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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Theorie der multiplen Intelligenzen


Lucien
20.01.2008, 15:03
Moing Mädels,

so gut wie alle von uns kennen den normalen IQ Test um den Intelligenzquotient festzulegen. Was haltet ihr davon? Taugt der im heutigen Zeitalter noch wirklich was? Oder hat er jemals was getaugt?

Ich hab eine alternative Theorie dazu gefunden und wollte mal pauschal eure Meinung dazu wissen. Hier die entsprechenden Artikel und derjenige der die Theorie entwickelt hat auf Wikipedia.

http://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenz (Zur Intelligenz selbst)

http://de.wikipedia.org/wiki/Theorie_der_multiplen_Intelligenzen (Die Theorie)

http://de.wikipedia.org/wiki/Howard_Gardner (Der Professor der die Theorie entwickelt hat)


Gruß Lucien

Lena
20.01.2008, 16:14
Hallo Lucien,

ich war noch nie ein Freund von IQ Test, weil sie bei mir immer ganz unterschiedlich ausfielen. Mal lag mein IQ bei 98, dann wieder bei 133... je nach Test.

Intelligenz ist relativ und eine reine Mutmassung. Welche Fähigkeiten gelten als intelligent und welche eher instinktgesteuert? Sind Tiere intelligent?

Ich habe damals etwas darüber zum Thema Speziesismus geschrieben:

Die einzige Eigenschaft mit der mensch jedes Mal argumentiert ist seine Intelligenz. Intelligenz scheint ein Freibrief für Vorurteile und die Misshandlung von nichtmenschlichen Tieren zu sein, Intelligenz lässt alles legal werden, was unethisch ist.

Aber sollte Intelligenz nicht mit Ethik konform gehen?



Für mich ist zB ein genialer Wissenschaftler nur bedingt intelligent, wenn er keinerlei Empathie besitzt und in zwischenmenschlicher Interaktion ein Eisblock ist. Da kann sein Kopf auch noch so klug sein, zur Intelligenz zählt für mich auch Ethik und emotionale Intelligenz.

Jojo
20.01.2008, 17:50
Die normalen IG-Tests messen ja lediglich das Maß an Abstraktionsvermögen, räumlichem Denken und so Sachen. Das ist das, was in der Wissenschaft unter Intelligenz verstanden wird.
Fürs richtige Leben kann man eine andere Definition finden, z.B. als das Maß der Ausprägung der Fähigkeiten, die man in der Interaktion mit anderen Lebewesen und in der Problem- und Konfliktlösung braucht. Dann kommen nämlich ganz andere Dinge zustande. Ein nach herkömmlichem Standard durchschnittlich intelligenter Mensch, der aber ein toller Teamplayer ist und auf neue Situationen wahnsinnig schnell und gut reagiert, hätte dann eine höhere Intelligenz als jemand, der toll auswendig lernen kann und komplizierte Rechnungen durchführt.
Als Maß für die Empathie gibt es ja auch schon den EQ, der z.B. von Arbeitgebern viel höher bewertet wird als der IQ.
Das Phänomen, das Lena beschreibt, kenn ich aber auch. Bei uns an der Uni gobt es wahnsinnig gebildete, hochintelligente Wissenschaftler, deren Arbeiten einen vom Hocker hauen. Wenn man die dann aber mal trifft und sich mit ihnen unterhält, stellt man fest, dass sie es weder schaffen, einem in die Augen zu sehen, noch ohne ihre Sekretärin lebensfähig sind. :D Daher kommt wohl der Spruch vom Genie im Wahnsinn.

magica
20.01.2008, 19:50
Bei uns an der Uni gobt es wahnsinnig gebildete, hochintelligente Wissenschaftler, deren Arbeiten einen vom Hocker hauen. Wenn man die dann aber mal trifft und sich mit ihnen unterhält, stellt man fest, dass sie es weder schaffen, einem in die Augen zu sehen, noch ohne ihre Sekretärin lebensfähig sind.

Tja, da muss man eben differenzieren :D

Intelligenz mag durch solche Tests messbar sein.
Aber einen hohen IQ durch so einen Test bewiesen zu haben, heißt ja nicht automatisch, dass der Mensch in allen Lebensbereichen so gut klarkommt.

