Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tierfreunde?
Ich habe mal eine vielleicht etwas provozierende Frage: Bezeichnet ihr euch eigentlich selber als Tierfreunde? Ich habe nämlich schwere Probleme mit diesem Begriff. Erstens wird er von fast 99 % der Menschheit benutzt, egal was für Verbrechen die Mehrheit der so selbst Titulierten den Tieren angetan haben. Zweitens halte ich das für eine unglaubliche Verallgemeinerung der Tierwelt, so nach dem Motto "Kennst du eins, kennst du alle." Persönlich kenne ich zumindest einen Labrador und einen Kater, die defintiv nicht meinem Freundeskreis angehören, weil der Labrador mich irgendwie in seinem idealen Beuteschema sieht und der Kater einen auf Hoolicat macht und sich ständig mit meinem Jean-Luc anlegt (und skandalöserweise auch noch meistens gewinnt, grummel...). Und drittens haben die Benutzer dieses Wortes für mich keine Ahnung, was Freundschaft bedeutet, wie kann man sich pauschal als Freund von Milliarden Lebewesen sehen, wobei man 99 % davon noch nicht mal kennt? Ich habe eine schwarzhaarige Freundin, trotzdem bezeichne ich mich doch nicht als Schwarzhaarigen-Freund, sondern beziehe das explizit auf diese eine Person. Bin ich da zu radikal oder seht ihr das ähnlich? Gibt es hier vielleicht sogar Tierfreunde?
Spirit.Sweet
07.08.2006, 20:42
Hm recht hast du Rygel.. Ist schon nicht so einfach die Sache. Ich würde sagen, dass ich Tiere liebe, aber auch nicht unbedingt alle. Schlangen oder Krokodile mag ich nur :D
Nee, als Tierfreund habe ich mich noch nie bezeichnet, nur als Tierliebhaber ;)
Ich glaub auch, ich würde mich eher als Tierliebhaber bezeichenen!
Jedes Tier kann man doch gar nicht toll finden, oder?
Man kann vielleicht jedes respektieren, aber toll finden...
ZB. bei Spinnen hört bei mir die Freundschaft auf!:o
Mit "Freund" ist nicht eine innige, seelische Beziehung gemeint sondern vielmehr eine Sympathie zu den Fellnasen. Ich nenne mich zwar nicht so, aber ich sehe an dem Begriff auch nichts abwegiges.
Ich nenne mich zwar nicht so, aber ich sehe an dem Begriff auch nichts abwegiges.
Für mich ist der völlig pervertiert. Wer bezeichnet sich heutzutage denn nicht als Tierfreund? Der Metzger von nebenan hat zuhause seinen Schäferhund, den er ab und zu streichelt und hält sich deshalb für einen Tierfreund, der Arzt, der Tierversuche durchführt, hat zuhause sein Aquarium, wo er die Fische ab und zu füttert und hält sich deshalb für einen Tierfreund, der Jäger, der das Reh erschießt, hält sich für einen Tierfreund, weil er die Population kontrolliert hat usw., usw.. Es gehört heutzutage einfach zum guten Ton, ein Tierfreund zu sein. Wegen dieser Tatsache und dieser unglaublichen Pauschalisierung habe ich schwere Probleme mit diesem Ausdruck. Ich selber respektiere Tiere und räume ihnen die gleiche selbstbestimmte Existenz wie mir selber ein, befreundet bin ich trotzdem nur mit 4 Katern. Ich sympathisiere auch nicht mit Tieren allgemein, dafür gibt es viel zu unsympathische Arten wie manche Tiefseefische oder auch Pitbulls, wie gesagt kenne ich sogar einen unsympathischen Kater. Und von Herzen lieben tue ich sogar nur 1 Tier und das heißt Jean-Luc und versucht gerade wieder meine Finger beim Tippen einzuholen, aua...:) Ich finde, der Begriff "Tierfreund" nimmt von vorneherein dem einzelnen Tier seine Individualität. "Du bist ein Tier, deshalb bist du mir sympathisch!" Damit erkennt man doch diesen Wesen jeglichen Unterschied in Charakterzügen ab.:(
Dori Cherry
08.08.2006, 00:44
Ich hab mich noch nie Tierfreund genannt.
