Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frauenfeindlichkeit
Hallo zusammen,
ich wollte mal fragen was ihr vom generellen Frauenbild der Menschen aus dem Nahen Osten und anderen Regionen so haltet. Natürlich hat jede Kultur ihre eigenen Sitten und Bräuche, die man respektieren sollte. Doch dort wo man einzelne Menschengruppen (hier: geschlechtsbedingt) in ihrem Wert degradiert halte ich es doch für ein wichtiges Thema, das nicht missachtet werden sollte. Wenn sich Frauen freiwillig für die unterwürfige Rolle entscheiden, ihrem Mann dienen wollen, Kopftuch tragen, etc. dann sollen sie das ruhig tun. Es ist ihre freie Entscheidung (obwohl das ja auch nicht immer zutrifft...).
Aber wenn nun bestimmte Männer in westliche Länder kommen und alle Erfolge der Emanzipation in den Dreck ziehen finde ich es einfach nicht richtig mit den Schultern zu zucken.
Ich möchte hier niemanden diskriminieren, der aus dem Nahen Osten kommt, aber es ist leider eine Tatsache, dass Frauen dort immernoch unterdrückt werden. Nicht nur Frauen, die hier misshandelt werden betrifft mein Anliegen, sondern auch Frauen die in in frauenfeindliche Kulturen hineingeboren wurden. Hierzulande gibt es auch viele Männer, die trotz dem fortgeschrittenen Westen alte, frauenfeindliche Ansichten haben. Nur ist mir aufgefallen, dass sich die Gewalt gegen Frauen wieder vermehrt hat, seitdem sich unsere Sitten vermischt haben und seitdem immer mehr Personen aus frauenfeindlichen Ländern immigrieren.
Ich halte eine geringfügige Anpassung als unbedingt notwendig, wenigstens diskriminierende Ansichten und Vergehen an Frauen sollten unbedingt abgelegt werden. Und das hoffentlich nicht nur beim Einzug in westliche Länder - sondern global.
Hallo,
ich finde dieses Thema auch sehr wichtig. Erst heute habe ich auf spiegel online gelesen, dass ein Mann vor Gericht steht, der seine Ex-Frau und seine Tochter auf der Straße erschossen hat und keine Reue zeigt. Er fühlte sich in seiner Ehre gekränkt, weil seine Frau aus der arrangierten und gewaltsamen Ehe geflohen ist. Ich finde so etwas einfach schrecklich.
Aber dagegen etwas zu tun ist sehr schwierig. Wer gibt schon gerne seine Macht ab? Und außerdem ist die Unterdrückung der Frau ja durch die Religion abgesichert, also von Gott gewollt. Zumindest legen die Männer es so aus. Ich kenne mich leider mit dem Islam o.ä. Glaubensrichtungen nicht so gut aus, als dass ich sagen könnte, ob die entsprechenden Schriften tatsächlich für die Unterdrückung der Frau sind.
Im Christentum kam es ja auch erst zu einer Gleichbehandlung der Frau, als das Land weniger religiös wurde und man sich nicht mehr Wort für Wort an die Bibel hielt.
Liebe Grüße,
Isis
Sittenvermischung ... hört sich ja komisch an.
Ich komme ja aus der Türkei (deshalb bezieht sich das, was ich jetzt schreibe, auch darauf). Und ich bin Moslem.
Aber die Gegend, wo ich herkomme (bzw. woher meine Eltern herkommen), hat schon immer die Emanzipation und Bildung der Frau für sehr wichtig gehalten. Eben weil sie klassischerweise für die Erziehung der Kinder verantwortlich ist.
Während in vielen Gegenden Frauen aus der Generation meiner Mutter Analphabeten sind, haben diese Frauen bei uns zumindest die Grundschule besucht. Hört sich lächerlich an, aber für die Generation damals im Dorf ist das sehr viel.
Keine der Frauen trägt bei uns Kopftuch (außer bei der Arbeit). Und beim Trinken stecken die jeden Mann locker in die Tasche ;)
Was meine Generation betrifft, haben fast alle das "Lise" beendet (entspricht so in etwa dem Gymnasium).
Ich wollte das nur mal erzählen, weil ich zwar aus Mittelanatolien herkomme. Aber wir dort trotzdem sehr "fortschrittlich" sind (natürlich nicht in technischer Sicht, sondern eher so im Kopf).
