Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : so spricht man mit Nazis!!
Intruder
14.11.2007, 20:33
Horst Mahler ist der Vater der RAF. Er war es, der Andreas Baader und Gudrun Ensslin Anfang der 70er-Jahre überzeugte, eine "Guerilla" gegen die angeblich faschistische Bundesrepublik aufzubauen. Heute ist Mahler ein Nazi. Als Anwalt bewahrte er die NPD vor einem Verbot. Mit seinen anti-semitischen Theorien inspiriert er die extreme Rechte wie sonst niemand in Deutschland. Wenn es einen Zusammenhang zwischen dem linken Wahnsinn von damals und dem rechten von heute gibt, dann ist Mahler die Schlüsselfigur.
Wir ahnten, dass es kein einfaches Gespräch werden würde, als wir ihn am 4. Oktober im Münchner Kempinski Airport-Hotel trafen. Aber ein zweistündiges Wortgefecht hatten wir nicht erwartet. Denn Mahler will nicht über die RAF sprechen. Er will über die Juden erzählen, die für ihn das göttliche Deutsche Reich unterdrücken. Über Hitler, seinen "Erlöser". Und über den Holocaust, der für ihn nie stattgefunden hat. Soll man so ein Interview veröffentlichen? Hilft man damit einem Wahnsinnigen, andere anzustecken?
Nein. Neonazis hören Mahler zu, weil er ihren Irrsinn philosophisch veredelt. Er vertritt eine extreme Minderheit. Aber in Sachsen und in Mecklenburg-Vorpommern sitzt die NPD schon im Landtag.
Wir veröffentlichen dieses Interview, weil wir glauben, dass es eine bessere Bloßstellung der deutschen Rechtsextremen nie gegeben hat – auch wenn er Dinge sagt, die in Deutschland verboten sind: Mahler leugnet den Holocaust und benutzt den Hitler-Gruß. (Michel Friedman hat nach dem Interview als Privatperson Strafanzeige gegen Horst Mahler erstattet, Red.)
Die folgenden Passagen sind eine wortgetreue Wiedergabe des kompletten Gesprächs. Mahler hat darauf verzichtet, den Text vor der Veröffentlichung zu autorisieren. Wir haben darauf verzichtet, ihn sprachlich zu glätten.
Thorsten
Die Interviews (2 Teile) findet ihr hier:
1. Teil: http://www.vanityfair.de/articles/agenda/horst-mahler/2007/11/01/04423/
2. Teil: http://www.vanityfair.de/articles/agenda/horst-mahler/2007/11/01/04428/
Ui, das ist aber lang.
Hab jetzt mal nur angelesen und muss mir da schon teilweise an die Stirn hauen :rolleyes:
Danke für den link!
Dass ich Menschen ändern, ist ja normal und auch gut. Aber "bemerkenswert" wie man von einer radikalen Seite zur anderen kommt :rolleyes:
troubledjoe87
27.02.2008, 03:01
hi!
also ich mag friedmann nich besonders. horst m. mag ich auch nich. hab bis jetzt noch nich alles gelesen, aber allein die fragestellung nach dem tod von mahlers vater find ich etwas... mmh... unseriös, verabscheuend? ich stimme mit nazi`s, rassisten, faschisten etc. in keinen ansichten überein und denke auch, dass es schwer, vielleicht sogar unmöglich ist, mit ihnen eine ernsthafte diskussion zu führen und deshalb sollte man es ab einem bestimmten punkt einfach lassen. denn dann wird es pübertär-persönlich und ist uninformativ. man kann sich so nen leute (nazi`s) einfach schlecht nähern. deshalb sollte man es sein lassen. und einen arroganten ( meiner meinung nach sogar mit der arroganteste mensch den ich kenne) juden und einen verbohrten, alten fascho an einen tisch zu setzen, klingt für mich sehr nach effekthascherei unter dem deckmantel "so jetzt zeigen wir deutschland mal, dass nazi`s doof sind". aber ich werd mal den ganzen text lesen.
tschö
Mahler bestätigt für mich wieder mal das, was ich spätestens seit der 12. Klasse im Geschichts-LK denke: Dass sich die extreme Linke und die extreme Rechte doch ähnlicher sind, als sie gern zugeben möchten.