Ansonsten hat Rygel schon alles gesagt (geschrieben).
Ok, wenn man es so sieht hast du bestimmt Recht Rygel. Wer sich eingängig mit der Einzigartigkeit jedes einzelnen Tieres auseinandersetzt kommt zum Ergebnis, dass man gar nicht jedes Tier mögen kann. Eine Bevorzugug der Tiere würde wieder in ein Rassendenken ausschweifen, den der anti-Speziesismus versucht zu verhindern.
@Rygel
Mit deinen Ausführungen hast du bestimmt recht - fast jeder nennt sich Tierfreund.
Ich selbst habe mich bestimmt auch schon so genannt, habe für mich aber eben eine andere Definition im Hinterkopf als der Metzger mit dem Schäferhund usw.
Für mich bedeutet Tierfreund zu sein, ALLE Tiere zu respektieren, aber das definiert wohl jeder anders.
Frage: wie bezeichnest du dich denn?
Grüessli
Conny
@Rygel
Frage: wie bezeichnest du dich denn?
Grüessli
Conny
Ene gute Frage, die Antwort ist wahrscheinlich etwas irritierend: In Bezug auf mein Verhältnis zu Tieren allgemein habe ich keine Definition für mich, weil diese Definition bei jedem einzelnen Tier auf das Tier selbst ankommt. Hass kann ich ausschließen, aber sonst reicht die Skala von Ekel bis Sympathie, in seltenen Fällen und bei Tieren, die ich richtig gut kenne, kommt sogar eine sehr enge Verbundenheit vor, siehe Jean-Luc, verallgemeinern kann ich nur, daß ich keiner Kreatur ihr Recht auf ein selbstbestimmtes Leben abspreche. Ich sehe den tierischen, in vielen Augen selbstverständlichen Massenmord als größte Ungerechtigkeit überhaupt an, artikuliere das dementsprechend zu ziemlich vielen Gelegenheiten und richte mein Leben danach aus, diesen Massenmord nicht zu unterstützen. Aber mit so Phrasen wie "Tierfreund" spielt man meiner Meinung nach den Menschen in die Karten, die allgemein Tiere nicht respektieren und pauschalisieren. Wie ich schon ausgeführt habe, ist dieses Wort einfach viel zu abgenutzt. Ein Arbeitskollege sagt mir ins Gesicht, daß manche Tiere nunmal dazu da sind, geschlachtet zu werden. Eine ansich schon ungeheuerliche Sache, so den Lebenssinn einer Kreatur zu definieren, das Ganze wird aber dadurch pervers, daß er selber als Kind einen Hund hatte und sich deshalb steif und fest als Tierfreund bezeichnet. Ich würde es für einen großen Erfolg halten, wenn man dieses Wort aus der allgemeinen Denke herausbekommen würde, denn es beschreibt die Tiere als allgemein Massenware, die sie nunmal nicht sind. Das geht auch in das Thema rein, warum sich viele Menschen per Eigendefinition vom Tier abgrenzen, aber im gleichen Augenblick den Schimpansen mit der Stubenfliege in einen Topf werfen, indem sie sie beide als "Tier" ansehen, obwohl der Schimpanse bei so einer Einteilung viel her zum Menschen tendieren würde als zu einem Insekt. Oh je, kann noch irgendjemand meinen Gedankengängen folgen??? Ich versichere euch trotz der etwa wirren Ausführung, daß ich nach wie vor absolut drogenfrei lebe und deshalb stocknüchtern bin...:D
Gut zu wissen dass du nüchtern bist :D, im Ernst: ich kann deinen Gedanken folgen, da ich mir oft ähnliche mache.
Die Frage bleibt also: wie nennt man sich also? Schliesslich muss man eine Kategorie für sich finden, damit andere Menschen einem "schubladisieren" können.