Vieles ist z.B. in der Türkei auch schon längst überholt. Aber hier in Deutschland leben trotzdem einige Türken nach "veralteten Bräuchen".
Sie haben im Kopf noch 1965. In der Türkei sind sehr viele aber schon bei 2007.
Oft ist sowas nicht ein Problem der Türken, sondern eigentlich der "Deutsch-Türken".
Hallo magica,
mir ist auch schon aufgefallen, wenn etwas über die Türkei im Fernsehen kommt, dann sieht man da nicht nur die bei uns "typischen Türken". Auch die Tatsache, dass man in der Türkei in der Uni und ähnliches kein Kopftuch tragen darf und Kirche und Staat getrennt sind, ist doch sehr fortschrittlich. Das ist vielleicht auch einer der Gründe, warum die etwas extremeren oder sagen wir besser traditionelleren nach Deutschland kommen.
Aber obwohl es auch in der Türkei noch viel zu tun gibt, sind es wohl vor allem die Länder noch etwas weiter süd-östlich, die die Frauen sehr viel schlimmer unterdrücken. Jemand hat mir einmal berichtet, er wäre (als Mann) geschäftlich in einem Land gewesen, wo Frauen, wenn sie überhaupt einreisen dürfen, gleich am Flughafen so etwas wie eine Burka anziehen müssen. Leider erinnere ich mich nicht mehr, um welches Land es sich da handelte und vielleicht hat sich das auch schon geändert. Aber ich war damals wie geschockt.
Liebe Grüße,
Isis
Das Problem liegt ja darin, dass man jemandem eine Aufenthaltsbewilligung nicht verweigern kann "nur" weil er Frauen diskrminiert und ausserdem kann man sowas auf den ersten Blick nicht feststellen ob jemand gegen Frauen ist.
Leider werden laut einer Studie in der Schweiz über 80 Prozent der Vergewaltigungen von immigrierten Personen durchgeführt. Das ist eine erschreckende Zahl!
Ich möchte nicht unfair sein und sagen, dass diese Leute nicht in den Westen einreisen sollen, aber andererseits bekomme ich Angst, wenn ich mir vorstelle, dass gewissen Männer ihre diskriminierenden Ideologien in den Westen bringen und sie hier auch seelenruhig "praktisch umsetzen". Ich habe auch das Gefühl, dass immer mehr westliche Männer empfänglich für die Frauenfeindlichkeit sind. So bilden sich gemsichte Gruppen von jugen Männern, die abwertend und gewalttätig Frauen gegenüber werden (und auch anderen Männergruppen gegenüber).
@ Magica: Ich weiss durchaus, dass in der Türkei veraltete Ansichten die Ausnahme sind, nur leider ziehen viel zu wenig intelektuelle, ethisch fortgeschrittene Türken in den Westen. Das Problem ist ja an sich nicht "der Türke" sondern ihr aggressiver Umgang (den natürlich auch viele Deutsche/Schweizer haben).
mir ist auch schon aufgefallen, wenn etwas über die Türkei im Fernsehen kommt, dann sieht man da nicht nur die bei uns "typischen Türken"
Du solltest dir mal die türkischen RTL-SAT1-Versionen angucken ;)
Freizügiger gehts schon fast nicht mehr.
Das ist vielleicht auch einer der Gründe, warum die etwas extremeren oder sagen wir besser traditionelleren nach Deutschland kommen.
Ich weiß nicht, wieviele Menschen noch einreisen.
Die typischen Gastarbeiterländer von "damals" - da kommen glaub ich garnicht mehr so viele hierher. Es sind vielmehr die Generationen, die hier geboren wurden.
Aber "damals" kamen natürlich nur die, die keine Ausbildung oder Chance hatten. Quasi aus den tiefsten Dörfern.
Und die haben halt oft noch das im Kopf, was damals war. Und entsprechend erziehen viele hier ihre Kinder dann noch nach diesen Werten.
Gerade Türkei ist ja sehr groß.
Da siehst du auf der einen Seite die Frauen oben ohne am Strand während auf der anderen Seite die Frauen schwarz verschleiert sind.
Das Problem liegt ja darin, dass man jemandem eine Aufenthaltsbewilligung nicht verweigern kann "nur" weil er Frauen diskrminiert und ausserdem kann man sowas auf den ersten Blick nicht feststellen ob jemand gegen Frauen ist.
