann auf die Politik ausgeübt werden kann (ähnlich wie es heute und seit 40 Jahren bereits die Fleischverarbeitende Industrie vormacht), liegt außerhalb der menschlichen Ermessungsgrenze. Ich hoffe wenigstens, dass ich die Eisbergspitze nicht mehr erleben muss.
Brot oder Kartoffeln oder was sonst noch, die Urbestandteile werden in immer stärker rationelle Abläufe gezwängt. Irgendwo im Nordwesten Deutschlands, Papenburg oder so, war ich vor über 20 Jahren mal in der größten Kartoffelfabrik Europas. Wenn ich es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte, würde ich es mir nie und nimmer vorstellen können, aber man produziert dort für den weltweiten Vertrieb im Auftrag der meisten, namhaften Firmen mit Kartoffelprodukten. Von den Chips über Pommes bis zum Püree in ein und derselben Firma mit der immer gleichen Kartoffelsorte in Tüten von Knorr, Pfanni, Engel, „Die Weißen“, Ja! usw.usw.usw. – für die großen Lebensmittelketten spielt es überhaupt keine Rolle, wo das Gemüse oder das Obst angebaut wird, entscheidend ist nur, ob der Transport rentabel ist, wenn zentral produziert wird, und das ist WELTWEIT genauso der Fall. Also keine Illusionen! Ich glaube, dass selbst die hiesigen Bäcker keinen blassen Schimmer davon haben, wo ihr Getreide eigentlich angebaut wird, sie beziehen meistenteils Fertigmischungen und interessieren sich nur für den Preis und selten für dessen Herkunft, die man ja angeben kann, wie man will, denn wer soll es überhaupt nachprüfen? Ich weiß das nur zu gut, weil Angaben, die mir bekannt waren (während meiner aktiven Zeit) fast immer frei erfunden waren, eben um die Verbraucher hinters Licht zu führen, und kein „Aas“ hat es wirklich interessiert. So ist das eben.
derjoker
26.10.2006, 00:00
Deutschland oder nicht, von irgendwo her wird es gewiss schon herangekarrt werden. Ob man aber nun in Flensburg in der Brotfabrik Getreide aus dem Bereich Bodensee verarbeitet oder in Görlitz für große Bäckereien Korn und Schrot aus dem grenznahen Polen importiert, halte ich für einen gewaltigen Distanzunterschied.
Da ich aus der Lebensmittelbranche (im weitesten) komme, weiß ich (aufgrund Führungen in riesigen Unternehmen), dass die Herstellung von (Convenience-)Produkten mehr und mehr zentralisiert wird (was ja auch garkein Geheimnis ist), und die großen Lebensmittelketten oft von ein und derselben Stelle beziehen, mit fünf oder zehn verschiedenen Verpackungen die Ware dann auf dem deutschen / internationalen Markt landet und der Verbraucher so getäuscht wird.
Freie Marktwirtschaft funktioniert nach dem Prinzip der Stärke und das, was wir glauben an Vielfalt zu sehen, ist längst unter einer einzigen Schirmherrschaft gebündelt. Diese werden in Zukunft alle Märkte der Welt und natürlich auch die Preise bestimmen und diktieren – der Einfluss, der dann auf die Politik ausgeübt werden kann (ähnlich wie es heute und seit 40 Jahren bereits die Fleischverarbeitende Industrie vormacht), liegt außerhalb der menschlichen Ermessungsgrenze. Ich hoffe wenigstens, dass ich die Eisbergspitze nicht mehr erleben muss.
Brot oder Kartoffeln oder was sonst noch, die Urbestandteile werden in immer stärker rationelle Abläufe gezwängt. Irgendwo im Nordwesten Deutschlands, Papenburg oder so, war ich vor über 20 Jahren mal in der größten Kartoffelfabrik Europas. Wenn ich es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte, würde ich es mir nie und nimmer vorstellen können, aber man produziert dort für den weltweiten Vertrieb im Auftrag der meisten, namhaften Firmen mit Kartoffelprodukten. Von den Chips über Pommes bis zum Püree in ein und derselben Firma mit der immer gleichen Kartoffelsorte in Tüten von Knorr, Pfanni, Engel, „Die Weißen“, Ja! usw.usw.usw. – für die großen Lebensmittelketten spielt es überhaupt keine Rolle, wo das Gemüse oder das Obst angebaut wird, entscheidend ist nur, ob der Transport rentabel ist, wenn zentral produziert wird, und das ist WELTWEIT genauso der Fall. Also keine Illusionen! Ich glaube, dass selbst die hiesigen Bäcker keinen blassen Schimmer davon haben, wo ihr Getreide eigentlich angebaut wird, sie beziehen meistenteils Fertigmischungen und interessieren sich nur für den Preis und selten für dessen Herkunft, die man ja angeben kann, wie man will, denn wer soll es überhaupt nachprüfen? Ich weiß das nur zu gut, weil Angaben, die mir bekannt waren (während meiner aktiven Zeit) fast immer frei erfunden waren, eben um die Verbraucher hinters Licht zu führen, und kein „Aas“ hat es wirklich interessiert. So ist das eben.
Du sprichts so wahr...
Daher fordere ich schon seit Jahren das europäische Wahnsinns Experiment (EU, Euro, und Abbau der Zölle) endlich aufzugeben, es hat ja keine Erfolgsaussichten. Zumindest für annährend 100% der dort lebenden Menschen. Weiter fordere ich die Zerschlagung von transnationalen Konzerne, Nahrungsmittelproduzenten, müssen ALLES detailiert und verständlich nachprüfbar belegen, außerdem dürfen Konzerne, welche uns mit den Gründnötigsten versorgen (Nahrung, Getränke, Wasser, Strom, Gas, etc) KEINE Aktiengesellschaft werden, denn damit hat man (der Kunde) verloren.
Also, brennt sie nieder, die Paläste der Konzerne!!!!!
Als ich "We feed the world" gesehen hab, hat es mich sehr gefreut, dass auch noch jüngere Menschen als ich im Kino waren!
Ich denke, bei Leuten, die sensibel sind, bringen solche Filme schon etwas und hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck.
Wenn man die Filme nur aus Zwang anschaut (wie eben in der Schule), dann ist es klar, dass es einem am A... vorbeigeht...
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