Eine befreunde (Tja, wie soll ich sie denn nun nennen??? Tierschützerin, Tierrechtlerin, Veganerin, Tierfreundin... es trifft alles auf sie zu...) Tierarbeiterin, denn dieses Wort hat sie selbst benutzt, um obige Begriffe unter einen Hut zu bringen, hat eben dieses Wort kreirt. Und ich muss sagen, dass es mir gefällt.
Ich hoffe der letzte Satz ist irgendwie verständlich :rolleyes:
Stell dir mal vor was passiert, wenn du sagen würdest, dass der Begriff "Menschenfreund" nicht auf dich zutrifft (man mag ja nicht jeden/jede)... ui ui ui...
Die Frage bleibt also: wie nennt man sich also? Schliesslich muss man eine Kategorie für sich finden, damit andere Menschen einem "schubladisieren" können.
Gibt es etwas schlimmeres, als sich selbst "schubladisieren" zu lassen? Schlimm genug, daß das andere Menschen tun, da gebe ich ihnen garantiert keine Hilfestellung zu. Ich bezeichne mich selber als Jens Grote und in dieser Schublade ist noch massig Platz, weil ich alleine drin sitze und von innen abgeschlossen habe!:D Ich bin gegen jede Art von Holocaust, somit natürlich auch gegen den größten, den man an den Tieren durchzieht und das artikuliere ich auch entsprechend und lebe danach. Aber da das für mich selbstverständlich ist, brauche ich da auch keine Bezeichnung für. Wenn mich jemand fragt, esse ich NATÜRLICH keine anderen Lebewesen und unterstütze NATÜRLICH auch nicht, wenn man andere Lebewesen quält und foltert. Gibt es eine offizielle Bezeichnung für Menschen, die keine anderen Menschen essen? Natürlich nicht, weil das selbstverständlich ist oder bezeichnet sich hier jemand öfters als Nicht-Kannibale, um extra darauf hinzuweisen?;) Diese Selbstverständlichkeit in Bezug auf andere Tiere muß man jetzt "nur" noch in die anderen Köpfe reinkriegen, aber das wird auch nicht leichter dadurch, indem man sich selber lustige Namen und Bezeichnungen gibt.
Stell dir mal vor was passiert, wenn du sagen würdest, dass der Begriff "Menschenfreund" nicht auf dich zutrifft (man mag ja nicht jeden/jede)... ui ui ui...
Ich bin kein Menschenfreund. Dadurch, daß der Mensch über seine Taten reflektieren und dementsprechend ganz bewußt Unrecht verüben kann, gibt es sogar bei diesem Säugetier Gruppen, die ich pauschal hasse wie Faschisten, Rassisten, Kinderschänder etc.. Einer der wenigen Punkte, bei dem ich pauschalisiere.
Ja, Deine Gedankengänge sind interessant - hab mir noch nie so viele Gedanken über den Begriff "Tierfreund" gemacht. Ein Menschenfreund bin ich auch nicht gerade, daß heißt, ich mag nicht alle Menschen, einige liebe ich sehr, aber einige...grrr.. Tiere mag ich eigentlich alle, hab mich bisher immer für einen Freund der Tiere gehalten -(Ähh...zählen Blattläuse auch dazu??) Aber, Scherz beiseite, Rygel, Du hast natürlich Recht. Wozu für alles eine Bezeichnung suchen, man sollte einfach so leben, daß man sich selbst noch im Spiegel ansehen kann. Danke für den Hinweis auf diesen Thread, dachte ich hätte schon fast alles gelesen -Sonny
Spirit.Sweet
04.09.2006, 20:05
Guter Spruch zum Thema:
Ich bin ein Tierfreund, ich liebe meinen Hund oder meine Katze über alles, aber Rinder, Schweine, Hühner, Hasen, Rehe, etc. lasse ich töten um sie dann zu essen...
