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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lieber Geschmacksverstärker oder Bio-Schnitzel? Und... Rosinenbrötchen für Asien


Hafermilch
03.03.2007, 22:09
Nicht nur auf dem Weihnachtsmarkt, auch auf Messen gibt es Stände von "GEFRO" und "Lebe Gesund". GEFRO ist zwar z.T. fleischlos, aber mit Geschmacksverstärkern.

Ob da nicht ein Bio-Schnitzel ohne Zusätze bekömmlicher ist, als veg. Suppen mit Glutamat? Mein ganz persönliches Empfinden sagt es mir jedenfalls. Das ist natürlich nur für 90%-Vegetarier möglich. Bei Lebe Gesund muss ich tiefer in die Tasche greifen, bin aber geschmacklich (Bärlauch etc.) zufrieden; ohne "Geschmacksmanipulation"!
Gibt es hier Infos über Glutamat??

Während humanitäre Hilfe oft über den unnötigen "Umweg Fleisch" geht, fand ich eine Korea-Aktion mit Rosinenbrötchen ganz originell...

Tschööö

lumpi
04.03.2007, 04:04
Nicht nur auf dem Weihnachtsmarkt, auch auf Messen gibt es Stände von "GEFRO" und "Lebe Gesund". GEFRO ist zwar z.T. fleischlos, aber mit Geschmacksverstärkern.

Ob da nicht ein Bio-Schnitzel ohne Zusätze bekömmlicher ist, als veg. Suppen mit Glutamat? Mein ganz persönliches Empfinden sagt es mir jedenfalls. Das ist natürlich nur für 90%-Vegetarier möglich. Bei Lebe Gesund muss ich tiefer in die Tasche greifen, bin aber geschmacklich (Bärlauch etc.) zufrieden; ohne "Geschmacksmanipulation"!
Gibt es hier Infos über Glutamat??

Während humanitäre Hilfe oft über den unnötigen "Umweg Fleisch" geht, fand ich eine Korea-Aktion mit Rosinenbrötchen ganz originell... http://www.koreahilfe.eu.tt

Tschööö
...äh... ich dachte immer ICH würde verwirrend schreiben...... naja, gehts hier jetzt um gesundheit oder um moral?? ... mir sind jedenfalls meine glutamatverseuchten tüten/-nudelsuppen tausendmal lieber als jedes ach-so-sehr-bio-schnitzel.... mit dem glutamat schade ich nur MIR... (wenn es denn so ist, was ich ja gar nicht bestreiten möchte...) http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/a080.gif

Hafermilch
04.03.2007, 11:41
Guten Morgen! Aus Deiner Moralvorstellung zur grundsätzlichen Ablehnung der Tiertötung heraus hast Du recht!
Und folgendes kommt hinzu, wenn ich den Ansatz in der Theorie (oder Marktmacht der Verbraucher) weiterführe:

In unserer Kantine werden wöchentlich Billigschnitzel angeboten, die ich aufgrund der grausamen Tierhaltung nicht kaufe. Wenn ich durch meinen Erwerb der 60-70% teureren Biosschnitzel dafür sorge, dass Nachfrage entsteht, ändert das -in kleinem Rahmen- etwas für das Wohl der Tiere. Denn getötet werden sie in tatsächlicher Hinsicht auf jeden Fall! So bedauernswert das für 100%-Vegetarier auch ist. Denn andere kaufen das Fleisch aus [z.T. ausländischer] Massentierhaltung bei uns. Ist ja billiger...

Kaufe ich keine Bioschnitzel, lasse ich die grausame Tierhaltung einfach laufen, denn die Bioprodukte von benachtbarten Höfen, verschwinden somit. Das ist mir zu einfach.

Wenn ich die Billig-Glutamatsuppe nicht verweigere, wird diese auch weiterhin angeboten und schadet denen, die die Folgen gar nicht bedenken. Also geht es nicht nur um meine Gesundheit, sondern um die von 400 Mitarbeitern. Das ist auch eine moralische Überlegung FÜR ANDERE MENSCHEN! Denn zum Tierschutz sollte immer auch das Wohl der Mitmenschen kommen. Ich kenne die Auswirkungen von Glutamat bei Allergikern "hautnah", von der Abtötung gewisser Geschmacksnerven gar nicht zu sprechen.