Das andere Problem ist:
Sind das bereits Leute, die HIER (in Deutschland oder auch in der Schweiz) aufgewachsen sind?
Deutsche oder Schweizer schickt man ja auch nicht ins Exil, nur weil sie Frauen diskriminieren.
Leider werden laut einer Studie in der Schweiz über 80 Prozent der Vergewaltigungen von immigrierten Personen durchgeführt. Das ist eine erschreckende Zahl!
Diese Zahl finde ich ebenfalls sehr erschreckend. Hast du da mal eine Quelle dazu?
Was heißt bei der Sache übrigens "immigrierte Personen"?
Ich bin in Deutschland geboren, ich habe die deutsche Staatsangehörigkeit, ich habe einen deutschen Mann. Ich beherrsche die deutsche Grammatik besser als so manche deutsche Nachbarin *g*
Aber ich bin immer noch "mit Migrationshintergrund"
Und nun meine Kinder ... Also jetzt die 3. Generation und wirklich mehr deutsch als türkisch um sich herum - auch sie werden immer noch als "mit Migrationshintergrund" gehandelt.
Wenn sie kriminell werden, wird man immer was von "türkischer Abstammung" lesen.
Ab wann fällt das denn mal weg?
aber andererseits bekomme ich Angst, wenn ich mir vorstelle, dass gewissen Männer ihre diskriminierenden Ideologien in den Westen bringen und sie hier auch seelenruhig "praktisch umsetzen". Ich habe auch das Gefühl, dass immer mehr westliche Männer empfänglich für die Frauenfeindlichkeit sind
Das Hauptproblem sehe ich persönlich eigentlich nicht darin, dass da erstmal Menschen mit anderen Ideologien und Überzeugungen herkommen.
Vielleicht hängt es wirklich vom Land ab.
In Deutschland oder Türkei ist es ja nicht so, dass die Frau eben mal vergewaltigt werden darf. Wenn ein Mann eine Frau vergewaltigt oder diskriminiert, dann ist es, weil er ein Arschloch ist. Nicht weil er Deutscher oder Türke ist. Da ist es halt nicht die Kultur oder das Land. Da ist es eher die Bildung und der Charakter.
Aber es gibt ja auch Länder, wo z.B. die Genitalverstümmelung bei Mädchen eine wichtige traditionelle Bedeutung haben und somit ja auch die Stellung der Frau eine bestimmte Bewertung bekommt. Was auch vom Gesetz her geduldet wird.
Sowas finde ich persönlich dann schwieriger, weil man da ja sozusagen die Kultur selbst angreift, wenn man das verurteilt.
Ich glaube übrigens auch nicht, dass deutsche Männer immer empfänglicher für sowas werden. Sie wurden sicher nicht durch die Ausländer "verdorben" ;)
Ich verstehe absolut deine Verteidigungshaltung bei meinen missglückten Ausdrücken. Ich weiss gar nicht wie ich es in Worte fasse ohne, dass man mich für ausländerfeindlich ansieht.
Siehst du Magica, ich wurde selbst in Polen geboren und bin absolut davon überzeugt, dass es in Polen etwas mehr Kriminalität gibt als in Deutschland. Das hat aber nichts damit zu tun, dass ich gegen mein eigenes Land bin, sondern einfach nur meine Erfahrung dort.
Meine Grossmutter ist dort weggezogen, weil man häufig versucht hat sie auszurauben. Du kannst nicht durch den Stadtverkehr fahren ohne abgesperrte Autotüren von aussen zu haben. Wenn du durch die Stadt läuft, betteln dich Kinder (!) an und lassen dir keine Ruhe. Es ist leider gefährlich und kriminell in Polen und das gebe ich auch offen zu.
Wenn ich mir das aggressive Verhalten von vielen (nicht allen!) Russen und Polen in Deutschland ansehe, dann schäme ich mich für deren Verhalten. Sie sind kein Funken besser als gewalttätige Türken, Kosovoalbaner oder Deutsche/Schweizer.
Das liegt sicher nicht daran, dass sie Polen/Russen/Türken/Albaner/Deutsche sind. Viele von ihnen haben gerade im Westen gelernt Frauen zu diskriminieren. Und dagegen muss selbstverständlich etwas getan werden. Kanton Solothurn startet eine Aktion gegen Gewalt mit vielen Veranstaltungen und Workshops.