Ich weiß gar nicht, warum es mich so freut, wenn ein Stier bei einem Stierkampf den Torero auf die Hörner nimmt. Heute ist auch der selbsternannte "Crocodile Hunter", bürgerlich: Steve Irwin, von uns gegangen. (angeblich durch Stachelrochen-Herzstich). Als passionierter Tierquäler hatte er Millionen TV-Zuschauer mitgerissen und dadurch animiert es ihm nachzumachen (die meisten natürlich nur in ihren Träumen – hierbei wenigstens ein kleines Glück für die Tierwelt).
Der australische Film-Produzent John Saintont, der mit Steve Irwins tierquälerischem Schwachsinn reich geworden ist, sagte zur Presse: „Die Welt hat eine Ikone des Tierschutzes verloren“.
Das repräsentiert genau unsere Zeit: Der größte Chemiekonzern wirbt mit ganzseitigen Publikationen in den Tageszeitungen: „Wir tun was Gutes für die Umwelt“, und manche Abfallverwerter pinseln haushohe, farbenprächtige Blumen auf ihre Müllentsorgungsanlagen.
Ich frage: Wen interessiert eigentlich noch, was wirklich auf dieser Welt passiert – wer will die Wahrheit überhaupt noch wissen?
:mad:
(„Es lebe das Gammelfleisch!“)
Hi, ich freu mich auch immer, wenn sich ein Stier mal rächt und seinen Torero attakiert! Aber leider wird wird dieses Tier dann ja immer getötet!!!
Auch wieder wahr. Außerdem soll man nicht gehässig sein, auch ein Torero ist ein Mensch. Ich hatte es ironisch gemeint und mich auch mal an der eigenen (langen) Nase gezupft. :rolleyes:
Würden keine Hunderttausende sich an Stierkämpfen ergötzen, würden Toreros über Nacht aussterben. Dafür lohnt es sich zu "kämpfen"! ;)
Außerdem soll man nicht gehässig sein, auch ein Torero ist ein Mensch.
Ich muß zu meiner Schande (?) gestehen, das ich da ziemlich gefühlskalt bin. Ich freue mich über jeden Tierquäler, der einen schmerzhaften Denkzettel erhält. Und wenn es sich um so einen extremen Fall wie einen Torero handelt, dann freue ich mich auch über den in meinen Augen verdienten Tod. Wie kann ich für einen Mensch, der professionell Tiere quält, etwas wie Mitleid empfinden? Vielleicht sollte man nicht von Freude sprechen, aber ich bin durchaus positiv angetan, wenn ich sehe, daß so ein feiger Idiot den "Kampf" verliert, auch wenn der Stier es im Endeffekt trotzdem nicht überlebt. Zumindest wurde wieder ein Zeichen gesetzt, daß es gefährlich sein kann, Stiere langsam und qualvoll verbluten zu lassen. Wenn es nach mir gehen würde, sähen wir jetzt einer Siegesserie der Stiere entgegen, bis (hoffentlich sehr schnell) der letzte Torero dran glauben mußte oder verängstigt seinen "Beruf" aufgeben würde.:mad:
ich respektiere alle lebewesen, bin ich dann ein lebewesenfreund..:(
uebrigens habe ich einen sehr sympatischen pitbull:rolleyes:
ausserdem kaempfe ich fuer baeume und um die erhaltung der natur, ein naturfreund ...ich versuche so zu leben, dass ich keinem anderen lebewesen oder der natur schade..(selbstversorger)
...ich versuche so zu leben, dass ich keinem anderen lebewesen oder der natur schade)
Lobenswert, wenn's nicht nur beim Versuch bleibt.
hi,
naja, ich mag pommes frittes und nenne mich auch nicht pommes-frittes-freund, wäre aber gewissermaßen einer.
ich finde das wort an sich nich so schlimm.
in diskussionen verwende ich es aber manchmal provokativ um den leuten ihre inkonsequenz vor augen zu führen. "ich BIN ein tierfreund WEIL ich tiere nicht ausbeute".
gruß:
kilian
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