Michel Friedman mag ich persönlich auch nicht wirklich, finde ihn ziemlich anstrengend, dennoch muss man sagen, dass gerade durch seine Art, Fragen zu stellen, die Interviewpartner manchmal ihr wahres Gesicht zeigen.
troubledjoe87
28.02.2008, 01:58
gut, ich muss friedmann gutschreiben, dass er immer wenn ich ihn gesehn hab, sich nich hat einnehmen lassen für irgendeine seite. aber ich finde nich, dass leute ihr wahres gesicht zeigen, wenn jemand ihnen gegenübersteht, der mit einer arroganz zu einem herabschaut, die mal echt überflüssig is, und dann vollkommen ausrasten. ausserdem denk ich auch, dass viele leute durch friedmann sich ihren eigen stereotyp eines juden zusammenbasteln. was einfach unnötig is wenn man sich mal das verhältnis des deutschen volkes zum judentum anschaut. da sitzt jason in seiner plattenbauwohnung, schaut sich friedmann im fernsehn an und denkt sich "mmh, typisch jude!" und das hats nich gebraucht. soodersoähnlich
tschö
Ja, die Befürchtung hab ich auch. Für das Image des Judentums in Deutschland macht er nicht gerade viel. Und leider sind viele wohl zu dumm, sich klar zu machen, dass nicht ein Jude automatisch so ist wie alle anderen Juden auch. Wär ja so, als wenn man sagen würde, alle Deutschen sind wie Himmler.:rolleyes:
Ich find Friedman aber meistens gar nicht arrogant. Er beharrt einfach auf den Fakten und lässt dann nicht mit sich diskutieren und lässt auch keine Ausflüchte gelten. Er will dann halt eine klare Antwort und die wollen viele nicht geben. Das meine ich mit "wahrem Gesicht zeigen".
Im Grunde ist es da doch dieselbe Kiste, die kompromisslosen Veganern vorgeworfen wird. Wie oft ich hier schon gelesen habe, Veganer wären arrogant, einfach weil sie keine Kompromisse in Hinsicht auf Tierleid machen.
Wenn Leute merken, dass sie im Unrecht sind, werfen sie dem Gegenüber gern vor, arrogant zu sein. Nicht arrogant wäre ja in dem Zusammenhang dann wohl, sich dem Niveau des Gegenübers anzunähern und damit von seiner eigenen Meinung abzuweichen. Und das kann ja wohl auch nicht der Sinn der Sache sein.
troubledjoe87
01.03.2008, 20:31
hi!
"Er beharrt einfach auf den Fakten und lässt dann nicht mit sich diskutieren..." stimmt und ist einwand-frei.
"Wenn Leute merken, dass sie im Unrecht sind, werfen sie dem Gegenüber gern vor, arrogant zu sein." hab ich persönlich noch nie erlebt. weder, dass ich jem. als arrogant, weil ich im unrecht, beschimpft hab, noch andersrum, dass ich als arrogant gegolten hab, wenn ich im recht war. aber das hängt ja auch immer damit zusammen, wie man leuten in gesprächen, diskussionen gegenübertritt. manche wirken halt wirklich arrogant, ob sie nun recht haben oder nicht, spielt dann erstmal keine rolle. aber stimmt schon, wahrscheinlich muss man arrogant und/oder kalt und/oder unnahbar wirken, um wirklich unparteiisch zu erscheinen. aber friedmann wirkt halt nich nur in seiner sendung oder allgemein bei diskussionen arrogant, sondern auch überall wo ich ihn jemals gesehn hab. vielleicht hat er die rolle des unparteiischen interviewers schon so verinnerlicht, dass er einfach so ist, 24/7. keine ahnung.
Du, ich geb dir da vollkommen Recht. Michel Friedman ist kein sympathischer Mensch, absolut nicht.
Bloß hat das mit seiner Religion herzlich wenig zu tun. Ich kenne jede Menge Juden, die ganz normale, nette Leute sind und ebenso viele Atheisten/Christen/sonst was, die ich genau so wenig mag wie Friedman.