Nun wird leider die Missachtung von Menschenrechten nicht immer Landesintern entwickelt, sondern kommt auch aus anderen Ländern, bei denen Frauen leider minderwertig behandelt werden, weil es ihre Kultur so vorschreibt. Und das beschäftigt mich. Wo auf dieser Welt ist Frauenfeindlichkeit kulturbedingt? Wo kann man Aufklärungsarbeit leisten? Ich möchte wirklich in einem multikulturellen Land leben, aber gewisse (kulturbedingte) Ansichten sind für mich schockierend.
Wenn du sagst, dass die türkische Kultur schon soweit vorangeschritten ist, dass jeder Gewaltakt gegen Frauen von der Gesellschaft und dem Gesetzt verurteilt wird, dann freue ich mich umso mehr.
Doch es gibt leider Kulturen, bei denen es immernoch an der Tagesordnung steht Frauen allein wegen ihrem Geschlecht schlechter zu stellen. Wie du bereits gesagt hast geht es um Länder, bei denen Genitalverstümmelungen normal sind, wo Frauen zu gehorchen haben und unter dem Mann stehen. Dieser Bereich (also: Frauenfeindlichkeit) aus gewissen Kulturkreisen sehe ich als problematisch und gefährlich an. Für Frauen in den besagten Ländern wie auch im Westen.
Die Zahl der Vergewaltigungen an Frauen habe ich aus einem politischen Werbeplakat einer mir nicht besonders sympathischen Partei. Vergessen wir diese dumme Ausländerzahl, da sie sich leicht erklären lässt: In der Schweiz leben hauptsächlich Nicht-Schweizer. Wenn du in die Schweiz kommst, kannst du niemals Schweizer werden und auch wenn du dein Kind in der Schweiz bekommst, ist es dann ebenfalls kein Schweizer sondern ein Ausländer. Find ich übrigens nicht besonders freundlich.
Hier ein paar Zahlen aus Amnesty:
Allgemein:
Jede dritte Frau wird gemäss in ihrem Leben einmal vergewaltigt, geschlagen, zum Sex gezwungen oder auf andere Weise misshandelt.
Hier zum Thema Menschenhandel:
Vorsichtige Schätzungen für die Schweiz gehen von jährlich 1'500 bis 3'000 Frauen aus, die als Opfer von Menschenhändlern in unser Land gelangen. In Europa werden gemäss Schätzungen der Europäischen Kommission und der OSZE zwischen 120'000 bis 500'000 Frauen von Ost- und Mitteleuropa wie Waren nach Westeuropa verschoben.
Und hier die kulturelle Gewalt:
Kulturell und religiös begründete Gewalt gegen Frauen ist noch immer erschreckend verbreitet: Weltweit leben heute schätzungsweise 130 Millionen Frauen, deren Genitalien verstümmelt worden sind. Jedes Jahr erleiden weitere 2 Millionen Frauen und Mädchen dieses Schicksal. In Indien werden schätzungsweise fast 15'000 Frauen jedes Jahr wegen der Mitgift umgebracht. Mehr als 60 Millionen Frauen «fehlen» auf der Welt als Folge von geschlechtsselektiven Abtreibungen und Mädchenmorden. Bei der letzten Volkszählung in China wurde festgestellt, dass das Geschlechterverhältnis zwischen neugeborenen Mädchen und Jungen bei 100:119 liegt. Die biologische Norm wäre 100:103. In Pakistan werden jedes Jahr mehr als 1'000 Frauen im Namen der Ehre ermordet. Auch in der Türkei werden jährlich schätzungsweise 200 Frauen und Mädchen von ihren Verwandten im Namen der Ehre umgebracht .
übrigens halte ich den Umgang von Soldaten mit Frauen für sehr sehr verwerflich. Folgendes habe ich gefunden:
Kriegsvergewaltigungen: In Ruanda wurden während des Völkermords von 1994 ungefähr eine halbe Million Frauen vergewaltigt. In Bosnien wurden 1992 während der ersten fünf Monate des Krieges 20'000 – 50000 Frauen vergewaltigt . Die gesundheitlichen Auswirkungen dieser sexuellen Gewalt sind riesig: Viele Frauen sind aufgrund der Vergewaltigungen gestorben, und eine unbekannte Zahl hat sich mit HIV/Aids angesteckt.