Und einen Professor-Titel zu haben, bedeutet für mich auch nicht automatisch, dass dieser Mensch ach so intelligent ist.
Es ist doch "nur" eine Ausbildung? Man lernt diese Sachen und macht was daraus. Trotzdem kann man in vielen Dingen ein dummer Mensch sein.

Genauso wie jemand ohne Bildung nicht automatisch dumm sein muss.

Bildung und erst Recht die gemessenen IQ-Werte würde ich immer völlig getrennt von emotionalen Fähigkeiten betrachten.
Das sind zwei Paar Schuhe für mich.

mango
20.01.2008, 20:31
Hmmmmmmmmmmmm, die Wissenschaft hat Intelligenz - welche ja eine Begrifflichkeit des Menschen ist - operationalisiert. D.h. durch Indikatoren wie z.B. "logisches Denken" (wobei jenes auch wieder Indikatoren braucht) messbar gemacht. Und wenn so ein Test entwickelt wird, dann ist das ja nicht son larifari, sondern wird vielen Berechnungen unterzogen (Itemschwierigkeit, Trennschärfe etc. - morgen habe ich ne Prüfung dazu ;)). Diese Tests werden geprüft und standardisiert, d.h. sie haben eine hohe Objektivität, welche auch in der Auswertung vorherrschen sollte. Torzdem bleibt das Problem der Validität (s.u.).

Wenn Lena nun in 2 verschiedenen Tests unterschiedliche Ergebnisse hatte, so kann es zum einen daran liegen, dass sie sich zwischen beiden Tests weiterentwickelt hat.

2.) Messfehler, oder andere Einflussfaktoren die - unprofessioneller Weise (wäre das dann) - nicht erhoben wurden (z.B. Müdigkeit) (ist aber wohl bei einem standardisierten IQ-Test auszuschließen), mangelnde Validität (d.h. wird auch wirklich das gemessen, was es vorgibt zu messen?)

3.) Der Tester nicht ausreichend objektiv war.

Beim 2. Punkt sieht man den Mangel der IQ-Tests: Was misst dieser Test wirklich?

Was ich sagen will *gg*, schon rein statistisch betrachtet fallen Mängel auf, andererseits auch Qualitäten. Ausschlaggebend ist wohl der Einsatz des Tests - daran lässt sich seine Gebrauchstauglichkeit "festmachen".

Ich denke, dass soziale Kompetenz auch etwas mit Intelligenz zu tun hat. Denn um "sozial kompetent" zu sein, sollte man in der Lage sein, sein eigenes Verhalten reflektieren zu können und kombinieren zu können, welches eigene Verhalten beim anderen welches Verhalten auslöst etc. etc.

Das Professoren "schüchtern" gegenüber Menschen sind, muss nichts mit der Intelligenz zu tun haben, ich denke dabei landen wir in der Persönlichkeitstheorie oder in der Sozialpsychologie. Denn jedes Verhalten hat einen Sinn. Wobei Sozialpsychologie natürlich wieder von der Persönlichkeitstheorie tangiert wird und/oder andersrum. Eine Frage der Betrachtung...

Lucien
20.01.2008, 20:52
Wir haben alle ungefähr die gleiche Einstellung was den IQ Test betrifft. Was mich doch am Meisten interessiert und wo eigenlich noch keiner was dazu geschrieben hat, isst diese neue Theorie und ob man den IQ Test danach ändern sollte.


Gruß Lucien

magica
20.01.2008, 20:59
Ich denke, dass soziale Kompetenz auch etwas mit Intelligenz zu tun hat. Denn um "sozial kompetent" zu sein, sollte man in der Lage sein, sein eigenes Verhalten reflektieren zu können und kombinieren zu können, welches eigene Verhalten beim anderen welches Verhalten auslöst etc. etc.

Ja schon.
Aber diese Intelligenz kann ja auch jemand besitzen, der z.B. ein Analphabet ist und keinerlei Schulbildung hatte.
Wie so jemand bei einem normalen IQ-Test dann abschneiden würde, weiß ich nicht. Aber ich kann mir vorstellen, dass solche Personen dann schon mehr Schwierigkeiten beim IQ-Test hätten als jene, die von klein auf in z.B. Mathe getrimmt werden, oder nicht?

Lucien, ich muss das nochmal lesen, ich war jetzt nur auf das hier Geschriebene eingegangen :o