Ist dann wohl irgendwo Geschmackssache.
Und Friedman wirkt wohl auf viele Leute arrogant. Aber der Punkt ist genau der, den du ansprichst, nämlich, dass er immer so ist. Es ist sein Charakter und er wird nicht auf einmal in der Diskussion so, weil er sein Gegenüber herabwerten will.
Dass Veganer arrogant sind, steht übrigens überall im Forum immer mal wieder. Hab ich glaub ich auch selbst schon mal geschrieben, ganz am Anfang.;) Und ich höre es immer wieder, erst heute im Kino.
Wir haben "Unsere Erde" gesehen und da gibt es eine Szene, wo ein Caribou von einem Wolf gejagt und dann auch gerissen wird. Und die Leute alle: "Ooooh, das arme Kälbchen". Woraufhin ich mich umdrehte und sie fragte, ob sie Kalbfleisch essen würden. Lange Rede, kurzer Sinn, mir wurde vorgeworfen ich sei ein arroganter Veganiker (sic!) und würde gar nichts kapieren.
Tja...:rolleyes:
Mahler bestätigt für mich wieder mal das, was ich spätestens seit der 12. Klasse im Geschichts-LK denke: Dass sich die extreme Linke und die extreme Rechte doch ähnlicher sind, als sie gern zugeben möchten.
und schwarz/weiss denken scheint im schulalltag doch mehr gefördert zu werden als manch lehrer oder bildungsminister zugeben möchte...
troubledjoe87
28.03.2008, 22:14
also ich find auch, dass sich das extreme näher ist, als alles was im mittelfeld rumflaniert. is wie dieser trick im fernsehen, bei dem eine person ihren rechten arm ausstreckt und der arm zur hälfte verschwindet, da der kamerawinkel diesen bereich nich mehr aufnimmt. dafür wird die andere hälfte des arms am anderen ende des fernsehers wieder sichtbar. ich hoffe, ich hab mich irgendwie verständlich ausgedrückt. zu mehr reicht mein beschreibungstalent nich. ansonsten hab ich mich jojo angenähert.
troubledjoe87
29.03.2008, 03:28
hab grad "the heart is deceitful above all things" von und mit asia argento gesehn und obwohl es nich um das thema "die extremen sind nachbarn/die mittelfeldler dagegen nicht so sehr" ging, fand ich, dass jeremiah es nirgends gemütlich hatte (denn er lebte fast nur in extremen), ausser bei seinen pflegeeltern. ich will den film jetzt nich als beweis benutzen für die obengenannte theorie, sondern eher als metapher, wie das mit dem fernseher. bin jetz zu faul die geschichte, die erzählt wird zu erzähln, aber bei wikipedia gibts ne kleine zusammenfassung.
also ich find auch, dass sich das extreme näher ist, als alles was im mittelfeld rumflaniert.
es gibt auch extreme (parlamentarische) demokraten... wenn ich jetzt extrem auf gewalt reduziere, dann stimmt es natürlich, dass sich jeder extremismus, genauso wie jede gewalt, ähnlich, wenn nicht sogar gleich ist. jedoch denke ich, dass heute mit dem wort eher das politische ziel der jeweiligen bewegung gemeit ist und da ist eine stumpfe links/rechts einteilung einfach nicht möglich. die raf als authoritäre action gruppe (meinhof evtl. noch als ausnahme) ist natürlich scheisse gewesen und hat die überwindung des kaptialismus eher verhindert als zur durchsetztung beigetragen. dennoch wird sie als linksextrem eingestuft, genauso wie anarchopazifistische gruppen, die in ihrer systemkritik zwar viel radikaler sind, jedoch die anwendung jeder gewalt total ablehnen. beides wird als linksextrem eingestuft und trotzdem haben beide bewegungen so wenig gemeinsam wie unser momentanes system und das des nationalsozialismus.
links und rechts gleich zu setzten, ja überhaupt von links und rechts als homogene strömungen zu sprechen ist total verkürzt!
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