Danke jedenfalls für Deine offenen Worte!

ummi
04.03.2007, 23:54
nein, hafermilch, getötet werden sie nicht "auf jeden fall", schon gar nicht mit deiner finanziellen unterstützung.

hier übrigens ein video über "artgerechte tierhaltung"... so toll ist das auch nicht...

http://www.aktion-umwelt.de/artgerechte_ungerechtigkeit/index.html

gruß:

kilian

derjoker
05.03.2007, 12:02
In gewisser Weise hast du Recht. Wenn die Vegetarier statt auf Fleisch verzichten, lieber Bio Fleisch aus "artgerechter" Haltung vom bauern um die Ecken kaufen würde, hätte dieser natürlich eine gute oder sagen wir bessere Überlebenschance. Das Aussterben der kleinen Bauern, lässt sich aber dadurch auch nicht verhindern, nur hinauszögern. Es muss also auch in der Bio herstellung in großen Dimensionen gedacht werden. Das fordert das Wirtschaftssyten das wir wählten.
Logisch, wenn ich Bio Schnitzel kaufe, ändert sich sehr Wohl was für die Tiere, es treten leichte Verbesserungen ein. Gesündere Nahrung, mehr Bewegung, keine oder weniger Medikamente, keine Gentechnik, usw. Das Ende des Lieds, egal wie gut oder wie schlecht es dem Tier geht, es wird hingerichtet und aufgegessen.
Was aber nun, wenn alle Veggies Bio Fleisch kaufen? Ändert das etwas, wird dadurch weniger Massentierhaltungsfleisch gekauft? oder muss man die von Veggies gekaufte Fleischmengen einfach zur Gesamtheit dazuadieren? In Anbetracht dessen, dass es erst ein biologische Fleischerzeugung gab, dann erst die Massentierhaltung, finde ich solche Überlegungen lediglich interessant, aber überhaupt nicht realitätsnahe. Wenn ich billig Fleisch kaufe, dann werde ich ohne weiteres auch daran nichts ändern, so lange zumindest nicht das BioFleisch billiger wird und in den Discountern vorrätig ist.

Klar, wenn ich mich weigere etwas zu essen, wird es trotzdem sein. Es wird trotzdem gegessen werden. Es natürlich, mich trifft auch eine Verantwortung für andere Menschen, aber nur in begrenztem Maße. Ich kann und darf niemanden überstimmen, seine Meinung brechen und ihn zwingen, dass andere, in meinen Augen richtige zu tun. Lediglich kann ich nüchtern, Vor- und Nachteile aufzählen und auf den Menschenverstand hoffen.

Die Aussage, getötet werden die Tier so oder so, auch wenn ich sie nicht mehr konsumiere, stimmt nur bedingt. Wenn ich beschließe kein Fleisch zu essen, juckt das die Industrie überhaupt nicht. Wenn aber immer mehr Menschen beschließen, kein Fleisch mehr zu essen, wird es brenzlig für die Industrie. Somit stimmt die Aussage, wenn ich mich weigere Fleisch zu essen, wird die Kuh, dessen Fleisch ich sonst essen würde, trotzdem geschlachtet. Auch nachfolgende Kühe, die ich verzehren würde, werden geschlachtet.
Wird aber aus einer Person, ich, eine ganze Gruppe, werden immer weniger Kühe geschlachtet. Denn kein Konzern kann es sich leisten, mit Kosten zu produzieren und dann kein Gewinn zu fahren. Somit ist die Aussage: Getötet werden die Tiere so oder so, dann nicht mehr haltbar.
Auf jeden Einzelnen bezogen stimmt der Satz, auf die Masse verfehlt er noch einer zeit die Wahrheit. Allerdings hat der Mensch ein Ich und nicht ein Wir Denken. Und da liegt ein wirkliches Problem, aus dem Ich ein Wir zu machen. Wir sollten uns organisieren, heißt es und nicht ich sollte mich organisieren.
Fazit: Kein Fleisch, keine Chemie, nur mehr Bio Obst und Gemüse, besser natürlich eigener Anbau, und immer auf Fairtrade achten, denn Verantwortung nicht nur für sich, sondern auch für die Tiere, die Umwelt und Mitmenschen und das global

Zoey
27.03.2007, 15:33
@joker

was soll ich dazu noch sagen außer: gut gedacht und gesagt!

Es ist schön was zu lesen, bei dem man merkt, derjenige hat sich wirklich Gedanken gemacht und bleibt nicht an einer Sichtweise kleben!