Quelle: http://www.amnesty.ch/de/kampagnen/stopviolence/zahlen-und-fakten-zu-gewalt-gegen-frauen
Wie können wir diesen Wahnsinn beenden?
Du kannst nicht durch den Stadtverkehr fahren ohne abgesperrte Autotüren von aussen zu haben. Wenn du durch die Stadt läuft, betteln dich Kinder (!) an und lassen dir keine Ruhe. Es ist leider gefährlich und kriminell in Polen und das gebe ich auch offen zu.
Aber wie du ja auch gesagt hast, das liegt nicht daran, dass sie Polen sind. Darauf wollte ich hinaus.
Es ist nicht kulturell bedingt, das Polen klauen. Sondern es sind einfach bestimmte Rahmenbedingungen, die diese Leute dazu bringen, so zu handeln.
Ich weiß auch nicht.
Ich sträube mich dagegen, zu sagen, dass jemand wegen seiner Herkunft eine größeres Potential zur Vergewaltigung hat.
Genauso widerstrebt es mir, ein solches Verhalten nur auf schlechte Rahmenbedingungen oder so zurückzuführen.
Eine Frau zu vergewaltigen ist was anderes als sie "nur" in die Rolle der Hausfrau und Mutter zu drücken (indem man eben die Mädchen so erzieht, dass sie sowas freiwillig machen, dass sie es als ihren Job ansehen).
Andererseits wird dann bei solchen Dingen auch der Sex sehr schnell zum Job und Vergewaltigung ist dann "nur" noch "den ehelichen Pflichten nachkommen"
Ganz trennen kann man das alles voneinander vermutlich nicht :confused:
Wo auf dieser Welt ist Frauenfeindlichkeit kulturbedingt? Wo kann man Aufklärungsarbeit leisten?
Vermutlich überall. Hier mehr, da weniger ...
Wenn du sagst, dass die türkische Kultur schon soweit vorangeschritten ist, dass jeder Gewaltakt gegen Frauen von der Gesellschaft und dem Gesetzt verurteilt wird, dann freue ich mich umso mehr.
Soweit ist es bestimmt noch nicht.
Soweit ist man ja noch nicht mal in Deutschland.
Wie oft höre ich hier von FRAUEN! mit einem Blick auf junge Mädchen, die vielleicht etwas gewagter gekleidet sind (wobei das dann in meinen Augen nicht mal so extrem war) den Spruch "und dann wundern sie sich, wenn ihnen was passiert"
In der Türkei ist es vom Gesetz her zumindest genauso wenig erlaubt wie hier.
Aber wieviele vergewaltigte Frauen halten den Mund und gehen nicht dagegen vor? Aus Angst, dass man ihnen die Schuld daran geben könnte.
Für den einen der Minirock, für den anderen der auffordernde Blick oder so spät noch unterwegs ... selbst schuld!
In dieser Hinsicht muss man wohl die Frauen aufklären. Über ihre Rechte. Und zwar so, dass es nicht nur in ihrem Kopf drin ist, sondern auch das Bauchgefühl es so sieht.
Auch wenn das Gesetz eine Vergewaltigung verbietet - was nützt es, wenn die Leute (das Opfer, der Vergewaltiger, die betroffenen Familien) das verdecken oder selbst einen Urteil darüber fällen?
Dass die Justiz hinter der Frau steht, ist natürlich wichtig.
Aber zu allererst müssen die Frauen auch selbst für sich und ihre Rechte einstehen. Und das tun sie leider nicht alle.
Aber wie ändert man was?
Ich weiß nicht.
Vielleicht, in dem man nicht "nur" Arbeit in Frauengewalt reinsteckt. Das ist sicher wichtig und gut!
Aber vielleicht muss man auch in anderer Sicht aufklären.
Ich wurde nicht geschlagen, ich wurde nicht vergewaltigt. Da fühlt man sich also nicht mehr angesprochen und findet es schlimm, was ANDERE durchmachen. Aber man selber hat es ja doch noch richtig gut!
Ich sehe viele gleichberechtigte Ehen. Glücklich und ebenbürtig.
Und trotzdem höre ich sehr oft, dass die Frau erzählt, dass sie bestimmte Dinge DARF von ihm aus. Oder auch manches nicht DARF.
Oder Männer, die sich selbst loben und sagen "ich bin nicht so ein Macho. Meine Frau darf anziehen, was sie will und auch mal ausgehen. Sowas verbiete ich ihr nicht"
Wie gnädig *augenroll*
Dass Diskriminierung viel früher anfängt und nicht immer mit Gewalt einhergehen muss, das müssen unsere Kinder (sowohl Mädchen als auch Jungs) erstmal lernen. Bestimmte Dinge müssen selbstverständlich sein und nicht wie ein Bonuspunkt empfunden werden.
Ich sträube mich dagegen, zu sagen, dass jemand wegen seiner Herkunft eine größeres Potential zur Vergewaltigung hat.
Genauso widerstrebt es mir, ein solches Verhalten nur auf schlechte Rahmenbedingungen oder so zurückzuführen.
Es sind bestimmt Einflussfaktoren. Aber ich muss mich wiederholen: Es geht hier nicht um die Herkunft als spezielles Land, sondern um das soziale/kulturelle/religiöse Umfeld.
Dass nicht jeder Islamist Frauen schlägt ist mir klar, aber viele begründen ihr schlechtes Verhalten mit ihnen eingetrichterten, frauenabwertenden Religionen.
Andererseits wird dann bei solchen Dingen auch der Sex sehr schnell zum Job und Vergewaltigung ist dann "nur" noch "den ehelichen Pflichten nachkommen"
Viele religiösen und kulturellen Vorschriften können Grundlage für Misshandlungen sein.
Um gewalttätig zu werden braucht es selbstverständlich mehr als nur eine frauenfeindliche Kultur, es braucht natürlich auch geringe Kontrolle über die eigenen Aggressionen. Und das ist teilweise schon im Charakter und der Psyche enthalten.
Dennoch sind Hetzen gegen Frauen und deren Abwertung gutes "Futter" für psychisch instabile, aggressive Menschen. Verstehst du jetzt wie ich es meine?
Ganz trennen kann man das alles voneinander vermutlich nicht
Genau. Vorhandene Aggressionen sind mit Hetze und Abwertung eine explosive Mischung.
Wie oft höre ich hier von FRAUEN! mit einem Blick auf junge Mädchen, die vielleicht etwas gewagter gekleidet sind (wobei das dann in meinen Augen nicht mal so extrem war) den Spruch "und dann wundern sie sich, wenn ihnen was passiert"
Dieser Spruch ist zwar sehr mies, bedeutet aber nicht, dass diese Frauen die Hilfeleistung bei einer Vergewaltigung unterlassen würden. Das ist so wie die Hetze auf Omnivore. Sie tun einiges was uns stört, aber wir würden ihnen nichts antun oder sie ignorieren, wenn sie in Gefahr wären, oder?
... selbst schuld!
Sehr viele Missbrauchsopfer geben sich fälschlicherweise selbst die Schuld. Das ist ein enormer, belastender Denkfehler.
In dieser Hinsicht muss man wohl die Frauen aufklären. Über ihre Rechte. Und zwar so, dass es nicht nur in ihrem Kopf drin ist, sondern auch das Bauchgefühl es so sieht.
Da gebe ich dir vollkommen Recht. Frauen müssen endlich erwachen und selbst auch etwas für ihre Freiheit und Gleichheit tun. Denn solage sie es nicht selbst wollen, haben wir wenig Einfluss. Aber wie bringt man einer eingeschüchterten Person, die einer religiösen Hirnwäsche von Geburt an unterzogen wurde, bei, dass sie wertvoll, indivuduell und frei ist?
Auch wenn das Gesetz eine Vergewaltigung verbietet - was nützt es, wenn die Leute (das Opfer, der Vergewaltiger, die betroffenen Familien) das verdecken oder selbst einen Urteil darüber fällen?
Die Dunkelziffern sind extrem gross. Die wenigsten Frauen trauen sich ihren Täter anzuzeigen, weil sie Angst haben oder weil es keine Zeugen gab.
Ich wurde nicht geschlagen, ich wurde nicht vergewaltigt. Da fühlt man sich also nicht mehr angesprochen und findet es schlimm, was ANDERE durchmachen. Aber man selber hat es ja doch noch richtig gut!
Das ist das selbe wie mit Tierrechten. Wir sitzen auch nicht in Laboratorien und müssen chemische Substanzen an unseren Schleimhäuten testen, aber dennoch empfinden wir tiefes Mitleid. Unsere Empathie ist der Schlüssel dazu selbst hier Mitgefühl zu haben. Nichts anderes ist es mit Missbrauchsopfern.
Dass Diskriminierung viel früher anfängt und nicht immer mit Gewalt einhergehen muss, das müssen unsere Kinder (sowohl Mädchen als auch Jungs) erstmal lernen. Bestimmte Dinge müssen selbstverständlich sein und nicht wie ein Bonuspunkt empfunden werden.
Genau so ist es! *zustimm*
derjoker
03.11.2007, 11:37
Der christliche Glaube ist gegenüber Frauen feindlicher eingestellt als der Koran. Nur wird der Koran von Männern gedeutet, und nicht von beiden Seiten. Daher entstehen die gravierende negativen Folgen für die Frauen.
Erst mal ein Beleg dafür, dass die Schöpfung der Menschen von Gott nicht erst den Mann erbrachte und dann die Frau als "Spielgefährtin" sondern als gleichbedeutendes und sich ergänzendes Paar:
Nach dem Koran wurde der Mensch als Paar erschaffen. Die Schöpfungsgeschichte des Menschen wird folgendermaßen dargestellt:
O ihr Menschen. Fürchtet euren Herrn, Der euch aus einem einzigen Wesen (nafs) geschaffen hat, aus ihm sein Partnerwesen (zaudsch) geschaffen hat und aus beiden viele Männer und Frauen sich vermehren ließ. (4:1)
Aus der koranischen Darstellung geht im Gegensatz zur Bibel nicht hervor, dass der erste Mensch ein Mann gewesen ist und erst danach seine Frau geschaffen wurde. Das Wort nafs (Wesen, Seele) ist grammatisch feminin, bezeichnet aber kein bestimmtes Geschlecht. Das Wort zaudsch, das hier mit Partnerwesen übersetzt wurde, ist grammatisch maskulin, bezeichnet aber ebenso wenig ein bestimmtes Geschlecht. Ginge man nach der Grammatik, hätte Gott also sogar erst ein weibliches und danach ein männliches Wesen erschaffen, aber das ist hier gar nicht die Frage um die es geht. Für den Koran ist es schlicht egal, ob zuerst der Mann oder die Frau da war, denn der Mensch ist von vorneherein als Paar angelegt. Das ist eine Eigenschaft der gesamten Schöpfung: Alles ist paarweise erschaffen: Preis sei Ihm, der alle Arten paarweise erschaffen hat, von dem, was die Erde wachsen lässt, und von ihnen selber und von dem, das sie nicht kennen. (36:36) Die beiden Geschlechter sind einander ergänzende Partner in einer harmonischen Schöpfung.
Es ist bedeutsam, dass mit diesem Vers die Sure An-Nisa (die Frauen) beginnt, die viele Ausführungen zu Frau und Familienleben enthält: Am Anfang wird erst mal grundsätzlich klargestellt, dass Männer und Frauen aus einem Wesen entstanden sind, und absolut gleichwertig sind.
@magica: ich habe jetzt nicht alles durchgelesen, aber da gibt es etwas, was ich einen Vegetarier/Veganer mit deiner Religion schon immer mal fragen wollte: wie denkst du über die Essensgesetze von wegen Schweine sind unrein und so...
Passt hier vielleicht nicht ganz rein - entschuldigung Lena!
was ich einen Vegetarier/Veganer mit deiner Religion schon immer mal fragen wollte: wie denkst du über die Essensgesetze von wegen Schweine sind unrein und so...
Ich verstehe das nicht so ganz.
Als Vegetarier oder Veganer ist das doch erst Recht egal, weil man das sowieso nicht isst?
Ursprünglich gab es wohl gute Gründe, weshalb z.B. Schweinefleisch als unrein deklariert wurde (ich weiß das nicht so genau, schnellere Verderblichkeit oder so?)
Würde heute ein Prophet kommen, würde er vermutlich auch Hühner und Rinder als unrein erklären ;)
Und eine ganze Menge neuer Dinge, die es damals nicht gab, auch in die Verboten-Liste aufnehmen.
...wollte nur mal wissen:rolleyes:das mit der Verderblichkeit stimmt schon...sollten sie im Christentum auch verbieten;)
vBulletin® v3.7.0, Copyright ©2000-2008, Jelsoft Enterprises Ltd.